Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

Und wei­ter geht’s mit der noch aus­ste­hen­den Kom­men­tie­rung zu den ers­ten Pro­be­durch­läu­fen des zwei­ten Semi­fi­na­les. Der Let­te Justs darf die­ses mit sei­nem von der Vor­jah­res­teil­neh­me­rin Ami­na­ta geschrie­be­nen Elek­tro­kra­cher ‘Heart­beat’ eröff­nen, eben­so wie die Pro­ben am Mitt­woch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Blog­gern ein­trug, sich im drit­ten Durch­gang dann aber stimm­lich bemerk­bar mach­te. Haus­hal­ten mit den Kräf­ten ist hier die Devi­se! Lei­der müs­sen wir erneut auf den Riga-Biber ver­zich­ten, ansons­ten gibt es eine visu­ell etwas auf­ge­bü­gel­te Ver­si­on des Vor­ent­schei­dungs­auf­tritts, was auch gut funk­tio­niert. Nur die Pao­la-Gedächt­nis-Föhn­wel­le von Justs stört mich nach wie vor. Kann man den nicht zwangs­fri­sie­ren? Gewag­te modi­sche State­ments auch von Mich­ał Szpak: der Pole absol­vier­te sei­ne ers­te Pro­be in einer uni­quen, ärmel­lo­sen, sil­ber­nen Jacke, die er in den fol­gen­den Durch­gän­gen ableg­te, um uns mit einem schwar­zen Tank­top zu erfreu­en. Sieht man an unauf­ge­pump­ten, lang­haa­ri­gen Dau­er­wel­len­trä­gern ja sonst eher sel­ten! Lus­tig: drei sei­ner Backings sind als Vio­li­nis­tin­nen getarnt, der ers­ten fehl­te aller­dings zunächst das Instru­ment, so dass sie einen klei­nen Mar­aa­ya-Luft­gei­gen-Moment (SI 2015) impro­vi­sie­ren muss­te. Damit wir dem Schwulst sei­nes Tex­tes nicht ent­flie­hen kön­nen, wer­den die Key­wor­ds von ‘Color of your Life’ auf dem Büh­nen­hin­ter­grund ein­ge­blen­det. Muss das denn sein?

Wer hat die Gei­ge geklaut? (PL)

Die Schweiz liegt ja nicht nur bei mir, son­dern in so gut wie allen Fan-Umfra­gen auf dem hin­ters­ten Platz im zwei­ten Semi. Wenn schon Letz­te, dann wenigs­tens einen blei­ben­den visu­el­len Ein­druck hin­ter­las­sen, mag sich Rykka wohl gedacht haben und tausch­te das künst­li­che Mary­lin-Mon­roe-Blond aus der Gro­ßen Ent­schei­dungs­show gegen – ich lüge nicht! – blau­graue Locken. Dazu trägt sie ein schwar­zes Glit­zer­top und ein Hös­chen in der glei­chen Far­be. Was man sieht, weil sie sich für einen durch­sich­ti­gen Rock aus Poly­ethy­len­fo­lie ent­schie­den hat, wie sie auch für Müll­beu­tel Ver­wen­dung fin­det. Für Schu­he reich­te das Bud­get dann nicht mehr. Im Sturm der Wind­ma­schi­ne steht sie bestän­dig in den Kni­en wip­pend da, was unwei­ger­lich den Ein­druck einer stark ver­kühl­ten Bla­se und den dar­aus resul­tie­ren­den dring­li­chen Bedürf­nis­sen her­vor­ruft. Im wei­te­ren Ver­lauf quillt dann noch Dampf aus ihren Ach­sel­höh­len her­vor – das Mädel soll­te wirk­lich drin­gend mal zum Arzt! Bes­ser läuft es für Hovi Star aus Isra­el, der im schlich­ten schwar­zen Anzug auf­tritt – mit einem glit­zer­stein­be­setz­ten T-Shirt drun­ter. Natür­lich spie­len bei ‘Made of Stars’ die Ster­ne eine pro­mi­nen­te Rol­le im Back­drop, und schließ­lich zieht ein Pär­chen in einem Rhön­rad noch eine klei­ne Show im Büh­nen­hin­ter­grund ab. Wirkt nach den bei­den opti­schen Prü­fun­gen davor beru­hi­gend dezent und fast schon seri­ös.

