Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Die zen­tral­asia­ti­sche Repu­blik Kir­gi­si­en (ande­re Schrei­bung: Kir­gi­si­stan) gewann heu­te die drit­te Aus­ga­be des in Istan­bul aus­ge­tra­ge­nen Song Con­tests der Turk­völ­ker, der Türk­vi­zyonJiidesh İdir­i­so­va, eine Art mon­go­li­scher Rus­la­na-Klon, über­zeug­te die Juro­ren mit einer star­ken Stim­me, einer hoch ener­ge­ti­schen Cho­reo­gra­fie mit vie­len leder­be­pack­ten Tän­zern, kraft­vol­len Rhyth­men und groß­zü­gig ein­ge­streu­ten “Huh“s und “Ha“s. Also ‘Wild Dan­ces’ (UA 2004) auf osma­nisch. Derya Kap­tan, die deut­sche Ver­tre­te­rin, erreich­te mit einer etwas sper­ri­gen Bal­la­de in Ange­den­ken an die Opfer eines unlängst in der Tür­kei statt­ge­fun­de­nen Ter­ror­an­schlags einen acht­ba­ren elf­ten Platz und konn­te sich zudem über einen Son­der­preis für den “anspruchs­volls­ten Bei­trag” freu­en. Gute drei Stun­den dau­er­te die Show mit 21 Teilnehmer/innen, die sich von aller­lei tech­ni­schen Unzu­läng­lich­kei­ten wie einer kata­stro­pha­len Licht­re­gie – vie­le der Sänger/innen stan­den per­ma­nent im Schat­ten, wäh­rend die Backings glei­ßend aus­ge­leuch­tet wur­den – und einer inkon­sis­ten­ten Dra­ma­tur­gie sowie dem auf­fäl­li­gen Ein­satz des Halb­play­backs geprägt zeig­te.

Sade hat ange­ru­fen und will ihre Zopf­fri­sur zurück: Türk­viy­zonssie­ge­rin Jiidesh (KG)

Anders als in den Vor­jah­ren, wo es (bei 24 bzw. 25 teil­neh­men­den Län­dern, Regio­nen oder Völ­kern) jeweils ein vor­ge­schal­te­tes Halb­fi­na­le gab, lie­ßen die Orga­ni­sa­to­ren die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de dies­mal aus­fal­len, da elf rus­si­sche Regio­nen auf Wei­sung Putins absa­gen muss­ten – Fol­ge der diplo­ma­ti­schen Kri­se nach dem Abschuss eines rus­si­schen Flie­gers durch das tür­ki­sche Mili­tär Anfang Dezem­ber 2015. Mit­stim­men durf­ten die den­noch ange­reis­ten Juro­ren aber trotz­dem. Nach der deut­lich pro­fes­sio­nel­ler auf­ge­zo­ge­nen Show aus Tatar­stan im Vor­jahr fie­len die tür­ki­schen Gast­ge­ber lei­der wie­der in alte Gewohn­hei­ten zurück und lang­weil­ten die Zuschauer/innen im Yahya-Kemal-Beyat­lı-Kul­tur­zen­trum (trotz kos­ten­lo­sen Ein­trit­tes war die rund 10.000 Besucher/innen fas­sen­de Hal­le maxi­mal zur Hälf­te besetzt) erst mal mit Anspra­chen meh­re­rer Offi­zi­el­ler, dar­un­ter einer aser­bai­dscha­ni­schen Funk­ti­ons­trä­ge­rin, die mit kopf­we­h­er­zeu­gend metal­li­scher Schrill­stim­me alle nicht mit­ma­chen­dür­fen­den Län­der ein­zeln nament­lich grüß­te. Nach der Vor­stel­lung der Juro­ren (je Land eine Per­son, zu 90% natür­lich Män­ner jen­seits der 50, die pro Lied einen bis zehn Punk­te ver­tei­len durf­ten), dem Ein­marsch der 21 Acts und einer Wer­be­pau­se ging es dann nach sage und schrei­be einer hal­ben Stun­de end­lich los.

