Vorentscheid-Chaos: Andreas kümmert sein Sieg nicht

So was hat es in der deutschen Eurovisionsgeschichte noch nicht gegeben: Andreas Kümmert, Sieger im Superfinale von Unser Song für Österreich, nahm die Wahl die Publikums nicht an und gab seine Fahrkarte nach Wien live in der Sendung an die Zweitplatzierte Ann Sophie weiter. Die fährt nun mit dem Titel ‚Black Smoke‘ nach Österreich. Vermutlich. Amtlich. Denn obwohl die Gewinnerin der Wildcard mit der Entscheidung zunächst nicht so richtig glücklich aussah – klar, wer geht schon gern als zweite Wahl ins Rennen? – bestätigte sie auf der anschließenden Pressekonferenz, dass sie uns in Wien vertritt. Welcher Hafer den, wie Barbara Schöneberger in der Show sagte, unter „40 Grad Fieber“ stehenden The-Voice-Sieger Andreas Kümmert stach, das Plazet auszuschlagen und die Fans, die für ihn anriefen, zu enttäuschen, blieb zunächst offen: er sei „nur ein kleiner Sänger“ und Ann Sophie „viel besser geeignet“, das Land zu repräsentieren, so begründete er seine vom Hallenpublikum mit Buhrufen quittierte und von Frau Schöneberger, welche die unvorhergesehene Situation ohne mit der Wimper zu zucken meisterte und von NDR-Mann Schreiber anschließend dafür den Moderationsjob quasi auf Lebenszeit angeboten bekam, treffend als „Coitus interruptus der schlimmsten Art“ bezeichnete Entscheidung.

Legendär: der deutsche Vorentscheid versinkt im Chaos

In gewisser Weise bleibt Deutschland damit seiner Tradition treu: bereits zwei Mal in der sechzigjährigen Grand-Prix-Geschichte schickten wir den Nachrücker zum Wettbewerb: 1976 und 1999. Da allerdings unter anderen Vorzeichen: in diesen beiden Jahren verzichteten die Sieger (Tony Marshall respektive Corinna May) nicht freiwillig, sondern wurden wegen Verstoßes gegen die Vorveröffentlichungsregelung disqualifiziert. Nutznießer war in beiden Fällen Ralph Siegel, der seine zweitplatzierten Schützlinge Les Humphries Singers respektive Sürpriz durchbringen konnte. Der hat aber diesmal seine Finger garantiert nicht im Spiel. Auch Kümmert bewies mit dem heutigen Rückzieher eine Art von Konsistenz: schon bei The Voice zeigte er sich über den TV-Rummel um seine Person unglücklich. Noch dazu bashte ihn die Bild erst vorgestern, weil er angeblich Besucherinnen eines Kneipenkonzerts, die sich während seines Auftritts weiter unterhielten, beleidigt haben soll. Fürchtete er also einen Shitstorm? Dass die klassischen, glamour-orientierten Grand-Prix-Fans vom fränkischen Waldschrat nicht begeistert waren, kommt hinzu: ob Kümmert die teilweise hasserfüllten Reaktionen auf den Sieg der finnischen Punkband PKN beim dortigen Vorentscheid mitbekam und ebenfalls Buhrufe fürchtete? Oder wollte er eigentlich von vorneherein nicht und wurde von seiner Plattenfirma (die sich jetzt bedanken dürfte) zum USFÖ-Auftritt gezwungen? So oder so: mit der Karriere dürfte es nun vorbei sein.

Die Siegerin: Ann Sophie und ‚Black Smoke‘

Andreas Kümmert nimmt das Ticket nach Wien nicht an. Soll jetzt Ann Sophie fahren?

View Results

Loading ... Loading ...

46 Gedanken zu “Vorentscheid-Chaos: Andreas kümmert sein Sieg nicht

  1. Ich habe für ihn so oft angerufen und dann so was ! Dafür möchte ich aber mein Geld zurück ! Mich wundert bei deutschen esc Entscheidungen rein gar nichts mehr ! Fahrenhaidt fliegen schon in der ersten Runde raus . Und jetzt der Kümmert wirft sich selbst raus. Echt nur noch enttäuschend diese Show !!!

  2. Hat es das überhaupt in der ESC-Geschichte gegeben, also nicht nur in Deutschland?
    Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll. Warum ist der Herr Kümmert überhaupt angetreten, wenn Andere seiner Meinung nach besser geeignet wären?
    Und der Abend war doch so schön mit einem viel höheren Niveau als 2014. Und dann so ein Ende! Sehr enttäuschend!

  3. Womit er sicherlich recht hat, ist, dass er nur ein „kleiner Sänger“ ist und Ann Sophie die bessere Performerin. aber warum macht er dann überhaupt mit?
    Wenn er schon nicht hat gewinnen wollen, hätte er doch wenigstens fairerweise vor dem Finale zurückziehen und einem anderen Act (Alexa Feser oder Laing) den Vortritt lassen sollen.

  4. Ich hätte gerne zwei Möglichkeiten bei der Abstimmung. Ich finde Chaos immer toll und es in höchstem MAße unfair gegen Alexa Feser und Laing (und eigentlich auch gegen die anderen vier Acts), dass dann einfach so ohne Weiteres die Zweitplatzierte fährt. Auch auf der Pressekonferenz – erwartbar – kein Sterbenswörtchen über die möglicherweise um einen Sieg betrogenen anderen Teilnehmer. Das ärgert mich wirklich!

  5. Ich habe am Schluss auch für Kümmert angerufen (Lena 2.0 und schon wieder Wildcardgewinnerin waren dann doch zwei Gründe gegen Ann Sophie), aber mehr als das verschwendete Geld ärgert mich die Wettbewerbsverzerrung. Hochgradig unfair gegenüber den anderen sechs Acts, die theoretisch auch im Superfinale hätten stehen können.

