Lett­land 2017: In the Schwarz­licht­dis­co

Ich kann es immer noch nicht rich­tig glau­ben: die Let­ten schenk­ten uns am heu­ti­gen Sonn­tag­abend einen Uptem­po­song für Kiew. Ich möch­te vor Freu­de wei­nen. Uptem­po! Also, nicht dass der im Fina­le der gut andert­halb­stün­di­gen, von zahl­rei­chen Wer­be­pau­sen (in denen für die Inter­net­ge­mein­de erneut der #AdBreak­Bea­ver sein Unwe­sen trieb) unter­bro­che­nen Super­no­va aus ins­ge­samt vier (!) ver­blie­be­nen Titeln in einem rei­nen Tel­e­vo­ting aus­ge­wähl­te Song ‘Line’ der Band Tira­na-Park Triā­nas Parks aus­ge­spro­chen gut wäre. Aber man ist mitt­ler­wei­le ja schon für Klei­nig­kei­ten dank­bar. Er lebt von einem nett vor sich hin puckern­den Elek­tro­beat, über wel­chem die lei­der ziem­lich unfä­hi­ge Lead­sän­ge­rin, die aus­sieht und klingt, als habe sie ein paar Wochen­en­den zuviel durch­ge­fei­ert, die mit­tel­präch­ti­ge Hook­li­ne des Lie­des mas­sa­kriert. Das fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, weil die leicht psy­che­de­li­schen, bun­ten Schwarz­licht­ma­le­rei­en im Hin­ter­grund, vor allem aber die schier über­bor­den­de Ener­gie des sexy Drum­mers, der mehr noch als die Front­frau die Auf­merk­sam­keit der Kame­ra auf sich zieht und eine deut­lich über­per­for­ma­ti­ve Show ablie­fert, das Gan­ze ret­ten und zu recht ver­gnüg­li­chen drei Minu­ten wer­den las­sen. Das Stück wird, um nicht miss­ver­stan­den zu wer­den, weder die Tanz­flä­chen Euro­pas in Brand set­zen (geschwei­ge denn die des Euro­clubs) noch auch nur im Ent­fern­tes­ten beim Euro­vi­si­on Song Con­test um eine vor­de­re Plat­zie­rung mit­spie­len. Den­noch möch­te ich die Let­ten küs­sen und her­zen, dass wir nicht noch eine düs­te­re Bal­la­de über uns erge­hen las­sen müs­sen. Dan­ke! (Oh, und: über die ande­ren drei Super­no­va-Songs wol­len wir lie­ber den Man­tel der Ver­ges­sens brei­ten.)

Dem Drum­mer wür­de ich ger­ne nachts im Park begeg­nen (LV)

Schafft Lett­land mit ‘Line’ den Final­ein­zug?

  • Mit Leich­tig­keit. Der Song macht gute Lau­ne und ist hoch­will­kom­men als Bal­la­den-Gegen­gift. (52%, 48 Votes)
  • Auf kei­nen Fall. Hor­ri­ble Gesangs­leis­tung, und für einen Dance-Knal­ler ist das zu unent­schlos­sen. Nicht alles, was schnell ist, ist gut. (33%, 30 Votes)
  • Ich wür­de es mir wün­schen, aber das und der ähn­lich mit­tel­mä­ßi­ge mol­da­wi­sche Bei­trag wer­den sich die Stim­men gegen­sei­tig weg­neh­men. (15%, 14 Votes)

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2 Gedanken zu “Lett­land 2017: In the Schwarz­licht­dis­co

  1. Stand heu­te: Ers­te Hälf­te im Fina­le ist im Bereich des mög­li­chen. Über die Hälf­te der Bei­trä­ge kommt ja noch, den­noch dürf­te Fina­le so gut wie sicher sein.

  2. Ich weiß nicht wie dein Geschmack manch­mal ist, aber Lett­land wird defi­ni­tiv gut abschnei­den.

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