Und zwar mit Derya Kap­tan. Wie schon bei der Türk­viy­zons-Pre­miè­re in Eskişe­hir tra­ten die Län­der in alpha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge auf, und so durf­te Almanya als ers­tes ran. Dafür, dass die deut­sche Dele­ga­ti­on im Vor­feld so einen Bohei um die Bedeu­tung des Klei­des für den Auf­tritt der anmu­ti­gen Derya gemacht hat­te, griff sie ziem­lich dane­ben: ein bon­bon­far­ben lila-rosa­nes Plas­tik-Kitsch-Unge­tüm wie aus dem Aus­ver­kauf eines tür­ki­schen Hoch­zeits­klei­der­la­dens in Neu­kölln, ver­se­hen mit einer lei­der schief auf­ge­steck­ten Anklips-Schlep­pe, und eine ton­nen­schwer wir­ken­de Sil­ber­krus­te auf den Augen­li­dern sorg­ten für einen leich­ten opti­schen Schock, der durch ihren dezen­ter beklei­de­ten, bar­fü­ßi­gen und gazel­len­haft sich bewe­gen­den Tän­zer Joseph Simon deut­lich gemil­dert wur­de. Ihre Bal­la­de ‘Ses­siz Çığlık’ (‘Stum­mer Schrei’) ent­hielt wenig Text in den Stro­phen, ein mäan­dern­des “Aha­ha” anstel­le eines Refrains und gab ansons­ten viel Raum für Aus­drucks­tanz. Künst­le­risch anspruchs­voll, wie die Juro­ren rich­tig erkann­ten – und dem­entspre­chend natür­lich kein Stim­mungs­knal­ler.

Schö­ner inter­pre­ta­ti­ver Tanz, inter­es­san­tes Lied, furcht­ba­rer Fum­mel: Derya (DE)

Xhoi Bej­ko ver­trat Alba­ni­en bereits im Vor­jahr. Für ihren mit leich­ten tür­ki­schen Folk-Ele­men­ten ver­zier­ten Dis­co­schla­ger ‘Adi has­ret’ brach­te sich die wie nach einer Ecsta­sy-Über­do­sis dau­er­grin­sen­de alba­ni­sche Pao­la (CH 1969, 1980) dies­mal den Sän­ger Visar Rex­h­epi als Ver­stär­kung mit und gab mit ihm das sin­gen­de Ehe­paar. Nett. Das tür­ki­sche Bru­der­volk Aser­bai­dschan woll­te mit einem extrem kon­fu­sen Lied über den Auf­tritts­ort ‘Istan­bul’ die Trau­ben ern­ten. Man kann dem in einer auber­gi­ne­far­be­nen Wes­te mit glit­zern­den deko­ra­ti­ven Sti­cke­rei­en ange­ta­nen Meh­man Tağıy­ev nicht vor­wer­fen, dass er nicht alles ver­sucht hät­te: zunächst beglei­tet von einem gemischt­ge­schlecht­li­chen Tän­zer­paar in so etwas wie Nacht­hem­den mit appli­zier­ten Schleif­chen, spä­ter von Nico­les (DE 1982) auf die schie­fe Bahn gera­te­ner Schlam­pen­schwes­ter, die sich im wei­ßen Engels­kleid­chen rock­gi­tar­re­spie­lend auf den Büh­nen­bo­den warf, topp­te Meh­man das mit unfass­ba­ren Kopf- und Kehl­stim­men­ge­sän­gen zum Song­fi­na­le und weck­te unwei­ger­lich seli­ge Erin­ne­run­gen an den legen­dä­ren Kras­si­mir Avra­mov (BG 2009). Zu mehr als Rang 7 reich­te das aber nicht.

