Beißt Belgien ins Gras?

Erstmalig kamen beim belgischen Eurosong heute Abend alle fünf Vorentscheidungsbeiträge zur Aufführung. In den vorangegangenen Runden wärmten sich die Interpret/innen aus dem flämischen Teil des Landes noch mit Eurovisionsklassikern auf. Bis zum Finale am nächsten Sonntag soll noch an den Arrangements (und am Auftritt) gefeilt werden, und das scheint auch bitter nötig, konnte doch keiner der fünf Songs, die sich allesamt in zeitgeistiger Belanglosigkeit verlieren, auf Anhieb wirklich begeistern. Das als Stimmungsbild durchgeführte Televoting gewann erstaunlicherweise Laura Tesoro, deren elektropoppiges ‚What’s the Pressure‘ mit dem prägenden Riff aus Queens ‚Another One bites the Dust‘ vielversprechend eröffnet, spätestens im Refrain aber auf Sub-KMGs-Standard (BE 2007) zurückfällt. Außerdem wird die Sängerin stimmlich dem Lied nicht wirklich Herr. Sehr deutliche Anleihen an der Bühnenpräsentation des letztjährigen belgischen Vertreters Loïc Nottet nahm der junge Adil Aarab, dessen nachdenkliches und verspieltes ‚In our Nature‘ als Gesamtpaket noch am ehesten zu überzeugen vermochte, auch wenn es zwischendrin ebenfalls leicht schwächelte. Die weiteren Wettbewerbsbeiträge: das beim Singen speichelfädenziehende Schweinchengesicht Tom Frantzis mit dem dudelfunkfreundlichen ‚I’m not lost‘, Astrid Destuyver mit der unrunden Elektroballade ‚Everybody aches‘ und die angemessen verhärmt wirkende Amaryllis Uitterlinden mit dem unentschieden zwischen Elektrostampfer und Streicherballade hin und her schwankenden Entzugslied ‚Kick the Habit‘. In einer Woche stimmt neben dem Publikum auch eine Jury gleichberechtigt mit. Heute sah es nicht so aus, als ob sie aus etwas auswählten könnten, das in Stockholm Finalchancen besitzt.

Der Flachleger: Adil Aarab

3 Kommentare zu „Beißt Belgien ins Gras?

  1. Ach. Du. Heimatland. Was haben sie denn da für Figuren aufgetrieben? Wenn Belgien dieses Jahr ins Finale kommt, werde ich Wettschulden haben bis sonstwohin, ich seh das schon…

Oder was denkst Du?