Jahr: 2016

Mon­te­ne­gro schickt männ­li­che Beyoncé

Mon­te­ne­gro schickt männ­li­che Beyoncé

Ein hübsches verspätetes Weihnachtsgeschenk überreichte das montenegrinische Fernsehen heute den Eurovisionsfans: es nominierte den 31jährigen Sänger, Tänzer und Schauspieler Slavko Kalezić als Eurovisionsvertreter. Der in Podgorica geborene Kalezić, der an der Hochschule für Darstellende Kunst in Cetinje studierte, erlangte vor allem durch seine Teilnahme an der Castingshow X Faktor Adria im Jahre 2013 Bekanntheit, aus welcher Daniel Kajmakoski (→ ME 2015) als Sieger hervorging. Slavko schied dort zwar bereits in der Vorrunde aus, hinterließ aber einen bleibenden Eindruck, in dem er einen Song seines großen Vorbilds Beyoncé (oder in der dortigen Schreibweise "Bijonse") performte und die Dancemoves der US-amerikanischen Diva rockte! Auch in…
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Ach, all der Auf­wand: Arts­vik singt eine Arie für Armenien

Ach, all der Auf­wand: Arts­vik singt eine Arie für Armenien

Es kann niemand behaupten, die Armenier nähmen den Eurovision Song Contest nicht ernst. Geschlagene drei Monate lang lief, von der Öffentlichkeit außerhalb des Landes der Aprikosenbäume weitestgehend unbemerkt, dort die Castingshow Depi Evratesil (Zur Eurovision), mit welcher die Hajastaner ihren Vertreter für Kiew zu ermitteln suchten. Mit zahlreichen Auditions, etlichen Duellen und drei Live-Shows im armenischen Fernsehen. Heute Abend ging dort, während der westeuropäische Eurovisionsfan im Kreise der Liebsten die Weihnachtsgeschenke öffnete, der Vierteljahresmarathon zu Ende, mit einem Zweikampf der beiden übriggebliebenen Kombattantinnen Marta und Artsvik. Letztere gewann mit 60% der Jury- und 80% der Zuschauerstimmen. Bei der 32jährigen Artsvik Harutyunya, so der volle Name der…
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Fes­ti­va­li i Kën­ges 2016: Alba­ni­ens Euro­vi­si­ons-Bote heißt Lindita

Fes­ti­va­li i Kën­ges 2016: Alba­ni­ens Euro­vi­si­ons-Bote heißt Lindita

Knappe vier Stunden Sendezeit für 14 Wettbewerbsbeiträge, unzählige Pausenacts, endloses Gesabbel, gefühlt vierhundert Werbeunterbrechungen und technische Pannen bis zum Abwinken: das albanische Fernsehen RT.SH erinnerte uns heute Abend mit der 55. Ausgabe des Festivali i Kënges, der skipetarischen Variante des San Remo Festival und ersten Grand-Prix-Vorauswahl der laufenden Saison mal wieder daran, warum die Vorentscheidungen von jenseits des früheren Eisernen Vorhangs einen derart legendären Ruf genießen. Hier bildeten Geduldsproben und unfreiwillige Lacher, Freud und Leid ein untrennbares Konglomerat, eine wunderbare Tortur, die ich um keinen Preis der Welt hätte vermissen wollen. Und am Ende gewann mal wieder eine sich leidenschaftlich verausgabende Sängerin…
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Strea­ming: <span class="caps">EBU</span> lässt Vor­ent­schei­dungs­fans im Regen stehen

Strea­ming: EBU lässt Vor­ent­schei­dungs­fans im Regen stehen

Vorgestern begannen mit dem Festivali i Kënges die für Eurovionsfans sowohl schönsten als auch anstrengendsten zwölf Wochen des Jahres, die der Vorentscheidungssaison nämlich, da verdirbt uns die EBU die festlich-erwartungsvolle Stimmung. Anders als in den Vorjahren wolle man nämlich, so auf eurovision.tv in einem Nebensatz zu lesen, die diversen nationalen Vorentscheidungen nicht mehr auf der eigenen Seite streamen - ein Angebot, das von vielen Fans in der Vergangenheit sehr gerne genutzt wurde, um die Shows bequem und weitgehend ruckelfrei mitverfolgen zu können. Begründung für die massive Serviceverschlechterung: fast alle nationalen Sender würden ihren Vorentscheid mittlerweile selbst im Netz streamen oder hierfür…
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Der NDR will kei­nen Soul. Und kei­nen Quatsch!