Die aser­bai­dscha­ni­sche Post­kar­te kennt man aber auch irgend­wo­her…

Wo wir gera­de bei Bul­ga­ri­en sind: auch deren vier­köp­fi­ge Bären­brü­der­ban­de Big Star Life schmei­chel­te den Gast­ge­bern mit einer Ode namens ‘İstanbul’dayız’. Selbst das Wort “Türk­vi­zyon” kam in dem Lied vor, das zudem über einen schö­nen fet­ten Beat und lang­ge­zo­ge­nen, ori­en­ta­lisch anmu­ten­den Gesang ver­füg­te. Und den­noch rasch lang­weil­te. Rang 6 war der Lohn der Schlei­me­rei. Adis Škal­jo aus Bos­ni­en, im Vor­feld einer mei­ner Top-Favo­ri­ten, ver­gab einen bes­se­ren als den ent­täu­schen­den zwölf­ten Platz für sei­nen Bal­kan­knal­ler ‘Pa šta’ (mmh, lecker Nudeln!), da er trotz beque­mer Plu­der­ho­se doch arg atem­los sang. Ein biss­chen kit­schig sei­ne Show: eine Begleit­tän­ze­rin hat­te die Auf­ga­be, sich von einer blon­dier­ten Tran­se Papp­her­zen mit der Auf­schrift “Lie­be” in allen mög­li­chen Spra­chen der Erde anrei­chen zu las­sen und in den Büh­nen­bo­den zu ram­men. Dazu saß ein Man­do­li­nen­spie­ler auf dem kal­ten Hal­len­bo­den und klampf­te – hof­fent­lich hat der sich nichts ver­kühlt!

Da nützt auch das Aus­zie­hen nichts: Adis außer Atem (BA)

Als sei es eine Vor­ah­nung, durf­ten sodann die bei­den Bala-Türk­vi­zyons-Kin­der aus Kasach­stan und Kir­gi­si­en ihre (nicht sieg­rei­chen) Bei­trä­ge von letz­tem Diens­tag per­for­men. Sie wir­ken wesent­lich pro­fes­sio­nel­ler als alles bis dahin Gese­he­ne. Natür­lich aber konn­te auch die­se will­kom­me­ne Pau­sen­un­ter­hal­tung nicht ohne die Anspra­che eines Offi­zi­el­len und eine Pla­ket­ten­über­rei­chung über die Büh­ne gehen. Womög­lich, um das Publi­kum schon mal auf das Lang­wei­lig­keits­le­vel der nächs­ten drei Songs ein­zu­stim­men. Für Geor­gi­en sang Anar Askerov, ein etwas fül­li­ger Mann in einem unschmei­chel­haft engen, durch­schei­nend-wei­ßen Rhom­ben­pul­li, ein ödes Lala­la-Lied­chen und bekam den schwächs­ten Hal­len­ap­plaus des Tages; gefolgt von einer zähen Rock-‘Sere­nat’ aus dem Irak, dar­ge­bo­ten von einem irgend­wie auch zäh aus­se­hen­den Nap­pa­le­der­ro­cker namens Oğuz Sır­malı, des­sen Stim­me abwech­selnd über­steu­ert laut oder kaum zu hören war, sowie einem “uff­ge­stumpt” (wie der Frank­fur­ter sagen wür­de) aus­se­hen­den Sän­ger ohne Hals aus dem Iran, Reza Esbi­la­ni, der zu bil­li­gem Dis­co­beat besin­nungs­los umher­hüpf­te und krisch. Furcht­bar.

