Mol­da­wi­en 2017: nicht von der Mut­ter befin­gern las­sen!

Just zur glei­chen Zeit, als die ver­sam­mel­te Schwup­pen­schaft Euro­pas vor dem Melo­di­fes­ti­va­len-Live­stream ange­sichts des Auf­tritts Ihrer Hoheit Lore­en feuch­te Hös­chen bekam, schlos­sen sich die Moldawier/innen heu­te Abend den Slo­we­nen an und ent­schie­den sich, eben­falls alte Bekann­te zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 zu schi­cken: das Sun­stro­ke Pro­ject (→ MD 2010, Vor­ent­scheid 2012) lös­te das Ticket nach Kiew mit dem mit­tel­präch­ti­gen Dance-Pop-Song ‘Hey Mam­ma’. Das Trio schaff­te dies auf­grund der Lie­be des Publi­kums: mit etwas über 1.500 (!) Anru­fen erhiel­ten sie in etwa so viel Zuspruch wie die rest­li­chen sie­ben Konkurrent/innen zusam­men und gut drei Mal so vie­le Stim­men wie das zweit­plat­zier­te Mut­tis-in-Trach­ten-Quar­tett Eth­no Repu­blic, wel­ches die Jury ger­ne nach Kiew geschickt hät­te. Doch im Gegen­satz zur kor­rup­ten Geschmacks­dik­ta­tur Spa­ni­en fühl­te sich der Bal­kan heu­er der Demo­kra­tie ver­pflich­tet: das Pla­zet der Zuschauer/innen genoss beim unver­meid­li­chen Punk­te­gleich­stand der bei­den Acts Vor­rang. Selbst­ver­ständ­lich, wie man sagen möch­te. Und so kom­men die drei Dance­floor-Hel­den vom Sun­stro­ke Pro­ject zu ihrem zwei­ten Euro­vi­si­ons­ein­satz und dür­fen im Mai 2017 auch das rest­li­che Euro­pa mit Uptem­po (dan­ke!), der äußerst denk­wür­di­gen Eröff­nungs­stro­phe “Hey, hey you / you’ll never hap­pen to fin­ger me” und lus­ti­gen Tanz­mo­ves unter­hal­ten. Denn augen­schein­lich infi­zier­ten sich die bei­den ande­ren Pro­jekt­mit­glie­der zwi­schen­zeit­lich beim Epic Sax Guy: das Trio prä­sen­tier­te eine Cho­reo­gra­fie, die ihre Inspi­ra­ti­on zwei­fels­frei bei Mon­ty Pythons Minis­try of Sil­ly Walks nahm und haupt­säch­lich aus dem end­lo­sen Auf­tip­pen des rech­ten Fußes besteht. Gewis­ser­ma­ßen eine Steil­vor­la­ge für einen Zehn-Stun­den-Loop auf You­tube, wie ihn ihr berühmt-berüch­tig­ter Saxo­pho­nist bereits 2010 inspi­rier­te.

Blon­di­nen haben mehr Spaß: Sun­stro­ke Pro­ject (MD)

Die Jury­fa­vo­ri­tin­nen von der Eth­no Repu­blic, dem Äuße­ren nach zu urtei­len die Töch­ter der Bura­novs­ki­je Babush­ki (→ RU 2012), leg­ten mit der flot­ten Turbo­folk-Hym­ne ‘Dis­co­ver Mol­d­o­va’ übri­gens eine durch­aus anspre­chen­de musi­ka­li­sche Ein­la­dung hin, die tou­ris­ti­schen Höhe­punk­te der rumä­ni­schen Schwes­ter­re­pu­blik zu erkun­den. Lei­der lie­ßen sie sich aber aus mir uner­find­li­chen Grün­den in den Stro­phen von der völ­lig über­flüs­si­gen Sopra­nis­tin Sur­o­ri­le Osoia­nu unter­bre­chen, wel­che die vier putz­fi­de­len Haus­frau­en just immer dann aus­brems­te, wenn ihr Song so rich­tig Fahrt auf­ge­nom­men hat­te. Kein Wun­der, dass das geschmacks­si­che­re mol­da­wi­sche Publi­kum sie beim Tele­vo­ting eben­so aus­brems­te. Wohl getan! Viel­leicht kann man die Num­mer ja noch von der Opern­trul­la und dem Tem­po­wech­sel (stets ein abso­lu­tes No-go) befrei­en und in den Vor­ent­scheid des Nach­bar­lan­des ein­schmug­geln? Wobei, das mit der Geschmacks­si­cher­heit muss ich stel­len­wei­se wie­der zurück­neh­men: auf Rang drei in der Tele­fon­ab­stim­mung lan­de­te das von Ralph Sie­gel ver­bro­che­ne, hin­sicht­lich des Ergeb­nis­ses und sei­ner even­tu­el­len Chan­cen beim Haupt­wett­be­werb in Kiew pro­phe­tisch beti­tel­te ‘Join us in the Rain’. Und das, obwohl das vom Meis­ter beauf­trag­te Duo Marks & Ște­fă­neț (Fun Fact: letz­te­rer schrieb das gera­de bespro­che­ne Tou­ris­mus­wer­be­lied) kaum lust­lo­ser hät­te per­for­men kön­nen. Die bei­den schaff­ten bereits im gest­ri­gen Semi den Final­ein­zug als angeb­li­che Publi­kums­fa­vo­ri­ten – ob sich da der Meis­ter höchst­per­sön­lich die Fin­ger blu­tig tele­fo­nier­te? Zumal die heu­ti­gen Abstim­mungs­zah­len bele­gen, dass es gar nicht all zu vie­ler Anru­fe bedurf­te, um den Song-Driss ins Fina­le zu beför­dern.

Die Blon­di­ne bit­te her­aus­ope­rie­ren, dann ent­de­cke ich Mol­da­wi­en ger­ne! (MD)

Was meinst Du: schafft das Sun­stro­ke Pro­ject den Final­ein­zug?

  • Als bis dato ein­zi­ger Uptem­po­song qua­si auto­ma­tisch, und zu Recht. (42%, 18 Votes)
  • Ich kann es nur hof­fen, denn wir brau­chen *drin­gend* etwas Spaß am ESC-Sams­tag. (40%, 17 Votes)
  • Ich hof­fe nicht, denn von die­sem “Tanz” krieg ich Augen­krebs. Und der Song ist auch Mist. (19%, 8 Votes)

Total Voters: 43

Loading ... Loa­ding …

1 Gedanke zu “Mol­da­wi­en 2017: nicht von der Mut­ter befin­gern las­sen!

  1. Ist eigent­lich noch nie­man­dem auf­ge­fal­len, dass der Sän­ger aus­sieht wie Chris­ti­an Lind­ner ?

Oder was denkst Du?