Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

Und auf den schöns­ten Mann des Con­tests folgt der schöns­te (wenn­gleich nicht weni­ger mas­ku­li­ne) Jüng­ling: ‘Gol­den Boy’ Nadav! Sty­lish im Anzug mit gol­de­nen Snea­kers plus Flü­geln und beglei­tet von fünf eben­falls sehr attrak­ti­ven männ­li­chen Backings (drei Tän­zer, zwei Chor­sän­ger), strahlt sein Auf­tritt exakt die Dosis an Homo­ero­tik aus, die den Con­test zu mei­nem Lieb­lingsevent macht. Die rich­ti­ge Balan­ce aus (Mit-)Tanzen, siche­rem Sin­gen und Mit-der-Kame­ra-Flir­ten muss Nadav noch fin­den, aber dafür sind die Pro­ben ja da!

Hal­lo, hal­lo, hal­lo, hal­lo, hal­lo und hal­lo!

Aufrechtgehn.de-Wertung: 10 Punk­te. Fina­le: ja

Im knapp drei­ßigs­ekün­di­gen Pro­ben­clip von eurovision.tv klingt es für mei­ne Ohren, als ob Ami­na­ta etwas von ihren drei Backings über­tönt wird – die Pro­ben­be­rich­te der Blog­ger spre­chen aber eine ande­re Spra­che. Die dun­kel­häu­ti­ge Sän­ge­rin steht in einem Traum von einem roten Tüll­kleid fel­sen­fest zen­triert in der Büh­nen­mit­te und rudert ledig­lich mit den Armen, sämt­li­che Bewe­gung kommt durch Kame­ra­fahr­ten (im Pro­ben­clip nicht zu sehen). Licht und weiß-rot-gra­fi­scher Büh­nen­hin­ter­grund unter­stüt­zen visu­ell das Außer­ge­wöhn­li­che des Songs, und ESC Nati­on beschreibt den Ein­druck als “äthe­risch und spi­ri­tu­ell”. Kommt ins Fina­le, wenn es Gerech­tig­keit gibt.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 Punk­te. Fina­le: ja

Auch hier liegt es mög­lich­wei­se an einem ungüns­ti­gen Aus­schnitt des Pro­ben­vi­de­os, aber für mei­ne Ohren klingt Elnur, bis heu­te Vor­mit­tag noch einer der Sie­ges­an­wär­ter die­ses Jahr­gangs, etwas dis­har­mo­nisch, so als kämp­fe er eher gegen sei­ne (ver­steck­ten) Backings, als mit ihnen zu sin­gen. Kampf ist auch das The­ma zwi­schen den bei­den unnö­ti­gen Bal­lett­tän­zer-Wolfs­ge­stal­ten, die sich um Elnur her­um auf der Büh­ne bal­gen, wäh­rend sich im Hin­ter­grund eine zla­taeske Tech­ni­co­lor-Mond­fins­ter­nis blut­rot färbt. Etwas zu viel von allem, wür­de ich sagen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 3 Punk­te. Fina­le: ja

Kind­lich”. Das ist das Key­word in so ziem­lich jeder Blog­ger­be­schrei­bung über die islän­di­sche Pro­be. Die bar­fü­ßi­ge, zier­li­che Maria sieht in ihrem Dis­ney-Prin­zes­sin­nen-Kleid­chen aus wie die zehn­jäh­ri­ge klei­ne­re Schwes­ter von Emme­lie de Forest, der Skan­di­na­vi­en-Him­mel-Hin­ter­grund passt per­fekt dazu und beim Juni­or ESC wäre das ein siche­rer Sieg­an­wär­ter. Wir sind hier aber beim rich­ti­gen Song Con­test, und die Ziel­grup­pe ist um die­se Uhr­zeit nicht mehr auf.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punk­te. Fina­le: nein.

Nun aber zum dies­jäh­ri­gen Fan-Favo­ri­ten Måns Zelmerlöw. Der muss­te bekannt­lich aus Copy­right-Grün­den auf das nied­li­che Zei­chen­trick-Kegel­hut­männ­chen aus dem Mel­lo ver­zich­ten, das zwi­schen­zeit­lich durch eine etwas plum­pe­re Vari­an­te ersetzt wur­de, die wohl statt­des­sen eine Art Bas­ken­müt­ze tra­gen soll, was auf den ers­ten Blick aber eher wie eine Klein-Adolf-Fri­sur aus­sieht und ent­spre­chend irri­tiert. Ansons­ten der­sel­be Auf­tritt in der­sel­ben David-Civei­ra-Lederi­mi­ta­t­ho­se mit den­sel­ben Dan­ce­mo­ves. Und war­um auch nicht? Es funk­tio­niert ja!

13 SE Måns Zelmerlöw Heroes

Aufrechtgehn.de-Wertung: 7 Punk­te. Fina­le: aber hal­lo!

Die gute Nach­richt: Méla­nie ist nicht mehr als India­ne­rin in Ball­ro­be ver­klei­det wie noch im Vor­schau­vi­deo. Die schlech­te Nach­richt: sie trägt einen Sil­berg­lit­zer­fum­mel mit Bat­wo­man-Cape und wird von vier schautrom­meln­den Chor­sän­ge­rin­nen in Cow­boy­fran­sen-Out­fits beglei­tet, die sich mit Frau René einen Schrei­wett­be­werb lie­fern, wäh­rend im Hin­ter­grund Glüh­würm­chen durch den nächt­li­chen Wald irren. Und beim SRF klin­gelt sicher gera­de das Tele­fon, weil 2005 anruft und sein Sta­ging zurück haben will.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punk­te. Fina­le: nicht, wenn es Gerech­tig­keit gibt.