  6. Habt ihr Euch schon einmal überlegt, ob Andreas Kümmert möglicherweise einfach überwältigt und mit Angst behaftet ist, die ihm in dem Moment, in dem sein Weg nach Wien klar schien, erst offenbar wurde. Mir gefällt nicht, dass so wenig Verständnis für sein (sicherlich menschlich authentisches) Verhalten aufgebracht wird, doch niemand hinterfragt, ob die Moderatorin ihm überhaupt Luft zum Nachdenken gelassen hat. Für mich offenbarte Andreas Kümmert fehlendes Selbstwertgefühl. Er sei ein kleiner Sänger, sagte er. Niemand widersprach. Weder die Moderatorin, die selbstherrlich ohne die dafür notwendige Entscheidungskompetenz Ann-Sophie zur Siegerin kürte, noch die gekürte Siegerin selbst, die professionell erneut ihren Song darbot. Was mir fehlt, ist die menschliche Komponente. Hey. Du bist gewählt, weil Du gewollt und wertgeschätzt wirst. Schlaf eine Nacht drüber. Deine Entscheidung wird respektiert…

  7. Danke Silke für diesen einzigen vernünftigen Kommentar zu dieser Angelegeheit.
    Und für die anderen Herrschaften Marke „ich will mein Geld zurück“ habe ich nur allertiefste Verachtung übrig. Leute, was seid ihr billig…

  8. Ich weiß echt nicht, was ich sagen soll. Diese VE war echt ein Wechselbad der Gefühle.
    Nach dem ersten Durchgang stellte ich fest, dass in meinem Empfinden die Teilnehmer wesentlich näher zusammenlagen, als ich es vorab gedacht hatte. Zwar hatte ich weiterhin eigene Favoriten (Mrs Grünvogel, Fahrenhaidt und Faun), aber ich wusste ja, dass sowohl Ann Sophie als auch Andreas einen zweiten Soing im Gepäck hatten, der mir persönlich wesentlich besser gefiel und den ich natürlich hören wollte, und selbst die Beiträge, die ich ursprünglich weniger mochte (Laing und vor allem Noize Generation), stellten sich als besser dar als ich gedacht hatte (vor allem Laing). So rief ich dann nur für meinen Top Mrs Greenbird, sowoie für Ann Sophie und Andreas an, in der Annahme, Faun und Fahrenhaidt seien eh Selbstläufer.
    So waren dann im Halbfinale keine meiner ursprünglichen Faves mehr dabei. Aber das fand kich gar nicht schlimm, wo es sich doch dann bestätigte, dass Ann Sophie und Andreas wirklich das beste noch nachlieferten (und auch bei Laing fand ich den zweiten Song viel stärker). Habe dann für Ann Sophie und Andreas angerufen und war überglücklich, dass ich wirklich mein Traumfinale erhielt.
    Die zig Anrufe für Andreas im Finale hätte ich mir dann allerdings sparen können! Ich hätte mit beiden Ausgängen sehr gut leben können, aber so wie es dann kam, war kam ich mir dann schon ziemlich verarscht vor.
    Ich muss natürlich einräumen, dass die von meiner Vorrednerin vorgebrachte Erklärung tatsächlich die wahre sein kann und möchte mich daher nicht an irgendwelchen Shitstorms beteiligen. Enttäuscht bin ich trotzdem. Insbesonere liegt nun auch ein Geschmäckle an Ann Sophies Sieg, was ich schade finde, weil ich es ihr eigentlich fast genauso gegönnt hätte, zu gewinnen.
    Aber den Zweitplatzierten zu nehmen ist dann wohl doch die beste Lösung, statt nochmal irgendwas aufzurollen oder nachzukarten.

  9. Also bitte, er hat die Televoter, den NDR, die anderen Künstler absolut verarscht und jetzt soll man noch dafür verständnis haben? Er hat Monate zeit gehabt, herauszufinden, das der ESC nix für ihn ist und kriegt es nicht gebacken, dem NDR zu sagen, nein ich will nicht? Nee, dafür habe ich kein Verständnis. Und er hat Laing und Alexa, die wirklich toll waren, um das Finale betrogen. Er ist der Alleinschuldige an diesem Chaos. Er zahlt den Televoter, die für ihn gestimmt haben, bestimmt nicht das Geld zurück. Der Mann ist einfach nur ein unseriöses kleines Würstchen und ne Memme. Wenn er kein erfolgreicher Musiker sein will, dann soll er es ganz lassen und irgendwas anderes machen. So ein Töpelkopp.

  10. Du hast sicher recht. Aber an der Schöneberger würde ich es jetzt nicht auslassen. Ihr Verhalten hat nichts mit Selbstherrlichkeit zu tun. Die war doch ebenfalls völlig verunsichert. Was hätte sie denn vor laufender Kamera tun sollen? Sie hat ja sogar nachgefragt,ob er es sich nicht noch überlegen wolle und das endgültig sei …

