Aserbaidschan 2016: fifty Shades of meh

Heute Vormittag stellte auch das aserbaidschanische Fernsehen endlich seinen Beitrag für Stockholm vor. Er kommt – man möchte sagen: natürlich! – auch von dort. ‚Miracle‘, so der Titel, entstammt der Klangwerkstatt eines schwedischen Produzententeams und steuert eine weitere Portion dessen zum Festmenü bei, was sich schon so überreichlich auf der musikalischen Speisekarte befindet: eine sehr gut gemachte, sehr eingängige Midtempoballade, von der intern ausgewählten Səmra Rəhimli zumindest in der Studiofassung makellos dargeboten. Ein Stück, das man wunderbar nebenbei hören kann, das keinesfalls stört oder aufregt, für das ich weder eine tiefe Abneigung noch eine besondere Begeisterung empfinden kann. Oder anders ausgedrückt: kompetente Langeweile, so wie circa 95% der diesjährigen Beiträge. ‚Miracle‘ gehört im Meer des Midtemposeichs immerhin zu den besseren Songs, bietet es doch einen angenehmen Schub und eine saftige Hookline. Es dürfte dem Land am Kaspischen Meer berechtiger Weise ein erneutes Top-Ten-Ergebnis bescheren. Und steigert gleichzeitig doch nur meine nostalgische Sehnsucht nach der guten alten Zeit™, als der Grand Prix noch vor schrägen, abgefahrenen, kitschigen, peinlichen, unmodernen Nummern nur so barst, die ich allesamt mehr in mein Herz geschlossen habe als das diesjährige Feld des zeitgemäß Sicheren, der 50 Shades of meh™.

Wunder gibt es immer wieder. Dies gehört nicht dazu

Im Finale ist Aserbaidschan natürlich eh. Aber spielt Semra auch um den Sieg mit?

  • Nein. Das ist ganz gut, aber es hebt sich kein bisschen aus dem Immergleichen des 2016er Feldes heraus. Das geht unter. (56%, 44 Votes)
  • Ja, sicher. Das ist perfekt produzierter Schwedenpop und gehört zu den besten Beiträgen des Jahrgangs. (44%, 35 Votes)

Total Voters: 79

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3 thoughts on “Aserbaidschan 2016: fifty Shades of meh

  1. Wieder einmal sehr viel Plastik. Sehr viel Plastik in diesem jahr, das fällt sogar das Fake-Hand-Made-Lied von Frans positiv heraus. Wobei das deutsche Plastik bewusst Plastik sein will und das auch überzeugend verkörpert.

  2. So viele Songs klingen dieses Jahr gleich….Frans, Jamie und Just fallen hier doch aus dem Einheitsrahmen hinaus….

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