Elvis im Zuschau­er­raum schaut auch schon völ­lig ver­stört drein – kein Wun­der! (CH)

Am Mitt­woch erfuh­ren wir dann end­lich die mit Span­nung erwar­te­te Auf­lö­sung der Fra­ge, ob der Weiß­rus­se Ivan, wie unab­läs­sig ver­kün­det, nackt und in Beglei­tung von ech­ten Wöl­fen auf der Euro­vi­si­ons­büh­ne zu sehen sein wird? Und die Ant­wort lau­tet: jein. Wie schon erwar­tet, lös­te man das Pro­blem mit dem Veto der EBU auf digi­ta­le Wei­se: der Auf­tritt beginnt mit einem Holo­gramm des unbe­klei­de­ten Bela­rus­sen und sei­ner tie­ri­schen Beglei­ter, wel­ches sich dann in Rauch auf­löst, aus dem der ange­zo­ge­ne und mit Kriegs­be­ma­lung ver­se­he­ne Sän­ger in Per­son her­vor­tritt. In einem kom­plett beige­far­be­nen Out­fit! Auch die nächs­ten drei Minu­ten sind gefüllt mit stän­di­gen visu­el­len Spie­le­rei­en rund um Ivan und den vir­tu­el­len Ise­grim. Sowie, ganz zum Schluss, einem Bea­nie Baby. Fragt mich nicht, war­um! ‘Help you fly’, der Song, gerät dahin­ter fast in Ver­ges­sen­heit, und das ist auch ganz gut so. Den­noch fragt man sich: was soll das alles? Im Gegen­satz zur ser­bi­schen Dar­bie­tung: San­ja Vučić hat mit medi­ka­men­tö­ser Hil­fe die schlim­men Zuckun­gen aus ihrem Vor­schau­vi­deo wei­test­ge­hend unter Kon­trol­le bekom­men und bie­tet nun eine durch­cho­reo­gra­fier­te, deut­lich dezen­te­re Per­for­mance, beglei­tet von ihrem vier­köp­fi­gen weib­li­chen Gos­pel­chor und einem männ­li­chen Tän­zer, den sie mehr­fach weg­stößt, weil er offen­sicht­lich den im Song­text beschrie­be­nen gewalt­tä­ti­gen Mann dar­stellt, den San­ja ver­las­sen möch­te (‘Good­bye’). Sie steht in einem Laser­licht­ke­gel wie wei­land San­na Niel­sen (SE 2014), der hier das Bezie­hungs­ge­fäng­nis sym­bo­li­siert und der sich am Ende auf­löst. Damit ist sie sicher im Fina­le.

Und noch immer kei­ne Ant­wort auf die Fra­ge: für was steht ZAA? (RS)

Ojeh, Irland. Es erstaunt ja schon ein wenig, dass jemand wie Nicky Byr­ne, der seit vie­len Jah­ren sei­nen Lebens­un­ter­halt mit Gesang bestrei­tet, die­se Kunst so wenig beherrscht. Natür­lich soll man bei den ers­ten Stell­pro­ben den Fokus nicht so sehr auf die Stim­me legen, aber das war wirk­lich erbärm­lich. Frag­lich auch die Ent­schei­dung, Nickys Leder­ja­cke farb­lich auf den Back­drop und das dort domi­nie­ren­de Oran­ge abzu­stim­men. Es gibt hier­für nur ein Wort: Car­crash. Kurz abhan­deln lässt sich auch Kalio­pis Auf­tritt: schlicht, aber wür­de­voll. Die maze­do­ni­sche Diva steht ein­fach da und singt, beglei­tet von vier im Hin­ter­grund agie­ren­den weib­li­chen Backings. Es gibt einen dezen­ten Back­drop, ansons­ten fokus­siert die Regie auf Kalio­pis Cha­ris­ma. Und das scheint selbst bei stimm­lich ange­zo­ge­ner Hand­brem­se und trotz kimo­no­ar­ti­gem Pro­ben­dress durch. Im Sakis-Rou­vas-Modus (GR 2004, 2009) befin­det sich hin­ge­gen Don­ny Montell (LT 2012, 2016). Er hat ein klei­nes Tram­po­lin mit­ge­bracht, das er als Absprung­ba­sis für einen Über­schlag nutzt, wenn auch erst im drit­ten Durch­gang. Dort trägt er dann auch eine schnee­wei­ße Fleece-Wes­te über der schlich­ten Jeans-und-Shirt-Kom­bi – war ihm kalt oder soll sie für Pro­jek­tio­nen genutzt wer­den? Ansons­ten gibt es Tanz­be­we­gun­gen und mit der Beleuch­tung syn­chro­ni­sier­tes Fin­ger­schnip­pen, was cool aus­sieht. Die Backings sind hin­ter der Büh­ne ver­steckt. In die­sem äußerst schwa­chen Semi soll­te das locker für die Qua­li­fi­ka­ti­on rei­chen.