  11. Barbara hat in der PK danach gesagt, dass wenn sie ihn doch überzeugt hätten den Sieg anzunehmen, er ihn wahrscheinlich 3 Tage danach doch noch abgelehnt hätte und ich muss sagen der Meinung bin ich auch. Ich kann nicht ganz glauben, dass es eine total spontane Entscheidung war, ich denke eher er hat es im Laufe des Abends oder vielleicht auch schon vorher realisiert, dass er das eigentlich nicht möchte, aus welchen Gründen auch immer und so wie er rüberkommt ist er jemand, der sich eben nicht gleich traut Entscheidungen zu fällen, er hat hingegen gehofft, dass ihm diese von den Zuschauern abgenommen wird und er in der ersten oder zweiten Runde rausfliegt. Es ist aber nun anders gekommen und er musste nun doch über seinen Schatten springen und sich selbst rausnehmen, was ihm sichtlich unangenehm war.
    Mitgefühl hin oder her, jeder weiß doch, worauf er sich bei solch einer Show einlässt bzw. man macht da doch mit, um zu gewinnen! Es kann nicht sein, dass er auf einmal so geschockt und verwirrt war, als er als Sieger verkündet wurde, dass er solche Identitätsprobleme (kleiner Sänger etc.) bekommt. Wenn ihn das schon umhaut, dann muss man ja fast schon sagen, dass seine Entscheidung vollkommen richtig war, wenn er scheinbar extrem sensibel und unsicher ist.
    Ich glaube das einzige, was Andreas Kümmert will, ist singen. Egal ob auf kleiner oder großer Bühne, hauptsache er darf singen, die Leute hören ihm zu und zeigen ihre Anerkennung und dann geht er von der Bühne runter und fertig. Interviews, Fotos, PKs…das ist nichts für ihn, was völlig ok ist und ich hoffe, dass er das jetzt selbst erkannt hat. Der Vorentscheid war vielleicht eine Art Selbstfindung für ihn. Gut für ihn! Aber alles andere als nett gegenüber seinen Mitstreitern! So viel Ehrlichkeit muss sein..

  12. Da fragt man sich schon, was Kümmert für ein Management hat, das ihn zu solch einer Entscheidung bringt. Er hätte sich den Stress des ESC schon im Vorfeld erkennen können und gewarnt werden können . Schließlich ist er auch schon durch eine nicht weniger stressige Casting-Show gelaufen. Für mich sind die wahren Gründe für seinen Rückzug noch nicht genannt worden.
    Und bisher hat sich noch keiner von den Veranstaltern bei den restlichen geprellten Künstlern und zahlenden Televotern entschuldigt. Dass die vorgeführt wurden, ist Kümmert zögerlichem Verhalten und seinem miesen Management zu zu schreiben.

  13. die armen zahlenden televoter… mir kommen die tränen wegen eurer verlorenen milliarden…
    und gleich danach kotz ich

  14. Wer mir wirklich leidtut, ist Ann Sophie. Ich finde es selten dämlich, dass überhaupt der Vorschlag im Raum steht, sie hätte das Ticket nach Wien ablehnen sollen. Sie war die Zweitplatzierte und ist erst mal die logische Nachrückerin, wenn der Sieger ablehnt. Wenn im Finale von Wimbledon der Gegner nicht antritt, rückt auch nicht der Unterlegene des Halbfinals nach. (Klar lässt sich sportlicher Wettkampf mit einem Televoting-Wettkampf nicht 1:1 vergleichen, aber praktikabel ist doch nur diese Lösung.) Sie läuft jetzt mit dem Makel herum, 2. Wahl zu sein, und jeder einzelne Kommentator wird das in Wien den Zuschauern seines Landes erzählen.

    Dabei bin ich, muss ich sagen, beeindruckt davon, wie souverän sie ihr Lied nach der chaotischen Verkündung noch einmal präsentiert hat. Nix von Nervenflattern oder Unsicherheit zu sehen, sie hat ihr Ding professionell durchgezogen. Das verdient Respekt, finde ich.

    Gut, dass mir das Gesamtpaket von Ann Sophie und „Black Smoke“ besser gefallen als das von Kümmert (wobei ich seinen Finalsong auch okay fand), ist jetzt mein persönliches „Glück“. Die Lena-Vergleiche finde ich aber etwas nervig – das ist 5 Jahre her, und wir können nicht auf ewig alle dunkelhaarigen Frauen ablehnen, weil irgendjemand meinen könnte, sie sei Lena zu ähnlich. Mir hat sich das überhaupt nicht aufgedrängt, aber ich erkenne ja auch nie all die „Plagiate“, die jeder andere sofort raushört … 😉

    Und das Geld zurückzuverlangen, jetzt mal ehrlich. 14 Cent für einen Anruf, wie viel kommt da schon zusammen. Ich ärgere mich auch über die Wettbewerbsverzerrung, aber das ist schon arg kleinlich.

  15. So menschlich verständlich die ganze Angelegenheit auch sein mag, muss ich dann doch mal die Frage in den Raum stellen, ob das Andreas Kümmert erst heute aufgefallen ist. Wer an einem Wettbewerb teilnimmt, tut das für gewöhnlich mit dem Gedanken, dass es zumindest möglich sein könnte, ihn auch zu gewinnen, zumal es diesmal nun wirklich keine Zählkandidaten im klassischen Sinne gab. Wir reden hier nicht von einem komplett unbeleckten Menschen, der mit öffentlichem Druck keinerlei Erfahrung hat – der Herr hat eine Castingshow gewonnen und damit zumindest Vergleichbares erlebt (bei Ann Sophie hätte ich einen Kollaps unter den äußeren Zwängen eher nachvollziehen können). Warum hat er den Rückzug erst ganz am Ende vermeldet? Warum nicht nach der ersten oder der zweiten Runde? An Stelle der in Runde 2 Gescheiterten (Laing und Alexa Feser) wäre ich jedenfalls ziemlich sickig.

    Nun ja. Hoffen wir mal, dass Ann Sophie vom Ergebnis her mehr in Richtung Sürpriz als in Richtung Les Humphries Singers geht – wobei ich bisher nichts gehört habe, was mich glauben lässt, dass „Black Smoke“ auch nur ansatzweise so entsetzlich schlecht wäre wie „Sing Sang Song“.

