Keine Jury mehr beim Maltasong

Wunder gibt es immer wieder: wie Eurovoix heute unter Bezug auf eine Meldung des maltesischen Portals Illum berichtet, will der Sender PBS die Macht beim nationalen Eurovisionsvorentscheid, dem ehemaligen Malta Song for Europe oder kurz Maltasong, ab sofort alleine in die Hände der Zuschauer/innen legen. Das kommt auf der Grand-Prix-affinen Mittelmeerinsel einer Revolution gleich: bislang durften fünf vom Sender handverlesene, heimische wie internationale Juror/innen über den Beitrag befinden, das gleichzeitig durchgeführte Televoting floss lediglich als sechste Stimme in die Endabrechnung mit ein. Damit konnte die Jury den Publikumsfavoriten effektiv verhindern. Auslöser für die überraschende Rückkehr der Demokratie beim Maltasong ist ein neuer Senderchef bei PBS: Al John Bundy heißt der Mann, der findet, dass „das Lied dem Volk“ gehöre. Er gab die Änderung gleich in seinem ersten Interview nach Amtsantritt bekannt. Der Mann weiß also, wo seine Prioritäten liegen: sehr gut! Nun kommt es noch darauf an, dass die Malteser/innen mit ihrer Macht verantwortungsvoll umgehen: 2016 stimmten sie mit der Jury in der Auswahl der Eurovisionsikone Ira Losco (→ MT 2002) überein, die jedoch ihren ursprünglichen Song nach dem Vorentscheid noch gegen den überambitionierten Mischmasch ‚Walk on Water‘ austauschte – ein sehr offensichtlicher Hinweis auf den verzweifelten Wunsch der Sängerin, heilandsgleich über das geteilte Mittelmeer zu wandeln und die Eurovisionskrone nach Hause zu bringen, was bekanntlich nicht klappte. Besseres Gelingen also in 2017!

Maltas bislang bester Eurovisionsbeitrag: ‚Vodka‘ aus dem Jahre 2008

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