East East 17: die kasa­chi­sche Boy­band

Auf die­se Tief­punk­te folg­ten dann zwei High­lights: die kasa­chi­sche Boy­band Orda, vier sich mar­tia­lisch geben­de Asia­ten, die mit fan­tas­tisch ein­gän­gi­gem Boy­band-Pop und einer fan­tas­tisch getanz­ten Boy­band-Cho­reo­gra­fie bewie­sen, dass der Samen von Take That oder N*Sync auf frucht­ba­ren Step­pen­bo­den fiel. Und die mit ‘Olay Emes’ die Hal­le kom­plett zum Aus­flip­pen brach­ten. Mich übri­gens auch, und sogar die Jurys: ledig­lich die direkt nach ihnen auf­tre­ten­de kir­gi­si­sche Rus­la­na konn­te ihnen den eigent­lich ver­dien­ten Sieg neh­men. Die Abwe­sen­heit der rus­si­schen Regio­nen nutz­te das Koso­vo, wie­der mit­zu­ma­chen. Tol­ga Kazaz trug den schöns­ten Bart des Teil­neh­mer­fel­des, konn­te mit dem drö­gen ‘Sev­mek Gün­ah midir?’ aber nicht über­zeu­gen. Sei­ne Toch­ter trat übri­gens am Diens­tag beim Kin­der­wett­be­werb, der Bala, auf, wes­we­gen sie gleich nach Papas Per­for­mance im Green Room inter­viewt wur­de. Auch Ipek Amber, die nord­zy­pri­sche Ver­tre­te­rin, pro­fi­tier­te von Putins Boy­kott: ursprüng­lich schon letz­tes Jahr aus­ge­wählt (mit dem­sel­ben Lied), durf­te sie in Kasan nicht antre­ten, weil Russ­land (und sei­ne Regio­nen) den tür­kisch besetz­ten Teil der Insel nicht aner­kennt. In Istan­bul durf­te die blon­de Matro­ne nun ran und brach­te drei anmu­ti­ge Tän­zer sowie eine anst­re­gen­de Rock­bal­la­de mit: Platz 9 für das Pro­tek­to­rat.

Drei Stun­den vol­ler Ver­gnü­gen: die Show in gan­zer Län­ge

Zum zwei­ten Mal in Fol­ge ver­trat Kaan Maz­har (eben­falls mit einem Spross im Bala-Ren­nen) die frü­he­re jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en. Sein Auf­tritt atme­te den Geist ver­gan­ge­ner Jahr­zehn­te: er in Kell­ner­wes­te, im Hin­ter­grund das Ehe­paar Trautz (Zuschauer/innen der deut­schen Vor­ent­schei­dun­gen der Sieb­zi­ger erin­nern sich), viel Geflö­te, viel Lan­ge­wei­le. Selbst die Kame­ras schwenk­ten lie­ber in den Green Room, wo die deut­sche Dele­ga­ti­on andäch­tig-ver­zwei­felt schun­kel­te, um nicht ein­zu­schla­fen. Sehr schwa­cher Applaus in der Hal­le, aber vie­le Punk­te von der Jury: Platz 4 für den Türk­viy­zons-Vete­ra­nen. Stim­mung ver­brei­te­te hin­ge­gen der mit einem sehr unvor­teil­haf­ten Hüt­chen und einem noch unvor­teil­haf­te­ren (weil feh­len­den) Kinn aus­ge­stat­te­te Abge­sand­te der mol­da­wi­schen Gagau­sen, Valen­tin Orman­ji: sein ‘Sev beni sev’ erwies sich als uptem­po­rä­rer Turbo­folk-Knal­ler mit Dudel­sack-Instru­men­tie­rung. Unwill­kür­lich hielt man nach Milan Stan­ko­vić (RS 2010) Aus­schau. Auch die bul­ga­ri­schen Bären tanz­ten dazu im Green Room aus­ge­las­sen Rin­gel­rei­hen. Lei­der nur Rang 10 bei den Juro­ren: ein Skan­dal­ur­teil! 

Ovo je Bal­kan! (MD)