Von den 33 Nachwuchshoffnungen, die der NDR bislang für den deutschen Eurovisionsvorentscheid Unser Song 2017 castete, kam heute einer abhanden. Wer es von den restlichen 32 ins Fünf-Personen-Finale am 9. Februar 2017 schafft, steht noch nicht fest, genauso wenig wie die Songs für die fantastischen Fünf. Liedvorschläge forderte der NDR bekanntlich bei heimischen und internationalen Komponisten an. Und zwar mit strikten Genre-Vorgaben: "Organischer und authentischer Pop mit englischen Texten" sei erwünscht, so heißt es in einer Mail an ausgewählte Songschreiber und Verleger, die letzte Woche ihren Weg ins Netz fand. Auch möglich: "Alternative Mainstream, Singer-Songwriter-Pop oder ein zeitgemäßer Dance-Pop-Track". Ebenso…
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Öster­rei­cher klau­en uns Nathan Trent

Öster­rei­cher klau­en uns Nathan Trent

Heute in aller Herrgottsfrühe überraschte das österreichische Fernsehen ORF mit der Bekanntgabe seines Vertreters für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Es handelt sich um den 24jährigen Newcomer Nathan Trent, der laut Pressemitteilung in einer zweisprachigen (er hat eine italienische Mutter) Tiroler Künstlerfamilie aufwuchs, schon als Kind Geige und Klavier lernte, Theater spielt, unlängst sein Bachelorstudium an der Musik- und Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien abschloss und im Sommer 2016 seine Debütsingle 'Like it is' veröffentlichte, die allerdings floppte. Dennoch konnte er die ORF-Scouts mit einem selbstgeschriebenen Song überzeugen, der im Februar 2017 nach erfolgtem "Feinschliff" veröffentlicht werden soll. Musikalisch sei er im Bereich Pop und…
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Irland schickt ein blü­ten­rei­nes Boyband-Bübchen

Irland schickt ein blü­ten­rei­nes Boyband-Bübchen

Nach einer Reihe von nicht ganz so erfolgreichen Eurovisionsbeiträgen in den letzten Jahren spart sich das irische Fernsehen für 2017 einen Vorentscheid. Stattdessen beauftragte RTÉ den Musikmogul Louis Walsh damit, einen geeigneten Vertreter für die Grüne Insel zu finden. Der musste nicht lange suchen, hatte er 2014 doch höchstselbst eine sechsköpfige Boyband namens HomeTown aus der Taufe gehoben, die nun, zwei Jahre und zwei Nummer-Eins-Hits später, bereits ihr Verfallsdatum überschritten hat. Und aus der HomeTown-Konkursmasse stammt der Zwanzigjährige, erheblich jünger aussehende Brendan Murray. Ein zartes Knäblein mit der glockenhellen Stimme eines Kelly-Family-Mitglieds vor dem Stimmbruch und einem dergestalt milchweißen Teint, dass…
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Esma Redže­po­va ist tot

Esma Redže­po­va ist tot

2016 ist ein gefährliches Jahr für Musiklegenden, unter denen der grimme Schnitter weiterhin eine reichliche Ernte einfährt: wie unter anderem Eurovoix berichtet, verstarb heute früh die mazedonische Eurovisionsvertreterin von 2013 und selbsternannte "Königin der Roma-Musik", Esma Redžepova, im Alter von 73 an den Folgen einer Lungenentzündung. Die in der Roma-Siedlung Šuto Orizari bei Skopje als Tochter einer Türkin und eines Serben geborene Esma gewann im Alter von 14 ihren ersten Gesangswettbewerb und nahm seither unzählige Lieder auf, von denen etliche auf dem gesamten Balkan beziehungsweise unter Sinti und Roma auch darüber hinaus Kultstatus besitzen. Bekanntheit erlangte sie außerdem durch ihr soziales und politisches…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: it’s all your Head