  16. Schwierige Frage. Ich weiß, dass es diverse Fälle gegeben hat, wo Länder ihre Teilnahme zugesagt hatten und dann doch noch abgesprungen sind, manchmal sogar so spät, dass schon ein Vorentscheid stattgefunden hatte – ich meine mich zu erinnern, dass die Türkei 1979 ein solcher Fall war, und der Libanon hatte für 2005 auch schon einen Song und eine Sängerin ausgesucht, bevor dann bei Tele Liban jemand merkte, dass man ja den ganzen Contest inklusive Israels Beitrag zeigen müsste. Aber dass ein Sieger eines Vorentscheids freiwillig verzichtet? Nicht dass ich wüsste.

  17. Hatte er selbst noch irgendwelche Zweifel, ob er teilnehmen soll oder nicht im Falle eines Sieges, so haben ihm die letzten 10 min vor der Bekanntgabe diese sicher genommen.
    Während ausgiebig mit Ann Sophie gequatscht wurde, wurde er links liegen gelassen, anstatt ihm mal die Chance zu geben, sich zu öffnen.

  18. „Können wir nicht einfach noch mal abstimmen? Aus allen Titeln, die wir heute Abend gehört haben, den Sieger auswählen?“ Wäre die richtige Reaktion gewesen. Die mir aber auch erst heute Morgen eingefallen ist…

  19. Hab die Show gestern abend leider verpasst und werd sie mir nachher noch in Konserve ansehen. Aber den Ausschnitt, den ich in den Nachrichten gesehen hab, hat mir zum einen Gänsehaut und zum anderen echt die Tränen in die Augen gebracht. Ich fand das einen dermassen traurigen Augenblick und habe da auch eine Trauer und Unsicherheit bei Andreas Kümmert mitschwingen gesehen. Dies so spontan geschehen zu lassen und nicht einfach – auch wegen seines aktuellen Gesundheitszustandes – nochmal ein zwei Tage drüber zu schlafen. Ggfs. auch mit Beratern zu sprechen um wirklich die Tragweite des Sieges und auch eines Rücktrittes abzuschätzen. Die Frage, welche Berater er so im Hintergrund hat und ob da überhaupt Gespräche, Beratungen stattgefunden haben, würde mich auch mal interessieren. Ist er ein Lonesome Cowboy, der das alles mit sich – vielleicht ganz spontan – entschieden hat. Kann ein Umfeld sowas wahrnehmen und gegensteuern, helfen?

    Und wenn der schon so singt, wenn er 40 Fieber hat – ich selbst bin auch sehr traurig, das er die Wahl nicht annimmt. Ich hätte ihn selbst so gerne dort gesehen. Ich empfinde ihn als absolute Naturgewalt auf der Bühne.

    Die Vergleiche mit den Finnen find ich absolut obsolet und gehen in meinen Augen garnicht. Ihn nur auf sein Äußeres zu reduzieren? Gehts noch? Er hat eine der begnadetsten Stimmen, die wir aktuell in Deutschland haben. Solche Vergleich sprechen ihm in meinen Augen jedwede Musikalität ab und passen von daher nicht. Max Mutzke war auch nicht das, was üblicherweise beim ESC auftrat. Er performte nicht, wie man das üblicherweise kannte. Selbst Roman Lob fiel da aus dem Rahmen. Eins vereint alle drei: wundervolle Stimmen und ehrlich gemachte Musik ohne ShiSchi.

    Traurig auch, das Black Smoke nun fast nurnoch als Randnotiz wahrgenommen wird. Ist es in meinen Augen doch ein ein Titel für den Deutschland sich nicht verstecken muss. Dat Mädel kann singen, der Song hat ne gute Hook, sowas wie ne Rückung, Ann-Sophie kann perfomen. Das hatten wir auch alles schon viel schlimmer.

    Die Frage der Wettbewerbsverzerrung stellt sich dennoch auch für mich. Von einigen hab ich gehört, man hätte für Andreas Kümmert im Finale angerufen, einfach um „schon wieder“ den Sieg der Wild-Card zu verhindern. Mit einem anderen Interpreten in der Finalrunde hätte das vielleicht anders ausgesehen? Oder auch nicht, weil dann jemand Elektropop hätte verhindern wollen? Oder nicht schon wieder ne Ballade in Wien hätte haben wollen? Who knows?

    Mein Fazit: Extrem tragisch und traurig – für Herrn Kümmert und auch für mich! Dennoch schätze ich seine Stimme und seine Musik nach wie vor sehr. Verstehen kann ich die Entscheidung mit den spärlichen Informationen allerdings im Moment nicht wirklich.

  20. So, am Morgen danach ist der Kopf dann doch etwas kühler, und vielleicht kann man es jetzt schon ein wenig besser einsortieren.

    Zunächst mal Kümmert selber. Was ihn dazu bewogen hat, weiß wohl nur er selber. Aber wenn er in diesem Moment des Triumphes so unsicher war und sich ja nach dem jeweiligen Weiterkommen nur sehr leise gefreut hat, dann ist es trotzdem besser, jetzt die Reißleine zu ziehen, als sich in Wien der kompletten Welt zum Fraß vorzuwerfen (und gegbenenfalls sogar dort gar nicht erst anzutreten, weil er es nicht packt). Dass der Zeitpunkt denkbar unglücklich war, ist eine andere Sache, und besonders professionell war es sicherlich auch nicht. Aber letztendlich gibt es nur eine einzige Person, der gegenüber Andreas Kümmert wirklich sein Handeln rechtfertigen muss, und das ist: Andreas Kümmert. Ich hoffe, wenn er heute morgen vorm Spiegel steht, kann er das noch und beißt sich nicht in den Hintern, dass er diese Chance ausgeschlagen hat. Erst dann hätte er nämlich den Shitstorm wirklich verdient. Wie heißt es so schön: Be careful what you wish for – it might come true! Und ich warne davor, sich über jemanden ein Urteil zu bilden, bevor man nicht mal eine Meile in dessen Schuhen gelaufen ist.

