Kleiderkatastrophen und Gänsehaut: die Proben zum zweiten Semi 2016

Und weiter geht’s mit der noch ausstehenden Kommentierung zu den ersten Probedurchläufen des zweiten Semifinales. Der Lette Justs darf dieses mit seinem von der Vorjahresteilnehmerin Aminata geschriebenen Elektrokracher ‚Heartbeat‘ eröffnen, ebenso wie die Proben am Mittwoch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Bloggern eintrug, sich im dritten Durchgang dann aber stimmlich bemerkbar machte. Haushalten mit den Kräften ist hier die Devise! Leider müssen wir erneut auf den Riga-Biber verzichten, ansonsten gibt es eine visuell etwas aufgebügelte Version des Vorentscheidungsauftritts, was auch gut funktioniert. Nur die Paola-Gedächtnis-Föhnwelle von Justs stört mich nach wie vor. Kann man den nicht zwangsfrisieren? Gewagte modische Statements auch von Michał Szpak: der Pole absolvierte seine erste Probe in einer uniquen, ärmellosen, silbernen Jacke, die er in den folgenden Durchgängen ablegte, um uns mit einem schwarzen Tanktop zu erfreuen. Sieht man an unaufgepumpten, langhaarigen Dauerwellenträgern ja sonst eher selten! Lustig: drei seiner Backings sind als Violinistinnen getarnt, der ersten fehlte allerdings zunächst das Instrument, so dass sie einen kleinen Maraaya-Luftgeigen-Moment (SI 2015) improvisieren musste. Damit wir dem Schwulst seines Textes nicht entfliehen können, werden die Keywords von ‚Color of your Life‘ auf dem Bühnenhintergrund eingeblendet. Muss das denn sein?

Wer hat die Geige geklaut? (PL)

Die Schweiz liegt ja nicht nur bei mir, sondern in so gut wie allen Fan-Umfragen auf dem hintersten Platz im zweiten Semi. Wenn schon Letzte, dann wenigstens einen bleibenden visuellen Eindruck hinterlassen, mag sich Rykka wohl gedacht haben und tauschte das künstliche Marylin-Monroe-Blond aus der Großen Entscheidungsshow gegen – ich lüge nicht! – blaugraue Locken. Dazu trägt sie ein schwarzes Glitzertop und ein Höschen in der gleichen Farbe. Was man sieht, weil sie sich für einen durchsichtigen Rock aus Polyethylenfolie entschieden hat, wie sie auch für Müllbeutel Verwendung findet. Für Schuhe reichte das Budget dann nicht mehr. Im Sturm der Windmaschine steht sie beständig in den Knien wippend da, was unweigerlich den Eindruck einer stark verkühlten Blase und den daraus resultierenden dringlichen Bedürfnissen hervorruft. Im weiteren Verlauf quillt dann noch Dampf aus ihren Achselhöhlen hervor – das Mädel sollte wirklich dringend mal zum Arzt! Besser läuft es für Hovi Star aus Israel, der im schlichten schwarzen Anzug auftritt – mit einem glitzersteinbesetzten T-Shirt drunter. Natürlich spielen bei ‚Made of Stars‘ die Sterne eine prominente Rolle im Backdrop, und schließlich zieht ein Pärchen in einem Rhönrad noch eine kleine Show im Bühnenhintergrund ab. Wirkt nach den beiden optischen Prüfungen davor beruhigend dezent und fast schon seriös.

Elvis im Zuschauerraum schaut auch schon völlig verstört drein – kein Wunder! (CH)

