Jury-Schmu in Mazedonien und Montenegro

Wie die EBU in der Nacht bei der Vorstellung der detaillierten Abstimmungsergebnisse bekannt gab, wurden die Juryabstimmungen der beiden exjugoslawischen Länder Mazedonien und Montenegro auf Empfehlung der externen Überwachungsfirma PwC von der Ermittlung des Gesamtergebnisses ausgeschlossen. In beiden Ländern flossen die Televoting-Ergebnisse zu 100% ein. Details wurden zunächst nicht genannt. Die Vorfälle sollen beim nächsten Treffen der Lenkungsgruppe im Juni diesen Jahres „besprochen werden“. In San Marino hingegen wurden nach Ansage der Punktesprecherin Valentina Monetta nur die Juryergebnisse gezählt – dies hat in dem kleinen Land, das aufgrund der geringen Einwohnerzahl und Zugehörigkeit zum italienischen Telefonnetz kein eigenständiges Televoting hinbekommt, bereits Tradition.  Schon in der Vergangenheit kam es zum Ausschluss von Jury-Wertungen aufgrund von Auffälligkeiten – das ist meines Erachten systembedingt: wer Jurys sät, wird nun mal Korruption ernten!

Sagt „Adio“ zu den Jurys! (ME)

15 Gedanken zu “Jury-Schmu in Mazedonien und Montenegro

  1. Nicht nur das – die Jurys haben diesmal sogar den Sieger bestimmt! Ich habe gerade mal die Televotingpunkte der einzelnen Länder addiert und folgendes kommt dabei heraus:
    – 1. Platz: Italien (356 Punkte)
    – 2. Platz: Russland (286 Punkte)
    – 3. Platz: Schweden (272 Punkte)
    Bei den Jurys landet Italien dagegen mit 176 Punkten sehr viel niedriger und Schweden mit 341 Punkten viel höher. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, ist das das erste Jahr, in dem der Televotingsieger am Ende nicht gewinnt. Heroes ist also völlig unerwartet ein Sieger von Jurys Gnaden. Wer Jurys sät, wird Langweilerballaden ernten? Im Gegenteil – sie haben uns den italienischen Opernkitsch und die Russin erspart! Merci, Jury ^^

  2. Adio, Juries! Genau!

    Ich freue mich übrigens schon über deinen Rant, dass die Juries in diesem Jahr den Televotingsieger verhindert haben. 😀

  3. Zumindest das erste Jahr, in dem es nachweisbar ist. Bei Dänemarks Sieg hat man ja nur diese komischen Ranking-Listen veröffentlicht.

  4. Russland nicht, das wäre bei reinem Televoting ebenfalls auf Platz 2 gelandet, bei reiner Jurywahl allerdings auf Platz 3, mit Lettland auf dem zweiten Platz! (Bei den 176 Punkten für Italien hast Du Dich aber wohl verrechnet, ich komme nur auf 171, Platz 6).

  5. @aufrechtgehn: Du darfst jetzt loslegen, wo die Auswertung gezeigt hat, dass bei reinem Televoting tatsächlich Finnland statt Ungarn und Tschechien statt Aserbaidschan ins Finale eingezogen wären.
    Dann willich allerdings auch ein ordentliches Lamento darüber hören, dass Italien nicht gewonnen hat, und Polen, Albanien und Armenien eigentlich hätten viel weiter vorn landen müssen, hingegen Lettland, Norwegen und Slowenien viel zu gut weggekommen sind …
    🙂 🙂 🙂 🙂

  6. Ich denke die EBU sollte erkennen, dass die Juries (zumindest meistens) ihre eigentlichen Aufgabe, nämlich Block-, Nachbarschafts- und Diasporavoting abzuschwächen, keinesfalls nachkommen. Wenn man sich manche Juryvotings ansieht, dann werten diese genauso für Nachbarn wie die Televoter auch! Z.B. Moldau gibt wie immer 12 Punkte an Rumänien..klar das Lied war auf Rumänisch, aber reicht das wirklich aus, um bei allen Juroren auf Platz 1 zu landen? Ist es wirklich so einfach? Anscheinend schon…

    Auf der anderen Seite hat zB die Schweizer Jury aktiv etwas gegen die große albanische Diaspora unternommen und die Albanerin auf den 26. Platz gesetzt, wohingegen sie erwartungsgemäß bei den Televotern auf Platz 1 lag! Nun gut, Albanien fiel bei ungefähr jeder Jury durch, aber ich denke schon, dass sich die Schweizer Juroren bewusst waren, dass Albanien im Televoting ganz weit vorne landen wird, weil albanischsstämmige Schweizer anrufen. Ähnliches ist auch zu beobachten bei der Österreicher Jury und serbischer Diaspora und französische Jury und armenische Diaspora.

    Davon abgesehen, dass die Juries nach 2014 schon wieder Aserbaidschan ins Finale gevotet haben (bei reinem Televoting wären sie dieses Jahr nicht dabei gewesen!), ärgert mich es außerdem, dass ein so „objektiv“ anmutendes Instrument wie die Juries eigentlich nichts weiter als 5 Leute sind, die genauso wie jeder andere Zuschauer ihrem eigenen Geschmack, Erfahrungen mit den Ländern und anderen subjektiven Dingen unterliegen. Im Klartext: Guter Gedanke, liebe EBU, unfaires Voting verhindern zu wollen, aber dieses Jurysystem hat alles in allem versagt!

