Montenegro 2016: on the Highway to Hell

Vor wenigen Minuten veröffentlichte die montenegrinische Band Highway ihren Beitrag für Stockholm mit dem Titel ‚The real Thing‘. Und ich will es mal so sagen: es ist kein klassischer Grand-Prix-Song. Menschen, die von dieser Art von Musik mehr verstehen als ich, warfen das Label „Stoner Pop Rock“ in den Ring, was ich mangels besserer oder schlechterer Kenntnis mal so stehen lassen möchte. Aus Laiensicht beschrieben, beginnt es mit einem vielversprechenden, bretternden Gitarrenriff und einem begleitenden heiseren Schrei. Für die ersten 20 Sekunden bin ich angenehm überrascht und durchaus angetan. Dann treten die vier Jungs kurz auf die Bremse und singen den ersten Vers über einem leicht sphärischen Sound. Bis hierhin hoffe ich noch, dass sie uns nur eine kurze Erholungspause gönnen wollen und uns gleich einen brutal harten Refrain um die Ohren hauen. Der besteht dann aber lediglich aus einem wenig überzeugenden „Feel it / I’m the real Thing / Yeah“ und halbherzigem Gitarrengenudel. Die Brücke zur Halbzeitmarke wartet mit etwas Dubstep auf und knüpft so an das unvergessene ‚Igranka‘ (ME 2013) an. Anschließend müssen wir nochmals die okaye Strophe und den mauen Refrain über uns ergehen lassen, bevor der Gitarrenriff uns aus der Nummer entlässt. Für Schlagerschwestern mag ‚The real Thing‘ radikal klingen, und den ersten Reaktionen in den sozialen Netzwerken nach zu urteilen, schlägt dem Beitrag aus Fankreisen blankes Entsetzen entgegen. Was mich quasi automatisch dazu veranlasst, den Titel mögen zu wollen. Um so ärgerlicher, dass die – im Übrigen zu drei Vierteln äußerst nett anzuschauenden – Jungs von Highway das praktisch verunmöglichen, weil die Nummer (die mir natürlich tausendmal lieber ist als all der Seich aus Dänemark, Malta und so weiter) zwischendrin so stark abbaut. Dennoch: großen Respekt für das kleine Balkanland, das mit dem intern ausgewählten Beitrag mal wieder voll auf Risiko spielt. Davon brauchen wir mehr beim Contest – beim nächsten Mal dann vielleicht wirklich ‚The real Thing‘.

„Inside you“ möchten sich Highway aufhalten – aber jederzeit gerne! (ME)

Hat Montenegro mit 'The real Thing' eine Chance aufs Finale?

  • Ich find's geil, aber natürlich haben sie damit null Chance. Dennoch: Respekt! (37%, 32 Votes)
  • Mit diesem Krach? Das ist quasi eine versuchte Vergewaltigung! Niemals! (28%, 24 Votes)
  • Klar. Das ist anders als alles andere im Semi, das sticht heraus. Positiv. (20%, 17 Votes)
  • Für OGAYer mag das hart klingen, für Genre-Fans ist es fad. Setzt sich zwischen alle Stühle. (16%, 14 Votes)

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1 Gedanke zu “Montenegro 2016: on the Highway to Hell

  1. Gefällz mir an sich recht gut. Allerdings hast Du leider recht damit, dass die im Intro aufgebauten Erwartungen im Rest des Songs nicht so ganz erfüllt werden, da er die Spannung nicht halten kann und dann recht nichtssagend dahinplätschert. Trotzdem momentan noch in meinen Top 10 (Platz 7), man freut sich ja schon an kleinen Dingen.

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