    Wie gesagt,der Zeitpunkt war natürlich denkbar schlecht, und ein oder zwei Runden vorher wäre besser gewesen. Vermutlich hat er sich da schlicht und einfach verzockt und gehofft, dass er diesen Schritt nicht gehen muss, sondern dass sich die Sache mit der Zuschauerabstimmung von selber erledigt. Wer weiß das schon. Was ihm in dem Moment sicherlich nicht in den Sinn gekommen ist, ist, dass es in der Tat seinen Mitstreitern gegenüber nicht so wirklich nett war. Wenn jemand Grund hat, auf Andreas sauer zu sein, dann sind das seine Mitsänger. Aber es ist nun mal wie beim Fußball, Tatsachenentscheidungen sind auch nicht immer richtig, wie alle wissen, die das deutsche Achtelfinale bei der WM 2010 gesehen haben.

    Und was wäre die Alternative gewesen? Gehen wir doch mal durch, was hier und anderswo so gefordert wurde:

    – Vorentscheid wiederholen: Ja, wahrscheinlich. Wann und wo und in welcher Halle? Bitte, ich waaaarte…. wer so laut krakeelt, der ist sicherlich bei der Orga dabei, gelle?

    – Alle nochmal singen lassen? Auch nicht wirklich gut.Wer hätte da noch anrufen wollen? Wie lange hätte die Sendung gedauert? Hätte sich dadurch wirklich was am jetzigen Ergebnis geändert?

    – Nochmal über Alexa, Laing und Ann Sophie abstimmen lassen? Wäre evtl. ne Möglichkeit gewesen, aber ist das so spontan technisch überhaupt machbar?

    – Die Show beenden, ohne ein Ergebnis zu verkünden? Hätte vermutlich für noch größeres Chaos und einen noch größeren Shitstorm gesorgt.

    Und was das vertelefonierte Geld angeht, erinnert mich das an Hochzeitsgäste, die sich bei einer Hochzeit, die in letzter Minute platzt, weil Braut und Bräutigam sich doch nicht so sehr lieben, wie das für eine gute Ehe nötig wäre, darüber beschweren, dass sie ja jetzt schon Geld für den Friseur ausgegeben haben. Herrgottnochmal, Ihr werdet drüber wegkommen! Ist ja nicht das erste Mal, dass man Geld für was ausgibt und dann ist es weg, oder?

    Es ergingen ja auch viele Vorwürfe an Babsi, dass sie (ich zitiere) „selbstherrlich“ Ann Sophie zur Siegerin erklärt hat und dem Kümmert „keine Luft zum Nachdenken“ gelassen hat. Sorry, Silke, ich find Dein Statement ansonsten gut, aber da hast Du imho voll danebengehauen. Was hätte sie denn in dem Moment machen sollen? Das oberste Gebot ist: The show must go on. Andreas Kümmert selber hat ja Ann Sophie keine Wahl mehr gelassen, ER war derjenige, der gesagt hat, er gibt sein Ticket an Ann Sophie weiter. Hätte Babsi vielleicht sagen sollen: „Nee, Ann Sophie, das geht nicht, dass wir das jetzt so entscheiden, da müssen wir erstmal mit sämtlichen NDR-Gremien reden? DA hätt ich gern mal die Reaktion gesehen!!!

    Überhaupt, Ann Sophie. Die hat mir so leid getan in dem Moment, und ich hatte den Eindruck, dass sie kurz davor war, in Tränen auszubrechen. Hätte man ihr, der Newcomerin, noch mehr zumuten sollen? Ja, sie reist jetzt als erste Verliererin nach Wien, und sicherlich möchte keiner so gewinnen, aber bitte: Hätte sie es ernsthaft ausschlagen sollen? Gehts noch? Wo ihr doch mit jeder Faser anzumerken war, wie sehr sie das wollte? Wie sich gezeigt hat, war ja die Wahl eine gute, so top-professionell nochmal die Siegerreprise abzuliefern – Hut ab. Und auch wenn ich Black Smoke nicht so dolle finde (Jump the Gun find ich wesentlich besser, aber das Volk hat nun mal so entschieden), ist sie eine tolle Performerin und wird hoffentlich in Wien trotz aller Querelen eine tolle Zeit haben. Und in der PK hat sie sich dann endgültig meine Sympathie erobert, das waren ein paar starke Statements.

    Ich drücke ihr jedenfalls die Daumen für Wien und hoffe, dass sie in der nächsten Zeit nicht zu sehr auseinandergenommen wird. Das Mädel kann was, sie ist bereit, es zu zeigen und eine professionelle Show zu liefern. Und das ist mehr, als man von so manchem anderen sagen kann, der sich für das Ticket nach Wien beworben hat.

    Und was die ganze Aufregung angeht: Everything passes. Das hier auch. Und nächste Woche jagen wir eine neue Sau durchs Dorf.

  21. … und noch vergessen: Bei der Abstimmung fehlt mir noch die Variante „Macht Gehirnwäche bei Herrn Kümmert und schickt Ihn trotzdem nach Wien“ :o)

    Hab mich dann aber – mangels genannter Alternative – dafür entschieden, das Black Smoke auch eine gute Wahl ist.

  22. Daumen hoch für deinen Kommentar Tamara! Insbesondere auch deine Meinung bezüglich Ann-Sophie kann ich nur unterschreiben.

  23. Solch einen Eindruck hatte ich auch! 🙂 Und Ann Sophie wird das schon hinkriegen – die ist schon ein Profi. Und damit hatte Herr Kümmert Recht, er würde den ESC als deutscher Teilnehmer nicht überstehen. Seine Körpersprache schon bei den Green-Room-Schalten zwischen all den großen, dominanten Damen sagte alles, und als er nervös an seinem Pulli nestelte. Mich erinnerte das stark an den Norweger letztes Jahr, dem allerdings ein starkes Management zur Seite gestellt wurde. Ann Sophie wird wahrscheinlich eher gebremst denn angeschoben werden müssen. Ein denkwürdiger Abend, wie ich ihn in meinen bisherigen 40 ESC-Jahren noch nicht erlebte.