Trotz dickem Hei­zungs­ge­rip­pe vor der Büh­ne: Don­ny scheint zu frös­teln (LT)

Locker für die Qua­li­fi­ka­ti­on reicht es auch für die Aus­tra­lie­rin Dami Im. Wenn nicht gar für den Gesamt­sieg, soll­ten sich Tel­e­vo­ter und Jurys bei Ser­gey Laza­rev uneins sein. Auch wenn ich mit ihrer Schreibal­la­de ‘Sound of Silence’ nichts anfan­gen kann – hand­werk­lich ist das sehr gut gemacht. Und die Prä­sen­ta­ti­on! Dami sitzt bezie­hungs­wei­se liegt auf einem glit­zern­den Podest in Büh­nen­mit­te und spielt mit Holo­gram­men (gibt es eigent­lich noch irgend­ei­nen Bei­trag, in dem die­se nicht vor­kom­men?). Zum Song­fi­na­le hievt ein Hel­fer sie dort her­un­ter, damit sie ihr zau­ber­haf­tes, strass­be­setz­tes Sis­si-Kleid, das sicher­lich drei Vier­tel der weib­li­chen und der schwu­len Zuschaue­rin­nen ent­zückt auf­quie­ken lässt, im Strom der Wind­ma­schi­ne wehen las­sen und zum letz­ten Jodeln anset­zen kann. Funk­tio­niert. Blau und rot sind die domi­nie­ren­den Far­ben wäh­rend der slo­we­ni­schen Auf­tritts. Kein Wun­der, heißt der Song doch ‘Blue and red’. Manu­El­la steht rela­tiv sta­tisch da, führt aller­dings öfters mal die Hän­de zum Gebet (um Punk­te?) vor ihrem Busen zusam­men, der im wei­ßen Schnür­kleid ordent­lich zur Gel­tung kommt. Um auch für die nicht hete­ro­se­xu­el­len Fans (bzw. die Hete­ro-Frau­en) was zu bie­ten, stößt spä­ter noch ein sehr ansehn­li­cher, ober­kör­per­frei­er Tra­pez­künst­ler hin­zu, der ganz erfolg­reich von der musi­ka­li­schen Ein­falls­lo­sig­keit des Titels ablenkt. Ein biss­chen Koor­di­na­ti­on braucht’s aber noch für das gigan­ti­sche Feu­er­werk, dass die Slo­we­nen im letz­ten Pro­ben­durch­gang abfa­ckeln und dabei den Tän­zer fast ver­sen­gen.

Hat so ein biss­chen was von Blon­die meets Tron: Polis Büh­nen­out­fit (BG)

Sen­sa­tio­nel­les Büh­nen­out­fit, das Poli Geno­va trägt: ein schwar­zer Leder­dress mit lan­ger Schlep­pe und vor­ne ein­ge­las­se­nen, haut­far­be­nen Längs- sowie wei­ßen Quer­strei­fen. Macht einen schlan­ken Fuß, sieht aller­dings teils auch etwas ver­stö­rend aus, wenn Poli dar­in den Drun­ken Rus­si­an tanzt, also in X-Bein-Hal­tung geht. Aber auf eine gute Art ver­stö­rend! Bis zu zehn vir­tu­el­le Tän­zer beglei­ten sie syn­chron auf der Video­lein­wand, und ganz am Schluss kom­men auch noch ihre fünf ech­ten Backings aus dem Hin­ter­grund her­vor. Poli, die außer­dem einen gigan­ti­schen Ohr­ring und wei­te­re Appli­ka­tio­nen in Form eines Beschleu­ni­gungs­pfei­les trägt, hat erkenn­bar Spaß auf der Büh­ne. Und das mit gutem Grund, dürf­te ihr Song ‘If Love was a Crime’ mit dem inter­es­san­ten Refrain­part “I’m a Loo­fah” (“Ich bin ein Bade­schwamm”) die Bul­ga­ren nicht nur sicher ins Fina­le, son­dern ver­mut­lich auch unter die ers­ten Fünf brin­gen. Anders als die Dänen, die zuletzt ja stets im Jahr nach den Schwe­den sieg­ten. Dies­mal sicher nicht: die Jungs von Light­house X kämpf­ten bei ihrer ers­ten Pro­ben nicht nur per­ma­nent mit den Tücken der Tech­nik und der – nun­ja – Cho­reo­gra­fie, son­dern ver­sem­mel­ten auch ihren – nicht son­der­lich anspruchs­vol­len – Gesang. Zudem: beleuch­te­te Mikro­fon­stän­der sind so was von 2004 und funk­tio­nier­ten schon für Kate Ryan (BE 2006) nicht mehr…