Am Mittwoch erfuhren wir dann endlich die mit Spannung erwartete Auflösung der Frage, ob der Weißrusse Ivan, wie unablässig verkündet, nackt und in Begleitung von echten Wölfen auf der Eurovisionsbühne zu sehen sein wird? Und die Antwort lautet: jein. Wie schon erwartet, löste man das Problem mit dem Veto der EBU auf digitale Weise: der Auftritt beginnt mit einem Hologramm des unbekleideten Belarussen und seiner tierischen Begleiter, welches sich dann in Rauch auflöst, aus dem der angezogene und mit Kriegsbemalung versehene Sänger in Person hervortritt. In einem komplett beigefarbenen Outfit! Auch die nächsten drei Minuten sind gefüllt mit ständigen visuellen Spielereien rund um Ivan und den virtuellen Isegrim. Sowie, ganz zum Schluss, einem Beanie Baby. Fragt mich nicht, warum! ‚Help you fly‘, der Song, gerät dahinter fast in Vergessenheit, und das ist auch ganz gut so. Dennoch fragt man sich: was soll das alles? Im Gegensatz zur serbischen Darbietung: Sanja Vučić hat mit medikamentöser Hilfe die schlimmen Zuckungen aus ihrem Vorschauvideo weitestgehend unter Kontrolle bekommen und bietet nun eine durchchoreografierte, deutlich dezentere Performance, begleitet von ihrem vierköpfigen weiblichen Gospelchor und einem männlichen Tänzer, den sie mehrfach wegstößt, weil er offensichtlich den im Songtext beschriebenen gewalttätigen Mann darstellt, den Sanja verlassen möchte (‚Goodbye‘). Sie steht in einem Laserlichtkegel wie weiland Sanna Nielsen (SE 2014), der hier das Beziehungsgefängnis symbolisiert und der sich am Ende auflöst. Damit ist sie sicher im Finale.

Und noch immer keine Antwort auf die Frage: für was steht ZAA? (RS)

Ojeh, Irland. Es erstaunt ja schon ein wenig, dass jemand wie Nicky Byrne, der seit vielen Jahren seinen Lebensunterhalt mit Gesang bestreitet, diese Kunst so wenig beherrscht. Natürlich soll man bei den ersten Stellproben den Fokus nicht so sehr auf die Stimme legen, aber das war wirklich erbärmlich. Fraglich auch die Entscheidung, Nickys Lederjacke farblich auf den Backdrop und das dort dominierende Orange abzustimmen. Es gibt hierfür nur ein Wort: Carcrash. Kurz abhandeln lässt sich auch Kaliopis Auftritt: schlicht, aber würdevoll. Die mazedonische Diva steht einfach da und singt, begleitet von vier im Hintergrund agierenden weiblichen Backings. Es gibt einen dezenten Backdrop, ansonsten fokussiert die Regie auf Kaliopis Charisma. Und das scheint selbst bei stimmlich angezogener Handbremse und trotz kimonoartigem Probendress durch. Im Sakis-Rouvas-Modus (GR 2004, 2009) befindet sich hingegen Donny Montell (LT 2012, 2016). Er hat ein kleines Trampolin mitgebracht, das er als Absprungbasis für einen Überschlag nutzt, wenn auch erst im dritten Durchgang. Dort trägt er dann auch eine schneeweiße Fleece-Weste über der schlichten Jeans-und-Shirt-Kombi – war ihm kalt oder soll sie für Projektionen genutzt werden? Ansonsten gibt es Tanzbewegungen und mit der Beleuchtung synchronisiertes Fingerschnippen, was cool aussieht. Die Backings sind hinter der Bühne versteckt. In diesem äußerst schwachen Semi sollte das locker für die Qualifikation reichen.

Trotz dickem Heizungsgerippe vor der Bühne: Donny scheint zu frösteln (LT)

Locker für die Qualifikation reicht es auch für die Australierin Dami Im. Wenn nicht gar für den Gesamtsieg, sollten sich Televoter und Jurys bei Sergey Lazarev uneins sein. Auch wenn ich mit ihrer Schreiballade ‚Sound of Silence‘ nichts anfangen kann – handwerklich ist das sehr gut gemacht. Und die Präsentation! Dami sitzt beziehungsweise liegt auf einem glitzernden Podest in Bühnenmitte und spielt mit Hologrammen (gibt es eigentlich noch irgendeinen Beitrag, in dem diese nicht vorkommen?). Zum Songfinale hievt ein Helfer sie dort herunter, damit sie ihr zauberhaftes, strassbesetztes Sissi-Kleid, das sicherlich drei Viertel der weiblichen und der schwulen Zuschauerinnen entzückt aufquieken lässt, im Strom der Windmaschine wehen lassen und zum letzten Jodeln ansetzen kann. Funktioniert. Blau und rot sind die dominierenden Farben während der slowenischen Auftritts. Kein Wunder, heißt der Song doch ‚Blue and red‘. ManuElla steht relativ statisch da, führt allerdings öfters mal die Hände zum Gebet (um Punkte?) vor ihrem Busen zusammen, der im weißen Schnürkleid ordentlich zur Geltung kommt. Um auch für die nicht heterosexuellen Fans (bzw. die Hetero-Frauen) was zu bieten, stößt später noch ein sehr ansehnlicher, oberkörperfreier Trapezkünstler hinzu, der ganz erfolgreich von der musikalischen Einfallslosigkeit des Titels ablenkt. Ein bisschen Koordination braucht’s aber noch für das gigantische Feuerwerk, dass die Slowenen im letzten Probendurchgang abfackeln und dabei den Tänzer fast versengen.

