Aser­bai­dschan 2017: Them Bones

Auch die Erd­öl­dik­ta­tur vom Kas­pi­schen Meer stell­te ges­tern ihren Wett­be­werbs­bei­trag für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew vor. Der nennt sich ‘Ske­le­tons’, prä­sen­tiert sich als viel­schich­ti­ger, span­nend gemach­ter, mit­tel­schnel­ler, düs­ter-sphä­ri­scher Pop­song aus bewährt ase­rischwe­di­scher Gemein­schafts­pro­duk­ti­on, gesun­gen von der bereits im ver­gan­ge­nen Jahr intern aus­ge­wähl­ten Dia­na Haji­y­e­va ali­as DiHaj. Die prä­sen­tiert sich im dazu­ge­hö­ri­gen Video­clip als ziem­lich unnah­bar, was aber ganz gut zu dem Song passt, der mit einer ver­hal­ten-dunk­len Stro­phe anfängt und im Refrain zu einem atmo­sphä­risch dich­ten Chor­ge­sang auf­fräst, wobei Dia­na und ihre Hin­ter­grund­da­men völ­lig ver­schie­de­ne Lyrik-Lini­en über­ein­an­der sin­gen, was mir sehr gut gefällt. Ein wenig irri­tiert indes die ein­lei­ten­de, gram­ma­ti­ka­lisch fal­sche Text­zei­le “I’m a Ske­le­tons”, denn auch wenn Tija­na aus­schließ­lich aus Haut und Kno­chen besteht, fällt es schwer zu glau­ben, dass sie gleich meh­re­re Ske­let­te in sich beher­bergt. Oder spricht sie da auf einer spi­ri­tu­el­len Ebe­ne? Denn eben­so schwer fällt es, zu glau­ben, dass ein sol­cher Lap­sus bei einer der­ma­ßen inter­na­tio­na­len, hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ti­on (vom glei­chen Team, das bereits den furcht­ba­ren, aber sieg­rei­chen Song ‘Run­ning sca­red’ [→ AZ 2011] ver­brach) unbe­ab­sich­tigt durch­ge­rutscht sein soll­te. Hat man sich beim fal­schen Mehr­zahl-S also etwas gedacht, was sich dem Rezen­sen­ten ver­schließt? Wer zur Auf­klä­rung bei­tra­gen kann: bit­te in die Kom­men­ta­re!

Auf der Kno­chen­jagd: DiHaj (AZ)

Kommt Aser­bai­dschan damit ins Fina­le?

  • Ja, und zwar zu Recht. Die Num­mer ist echt gut! (54%, 37 Votes)
  • Ist das eine Scherz­fra­ge? Es ist Aser­bai­dschan, also ja. (29%, 20 Votes)
  • Ich bin noch nicht über­zeugt, dass das live auch so gut klingt. Also abwar­ten. (17%, 12 Votes)

Total Voters: 69

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7 Gedanken zu “Aser­bai­dschan 2017: Them Bones

  1. Ich höre “Have my ske­le­tons” als ers­te Zei­le des Refrains her­aus, was im Kon­text des Songs ja auch durch­aus Sinn ergibt 🙂
    Das ist tat­säch­lich der ers­te Bei­trag aus Aser­bai­dschan, den ich auch außer­halb des ESC anhö­ren wür­de, für den Moment in mei­ner Top 5.

  2. Oh mein Gott ist das gut. Bis gera­de hat­te mich die Bel­gie­rin voll im Griff, aber nun gilt mei­ne vol­le Unter­stüt­zung dem von mir bis­her immer gehass­ten Aser­bai­dschan.
    Kaum zu glau­ben. Sau­coo­le Num­mer.

  3. Ups, sor­ry, kor­ri­giert. Bei dem der­zeit gera­de abzu­ar­bei­ten­den Song-Rück­stau kön­nen einem aber auch schon mal die Vor­na­men durch­ein­an­der gera­ten… 🙂

    Dan­ke für den Hin­weis!

  4. Aha! Ja, das macht aller­dings mehr Sinn. Obschon ich den Kon­text nicht nach­voll­zie­hen kann, da die Gute ja doch ein biss­chen mur­melt und ich vom rest­li­chen Text so gut wie nix ver­ste­he.

  5. Das scheint über­haupt das Lied der ver­ei­nig­ten Organ­spen­der zu sein: Have my ske­le­tons, have my lungs.… Anything else? :‘D

  6. Und seit wann sind Schwe­den eine Garan­tie für gram­ma­ti­ka­lisch kor­rek­te Tex­te? Ich sag nur “Undo my sad”.

Oder was denkst Du?