Sim­ply the Best: Jama­la (UA)

Applaus in der Hal­le und Zuspruch zuhauf für die Pro­be von Jama­la. Ihr Song ‘1944’ teilt die Fans zwar in zwei Lager: die einen sehen – wie ich – gran­dio­se Kunst in höchs­ter Voll­endung, die ande­ren hören dis­har­mo­ni­sches, depri­mie­ren­des Gekrei­sche mit uner­wünsch­tem poli­ti­schen Anspruch. Einig­keit besteht aber über die Gelun­gen­heit der Prä­sen­ta­ti­on: die Ukrai­ne­rin trat zur Pro­be Gott sei Dank nicht in einem der in einem Wett­be­werb vor­ge­stell­ten sechs Klei­de­r­un­ge­tü­me an, son­dern in einem sehr dezen­ten schwar­zen Leder­teil mit lan­gem Rock (aller­dings nur, weil die Tei­le noch im Zoll hin­gen. Beim TV-Auf­tritt ist Schlim­mes zu befürch­ten). Sie agiert mit dem Hin­ter­grund­bild, das die Gän­se­haut-Parts ihres Songs mit spek­ta­ku­lä­ren, aber nicht über­trie­be­nen Farb­ef­fek­ten auf das Ein­drück­lichs­te unter­stützt. Dass sie stimm­lich alle Ande­ren locker an die Wand singt, braucht gar kei­ne wei­te­re Erwäh­nung mehr. Mein Sie­ger­song 2016, und wenn sie nicht unter den ers­ten Sechs ist, fress ich mei­nen Hut! Nach­dem der ursprüng­lich für die­ses Semi vor­ge­se­he­ne Rumä­ne Ovi­diu Anton wegen der Schul­den sei­nes Lan­des bekannt­lich nicht durf­te, war die ban­ge Fra­ge, ob die Nor­we­ge­rin Agne­te denn könn­te – die Sän­ge­rin lei­det unter star­ken Depres­sio­nen und hat­te sämt­li­che Pro­mo-Auf­trit­te im Vor­feld des Wett­be­werbs abge­sagt, ein­schließ­lich der Pres­se­kon­fe­ren­zen in Stock­holm. Zur Pro­be erschien sie aber und absol­vier­te die­se auch bra­vou­rös: im glei­chen wei­ßen Makra­mee-Kleid aus dem MGP und mit einer jetzt nicht mehr in einer Tele­por­ta­ti­ons­ka­bi­ne, son­dern auf einem klei­nen Podest ste­hen­den, in den wil­des­ten Zuckun­gen agie­ren­den Begleit­tän­ze­rin. Auch ihr Song spal­tet: vie­le mögen die star­ke Elek­tro-Bal­la­de, ande­re – wie ich – has­sen den Tem­po­wech­sel vor dem Refrain. Wie bei Jama­la stim­men die Meis­ten aber auch hier über­ein: an der Per­for­mance gibt es nichts zu mäkeln.

Nor­di­scher Eis­block oder Eis­bre­cher? (NO)

