Eurovision Deathmatch #1: Thunder and lightning

…it’s getting exciting! Nur noch sieben Wochen sind es bis zum Finale des Eurovision Song Contest 2017. Zeit, die wir uns mit einem Leser/innen-Game vertreiben wollen. Und was läge, inspiriert von den aktuellen Ereignissen rund um das Gastgeberland und seinen Zwist mit dem Erzfeind Russland und dessen Vertreterin näher als ein Eurovision Deathmatch? Jeden Tag treten hier also ab sofort zwei der diesjährigen Grand-Prix-Teilnehmer/innen im unerbittlichen Zweikampf um Leben und Tod gegeneinander an. Nur eine/r kann den Fight jeweils überleben und in die nächste Runde weiterziehen, um am Ende um die Krone zu „rittern“, wie die Österreicher so schön sagen. Und natürlich liegt die Macht in den Händen meiner geschätzten Leser/innen: ihr hebt oder senkt den Daumen und entscheidet, wer weiter kommt und wer auf der Strecke bleibt. Ab 15 Uhr steht die Abstimmung jeweils für 24 Stunden offen, dann folgt das nächste Match. Und wer könnte den tödlichen Reigen besser eröffnen als die Paarung, welche mir die Anregung für dieses (zugegebenermaßen bei der Andra-ChansenRunde des schwedischen Melodifestivalen abgekupferte) Knock-out-Spiel gab? Die Ukraine gegen Russland lautet also unser erstes Eurovision Deathmatch! Für die Gastgeber tritt die Softrockband O.Torvald an, die sich auch bereits extrem kampfbereit zeigt und einen Zeitzünder nicht nur am Mann trägt, sondern offensichtlich sogar im Mann: wie anders wären die in die Brust implantierten Countdown-Anzeiger und die gequälten Gesichtsausdrücke der Torwälder zu erklären?

Hochexplosiv: die ukrainischen Selbstmordattentäter

Bislang ging es immer noch glimpflich ab, doch wer weiß, ob sie sich nicht tatsächlich vor unseren Augen in die Luft sprengen, wenn Ihr, geschätzte Leser/innen, sie nicht weiterwählt? Wollt Ihr das wirklich riskieren? Zumal auch ihr Songtext hier vage und in beide Richtungen interpretationsfähig bleibt: „Let’s take time to find a place without violence,“ so fordern sie, „Let’s listen and hear the true meaning of silence“. Ein friedlicher, stiller Platz – das erscheint wie ein herrliches, paradiesisches Versprechen, kann aber auch eine gewaltsam vom Menschen (oder, aus ukrainischer Sicht: vom Russen) befreite Erde meinen. Wer weiß? Auch ihre Gegnerin Julia Samoylova lobpreist in ‚Flame is burning‘ vordergründig das Licht der Hoffnung, das noch in der schwärzesten Nacht tief im Herzen lodert. Doch ein gewisser Expansionsdrang scheint der russischen Repräsentantin nicht fremd zu sein: „I wanna feel the power / I wanna go to places / I don’t know“ singt die aufgrund einer tückischen Muskelerkrankung an den Rollstuhl Gefesselte: der verständliche Traum, trotz ihrer Behinderung die Welt zu sehen oder eine versteckte Eroberungsbotschaft? Diese Ambivalenz kennzeichnet auch ihren Auftritt auf einem Musikfestival auf der von Russland annektierten Krim im Jahre 2015, der ihr nun ein Einreiseverbot bescherte, so dass sie, wie es derzeit aussieht, vermutlich nicht in Kiew wird dabei sein können. Für Frankfurt am Main gilt diese Beschränkung jedoch nicht, und so darf sie sich hier dem Zweikampf stellen. Und ja, gegebenenfalls bis ins Finale des Eurovision Deathmatch einziehen, wenn Ihr sie weiterwählt (was natürlich nur ein völlig herzloser Mensch nicht täte – oder?), unabhängig davon, wie die offizielle Posse weitergeht.

Bringt Julia die Herzen der aufrechtgehn.de-Leser/innen zum Brennen?

Und nun liegt es an Euch, zu entscheiden: bräsiger Softrock oder zynischer Weltfriedenskitsch? Rollstuhl oder Zeitzünder? Thunder oder Lightning? It’s getting exciting! Ich bin gespannt auf Euer Urteil!

EDM #1: Thunder and lightning! Wer soll dieses Match gewinnen?

  • Ukraine: O.Torvald - Time (69%, 91 Votes)
  • Russland: Julia Samoylova - Flame is burning (31%, 41 Votes)

Total Voters: 132

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Ergebnis: Es ist entschieden! Mit satter Zweidrittelmehrheit bleibt der diesjährige Heimbeitrag vorerst im Rennen, während die bedauernswerte Russin wieder nach Hause rollen muss. Herzlichen Dank an alle Mitspieler/innen! Und schon geht das Duell weiter.

2 Gedanken zu “Eurovision Deathmatch #1: Thunder and lightning

  1. Wenn schon, dann lieber offene Militanz statt versteckter – deshalb O.Torvald, da bin ich ganz herzlos.

Oder was denkst Du?