  24. Man hat es hier mit einem gestandenen Mann zu tun und nicht mit einem Kleinkind (wir sind doch hier nicht im Kindergarten)…was soll die Aussage „er hätte noch einmal eine Nacht darüber schlafen sollen“? Er wurde vor Wochen nomminiert und wusste worauf er sich da einlässt. Er hätte spätestens nach der ersten Abstimmung das Handtuch werfen sollen und Künstlern die Möglichkeit geben sollen weiter zu kommen. Herr Kümmert scheint ja schon nach seinem Sieg bei The Voice Of Germany an seine psychischen Grenzen gekommen zu sein. Für mich ist so ein Verhalten nicht nachvollziehbar und Frechheit den Zuschauern und Anrufern gegenüber.

  25. Sagt mal, ist nur mir aufgefallen, dass Frau Schöneberger nach dem zweiten Auftritt von Ann Sophie ziemlich wörtlich folgendes gesagt hat: „Schön, wenn man sieht, dass ein Mensch gerne auf der Bühne steht. Da muss man sich wenigstens keine Sorgen machen.“
    Ich bin wahrlich kein Freund von Verschwörungstheorien, aber das hat sie doch gesagt? Und was wollte sie damit sagen? Uns? dem Singebär?

  26. Ich fand, auf der PK hat sich das ganze Dilemma noch mal offenbart. Wie Thomas Schreiber unsouverän vor sich hingestammelt hat – und dabei sowohl Kümmert, als auch Ann Sophie in den Dreck geworfen hat – das war unfassbar. Das falsche Gesülze zu ihrem Sieg war null authentisch, er hat in seinem ganzen „Redebeitrag“ nur versucht, sich selbst und „seine“ Show zu rechtfertigen. Das war absolut unwürdig. In einer Stunde Zeit, die er hatte, kann man sich durchaus sammeln und sich selbst zurücknehmen.

    Nehmt dem Mann den Vorentscheid endlich weg.

  27. Es geht doch nicht um die paar Cent, die ich hier symbolisch einfordere.
    Es geht um den laxen Umgang mit den Zuschauern und den Künstlern, die man solch einem Theater aussetzt. Niemand vom NDR zeigt öffentlich Bedauern für die um die Finalteilnahme gebrachten Interpreten und die getäuschten Televoter. Vielmehr redet man nur über die Befindlichkeiten von A.Kümmert und zeigt gutmenschliches Verständnis.
    Es war offensichtlich schon vorher klar, dass Andreas seinen Sieg nicht annehmen würde. Grabosch hat sich vielleicht nicht umsonst von der Veranstaltung abgemeldet. Warum hat keiner im Auswahlgremium , im Management oder beim NDR Andreas, Ann Sophie und die Zuschauer vor so einem enttäuschenden und skandalösen Showende geschützt.

    Wenigstens sind die Schlagzeilen da und der deutsche ESC-VE um eine Kapriole reicher.

  28. Sehr angenehmer Kommentar ! 🙂

    Ich feiere heuer mein 40jähriges ESC-Jubiläum und es gibt immer noch wieder was Neues… ist das nicht klasse !

    und um alles ein bißchen wieder runterzufahren *ironiemodus-on*:

    Vielleicht hat Andreas Kümmert ja im Mai Lust, der spokesman für Deutschland zu sein? 😉

  29. Haha, sowas in der Art hab ich mir auch gedacht, aber es mich nicht getraut zu schreiben.
    Der Kümmert ist psychisch (und wahrscheinlich auch körperlich) stark angeschlagen, hat vor dem kompletten Ausbrennen gerade noch die Notbremse bezogen und die Öffentlichkeit heult und zetert über zwei Mark fuffzig Telefongebühren. Mal wieder typisch Deutsch und typisch Leistungsgesellschaft: wer Schwäche zeigt und sich eingesteht für eine Aufgabe nicht gewachsen zu sein ist gleich ein Feigling und Versager. Das ist doch traurig wie unempathisch die Öffentlichkeit ist.

  30. Mal im Ernst – reden wir von einer geplatzten Hochzeit, einer Panne während einer Dorfdisco, oder einer einer Show-/Unterhaltungs-/TV-Maschinerie, die Millionen an Euronen direkt und indirekt verschlingt?

    Das ist Business!
    Man stelle sich vor, Daimler einen Benz auf der IAA vor und Herr Zetsche sagt „Och nö, den wollen wir doch nicht…..“. Kann sich jeder an drei Fingern abzählen, was dann passiert…..

    Halten wir uns doch mal an Fakten:

    1. A. Kümmert hat ein unglaubliches Gesangspotential – ob man ihn und seine Musik mag ist dabei egal. Allerdings weist der gute Mann eine emotionale Instabilität auf – das wußte jeder vorher. Im Leistungssport ist es Standard, dass Sportler vor großen Wettkämpfen psychologische Betreuung bekommen, aber hier scheinen NDR und das Management von Herrn Kümmert den Schlaf der Gerechten gehalten zu haben (ich erinnere an die PK-Aussagen von Herrn Schreiber).

