Putins Bar­de” dürf­te beim ESC nicht sin­gen

Bei der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz zur Bekannt­ga­be des Ver­an­stal­tungs­or­tes des Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 kam auch die Fra­ge auf, wie sich die Ukrai­ne hin­sicht­lich der Teil­nah­me des ver­fein­de­ten Russ­land ver­hal­ten wird. Im Zusam­men­hang mit den krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen im abtrün­ni­gen Osten des Lan­des exis­tiert eine soge­nann­te “schwar­ze Lis­te” des ukrai­ni­schen Geheim­diens­tes, auf der sich die Namen ver­schie­de­ner Sepa­ra­tis­ten fin­den, die nicht mehr ins Land ein­rei­sen dür­fen. Dar­un­ter fin­den sich auch Musiker/innen. Wie die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters und die Euro­vi­si­ons­sei­te ESCk­az über­ein­stim­mend mel­den, gäbe es nach Aus­sa­ge des ukrai­ni­schen Kul­tus­mi­nis­ters kei­ne Aus­nah­me, falls die Föde­ra­ti­on einen sol­cher­ma­ßen sank­tio­nier­ten Sän­ger schi­cken wol­le. “Das wäre eine offen­sicht­li­che Pro­vo­ka­ti­on,” sag­te er heu­te Mit­tag auf Pres­se­nach­fra­ge. “Es gibt in Russ­land eine rei­che Aus­wahl tol­ler Künst­ler, denen der Frie­den am Her­zen liegt”. Aber eben auch die ande­ren: “Soll­te zum Bei­spiel Jossif Kobson aus­ge­wählt wer­den, darf er am Song Con­test in der Ukrai­ne nicht teil­neh­men”. Der 78jährige Trä­ger des rus­si­schen Vater­lands-Ver­dienst­or­dens wur­de im Donezkbe­cken gebo­ren und setzt sich aktiv für die Abspal­tung der Regi­on von der Ukrai­ne ein. Der auch als “Sina­tra des Ostens” bezeich­ne­te Schnul­zensän­ger, wel­cher der Duma ange­hört und Putin laut Süd­deut­scher Zei­tung nach der Annek­ti­on der Krim schrift­lich gra­tu­lier­te, sei auch in der Euro­päi­schen Uni­on mit einem Ein­rei­se­ver­bot belegt. “Ich bin stolz dar­auf, mich in der Gesell­schaft von Leu­ten zu befin­den, denen das Schick­sal Russ­lands und mei­ner Hei­mat Don­bass nicht egal ist,” habe der Mann mit dem lus­ti­gen Koch­topf-Fif­fi die­se 2015 ver­häng­te Sank­ti­on kom­men­tiert. Nun steht es, auch im Hin­blick auf sein Reper­toire, kaum zu erwar­ten, dass das beim Con­test bis­lang eher als moder­ne Pop-Nati­on auf­ge­fal­le­ne ehe­ma­li­ge Sowjet­reich gera­de Kobson schickt. Raum für ein poli­ti­sches Pro­vo­ka­tio­nen-Ping-Pong bleibt den­noch. Las­set die Spie­le begin­nen!

Mirel­le Mathieu hat ange­ru­fen und will ihre Perü­cke zurück: Jossif Kobson

Die Ukrai­ne will bestimm­te rus­si­sche Künst­ler nicht beim ESC sin­gen las­sen. Ist das okay?

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3 Gedanken zu “Putins Bar­de” dürf­te beim ESC nicht sin­gen

  1. Ist es zuläs­sig, dass die Ukrai­ne Künst­ler aus­sper­ren kann, nur weil sie der Regie­rung nicht pas­sen? Dür­fen Teil­neh­mer aus­ge­schlos­sen wer­den, weil ihre Her­zen für die Sepa­ra­tis­ten schla­gen? Ich kann ja die Ukrai­ner ver­ste­hen, aber wür­den die Regeln die­ses Wett­be­werbs, dass sich ger­ne als unpo­li­tisch dar­stellt, so einen Schritt ermög­li­chen?

  2. Das macht es so span­nend, weil die Regeln des ESC und natio­na­les bzw. inter­na­tio­na­les Recht hier auf­ein­an­der­pral­len. Bzw. so ein Fall in den ESC-Sta­tu­ten mei­nes Wis­sens nicht gere­gelt ist. 🙂

  3. Natio­na­les Recht ist Natio­na­les Recht, da wür­de sich die EBU viel zu wich­tig neh­men. Russ­land soll ein­fach weg­blei­ben, das wäre das bes­te.

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