Hat so ein bisschen was von Blondie meets Tron: Polis Bühnenoutfit (BG)

Sensationelles Bühnenoutfit, das Poli Genova trägt: ein schwarzer Lederdress mit langer Schleppe und vorne eingelassenen, hautfarbenen Längs- sowie weißen Querstreifen. Macht einen schlanken Fuß, sieht allerdings teils auch etwas verstörend aus, wenn Poli darin den Drunken Russian tanzt, also in X-Bein-Haltung geht. Aber auf eine gute Art verstörend! Bis zu zehn virtuelle Tänzer begleiten sie synchron auf der Videoleinwand, und ganz am Schluss kommen auch noch ihre fünf echten Backings aus dem Hintergrund hervor. Poli, die außerdem einen gigantischen Ohrring und weitere Applikationen in Form eines Beschleunigungspfeiles trägt, hat erkennbar Spaß auf der Bühne. Und das mit gutem Grund, dürfte ihr Song ‚If Love was a Crime‘ mit dem interessanten Refrainpart „I’m a Loofah“ („Ich bin ein Badeschwamm“) die Bulgaren nicht nur sicher ins Finale, sondern vermutlich auch unter die ersten Fünf bringen. Anders als die Dänen, die zuletzt ja stets im Jahr nach den Schweden siegten. Diesmal sicher nicht: die Jungs von Lighthouse X kämpften bei ihrer ersten Proben nicht nur permanent mit den Tücken der Technik und der – nunja – Choreografie, sondern versemmelten auch ihren – nicht sonderlich anspruchsvollen – Gesang. Zudem: beleuchtete Mikrofonständer sind so was von 2004 und funktionierten schon für Kate Ryan (BE 2006) nicht mehr…

Simply the Best: Jamala (UA)

Applaus in der Halle und Zuspruch zuhauf für die Probe von Jamala. Ihr Song ‚1944‘ teilt die Fans zwar in zwei Lager: die einen sehen – wie ich – grandiose Kunst in höchster Vollendung, die anderen hören disharmonisches, deprimierendes Gekreische mit unerwünschtem politischen Anspruch. Einigkeit besteht aber über die Gelungenheit der Präsentation: die Ukrainerin trat zur Probe Gott sei Dank nicht in einem der in einem Wettbewerb vorgestellten sechs Kleiderungetüme an, sondern in einem sehr dezenten schwarzen Lederteil mit langem Rock (allerdings nur, weil die Teile noch im Zoll hingen. Beim TV-Auftritt ist Schlimmes zu befürchten). Sie agiert mit dem Hintergrundbild, das die Gänsehaut-Parts ihres Songs mit spektakulären, aber nicht übertriebenen Farbeffekten auf das Eindrücklichste unterstützt. Dass sie stimmlich alle Anderen locker an die Wand singt, braucht gar keine weitere Erwähnung mehr. Mein Siegersong 2016, und wenn sie nicht unter den ersten Sechs ist, fress ich meinen Hut! Nachdem der ursprünglich für dieses Semi vorgesehene Rumäne Ovidiu Anton wegen der Schulden seines Landes bekanntlich nicht durfte, war die bange Frage, ob die Norwegerin Agnete denn könnte – die Sängerin leidet unter starken Depressionen und hatte sämtliche Promo-Auftritte im Vorfeld des Wettbewerbs abgesagt, einschließlich der Pressekonferenzen in Stockholm. Zur Probe erschien sie aber und absolvierte diese auch bravourös: im gleichen weißen Makramee-Kleid aus dem MGP und mit einer jetzt nicht mehr in einer Teleportationskabine, sondern auf einem kleinen Podest stehenden, in den wildesten Zuckungen agierenden Begleittänzerin. Auch ihr Song spaltet: viele mögen die starke Elektro-Ballade, andere – wie ich – hassen den Tempowechsel vor dem Refrain. Wie bei Jamala stimmen die Meisten aber auch hier überein: an der Performance gibt es nichts zu mäkeln.