    2. Unabhängig von meinem Gusto (ich hätte lieber Laing als Sieger gesehen) – gibt es „de jure“ einen Sieger? Die Frage stelle ich mir in der Tat! Lt. Herrn Schreiber in der PK lag Ann-Sophie bei den Votings immer auf den Plätzen 1-3 (nicht zwei!). Ist das Wettbewerbsverzerrung? Als Management von A. Feser oder Laing würde ich heute anwaltlichen Rat suchen – hier geht
    es nicht um 3,50 Euro, sondern um Karrieren und (natürlich) Geld. Insofern bin ich mir nicht wirklich sicher, ob das Ergebnis „amtlich“ ist. Fakt ist: Ann-Sophie ist nicht gewählt, sondern per Schöneberger-Akklamation gekürt worden.

    3. Frau Schöneberger souverän? Ja – souverän kann man das nennen, aber hat sie ihre Kompetenzen überschritten? Wenn sie nicht gerade den IQ einer Banane hat, sollte sie erkennen, welche Konsequenzen ihre (nicht abgesprochene) Entscheidung hat. Das Hallenpublikum buht – warum wohl? Nur wegen A. Kümmert?

    4. Die PK des NDR kann man nur als Farce bezeichnen, oder feiner ausgedrückt: Wir hüllen des Mantel des Schweigens darüber….. (man hat ja auch Herrn Feddersen, der auf der NDR-Seite rührselig um Wohlwollen bittet).

    5. Ein Gutes hat der ganze Skandal: Der ESC ist wieder auf den Titelseiten……

    Ich bin mal gespannt, ob die Plattenfirma von A. Kümmert und der NDR Konsequenzen ziehen wird und ob Frau Schöneberge ohne Schaden aus der Nummer kommt…..

  31. Weshalb die Kritik an der Show an sich? Was kann den die Show dafür, wenn die Zuschauer Fahrenhaidt nicht wählen und der gewählte Sieger einen Rückzieher macht?

  32. Diggah, deine Muddah auf Toast! Stell dich selbst erstmal so einer Herausforderung, außerdem kennt momentan niemand, außer Andreas Kümmert selbst, die Gründe für diesen Schritt. Du weißt mit Sicherheit nicht, wie es in ihm aussieht.
    Wer weiß, vielleicht wollte der NDR unbedingt den Wildcard-Sieger in Wien haben, nur um sein dummes Clubkonzert-Konzept zu verteidigen.
    (Ein Satz gelöscht. Bitte nicht untereinander ausfällig werden, danke.)

  33. Zu deinem Punkt 2: Darüber kann sicherlich trefflich streiten. Fakt ist aber, dass Ann Sophie Alexa Feser und Laing im Halbfinale geschlagen hat. Sie stand im Finale, die anderen beiden nicht. Und da ging es wohl kaum schon um „Verhinderungsanrufe“, so dass ich auf jeden Fall das Gefühl habe, dass ihrer der zweitbeliebteste Song war. Natürlich weiß man nicht, wie das Ergebnis ausgesehen hätte, wenn Ann Sophie im Finale gegen einen anderen Gegner angetreten wäre, aber von den drei Halbfinalisten hatte sie auf jeden Fall die meisten Stimmen bekommen. Wäre es ein Vierer-Finale gewesen, wäre sie als 2. die einzig logische Nachrückerin gewesen, das System mit dem Zweier-Finale lässt eine so eindeutige Aussage leider nicht zu. Aber unter den gegebenen Umständen kann man ihren „Sieg“ schon akzeptieren, denke ich. Eine Wiederholung ist nun einmal nicht realistisch, und wäre jetzt eh nicht mehr unvoreingenommen möglich. Wer weiß, ob es nicht intern die Klausel gibt, dass im Falle, dass der Sieger in Wien nicht auftreten kann (oder will), der Verlierer des Finales seinen Platz einnimmt?

  34. Frau Schöneb. war leider nur gut, als es passierte! Der Koitus interruptus. Davor waren ihre Texte einfach nur schlecht. Alle fabelhaft, alle wunderbar, für die Bühne geboren und so. Gitti und Erika, Griechenland, Umkleide bei H&M (so sieht sie aus, als ob sie da ihre Klamotte herhätte!) – nur schlecht! Und mal ehrlich: Es war nichts dabei, das musikalisch und von der Performance her überzeugt hätte. Laing: Der Muskelsong ist leider nicht gut, die Darbietung war super. Faun und das andere Irland-Nordsaga-Gedudel geht gar nicht. Feser: Meine Güte. Ich hasse, wenn Texte nur mit colloquial verkürzten Endreimen wie „bestimm’n“ oder „zusamm’n“ und anderem Naidoo-Grönemeyer-Silbengeschlucke auskommen. Mrs Greenbird – Du lieber Gott! Klamotte wie bei der Gurkenernte von Oma Boschenka in Polen. Der „schwarze Rauch“ – ja, wie eine Papstwahl, so lange er schwarz ist, gibt es keine Entscheidung. Und zu Frau Ann Sophie: Sie braucht dringend einen GUTEN Stilberater, die matronenhafte Frisur, die Jacke, Ohrringe – alles nicht gut. Und die Choreografie: Überperformed. Und kann ihr mal jemand sagen, dass sie nicht allein für das Publikum in Hannover oder Wien in der Halle singt, Zwischenrufe an das Auditorium vor Ort sind nicht nur blöd und peinlich, sondern völlig überflüssig! Herr Schreiber, sagen Sie ihr das!

  35. Irrtum. Sie ist nicht per Schöneberger-Akklamation, sondern per Kümmert-Akklamation gekürt worden. Ein kleiner aber wichtiger Unterschied! Schau Dir das Video nochmal an!

  36. Dankeschöööön <3 Übrigens, warum krieg ich neuerdings bei jedem einzelnen Kommi die Meldung, dass er doppelt abgeschickt wurde? Weißt Du da was?

  37. Oh, ich dachte, den Fehler hätte nur ich selbst. Wie unangenehm! Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, woran es liegt, ich hab jetzt mal in den Einstellungen rumgesucht, aber nichts gefunden. Kennt sich jemand mit WordPress aus und weiß, woran das liegt?