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: it’s all your Head

Nicht nur das ukrainische Fernsehen hinkt derzeit mächtig hinter dem Zeitplan her bei der Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest 2017. Auch hier in der aufrechtgehn.de-Zentrale in Frankfurt stapeln sich die noch zu sichtenden Beiträge aus aller Welt - dabei sind wir noch bei Weitem nicht in der Hauptsaison! Aber wann soll man auch die Zeit (und die Leidensbereitschaft) finden, sich durch die Mitschnitte der rund sechzig (!) Live-Auditions zu quälen, die am Mittwoch letzter Woche in Minsk stattfanden und aus denen letztlich 13 Kandidat/innen für die nationale Vorentscheidung Weißrusslands hervorgingen. 13 Kandidat/innen, wie sie egaler nicht sein könnten und von…
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EBU bestä­tigt: ESC 2017 bleibt in Kiew

Im Zuge der winterlichen Generalversammlung der EBU in Lausanne bestätigte Grand-Prix-Obermotz Jan Ola Sand heute, dass der nächste Eurovision Song Contest wie geplant am 9., 11. und 13. Mai 2017 in Kiew stattfinden werde. Er konzedierte außerdem, dass der ausrichtende ukrainische Sender NTU zwar etwas im Zeitplan hänge, aber in den letzten Wochen gute Fortschritte erzielt und der Lenkungsausschuss der EBU volles Zutrauen habe, dass die Verantwortlichen in Kiew die noch anstehenden Herausforderungen meistern. Noch am vergangenen Freitag hatte ein bekanntes deutsches Lügenpresse-Organ mit Spekulationen für Wirbel gesorgt, wonach die Gefahr bestünde, dass der Wettbewerb nach Moskau verlegt werden könne, weil man es in der…
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Der <span class="caps">NDR</span> stellt vor: die ESC-Klas­se von 2017

Der NDR stellt vor: die ESC-Klas­se von 2017

Weit über 2.000 junge Talente haben sich nach Angaben des NDR für das Ticket nach Kiew beworben. 33 von ihnen - und damit die prototypische Schülerzahl einer Klasse zu meiner Zeit - lud der Hamburger Sender am vergangenen Wochenende zum Vorsingen nach Köln ein. Wie Schüler/innen wirken sie denn auch, die Ausgesiebten, in den keck "Speed-Dating" genannten Drei-Minuten-Interviews mit Bürger Lars Dietrich, mit denen der NDR uns Zuschauer/innen ein erstes Beschnuppern ermöglichen will: so unsicher, so fohlenhaft aufgeregt, so unfassbar jung vor allem. Doch das Schutzalter müssen sie schon erreicht haben, sonst dürften sie ja auch beim Song Contest nicht mitmachen. Und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: das ist die Tes­si­ner Luft

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: das ist die Tes­si­ner Luft

Ach, Helvetia! Du machst es mir wirklich schwer. Gerne mal wurde mir von Leser/innen aus dem Land der Toblerone und der Kantone in den vergangenen Jahren vorgeworfen, ich betriebe Schweiz-Bashing oder habe gar persönlich etwas gegen die Eidgenossen. Was von der Wahrheit nicht weiter entfernt sein könnte: nur enttäuschte Liebe war's, die aus mir sprach. Kredenzten unsere südlichen Nachbarn mit der für die Verzweifelten und Beladenen aus aller Welt sperrangelweit offenen Internet-Vorrunde ihrer Großen Entscheidungsshow doch lange Jahre ein unerschöpfliches Füllhorn des von mir so heiß geliebten Abseitigen und Schrägen - nur, um dann all diese Perlen zielsicher auszusortieren und im nationalen…
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Bring mir den Tsc­hai: Aser­bai­dschan schickt Dihaj nach Kiew