Tief in die visu­el­le Trick­kis­te grei­fen die Geor­gi­er. Wäh­rend Nika Koch­arov und sei­ne Young Geor­gi­an Loli­taz einen klas­sisch lang­wei­li­gen Rock­band-Auf­tritt hin­le­gen, dreht die Bild­re­gie mit ver­zerr­ten Spie­ge­lun­gen (ähn­lich wie im Spie­gel­ka­bi­nett auf Jahr­märk­ten) auf. Und zum Break bricht ein Licht­ge­wit­ter über uns her­ein, das emp­find­li­che­ren See­len vor Schreck die Aug­äp­fel her­aus­sprin­gen lässt. Zu sper­rig fürs Fina­le bleibt das trotz­dem. Eine ein­heit­li­che Ten­denz bei allen beob­ach­ten­den Blog­gern ruft der alba­ni­sche Bei­trag her­vor: Lan­ge­wei­le pur! Ene­da steht zur Salz­säu­le erstarrt auf der Büh­ne und bewegt sich kei­nen Mil­li­me­ter; der Song plät­schert vor sich hin, ohne groß zu stö­ren, aber auch, ohne irgend­je­mand zu begeis­tern. Und es gibt noch nicht mal Tän­zer oder Holo­gram­me zur Ablen­kung. Wäh­rend die­ser drei Minu­ten dürf­ten kom­men­den Don­ners­tag euro­pa­weit die Toi­let­ten­spü­lun­gen rau­schen. Will­kom­me­ne Auf­mun­te­rung lie­fert schließ­lich und end­lich die put­zi­ge Bel­gie­rin Lau­ra Tesoro und ihre fan­tas­ti­sche Tanz­trup­pe. Die Fünf haben augen­schein­lich nicht nur vor, son­dern auch nach dem Euro­song-Fina­le kon­ti­nu­ier­lich geprobt und legen nun eine locker-flo­cki­ge, hübsch anzu­schau­en­de und per­fekt zu ihrem Sieb­zi­ger-Funk-Dis­co-Sound-Tep­pich pas­sen­de Cho­reo­gra­fie hin, die ein­fach nur Spaß macht. Da nimmt man leich­te­re stimm­li­che Schwä­chen gar nicht übel. Lau­ra pro­fi­tiert enorm vom Start­platz und der vie­len eher düs­te­ren bis drö­gen Titel davor. Sicher im Fina­le!

War­um schwenkt Lau­ra hier ein gel­bes Han­ky? Steht sie auf Was­ser­sport? (BE)

Und damit sind die ers­ten Pro­ben­durch­gän­ge für die bei­den Semis geschafft. Am heu­ti­gen Frei­tag star­ten die Stock­holm bereits die zwei­ten Durch­läu­fe und ver­schaf­fen uns sicher noch bes­se­re Ein­bli­cke. So lan­ge gel­ten vor­be­halt­lich mei­ne unten­ste­hen­den, aktua­li­sier­ten und wie immer ver­mut­lich mei­len­weit neben­dran lie­gen­den Ein­schät­zun­gen (a:Tipp beinhal­tet mei­ne Vor­her­sa­ge für das Ergeb­nis, die ers­ten zehn sehe ich also im Fina­le, a:Platz beinhal­tet mei­ne per­sön­li­chen Lieb­lin­ge).

aufrechtgehn.de-Wertung und Vor­her­sa­ge für das 2. Semi­fi­na­le 2016

Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 – Zwei­tes Semi­fi­na­le. Don­ners­tag, 12. Mai 2016, aus dem Glo­ben in Stock­holm, Schwe­den. 19 Teil­neh­mer, Mode­ra­ti­on: Petra Mede + Måns Zelmerlöw. (Stand der Vor­her­sa­ge: 06.05.2016)
#LandInter­pretTitela: Platza: TippErgeb­nis
01LVJusts Sir­maisHeart­beat040308
02PLMich­ał SzpakColor of your Love101206
03CHRykkaThe Last of our Kind181818
04ILHovi StarMade of Stars060907
05BYAlex­an­der Iva­novHelp you fly151712
06RSSan­ja VučićGood­bye (Shel­ter)111010
07IENicky Byr­neSun­light091515
08MKKalio­pi Buk­leDona030811
09LTDon­ny MontellI’ve been wai­ting for this Night080704
10AUDami ImSound of Silence130101
11SIManu­El­la Breč­koBlue and red161614
12BGPoli Geno­vaIf Love was a Crime020405
13DKLight­house XSol­di­ers of Love171317
14UAJama­la1944010202
15NOAgne­te John­senIce­brea­ker140513
16GENika Koch­arov + Young Geor­gi­an Loli­tazMid­ni­ght Gold071409
17ALEne­da TarifaFai­ry­ta­le121116
18BELau­ra TesoroWhat’s the Pres­su­re050603

6 Gedanken zu “Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

  1. Schließ­lich zieht ein Pär­chen in einem Rhön­rad noch eine klei­ne Show im Büh­nen­hin­ter­grund ab. Wirkt nach den bei­den opti­schen Prü­fung davor beru­hi­gend dezent und fast schon seri­ös.”
    Sehr tref­fend 🙂

    Seit wann dür­fen denn eigent­lich die Back­ground-Sän­ger hin­ter der Büh­ne ste­hen? Das war doch frü­her nicht so. Die­se Ent­wick­lung der “opti­schen Träu­schun­gen” gefällt mir gar nicht.