Anders als der letz­te Platz für Usbe­ki­stan. Die schick­ten einen krat­zig into­nie­ren­den Rap­per namens Kaa­P­lya und eine sehr laut und sehr falsch schrei­en­de Frau namens Hur­do­na mit einer merk­wür­di­gen, bürs­ten­för­mi­gen Box auf der Haar­fri­sur. Am Ende brach die Musik ab und bei­de rede­ten wild durch­ein­an­der. Es war nicht ganz klar, ob das zum Song gehör­te oder eine Anspra­che sein soll­te. Ver­stö­rend. Edvin Rad­cif aus Rumä­ni­en hat­te vom Feh­ler sei­nes geor­gi­schen Kol­le­gen gelernt und sei­ne Pfun­de in figur­schmei­cheln­des Schwarz gehüllt. Lei­der bot er mit einer sta­ti­schen Dar­bie­tung und einem mono­ton durch­lau­fen­den Flö­ten­mo­tiv den­noch nicht mehr als Lan­ge­wei­le². Lus­tig: auch, wenn Alme­din Varoša­nin im Vor­feld beton­te, nicht für Ser­bi­en, son­dern genau­er für das mehr­heit­lich von Bos­nia­ken bewohn­te San­džak von Novi Par anzu­tre­ten, klang sein Bei­trag ‘Trag’ doch wie eine klas­si­sche, fle­hen­de Bal­kan­bal­la­de. Fast, als stam­me sie aus der Feder des ser­bi­schen Schla­ger­kö­nigs Zel­j­ko Jok­si­mo­vić (RS 2004, 2012). Selbst das “Lju­ba­vi” am Ende durf­te nicht feh­len! Ein Fest für Lieb­ha­ber sol­chen Schmach­tes wie mich, anschei­nend aber nicht so beliebt bei den tur­ko­ma­nen Juro­ren: ein empö­ren­der fünf­zehn­ter Platz für Alme­din und sei­nen sehr, sehr anspre­chen­den Gitar­ris­ten.

Der Heim­bei­trag: Gök­men im fut­tig glit­zern­den Pai­let­ten­jäck­chen

Zu schlecht bewer­tet auch die Dar­bie­tung der syri­schen Turk­me­nen, die – ver­mut­lich der aktu­el­len poli­ti­schen Lage geschul­det – erst­mals antra­ten und mit gro­ßem Bahn­hof begrüßt wur­den. Auch Sän­ger Adil Şan hielt am Ende sei­nes Ori­ent-Dan­ce­pop-Stamp­fers ‘Geliş’ eine lan­ge Anspra­che, die in der Hal­le jubelnd beklatscht wur­de. Adil bot aber auch ein traum­haf­tes Paket: ein biss­chen Kehl­ge­sang zum Auf­takt; Fell­zip­fel­müt­zen tra­gen­de, bär­ti­ge wil­de Ker­le, behan­gen mit bau­meln­dem Kopf­ge­schmei­de aus brei­ten Sil­ber­fo­li­e­strei­fen, die eine Art Dschinghis-Khan-Bal­lett auf­führ­ten (aber in kunst­voll!); eine über­zeu­gen­de Rapein­la­ge und der wirk­lich schmis­si­ge Song: genau für sol­che Num­mern lie­be ich die Türk­vi­zyon. Ein ech­tes Schman­kerl, das nach mei­nen Geschmack ger­ne den Platz mit dem tür­ki­schen Ver­tre­ter Gor­kem Durmaz hät­te tau­schen dür­fen: war­um der Ersatz-Tar­kan mit der Scham­haar­fri­sur und dem bil­li­gen (wenn auch ver­gnüg­li­chen) Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Hır­çın Sular’ aufs Bron­ze­trepp­chen kam, wäh­rend Adil sich mit Rang 5 begnü­gen muss­te, kann ich nicht nach­voll­zie­hen.

So einen Kopf­schmuck möch­te ich auch! Adil & die Hun­nen (SY)