Bring mir den Tsc­hai: Aser­bai­dschan schickt Dihaj nach Kiew

Die nächste direkt nominierte Teilnehmerin des Eurovision Song Contest 2017 steht fest: der aserbaidschanische Sender ITV schickt die Sängerin Diana Hajiyva, besser bekannt unter ihrem Bühnennamen Dihaj, zum Wettsingen nach Kiew. Die aus der Hauptstadt Baku stammende Dihaj versuchte bereits 2011, ihre Heimat zu vertreten, unterlag in ihrer Vorrunde aber dem späteren Eurovisionssieger Eldar Quasimov. Verschiedenen ESC-Seiten zufolge habe sie 2016 als Backgroundsängerin für die aserbaidschanische Repräsentantin Samra auf bzw. hinter der Bühne des Globen gestanden - andere Quellen behaupten indes, sie sei kurzfristig durch die Schwedin Anna Engh ersetzt worden. A propos: spannend dürfte nun sein, ob ITV erneut einen Song von…
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Türk­vi­zyon 2016: auch Polen debütiert

Türk­vi­zyon 2016: auch Polen debütiert

Die Gerüchte existierten schon länger, heute bestätigten sie sich: neben Lettland, Schweden, den Niederlanden und Moldawien treten auch unsere polnischen Nachbarn 2016 erstmals beim osmanischen Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest, der Türkvizyon, an. Und auch hier bewahrheitet sich erneut, dass der türkische Eurovisionsableger in besonderer Zahl besonders ehrgeizige Kombattant/innen anzieht, die sich in den verschiedenen nationalen Grand-Prix-Vorentscheidungen noch nicht durchsetzen konnten: Olga Shimanskaya (in deutscher Schreibung: Olga Schimanskaja) vertritt nämlich den Weichselstaat in Istanbul, ihres Zeichens Leadsängerin des weißrussischen (!) Musikprojektes Napoli. Das versuchte es seit 2014 durchgehend beim Vorentscheid in Minsk und erzielte 2016 - da bereits vom Trio zur Solosängerin…
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Vete­ra­nin­nen­tref­fen beim Melo­di­fes­ti­va­len 2017

Heute früh veröffentlichte der schwedische Sender SVT die von vielen Eurovisionistas sehnsüchtig erwartete Teilnehmerliste des Melodifestivalen 2017. Und sorgte damit sicherlich für einen hohen Feuchtigkeitsgrad in etlichen Fanhöschen, finden sich in den vier Vorrunden der beliebtesten Eurovisionsvorentscheidung der Welt doch zahlreiche Wiederkehrer/innen, darunter mit der Interpretin des besten schwedischen Beitrags aller Zeiten (dem schlagertastischen 'Hero'), Charlotte "Chuckys Braut" Perrelli (→ SE 1999, 2008), und der euphorischen Waldelfe Loreen (→ SE 2012) sogar gleich zwei vormalige Grand-Prix-Siegerinnen. Der hieraus resultierende, hochgradig spannende Kampf der Gigantinnen gestaltet sich um so interessanter, da beide an ihren aktuellen Songs mitgeschrieben haben. Am Start finden sich ebenfalls die finnische Vertreterin von…
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Rück­tritt bei der Türk­vi­zyon 2016

Rück­tritt bei der Türk­vi­zyon 2016

Es ist vollbracht: mit der Anmeldung Moldawiens zum Gesangswettbewerb der Turkvölker wurde die bisherige Partizipanten-Höchstmarke aus dem Jahr 2014 überboten. 26 25 Länder, Regionen oder Volkgruppen treten nach derzeitigem Stand zwischen dem 14. und 18. Dezember 2016 in Istanbul beim vierten osmanischen Wettsingen gegeneinander an. Dieses Zeitfenster nannte jedenfalls unlängst die lettische Türkviyzons-Teilnehmerin Oksana Bilera, während sich die türkischen Organisatoren weiterhin in Schweigen hüllen, was die Termine und den Austragungsort angeht - bis dato fielen neben der Bosporus-Metropole auch die Namen Ankara und Antalya. Update: Nämliches Schweigen scheint zum Problem zu werden - wie Eurovoix soeben vermeldete, zog Chakassien mutmaßlich aufgrund der mangelnden…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: <span class="caps">OMG</span>, it’s <span class="caps">UMK</span>!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: OMG, it’s UMK!

