Zum Sech­zigs­ten: Aus­tra­li­en in Aus­tria

Es ist nicht der ers­te April, und die Mel­dung kommt direkt von der EBU, also wird sie wohl stim­men: als spe­zi­el­les Bon­bon zum sech­zigs­ten Euro­vi­si­on Song Con­test wird Aus­tra­li­en beim Wett­be­werb in Wien teil­neh­men. So rich­tig mit eige­nem Bei­trag (der noch aus­ge­wählt wer­den muss) und eige­ner Stimm­be­rech­ti­gung. Das geo­po­li­tisch nun beim bes­ten Wil­len nicht mehr zu Euro­pa zäh­len­de Land ergänzt als fix gesetz­ter 27. Star­ter das Fina­le und bringt die Gesamt­teil­neh­mer­zahl damit auf die magi­sche 40. Der Euro­vi­si­ons-Super­vi­sor Jan Ola Sand kom­men­tier­te: “Es ist ein wage­mu­ti­ger und gleich­zei­tig wahn­sin­nig auf­re­gen­der Schritt. Es ist unse­re Art zu sagen: lasst uns die Par­ty gemein­sam fei­ern”! Wie die EBU und der aus­tra­li­sche Sen­der SBS, der das Event seit 30 Jah­ren in Down Under live aus­strahlt, über­ein­stim­mend erklär­ten, soll es sich um eine ein­ma­li­ge Akti­on han­deln.


Sie wäre mei­ne Traum-Ver­tre­te­rin: Kylie mit dem bes­ten Pop­song ever

Die ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Sträf­lings­ko­lo­nie, die bereits in Kopen­ha­gen den Pau­se­nact stell­te, erhielt einen direk­ten Final­platz, um kei­nem der Semi­fi­na­lis­ten die Chan­ce zu rau­ben. Daher erhöht sich die Zahl der Fina­lis­ten auf 27 (Vor­jah­res­sie­ger und Aus­rich­ter­land Öster­reich, die gro­ßen Fünf, jeweils zehn Semi­fi­na­lis­ten plus Aus­tra­li­en). Soll­te das Land der Wom­bats in Öster­reich sie­gen, fin­det der nächs­te Song Con­test den­noch in Euro­pa statt. Aus­tra­li­en trä­te dann als Mit­ver­an­stal­ter auf und dürf­te auch noch­mals einen Bei­trag schi­cken. Prin­zi­pi­ell ist die Teil­nah­me des euro­vi­si­ons­be­geis­ter­ten Kon­ti­nents aber als ein­ma­li­ges Event zum fei­er­li­chen Anlass gedacht. Die Aus­tra­li­er dür­fen in allen drei Shows abstim­men, ein­schließ­lich der Semis. Da die Sen­dung dort auf­grund der Zeit­dif­fe­renz am frü­hen Mor­gen über­tra­gen wird, prüft die EBU der­zeit noch, ob Tel­e­vo­ting mög­lich ist oder die Jury allei­ne bestimmt. Und ich freue mich jetzt schon auf die Ver­wir­rung bei der Stimm­aus­zäh­lung, wenn es zu den unver­meid­li­chen Ver­wechs­lun­gen zwi­schen “Aus­tria” und “Aus­tra­lia” kommt…

Die offi­zi­el­le Ver­kün­dung durch den aus­tra­li­schen Sen­der SBS

Aus­tra­li­en nimmt ein­ma­lig am Song Con­test teil! Das ist…

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21 Gedanken zu “Zum Sech­zigs­ten: Aus­tra­li­en in Aus­tria

  1. Mist. Ich hab grad drü­ben bei uns gepos­tet und aus Ver­se­hen die glei­chen Wit­ze wie Du gemacht, ohne dass ich hier geguckt hät­te… Sor­ry.

    Ansons­ten find ich das eine super­span­nen­de, super­ge­nia­le Idee! Wir wer­den sehen, was dar­aus wird!

  2. Stimmt! Die Idee ist echt geni­al. Scha­de nur, wenn ich gera­de im Netz lese, dass sich eini­ge Fans hef­tig über die­se Ent­schei­dung auf­re­gen. Wie war das noch mit der Tole­ranz und maln Auge zudrü­cken kön­nen?

  3. Lus­tig in der Tat. Nur, falls die wirk­lich sie­gen soll­ten, sehe ich schon eini­ge Ver­wick­lun­gen im Fol­ge­jahr …

  4. Ich finds geni­al und span­nend zugleich. Und ich bin heil­froh das die wer­te Leser­schaft hier die “Aus­tra­lia­pho­pie”, die grad in den unend­li­chen Wei­ten des Net­zes tobt, nicht teilt. Was für Dra­ma-Queens.…