Nordischer Eisblock oder Eisbrecher? (NO)

Tief in die visuelle Trickkiste greifen die Georgier. Während Nika Kocharov und seine Young Georgian Lolitaz einen klassisch langweiligen Rockband-Auftritt hinlegen, dreht die Bildregie mit verzerrten Spiegelungen (ähnlich wie im Spiegelkabinett auf Jahrmärkten) auf. Und zum Break bricht ein Lichtgewitter über uns herein, das empfindlicheren Seelen vor Schreck die Augäpfel herausspringen lässt. Zu sperrig fürs Finale bleibt das trotzdem. Eine einheitliche Tendenz bei allen beobachtenden Bloggern ruft der albanische Beitrag hervor: Langeweile pur! Eneda steht zur Salzsäule erstarrt auf der Bühne und bewegt sich keinen Millimeter; der Song plätschert vor sich hin, ohne groß zu stören, aber auch, ohne irgendjemand zu begeistern. Und es gibt noch nicht mal Tänzer oder Hologramme zur Ablenkung. Während dieser drei Minuten dürften kommenden Donnerstag europaweit die Toilettenspülungen rauschen. Willkommene Aufmunterung liefert schließlich und endlich die putzige Belgierin Laura Tesoro und ihre fantastische Tanztruppe. Die Fünf haben augenscheinlich nicht nur vor, sondern auch nach dem EurosongFinale kontinuierlich geprobt und legen nun eine locker-flockige, hübsch anzuschauende und perfekt zu ihrem Siebziger-Funk-Disco-Sound-Teppich passende Choreografie hin, die einfach nur Spaß macht. Da nimmt man leichtere stimmliche Schwächen gar nicht übel. Laura profitiert enorm vom Startplatz und der vielen eher düsteren bis drögen Titel davor. Sicher im Finale!

Warum schwenkt Laura hier ein gelbes Hanky? Steht sie auf Wassersport? (BE)

Und damit sind die ersten Probendurchgänge für die beiden Semis geschafft. Am heutigen Freitag starten die Stockholm bereits die zweiten Durchläufe und verschaffen uns sicher noch bessere Einblicke. So lange gelten vorbehaltlich meine untenstehenden, aktualisierten und wie immer vermutlich meilenweit nebendran liegenden Einschätzungen (a:Tipp beinhaltet meine Vorhersage für das Ergebnis, die ersten zehn sehe ich also im Finale, a:Platz beinhaltet meine persönlichen Lieblinge).

aufrechtgehn.de-Wertung und Vorhersage für das 2. Semifinale 2016

Eurovision Song Contest 2016 - Zweites Semifinale. Donnerstag, 12. Mai 2016, aus dem Globen in Stockholm, Schweden. 19 Teilnehmer, Moderation: Petra Mede + Måns Zelmerlöw. (Stand der Vorhersage: 06.05.2016)
#LandInterpretTitela: Platza: TippErgebnis
01LVJusts SirmaisHeartbeat040308
02PLMichał SzpakColor of your Love101206
03CHRykkaThe Last of our Kind181818
04ILHovi StarMade of Stars060907
05BYAlexander IvanovHelp you fly151712
06RSSanja VučićGoodbye (Shelter)111010
07IENicky ByrneSunlight091515
08MKKaliopi BukleDona030811
09LTDonny MontellI've been waiting for this Night080704
10AUDami ImSound of Silence130101
11SIManuElla BrečkoBlue and red161614
12BGPoli GenovaIf Love was a Crime020405
13DKLighthouse XSoldiers of Love171317
14UAJamala1944010202
15NOAgnete JohnsenIcebreaker140513
16GENika Kocharov + Young Georgian LolitazMidnight Gold071409
17ALEneda TarifaFairytale121116
18BELaura TesoroWhat's the Pressure050603