In einer einstündigen, auf Youtube übertragenen Pressekonferenz stellte das finnische Fernsehen YLE heute die zehn Teilnehmer/innen des Uuden Musiikin Kilpailu (UMK) vor, der suomischen Vorentscheidung, die am 28. Januar 2017 stattfindet und - große Freude - von der fantastischen Krista Siegfrids (→ FI 2013) moderiert wird. Alle zehn Titel sind bereits auf dem UMK-Youtube-Channel zu finden, und zwar als Lyric-Video. Nach einer ersten Sichtung lässt sich wohl sagen, dass der Contest vermutlich auch 2018 nicht in Helsinki gastieren dürfte. Bekanntester Name ist das schwedische Internet-Phänomen Günther, der 2004 mit dem 'Ding Dong Song (Touch my Tra la la)' einen Chart-Topper…
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Das ECG-Tref­fen: Köni­gin Kalio­pi regier­te in Köln

Sie liebt uns alle. Das wurde die mazedonische Grand-Prix-Königin (→ MK 1996, 2012, 2016) Kaliopi nicht müde, ein ums andere mal zu betonen bei ihrem Auftritt am vergangenen Samstag im Kölner Gloria. Die Balkan-Powerfrau mit der unglaublichen Ausstrahlung war dort Teil eines nachgerade unfassbaren Line-Ups an Stargästen beim jüngsten Fanclubtreffen des EC Germany. Kaliopi, kurzfristig eingesprungen für die bulgarische Kollegin Poli Genova (→ BG 2011, 2016), die trotz vorheriger Zusage einen Gig beim zeitgleich in Malta stattfindenden Junior ESC vorzog, schlug den ausverkauften Saal komplett in ihren Bann. Und das, obwohl (oder gerade weil) ihr Set - mit Ausnahme einer deutsch gesungenen…
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Gemma Abbey: von der Nil­poin­te­rin zur Steuersünderin

Beim Eurovision Song Contest 2003 in Riga ersang sie mit spektakulär schiefen Tönen das erste und bis dato einzige Null-Punkte-Ergebnis der einstmals so stolzen Popnation Großbritannien: Gemma Abbey, die "Jem" in Jemini. Nun geriet sie in Konflikt mit den heimischen Finanzbehörden, wie die Tageszeitung Telegraph heute berichtet. Danach habe die geschiedene Mutter zweier Kinder für ihre jüngste, dauerhaft schwer erkrankte Tochter einen Nachlass für Alleinerziehende geltend gemacht und insgesamt 52.000 £ (rund 60.000 €) Steuervorteile kassiert, obwohl sie seit 2009 in zweiter Ehe verheiratet sei. Die gute Gemma machte es den Anklägern leicht, ihr auf die Schliche zu kommen: auf Facebook…
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Dop­pel­da­te am Diens­tag: Bel­gi­en und Maze­do­ni­en nominieren

Für einen Sekundenbruchteil setzte heute mein Herz aus, als ich fälschlicherweise las, das belgische Fernsehen RTBF habe die unsterbliche Golden-Girls-Legende Blanche Devereaux, charakterliches Vorbild einer ganzen Tucken-Generation, als Eurovisionsvertreterin 2017 nominiert. Doch leider erwies sich das nur als Flüchtigkeitsfehler: Ellie Delvaux heißt die erst sechzehnjährige Sängerin, mit Künstlerinnennamen Blanche. Sie nahm, wie sollte es anders sein, an der aktuellen Staffel der Castingshow The Voice teil, wo sie allerdings nicht in die Endrunde kam. Dennoch engagierte sie der wallonische Sender vom Fleck weg. Ihr Beitrag für Kiew, von ihr selbst mitkomponiert, steht zwar schon fest, wurde aber noch nicht veröffentlicht, so…
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San Mari­no will eige­nes Internetvoting

In San Marino ist man stinkig auf die EBU: nach der Neuorganisation des Votingverfahrens beim Eurovision Song Contest, das eine getrennte Verlesung der Jury-Ergebnisse und der (zusammenaddierten) Zuschauerabstimmung beinhaltet und erstmals 2016 zur Anwendung kam, protestierte die winzige Republik gegen die Neuordnung, die sie in den Worten ihres Delegationsleiters Alessandro Capicchioni als "diskriminierend" empfand. Der Grund: da das vollständig von Italien umschlossene, lediglich 30.000 Einwohner/innen starke Mini-Land über kein eigenständiges Telefonnetz verfügt, kann es kein valides Televoting liefern, weswegen bis 2015 beim Grand Prix nur die sanmarinesische Jury-Abstimmung zählte. Seit 2016 errechnet Digame im Auftrag der EBU ein fiktives Televoting auf Basis der…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: in der Ukrai­ne schum­melt schon der Nachwuchs

