Bel­gi­en 2017: Serious for the Win­ter Time

Bereits ges­tern Abend sicker­te der für heu­te Mit­tag zur offi­zi­el­len Ver­öf­fent­li­chung ange­kün­dig­te bel­gi­sche Bei­trag zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 durch, und seit­dem sind die inter­na­tio­na­len Fans völ­lig aus dem Häus­chen. Und das zu Recht: ‘City Lights’, so der Titel des Songs der vom wal­lo­ni­schen Sen­ders RTBF bereits vor ewi­gen Zei­ten intern bestimm­ten Ver­tre­te­rin Ellie Delva­ux ali­as Blan­che, beför­dert nicht von unge­fähr Asso­zia­ti­on zu Loïc Not­tets eben­falls hoch gehan­del­tem Meis­ter­werk ‘Rhythm insi­de’ (→ BE 2015) und über­zeugt auf gan­zer Linie. Das bal­la­desk begin­nen­de, dann aber durch einen so unauf­dring­li­chen wie trei­ben­den Rhyth­mus unter­leg­te, atmo­sphä­risch dich­te Stück ver­fügt über eine gera­de­zu hyp­no­ti­sche Qua­li­tät, die zum einen vom voka­len Wech­sel­spiel der Inter­pre­tin her­rührt, die mit ver­schie­de­nen Stimm­la­gen, von dun­kel­ge­färbt-andro­gyn bis zu hell und lieb­lich, mit und gegen sich selbst singt (es bleibt, wie beim kroa­ti­schen Kol­le­gen Jac­ques Hou­dek, die Fra­ge, ob das auch mit einer Backing­sän­ge­rin unter Live-Bedin­gun­gen so gut funk­tio­niert); zum ande­ren vom unbe­stimmt-düs­te­ren Text, der von Gefah­ren­zo­nen, Stür­men und Ver­lust berich­tet und dabei offen lässt, ob es um eine Bezie­hung geht oder ein apo­ka­lyp­ti­sches Stim­mungs­bild der aktu­el­len Lage in Euro­pa gezeich­net wer­den soll. Jeden­falls löst der bel­gi­sche Bei­trag, auch wenn ihm im letz­ten Drit­tel noch ein biss­chen zusätz­li­che musi­ka­li­sche Dyna­mik fehlt, gera­de ein Erd­be­ben in den Wett­bü­ros aus und dürf­te mit Sicher­heit um eine vor­de­ren Platz in Kiew mit­spie­len.

Tani­ta Tika­rams Stim­me, gefan­gen im Kör­per von Sien­eke (NL 2010): das ist Bel­gi­ens Blan­che

Bel­gi­en ist sicher im Fina­le. Spielt es auch um den Sieg mit?

  • Ja und ja. Ein her­vor­ra­gen­des und zeit­ge­mä­ßes Pop­stück. Ein Sieg ist zumin­dest nicht aus­zu­schlie­ßen. (35%, 84 Votes)
  • Ich wäre mir da nicht so sicher. Da hängt viel von der Live-Prä­sen­ta­ti­on ab, das kann noch gehö­rig in die Hose gehen. Abwar­ten. (28%, 66 Votes)
  • Den Sieg kann Fran­ces­co Gab­ba­ni bis­lang kei­ner weg­neh­men, auch Blan­che nicht. Für einen vor­de­ren Final­platz reicht es aber alle­mal. (27%, 65 Votes)
  • Ich kann die Fas­zi­na­ti­on nicht nach­voll­zie­hen. Das ist ziem­lich flach und zün­det nicht. Ich sehe es noch nicht mal im Fina­le. (9%, 22 Votes)

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1 Gedanke zu “Bel­gi­en 2017: Serious for the Win­ter Time

  1. Die bes­ten Sachen kom­men (fast) zum Schluss! Oder? Mit einen “Königs­jod­ler” freu­dig in die neue Woche gestar­tet, woll­te ich am Mon­tag sofort den nied­li­chen Poden­go Por­tu­gues Wel­pen (ohne Schwes­ter !) adop­tie­ren. Kur­zer Hän­ger und nicht “Melan­cho­lia” auf Tsche­chisch geschaut, bin ich heu­te vom bel­gi­schem “Gol­den Girl” Blan­che begeis­tert ! ABSO­LUT TOPP! Mädel, hol dir die gan­zen unge­nutz­ten Leucht­stoff­röh­ren aus Ger­ma­ny ‚tacke­re sie an die Wand in Kiew, sing genau so wie im Video und du spielst ganzzzz vor­ne mit. Wer braucht da noch Melo­nen aus Litau­en!

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