  5. Ich hat­te mich gewun­dert, wer mit der “Aus­tra­lo­pho­bie” wohl gemeint sein könn­te – und dann habe ich den Feh­ler gemacht, bei Euro­fire rein­zu­schau­en. Ach du lie­ber Him­mel. Naja, eine Euro­vi­si­ons­sei­te weni­ger auf mei­ner Lis­te wird mich nicht gleich umbrin­gen – wer so einen gequirl­ten Blöd­sinn zusam­men­schreibt, den kann ich ein­fach in keins­ter Wei­se mehr ernst neh­men. Das ist auf dem glei­chen Level dis­qua­li­fi­zie­rend wie damals die Kom­men­ta­re von Keith Mills zum The­ma Men­schen­rech­te in Aser­bai­dschan – nicht ganz so wil­lent­lich blind gegen­über “rich­ti­gen” Pro­ble­men, aber dafür mit noch weni­ger Kohä­renz. (Was hat bit­te die Teil­nah­me Aus­tra­li­ens damit zu tun, dass Bul­ga­ri­en oder Bos­ni­en sich den Spaß nicht leis­ten kön­nen oder – was ich zumin­dest bei Bul­ga­ri­en unter­stel­le, die es immer­hin irgend­wie hin­krie­gen, den JESC 2015 aus­zu­rich­ten – wol­len?)

  6. Ich fin­de die Idee irgend­wie wit­zig, aber ande­rer­seits auch etwas … nun ja, befremd­lich. Und ich habe immer so ein biß­chen ein unbe­stimm­tes Gefühl, wenn es um Wild­card-Teil­neh­mer geht – dann schal­tet oft der Geschmack auf stumm, wenn es dar­um geht, das Extra­or­di­nä­re wäh­len zu kön­nen. Aber frei nach Wulff: “Der ESC gehört zu Aus­tra­li­en!” Also dann – herz­lich Will­kom­men Aus­tra­lia in Aus­tria. 🙂
    P.S: Wer­ter Blog­ger, ich hät­te mir noch ein 4. Wahl­mög­lich­keit zwi­schen “lus­tig” und “Schnaps­idee” gewünscht, da mir das mit der “Einmalaktion/Kerngeschäft” zu unter­kühlt und nüch­tern ist. Ich kann es aber selbst nicht for­mu­lie­ren 😉

  7. Oh Freu­de, jetzt hat sich auch der Prinz­blog den Nay­say­ern ange­schlos­sen. Wobei da die Mei­nun­gen offen­bar aus­ein­an­der­ge­hen – was mich bei einer so gro­ßen Redak­ti­on auch nicht wun­dert. 😉

  8. @Nörgler @Miesmacher @“alles-und-jedes-verbissen-Sehende” Bit­te ver­gesst nicht: nicht alles so bier­ernst neh­men, es ist ne Par­ty, ein Rie­sen­spaß. Freut Euch, dass das Event welt­weit Beach­tung fin­det und ande­re Men­schen mit uns die Par­ty fei­ern wol­len! Von mei­ner Sei­te: herz­lich will­kom­men!! Mei­ne Freu­de auf Wien steigt unauf­hör­lich,

  9. Als ich das heu­te auf der ein­zig unter­halt­sa­men Sei­te des HH Abend­blat­tes (näm­lich “Aus aller Welt”) ent­deck­te, habe ich auch gleich mal nach dem Datum geschielt. Nein – nicht der 1. April! Und schon hüpf­te mein Herz vor lau­ter freu­di­ger Über­ra­schung. Wenn ein Land voll von völ­lig irren ESC Fans ist, dann wohl Aus­tra­li­en. Wer bit­te pellt sich denn an einem Sams­tag mor­gen frei­wil­lig aus dem Bett, um seit 30 Jah­ren einen Wett­be­werb live zu ver­fol­gen, an dem sie selbst gar nicht teil­neh­men dür­fen. Und dann machen sie auch noch trotz­dem ein eige­nes Voting. Just for fun. In den letz­ten Jah­ren gab es auch öfter mal ver­schmitzt-wei­ner­li­che Bit­ten um eine Teil­nah­me und herz­lichs­te Grü­ße an die Glück­li­chen (also uns), die da mit­wursch­teln dür­fen. Sehr sym­pa­thisch und wit­zig. Ich find es eine klas­se Idee und einen Genie­streich der Gast­ge­ber (war das eine Ösi-Idee? Ja, oder?!) Ich freu mich ban­nig und kann die ollen Mies­ma­cher mit Leich­tig­keit igno­rie­ren. Na ja, stimmt nicht ganz. Ehr­lich­ge­sagt erfüllt es mich mit die­bi­scher Freu­de die (ent­schul­di­gung) Korin­thenk­a­cker mal so rich­tig auf die Pal­me zu brin­gen. Vor Allem aber ist es doch zum Jubi­lä­um eine wirk­lich char­man­te, her­zi­ge und ESC-Fan-brü­der­li­che Aus­nah­me. Für die Aus­tra­li­er freu ich mich sehr. Toll, dass es hier auf so viel posi­ti­ve Reso­nanz stösst. Lieb­lings­sei­te halt.