    Dennoch besteht das Nachbarschafts-/Diasporavoting weiterhin und die EBU soll sich gefälligst etwas anderes einfallen lassen, um diesem Problem zu begegnen. Die Frage ist doch, wer ruft überhaupt an? Meiner Meinung nach sind das die Eurovision-Fans, die auf Seiten wie dieser hier ihr Unwesen treiben 😉 Aber werdet euch bewusst, dass das im Ganzen gesehen der kleinste Teil der Anruferschar ist! Zweitens sind das wirklich Leute, die Vorfahren in einem Land haben und die gerne sehen, was ihr Heimatland/Land der Vorfahren präsentiert und diese Leute sind oft sehr motiviert anzurufen. Aber was ist mit den ganz normalen Leuten, denjenigen, die zufällig einschalten bzw. die sich ansonsten nicht mit dem ESC beschäftigen? Ja, das ist der größte Teil der Zuschauer, aber wer ruft davon denn bitte an? Auch wieder diejenigen, die einen Bezug zu einem anderen Land haben und ein Teil dann auch wirklich, der einen Song unterstützen will. Und genau dieser letzte Teil könnte so viel größer sein! Die Frage ist also: Wie kann man Leute dazu bringen für der ihrer Meinung nach besten Song anzurufen? Diese Frage sollte sich die EBU stellen! Ein Vorschlag meinerseits: Heutzutage gibt es bei jeglichen Aktionen, wo Zuschauer anrufen sollen, etwas zu gewinnen. Wieso nicht auch beim ESC? Damit könnte man hundertprozentig viel mehr Zuschauer bewegen anzurufen. Die Leute brauchen einen Anreiz, niemand macht mehr was „umsonst“!

  7. Ich muss leider noch um ein bisschen Geduld bitten – ich bin gerade noch mit der Finalisierung des Buches „Musik statt Krieg – #60JahreSongContest“ beschäftigt, daher wird sich die Aufarbeitung des Votings leider verzögern. Ich bitte um Verständnis!

  8. Kein Problem. Auf dieses Buch bin ich natürlich auch gespannt. Viel Erfolg bei der Finalisierung.

  9. Finde unfair, dass man das Voting-Geld von den z.B. Albanern, Serben etc..annimmt und sie dann auf Platz 24,25, 26 setzt und sie noch dafür kritisiert, dass sie für ihre Länder abstimmen. Fuii! Nutzen, aber nicht anerkennen. Ich hoffe nur, dass die Voters was gelernt haben und nächstes Jahr ihre 80 Rappen pro SMS woanders ausgeben.

  10. Keine schlechte Idee, aber das könnte ein bisschen schwierig werden. Gewinnspiele unterliegen in jedem Land leicht anderen gesetzlichen Vorschriften – sowas jedes Jahr mit noch dazu ständig wechselnden Teilnehmerfeldern zu organisieren wäre vermutlich ein absoluter Alptraum. Und man müsste es für alle Länder organisiert bekommen, ansonsten wäre das reichlich unfair.

  11. Alleine die Tatsache, dass zum wiederholten Male dubiose Jury-Votings disqualifiziert werden mussten, sollte die EBU dazu bewegen die Jurys wieder abzuschaffen. Jurys sind potentiell korrupt, das muss man einfach realisieren.

    Ich glaube kaum, das nach diesem Jury-Debakel die ESC Verantwortlichen einfach zur Tagesordnung übergehen werden. Denn durch die auffällige schlechte Bewertung von Italien von nur gerade ca. 15 Jurys und dem so verhinderten Sieg (bzw. abrutschen auf Platz 3) wurde das Jury-Problem mit einem Schlag Millionen von Zuschauern bewusster als zuvor.
    Man stelle sich vor das gleiche passierte in 2016 nochmals! Und es träfe zum Beispiel eines der „ESC-Verrückten“ Länder wie Schweden oder Deutschland! Das gäbe eine Katastrophe.
    Also bin ich überzeugt, es wird Änderungen geben. Wie die Aussehen werden wir dann erfahren.

  12. Ein Wort zu Albanien. Dies Land wird immer gerne verwendet um das Nachbarschafts-Voting zu verdeutlichen, bzw. das Votiing von Migranten, z.B. in der Schweiz, ungeachtet der Qualität des Songs.

    Da muss ich mal dagegenhalten dass Albanien in den Jahren 2006, 2007, 2011, 2013 und 2014 im Halbfinale hängenblieb!
    Also kann dieses „Problem“ nicht wirklich so arg sein.

    Warum wird die Schweizer Jury nicht disqualifiziert wenn sie dieses Jahr offensichtlich Albanien absichtlich ans Ende des Rankings setzte?
    Weil die Jury genau wusste, dass Albanien im Televoting wahrscheinlich 12 oder 10 Punkte bekommen würde.
    Ein weiteres Beispiel dafür wie sich die Jurys nicht bewährt haben.

Oder was denkst Du?