Es wäre keine echte ukrainische Eurovisions-Vorentscheidung ohne (angebliche oder tatsächliche) Manipulationsversuche. So auch in diesem Jahr: wie Eurofire berichtet, habe es laut dem Sender STB, der in Kooperation mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen NTU die Vorauswahl organisiert, Betrugsversuche bei der Online-Abstimmung für die Wildcard-Runde gegeben. "Am Dienstag, dem 8. November, gegen 16 Uhr Ortszeit entdeckten unsere technischen Administratoren eine große Zahl von Anfragen auf die Datenbank unserer Seite und anullierten daher die Stimmen. Alle Anfragen kamen von Bots anstelle von echten Menschen," so ein Sendersprecher. Zu den Schummlern gehört die Goth-Rock-Band Aghiazma mit dem hübschen betitelten Beitrag 'Zombie Dogs', die mit viel Kajal…
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End­lich: Däne­mark bannt Bands!

Einer Meldung der Seite ESC United zufolge wolle das dänische Fernsehen Bands und Duos möglicherweise von der Teilnahme am nationalen Vorentscheid Melodi Grand Prix ausschließen. So habe es jedenfalls der Unterhaltungschef des Senders DR, Jan Lagermand Lunde, bei einem OGAE-Fanclub-Treffen erzählt. Der Band-Bann sei Teil eines umfänglichen Maßnahmenpaketes, mit dem die Dänen 2017 wieder ins Eurovisionsfinale vorstoßen möchten, nachdem sie zwei Mal in Folge (zu Recht) in der Qualifikationsrunde scheiterten. Beide Male im übrigen vertreten von schnöselig-blassen Boybands, nämlich Lighthouse X (→ 2016) und Anti Social Media (→ 2015). Und wenn ich Acts wie die pseudorebellischen A Friend in London (→ 2011) oder das Gefrierlächel-Duo Chanée…
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Streit ums Geld: der ukrai­ni­sche Sen­der­chef schmeißt hin

Der Generaldirektor des ukrainischen Senders NTU, Zurab Alasania, tritt mitten in den Vorbereitungen auf den Eurovision Song Contest 2017 von seinem Posten zurück, wie escKAZ heute berichtet. Er protestiert damit gegen die Entscheidung der Regierung, die Kosten des Wettbewerbs aus dem Senderbudget zu finanzieren. Wie Alasania in einem persönlichen Statement erklärte, müsse NTU im kommenden Jahr 16 seiner knapp 43 Millionen Euro umfassenden Mittel für den ESC aufwenden. Mit dem nach Abzug weiterer Lizenz- und Sendekosten sowie Steuern verbliebenen Geld könne er kein ordentliches Programm mehr bestreiten. Desweiteren machten es ihm die bestehenden, strikten Vorschriften ("ich kann noch nicht mal ein Mobiltelefon…
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Offi­zi­ell: 43 Län­der beim ESC 2017

Vor wenigen Minuten bestätigte die EBU, dass sich 43 Nationen für die Teilnahme am 62. Eurovision Song Contest in Kiew angemeldet haben, der sich somit den Rekord für die größte Länderanzahl mit der 2011er Ausgabe aus Düsseldorf und dem Belgrader Wettbewerb von 2008 teilt. Zwar fehlt schmerzlicherweise Bosnien-Herzegowina, dessen Sender aufgrund der internen Streitigkeiten zwischen den beiden Landesteilen und mangelnder Finanzierung gerade vor die Wand fährt. Dafür aber kehrt Portugal nach seiner kurzen Schmollpause zurück. Und Rumänien, von der EBU 2016 aufgrund offener Rechnungen in Millionenhöhe in letzter Minute ausgeschlossen, darf wieder mitspielen, nach dem es seine Schulden bezahlt hat. Auch…
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