Anna Mitio­glo, das mager­süch­ti­ge ukrai­ni­sche Püpp­chen im roten Kleid, blieb nur eine abschlie­ßen­de flüch­ti­ge Rand­no­tiz, deren Auf­tritt von der Vor­jah­res­sie­ge­rin Zha­nar Dugal­o­va gewis­ser­ma­ßen aus­ge­löscht wur­de, die im Anschluss den Song ‘Riz­amin’ vor­stel­len durf­te, eine ihrem Sie­ger­ti­tel sehr ähn­li­che Num­mer, mit der sie noch ein­mal ein­drucks­voll unter Beweis stell­te, war­um sie 2014 zu Recht gewann. Pein­lich für den gast­ge­ben­den Sen­der TMB: der Schnell­durch­lauf der 21 Wett­be­werbs­ti­tel, für den anschei­nend ein unter­be­zahl­ter Prak­ti­kant jeweils fünf­se­kün­di­ge Aus­schnit­te aus­ge­sucht hat­te und dabei den Refrain in der Regel mei­len­weit ver­fehl­te. Zügig auch die Punk­te­ver­ga­be: ver­le­sen wur­den nicht die Ein­zel­stim­men der Juro­ren (ver­mut­lich, damit fin­di­ge Fans nicht wie­der nach­rech­nen und Addi­ti­ons­feh­ler ent­de­cken), son­dern die Gesamt­punkt­zahl pro Land, und das gleich in umge­kehr­ter Ergeb­nis­rei­hen­fol­ge, also von Platz 21 hoch zu Rang 4. Der drit­te Platz für die Gast­ge­ber wur­de dann auf der Büh­ne deut­lich län­ger abge­fei­ert als die Sie­ge­rin­nen­ak­kla­ma­ti­on, die ein wenig im Cha­os unter­ging. Nichts des­to Trotz: ein wun­der­bar unter­halt­sa­mer Sams­tag­nach­mit­tag, ich freu mich auf die nächs­te Türk­viy­zon (die übri­gens, das als Nach­trag, 2016 in Baku, Aser­bai­dschan statt­fin­den soll).

Mit dem Song über­brück­te man die Punk­teaus­zäh­lung. Fan­tas­tisch!

Türk­vi­zyon 2015

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. Sams­tag, 19.12.2015, 15:30 Uhr MEZ, in Istan­bul, Tür­kei.
#Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSongPkt.Platz
01Deutsch­landDEDerya Kap­tanSes­siz Çığlık15311
02Alba­ni­enALXho­ana Bej­ko (Xhoi) + Visar Rex­h­epiAdı Has­ret15408
03Aser­bai­dschanAZMeh­man Tagiy­evİstan­bul15507
04Weiß­russ­landBYAlek­san­dra Kazi­mo­vaAzad­lıq12620
05Bos­ni­enBAAdis Škal­joPa šta15312
06Bul­ga­ri­enBGBig Star LifeIstan­bul­day­ız16206
07Geor­gi­enGEAnar AskerovTen­ha yürek13816
08IrakIQOğuz Sır­malıSere­nat13717
09IranIRReza Esbi­la­niMənim Arzum13119
10Kasach­stanKZOrdaOla­ya eme­sa18502
11Kir­gi­si­enKGJiidesh İdir­i­so­vaKim bilet19401
12Koso­voRSTol­ga KazazSev­mek Gün­ah mıdır?14114
13Nord­zy­pernCYİpek AmberSes­siz Gidiş15409
14Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harBöyle olm­amalıy­dı16504
15Gag­au­si­enMDValen­tin Orman­jiSev beni Sev15410
16Usbe­ki­stanUZKaa­P­lya + Hur­do­naAzad­lıq11921
17Rumä­ni­enROEdvin Rad­cifSeviyo­rum, Anlas­a­na13418
18San­džakRSAlme­din Varoša­ninTrag14015
19Syri­sche Turk­me­nenSYAdil ŞanGeliş16505
20Tür­keiTRGör­kem DurmazHır­çın Sular17503
21Ukrai­neUAAnna Mitio­gloBaaş­la bana14813

1 Gedanke zu “Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

  1. Wit­zi­ger Fact: Die bei­den “Frei­heits­lie­der” aus Bela­rus und Usbe­ki­stan lan­de­ten (zurecht!) auf den hin­ters­ten Plät­zen. Frei­heit wird in Eura­si­en wohl nicht so hoch geschätzt… :‘D Fast so, als wenn die bei­den “Warrior”-Songs aus Geor­gi­en und Mal­ta im Wie­ner Fina­le auf der #26 und #27 gestran­det wären, unter der Bedin­gung, dass Amber das Fina­le geschafft hät­te… 🙁

Oder was denkst Du?