  2. Doch, das war schon immer erlaubt. Gera­de die Bri­ten haben schon immer ger­ne ihre Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne ver­steckt. Sogar beim Vor­ent­scheid – in den Fibeln von Gor­don Rox­bo­rough über den Song for Euro­pe kommt der Zusatz “OOV (out of visi­on)” schon in den Sech­zi­gern und Sieb­zi­gern regel­mä­ßig vor. In den Neun­zin­gern war u.a. Hazel Dean (“Sear­chin’”, die Älte­ren wer­den sich erin­nern) beim ESC im Ein­satz, aber hin­ter der Wand. Auch Alex Panayi stand im Dun­keln, als er Sakis Rou­vas 2009 beim Lead­ge­sang “unter­stütz­te”. Die­ses Jahr ist es aber tat­säch­lich sehr auf­fäl­lig, wie vie­le Län­der ihre Backings ver­ste­cken. Ich fin­de das auch etwas befremd­lich, vor allem bei Songs, wo man den Chor­ge­sang ja auch deut­lich wahr­nimmt.

  3. 1984 (mei­ne ich) hat doch Groß­bri­tan­ni­en sogar Ärger des­we­gen bekom­men?
    Hazel Dean sieht man 1991 z.B. immer­hin ganz hin­ten ste­hen und 2009 bei Sakis kann man auch eine Per­son rechts erah­nen, aber bei Aser­bai­dschan oder Schwe­den 2015 z.B. sieht man NIE­MAN­DEN. Und ich ver­mu­te, das wird die­ses Jahr so wei­ter­ge­hen…

  4. In drei Jah­ren spä­tes­tens, wenn Schwe­den das nächs­te Mal gewinnt, kommt dann der Chor eh vom Band 🙁

  5. Das mit den Chor­stim­men vom Band wird sicher kom­men, fürch­te ich auch. Vor allem, wenn die anti­quier­te Sechs-Per­so­nen-Regel nicht end­lich fällt. Die Ansprü­che der Zuschau­er stei­gen nun mal stän­dig, sowohl an die visu­el­le Prä­sen­ta­ti­on, die zum Video­clip kon­kur­renz­fä­hig sein muss, als auch an den Gesang. Der in Zei­ten von Auto­tu­ne ja ohne­hin nur ein wei­te­res, belie­big elek­tro­nisch repro­du­zier­ba­res und ver­än­der­ba­res Instru­ment ist – so, wie seit dem Syn­the­si­zer nie­mand mehr zwin­gend ein Instru­ment beherr­schen muss, um Pop zu machen, muss heu­te auch nie­mand mehr wirk­lich gut sin­gen kön­nen, um einen Hit ein­zu­spie­len. Außer beim ESC, das geht irgend­wann nicht mehr zusam­men. Vor allem, wenn die Künst­ler (und Backings) gleich­zei­tig tan­zen und sin­gen sol­len. Da ich aber das Teil­play­back auf gar kei­nen Fall möch­te, wäre aus mei­ner Sicht die Frei­ga­be der Per­so­nen­be­gren­zung jetzt wirk­lich drin­gend nötig, um Schlim­me­res zu ver­hin­dern.

    Die Bri­ten wur­den, soweit mir bekannt ist, 1984 vom Saal­pu­bli­kum zwar aus­ge­buht, aber nicht wegen der ver­steck­ten Chor­sän­ge­rin­nen, son­dern wegen einer noch nicht so lan­ge zurück­lie­gen­den Gewalt­or­gie bri­ti­scher Hoo­li­gans beim einem Fuß­ball­spiel in Luxem­burg.

  6. Die gute Poli Geno­va aus Bul­ga­ri­en ist so gar kein Bade­schwamm (I’m a loo­fah) son­dern singt viel­mehr in Ihrer Lan­des­wäh­rung. Daj mi lju­bav (oder so…) und ver­langt damit: “..gib mir Lie­be” Na denn mal los. Mei­ne hatt’se

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