6 Kommentare zu „Kleiderkatastrophen und Gänsehaut: die Proben zum zweiten Semi 2016

  1. „Schließlich zieht ein Pärchen in einem Rhönrad noch eine kleine Show im Bühnenhintergrund ab. Wirkt nach den beiden optischen Prüfung davor beruhigend dezent und fast schon seriös.“
    Sehr treffend 🙂

    Seit wann dürfen denn eigentlich die Background-Sänger hinter der Bühne stehen? Das war doch früher nicht so. Diese Entwicklung der „optischen Träuschungen“ gefällt mir gar nicht.

  2. Doch, das war schon immer erlaubt. Gerade die Briten haben schon immer gerne ihre Chorsänger/innen hinter der Bühne versteckt. Sogar beim Vorentscheid – in den Fibeln von Gordon Roxborough über den Song for Europe kommt der Zusatz „OOV (out of vision)“ schon in den Sechzigern und Siebzigern regelmäßig vor. In den Neunzingern war u.a. Hazel Dean („Searchin'“, die Älteren werden sich erinnern) beim ESC im Einsatz, aber hinter der Wand. Auch Alex Panayi stand im Dunkeln, als er Sakis Rouvas 2009 beim Leadgesang „unterstützte“. Dieses Jahr ist es aber tatsächlich sehr auffällig, wie viele Länder ihre Backings verstecken. Ich finde das auch etwas befremdlich, vor allem bei Songs, wo man den Chorgesang ja auch deutlich wahrnimmt.

  3. 1984 (meine ich) hat doch Großbritannien sogar Ärger deswegen bekommen?
    Hazel Dean sieht man 1991 z.B. immerhin ganz hinten stehen und 2009 bei Sakis kann man auch eine Person rechts erahnen, aber bei Aserbaidschan oder Schweden 2015 z.B. sieht man NIEMANDEN. Und ich vermute, das wird dieses Jahr so weitergehen…

  4. In drei Jahren spätestens, wenn Schweden das nächste Mal gewinnt, kommt dann der Chor eh vom Band 🙁

  5. Das mit den Chorstimmen vom Band wird sicher kommen, fürchte ich auch. Vor allem, wenn die antiquierte Sechs-Personen-Regel nicht endlich fällt. Die Ansprüche der Zuschauer steigen nun mal ständig, sowohl an die visuelle Präsentation, die zum Videoclip konkurrenzfähig sein muss, als auch an den Gesang. Der in Zeiten von Autotune ja ohnehin nur ein weiteres, beliebig elektronisch reproduzierbares und veränderbares Instrument ist – so, wie seit dem Synthesizer niemand mehr zwingend ein Instrument beherrschen muss, um Pop zu machen, muss heute auch niemand mehr wirklich gut singen können, um einen Hit einzuspielen. Außer beim ESC, das geht irgendwann nicht mehr zusammen. Vor allem, wenn die Künstler (und Backings) gleichzeitig tanzen und singen sollen. Da ich aber das Teilplayback auf gar keinen Fall möchte, wäre aus meiner Sicht die Freigabe der Personenbegrenzung jetzt wirklich dringend nötig, um Schlimmeres zu verhindern.

    Die Briten wurden, soweit mir bekannt ist, 1984 vom Saalpublikum zwar ausgebuht, aber nicht wegen der versteckten Chorsängerinnen, sondern wegen einer noch nicht so lange zurückliegenden Gewaltorgie britischer Hooligans beim einem Fußballspiel in Luxemburg.

  6. Die gute Poli Genova aus Bulgarien ist so gar kein Badeschwamm (I’m a loofah) sondern singt vielmehr in Ihrer Landeswährung. Daj mi ljubav (oder so…) und verlangt damit: „..gib mir Liebe“ Na denn mal los. Meine hatt’se

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