Extrem unter­schied­li­che Ein­schät­zun­gen in den Wien-Blogs zur Pro­be des Zypern-Nerds: von “intim”, “stim­mig” und “schön” über “Gän­se­haut” bis zu “befremd­lich”, “unbe­hol­fen” und “kom­plett ver­kehrt in Sze­ne gesetzt”. Haupt­streit­punkt: die Ster­nen­schnup­pen-Explo­sio­nen im Büh­nen­hin­ter­grund wäh­rend des Refrains, die für die Einen die emo­tio­na­le Aus­sa­ge des Songs kon­ter­ka­rie­ren, wäh­rend sie mei­nes Erach­tens ein­fach nur die Hook unter­strei­chen und den Zuschau­er vom Ein­schla­fen abhal­ten. Mir gefällt’s.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 Punkt. Fina­le: ja

Wie schon Fan-Favo­rit Monz schei­nen auch die Mit­fa­vo­ri­tin­nen Mar­aa­ya den Vor­ent­scheid-Auf­tritt repli­zie­ren zu wol­len, mit futu­ris­ti­scher Luft­gei­ge­rin und Kopf­hö­rern. Dan­kens­wer­ter­wei­se hat  Mar­jet­ka das Oma-Kleid aus der EMA wenigs­tens gegen ein nicht ganz so schlim­mes Braut­kleid aus­ge­tauscht. Der Fan­Fan kennt Song und Auf­tritt nun schon zur Genü­ge und hat sich bei­des viel­leicht schon etwas satt gehört bzw. gese­hen, aber es gibt kei­nen Grund, war­um es den Nor­mal-Zuschau­er Sams­tag in einer Woche nicht flas­hen soll­te.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 4 Punk­te. Fina­le: Amen. Kir­che.

Bleibt, als letz­ter Auf­tritt im zwei­ten Semi, Polen. Auch hier wie­der Bäu­me auf der Lein­wand, dies­mal mit rie­si­gen Flie­der­blü­ten (mei­ne Nase juckt schon beim Zuschau­en). Moni­kas Roll­stuhl wird vom Rock ihres wei­ßen Klei­des fast abge­deckt und ist auch erst beim Refrain zu sehen, vor­her zei­gen die Kame­ras nur ihr Gesicht. Ein Klai­ver­spie­ler und drei Chorsänger/innen. Alles sehr stim­mig und dezent, und natür­lich wird das bei Jurys und Bal­la­den­freun­den abräu­men ohne Ende, auch auf­grund des Mit­leids­bo­nus. Und das ist auch okay, wenn nur das Lied nicht so schreck­lich lang­wei­lig wäre.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punk­te. Fina­le: ver­mut­lich Rang 1 im Semi, Platz 17 im Fina­le.

Ganz zum Schluss noch eine wich­ti­ge Bot­schaft an die Hete­ro-Män­ner in Wien (von denen es trotz Song Con­tests ja noch ein paar geben soll): die ser­bi­sche Wucht­brum­me Boja­na sucht noch ihren Traum­jun­gen und kann, wie die Kro­nen­zei­tung zu berich­ten weiß, “Sex nicht aus­schlie­ßen”. Eure Chan­ce – ran an den Speck!

6 Gedanken zu “Schwe­den und die <span class="caps">HJ</span>: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015”

  1. Ha! Na siehs­te! Doch noch nicht alles ver­lo­ren! Die Ein­schät­zung ver­söhnt mich doch wie­der sehr 🙂 (bis auf die zwei Punk­te für San Mari­nos fal­schrum­dre­hen­de Erd­ku­gel, aber als Guil­ty Plea­su­re lass ich das mal gel­ten).

    Auf jeden Fall mal wie­der bril­li­ant geschrie­ben wie immer – es war högg­schd plä­sier­lich zu lesen! Mer­ci!

  2. Das ist wohl die Reve­renz des Alt­meis­ters an das Aus­tra­gungs­land – Stel­la Jones, AT 1995, ‘Die Welt dreht sich ver­kehrt’…

  3. @ Oli­ver Rau / auf­recht­gehn: Denkst du eigent­lich immer noch, dass der Sieg ans Bal­ti­kum geht? 😉 Für Tsche­chi­en wür­de es mir in die­sem Jahr so Leid tun, die waren bei der Pro­be doch so gut, wie du auch schreibst: Stimm­lich top, die Che­mie stimmt, vor allem Noid ist ein Eye-Cat­cher… Und Deutsch­land sowie Polen sind stimm­be­rech­tigt? Noch ist das Pro­tek­to­rat Böh­men und Mäh­ren mMn noch nicht ganz ver­lo­ren… 😉

  4. San Mari­no ist auch mein Guil­ty Plea­su­re die­ses Jahr. 🙂

    Und Mar­ta setzt nur die im letz­ten Jahr von Mol­da­wi­en begon­ne­ne Tra­di­ti­on fort, irgend­et­was abzu­wer­fen, was bis­her noch nie­mand beim ESC abge­wor­fen hat. Fif­fi, Schu­he, ich bin gespannt, was nächs­tes Jahr fliegt. 😀

  5. Ist Dir schon auf­ge­fal­len, dass Du bei Dei­nen Vor­aus­sa­gen in die­sem Semi 11 als Wei­ter­kom­mer ange­nom­men hast? Wel­che Kan­di­da­ten sind denn da als Alter­na­ti­ven ange­se­hen? IRL und PL?

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