EBU kommt zur Ver­nunft: der Flag­gen­bann ist auf­ge­ho­ben

Nach “kon­struk­ti­ven Gesprä­chen mit eini­gen Dele­ga­tio­nen” (lies: nach hef­ti­gem Druck sei­tens der Län­der­ver­tre­ter) hat die EBU sich heu­te ent­schie­den, den unlängst erlas­se­nen und erhitzt debat­tier­ten Bann für bestimm­te Flag­gen wie­der auf­zu­he­ben, wie die Orga­ni­sa­to­ren heu­te Mit­tag auf dem offi­zi­el­len Face­book-Account der Show ver­mel­de­ten. Ursprüng­lich woll­te man den Fans das Mit­brin­gen und Her­um­schwen­ken “umstrit­te­ner” Fah­nen ver­bie­ten, wie bei­spiels­wei­se die des Koso­vo. Anstatt, wie erhofft, mit die­sem Schritt poli­ti­sche Debat­ten zu unter­bin­den, erreich­te die EBU aber natür­lich das genaue Gegen­teil: nicht nur die Fans fühl­ten sich bevor­mun­det und reagier­ten erbost, auch etli­che offi­zi­el­le Stel­len beschwer­ten sich. So bei­spiels­wei­se die spa­ni­sche Regie­rung, die gegen das Ver­bot der bas­ki­schen Fah­ne pro­tes­tier­te. In der heu­ti­gen Erklä­rung nen­nen die Orga­ni­sa­to­ren expli­zit die wali­si­sche und die sami­sche Flag­ge – hier hat­ten die bri­ti­sche und die nor­we­gi­sche Euro­vi­si­ons-Dele­ga­ti­on jeweils ihr Veto ein­ge­legt. Des­wei­te­ren sei­en natür­lich, wie bereits im Zuge des Ban­nes ver­kün­det, die Fah­nen sämt­li­cher UN-Mit­glieds­staa­ten erlaubt, sowie die euro­päi­sche Flag­ge und die Regen­bo­gen­fah­ne. Bei allen hier­un­ter nicht zu ver­or­ten­den Län­der­lap­pen wol­le man aber nun “Tole­ranz” wal­ten las­sen, solan­ge die Fans im Gegen­zug die “unpo­li­ti­sche Natur” (ja, genau, haben wir gera­de gese­hen) des Con­tests respek­tier­ten und nicht ver­such­ten, die Sicht für die TV-Kame­ras absicht­lich zu blo­ckie­ren. Mit ande­ren Wor­ten: fak­tisch ist der Bann wie­der auf­ge­ho­ben. Gut so!

Einen herz­li­chen Gruß an “alle Jungs aller Far­ben und Flag­gen” ent­sand­te Jugo­sla­wi­ens Ver­tre­ter Ivan im Jah­re 1969. Dem schließt sich nun auch die EBU (wie­der) an

 

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