  10. Der Prinz-Kom­men­tar ist, wie man in den dor­ti­gen Kom­men­ta­ren lesen kann, die Mei­nung eines ein­zel­nen Blog­gers. Min­des­tens vier der ande­ren sind deut­lich ande­rer Mei­nung.

    Und die Abstim­mung unter dem Blog­post spricht ja dann glück­li­cher­wei­se doch eine deut­lich ande­re Spra­che als ein Gut­teil der Kom­men­ta­re. Inso­fern habe ich den Glau­ben an die Euro­vi­si­ons-Hard­core-Fans noch nicht ver­lo­ren.

  11. Klei­ne Kor­rek­tur: der Aus­tra­li­er schält sich Sonn­tag mor­gen aus dem Bett, um den ESC zu schau­en, nicht Sams­tag. Was die Sache natür­lich kein biss­chen weni­ger (im posi­ti­ven Sinn!) durch­ge­knallt macht. 😉

  12. Hat­te den Prinz blog recht früh gele­sen und dach­te echt ich spin­ne. Nun siegt bei mir die Erleich­te­rung, das dort immer­hin auch die Mehr­heit nicht aus­tra­lo­phob ist. Ob das ne Chan­ce auf das unwort des Jah­res hat… ? Und hier bei Olli ist die Welt auch in Ord­nung. Dan­ke­schööön ihr Lie­ben! 🙂

  13. Ooops, stimmt – die sind ja auch mit Neu­jahr schnel­ler fer­tig als unser­eins. Dann wird‘s eben ein pri­ma Sonn­tags­kon­zert 😉

  14. Der olle Grang Brie Örovis­jon de la Schang­song ist doch immer für eine Über­ra­schung gut. Dies­mal tritt ein Land an, wel­ches sich zumin­dest vom Her­zen her der Ver­an­stal­tung schon lan­ge zuge­hö­rig fühlt. Braucht man nicht viel zu sagen: Super!

  15. Die­ses Gezi­cke über die EBU-Ent­schei­dung ist ein­fach nur lächer­lich. Wie hier von euch schon geschrie­ben, is der ESC doch eigent­lich ein gei­les Spiel, auf das wir uns jedes Jahr wie Bol­le freu­en und das zumin­dest unter­schwel­lig noch Idea­le wie Viel­falt und Ver­stän­di­gung hoch hält.
    Seit zwei Tagen nun beschleicht mich der Gedan­ke, dass eini­ge der jetzt zetern­den Old-School-Fans selbst­zu­frie­de­ne Reak­tio­nä­re sind, die den Wett­be­werb nur für sich rekla­mie­ren und tat­säch­lich so bier­ernst neh­men, dass einem angst und ban­ge wer­den muss, ob die­se über­haupt ein rea­les, noch dazu freud­vol­les Leben haben…
    Umso schö­ner zu wis­sen, dass die Mehr­heit dann doch reflek­tier­ter und tole­ran­ter ist als die­ser ewig-gest­ri­ge Hau­fen klei­ner, ver­wöhn­ter Jungs

  16. Als jemand, der in diver­sen Fan­doms unter­wegs ist: das ist kei­ne euro­vi­si­ons­spe­zi­fi­sche Sache. In jeder grö­ße­ren Grup­pe Fans gibt es die­se Lord­sie­gel­be­wah­rer des Ein­zig Wah­ren ™, die der Mei­nung sind, wenn man die Sache nicht auf ihre Wei­se betrach­tet, macht man es falsch, selbst in Bezug auf Din­ge, bei denen Rich­tig und Falsch über­haupt kei­ne rele­van­ten Kate­go­ri­en sind. Mehr dazu fin­det sich übri­gens auf TV Tro­pes unter den Stich­wor­ten “They Chan­ged It, Now It Sucks” und “Stop Having Fun Guys”.

    Beim ESC kommt erschwe­rend hin­zu, dass er auf­grund sei­ner Kon­struk­ti­on dazu neigt, Sta­tis­tik­freaks anzu­zie­hen – eine Grup­pe, die eine star­ke Kor­re­la­ti­on mit die­sen Lord­sie­gel­be­wah­rern auf­weist (das sage ich als jemand, der selbst zu den Sta­tis­ti­kern, aber nicht zu den Lord­sie­gel­be­wah­rern gehört, und war­um hört sich das immer mehr wie ein dys­to­pi­scher Jugend­ro­man im Hun­ger-Games-Stil an?).

  17. Man soll­te dazu anmer­ken, dass Euro­pa gar nicht so weit weg ist – Réuni­on ist “fast” in der Nähe zu Aus­tra­li­en und gehört zur EU. Theo­re­tisch könn­te Frank­reich, soll­te es jemals gewin­nen, den ESC mit­ten im Indi­schen Oze­an aus­tra­gen, und er wäre immer noch in Frank­reich.

  18. Klar, wenn man 6000 Kilo­me­ter als “fast in der Nähe” defi­niert. Der Indi­sche Oze­an ist grö­ßer, als ich dach­te… 😉

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