  38. @ Tamara: Natürlich ist sie per Schöneberger-Akklamation gekürt worden. Ein Teilnehmer ist gar nicht dazu in der rechtlichen Lage – A. Kümmert hat seinen WUNSCH hierzu abgegeben, mehr auch nicht.
    Wie nachher in der unsäglichen Pressekonferenz auch bestätigt wurde, bzw. im Nachhinein durch die NDR-Mitteilung hatte Frau Schöneberger „Entscheidungsfreiheit“. Und das liebe Leute ist für mich ein schlechter Witz!

    Ja Tamara, ich hätte von Frau Schöneberger in der Tat erwartet, dass sie etwas sagt wie „Das gabs auch noch nicht, bitte Regie (oder wer auch immer), wie ist das Procedere….“

    Wer die PK verfolgt hat (und die Pressestatements des NDR) weiß, das diese Situation eben nicht justitiabel vorab geregelt wurde. Und sorry, ich bleibe dabei: da hat eine (für mich alles andere als an diesem Abend großartige) Moderatorin deutlich ihre Kompetenzen überschritten.

  39. Das stimmt: die Situation wurde nicht justitiabel vorab geregelt. Wie hätte sie das auch? So einen Fall gab es bislang noch nicht, wer hätte das vorhersehen können? Es besteht aber auch gar kein Anlass, das „justitiabel“ zu regeln: der Eurovisions-Vorentscheid ist keine Bundestagswahl. Es ist eine Unterhaltungsshow, mehr nicht. Eine Show, deren Dramaturgie verlangt, dass am Ende der Sendung ein Sieger feststeht. Frau Schöneberger hat den Erfordernissen der Show gemäß gehandelt, und sie hat das richtig gemacht. Der Aufschrei und der Spott wären viel größer gewesen, hätte sie die Sendung ohne Sieger abgebrochen.

    Das mag Laing (die ich viel lieber gesehen hätte) oder Alexa Feser gegenüber ungerecht sein, aber so ist nun mal das Leben. Nochmal: es geht nicht darum, wer uns vier Jahre lang regiert. Es geht um eine Unterhaltungssendung. Es gibt im EBU-Regelwerk (zu Recht) keine Bestimmungen darüber, wie die nationalen Sender ihren Beitrag auswählen. Der NDR hat da völlig freie Hand. Man kann das Ergebnis kritisieren, „justitiabel“ ist es nicht. Barbara Schöneberger hätte rein theoretisch auch völlig willkürlich verfügen können, dass sie selbst nach Wien fährt und dort ‚Heart of Stone‘ singt, und es wäre rechtlich auch nicht angreifbar gewesen. (Übrigens auch nicht wegen der Telefongebühren: der Anruf kostete 14 Cent, das deckt gerade die Kosten für eine 0130er-Nummer. Der NDR verdient da – im Gegensatz zu den RTL-Castingshows, wo der Anruf 50 Cent und mehr kostet – nichts dran. Nada. Zilch. Das ist also auch nicht „justitiabel“. Und wenn überhaupt, müssten die Zuschauer ihr Geld bei Andreas Kümmert einklagen und nicht beim NDR.)

  40. So oft ich ja auch mit Dir übereinstimme Oliver, aber hier erhebe ich mal deutlich Einspruch:

    „Wie hätte man auch? So eine Situation gab es noch nicht…“
    Herr Schreiber hat auf der PK sogar zugegeben, man habe im Vorfeld darüber diskutiert und eben dann Frau Schöneberger „Entscheidungsfreiheit“ gegeben. (Was ich etwas bezweifle, ich glaube eher, man hat auch dies nur halbherzig gemacht und -da nicht zu Ende gedacht- einfach mal ne Schutzbehauptung nachgeschoben). Das Denken der Unmöglichkeiten gehört bei jedem Projektmanagement dazu….

    Der Vorentscheid „nur“ eine Unterhaltungsshow?
    Die Folgen für die teilnehmenden Künstler sind deutlich weitreichender, als ein Auftritt beim Musikantenstadl (Karriereplanung, Geld, Presse, etc.)

    In jeder Show des dt. Fernsehens, die einen Sieger verlangt, gibt es ein Regelwerk (auch beim Vorentscheid, wie aus der Dramaturgie des Abends mit Halbfinale etc., sichtbar war), das aber wohl nicht zu Ende gedacht war. Ich erinnere da gerne an die Auftritte der unbekannten Notare, um auch einmal 30 Sekunden Fernglanz zu empfinden. Warum hüllt sich der NDR in Schweigen (legt die Vorrundenergebnisse nicht offen; Frau Bents widerspricht sich inhaltlich mit Herrn Schreiber bzgl. des Rankings in der Vorrunde)?

    Transparenz erzeugt Verständnis! Ein Satz, der nach wie vor gilt – aber vom NDR (aus welchen Gründen?) konsequent missachtet wird.

    Durch welche Umstände auch immer wurde am Donnerstag eine Situation der Wettbewerbsverzerrung erzeugt. Da sollten wir uns einig sein. Wenn es dabei um erhebliche Folgen für die Künstler geht, ist die Art und Weise, wie das gelöst wurde, einfach nur ein schlechter Witz!

    Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Sendung im Fernsehen zeitlich überzogen wird. Man hätte intern 10 Minuten diskutieren können, in den Greenroom mit Interviews schalten können, etc.
    Das wäre Transparenz und Ehrlichkeit gewesen, der Zuschauer hätte sich eingebunden gefühlt.
    Aber wenn man vorab im Projektmanagement den Schlaf der Gerechten geschlafen hat, „muss“ halt BS Eier zeigen und die Kastanien aus dem Feuer holen.

Oder was denkst Du?