Euro­vi­si­on Death­match #2: Er war gera­de 18 Jahr

Nach dem gest­ri­gen explo­si­ven Auf­takt unse­res Leser/in­nen-Spiels Euro­vi­si­on Death­match bege­ben wir uns in der heu­ti­gen, zwei­ten Run­de in ruhi­ge­re Gefil­de. Zwei sanft­mü­ti­ge, unschul­dig anmu­ten­de Knäb­lein schi­cken wir heu­er in den Abstim­mungs­kampf um Leben und Tod. Sie kom­men aus zwei Grand-Prix-Natio­nen, die im Eng­li­schen auf­grund ihrer nament­li­chen Ähn­lich­keit ger­ne schon mal mit­ein­an­der ver­wech­selt wer­den, und so könn­ten wir die­se Aus­ga­be auch unter die Über­schrift “Aus­triA­li­en” stel­len. Für unse­re Nach­barn Öster­reich geht dabei der knapp fünf­und­zwan­zig­jäh­ri­ge Tiro­ler Natha­ne­le Koll ali­as Nathan Trent an den Start, den ein ESC Nati­on-Fore­nu­ser unlängst mit den schö­nen Wor­ten “Nathan hat die­se ‘Nimm mich an der Hand und bring mir Din­ge bei’-Ausstrahlung, zu der ich ein­fach nicht nein sagen kann” lob­preis­te. Eben die Aura der unver­dor­be­nen, arg­lo­sen Jugend, die auch im tou­ris­tisch anmu­ten­den Begleit­vi­deo zu sei­nem Bei­trag ‘Run­ning on Air’ zum Aus­druck kommt, wo er auf sei­nem Weg zu einem ver­schnei­ten Alpen-Berg­gip­fel zu einem völ­lig frem­den Mann ins Auto steigt und ohne die selbst­lo­se Hil­fe wie zufäl­lig allei­ne im Wald her­um­spa­zie­ren­der Her­ren noch nicht mal in der Lage wäre, die Land­kar­te rich­tig her­um zu hal­ten. Oder die Him­mels­rich­tung “oben” zu fin­den. Hat er in der Schu­le denn gar nichts gelernt? Ver­ständ­lich also, dass eher müt­ter­lich gepräg­ten Zuschauer/innen bei sei­nem Anblick unwill­kür­lich die Milch ein­schießt, wobei ich gleich­zei­tig gewis­se Zwei­fel hege, wel­che “Din­ge” der oben zitier­te ESCN-User unse­rem Grand-Prix-Joey-Heind­le denn so bei­zu­brin­gen gedäch­te…

The only Way is up: Nathan wür­de ich auch im Auto mit­neh­men – solan­ge er nicht singt! (AT)

Natha­n­eles Geg­ner ist kein Gerin­ge­rer als der Aus­tra­li­er Isaiah Fire­b­race, mit süßen sieb­zehn Len­zen der zweit­jüngs­te Teil­neh­mer der dies­jäh­ri­gen Fest­spie­le. Trotz sei­ner Jugend sti­li­siert sich der reh­äu­gi­ge, wuschel­haa­ri­ge Ephe­be im Text sei­nes Bei­trags ‘Don’t come easy’, musi­ka­lisch in der sel­ben Dudel­funk-Preis­klas­se ange­sie­delt wie sein Gegen­spie­ler, zum von der Lie­be bereits mehr­fach schwer gebrann­ten Kind, der nun Vor­sicht wal­ten las­se und nicht mehr leicht zu haben sei. Ein im Hin­blick auf sei­nen Markt­wert im Zwei­kampf mit dem leicht zu über­töl­peln­den Nathan äußerst geschick­ter Schach­zug, denn bekannt­lich begeh­ren wir nichts so sehr wie die Din­ge (oder Men­schen), die wir nicht haben kön­nen. Und der wie die Wie­der­ge­burt von Farrah Faw­cett im Kör­per eines unter­ernähr­ten Abori­gi­ne-Jun­gen aus­se­hen­de Isaiah durch­schaut uns nur zu genau: “I can tell by your eyes you want more than this,” beginnt er sei­nen Vor­trag, um dann wenig sub­til zum The­ma über­zu­lei­ten: “But can we be much more bey­ond the­se she­ets”? Alles nur eine Fra­ge des Prei­ses, denn “It don’t come cheap,” wie er uns in gram­ma­ti­ka­lisch nicht ganz kor­rek­tem Eng­lisch wis­sen lässt. Aber wir bekom­men auch Leis­tung für unser Geld, denn “It don’t come easy” lässt sich natür­lich als groß­spu­ri­ges Ver­spre­chen hin­sicht­lich der Dau­er des annon­cier­ten Lie­bes­spiels inter­pre­tie­ren. Wer wür­de da nicht ger­ne tief in die Tasche grei­fen?

Augen­brau­en, Wuschel­haar, dunk­ler Teint, Mager­sucht: Isaiah liegt voll im Trend auf dem Fleisch­markt (AT)

Nun ist es an Euch, lie­be Leser/innen: wem schenkt Ihr Euer Herz? Wer erweckt in Euch das stär­ke­re Begeh­ren, wer löst die umfas­sen­de­re müt­ter­li­che Für­sor­ge aus? Denn nur einer kann unser Euro­vi­si­on Death­match über­le­ben. Wie immer sind 24 Stun­den Zeit zur Abstim­mung, die also bis Mon­tag, 15 Uhr, läuft.

EDM #2: Er war gera­de 18 Jahr. Wer soll die­se Run­de gewin­nen?

  • AT: Nathan Trent – Run­ning on Air (52%, 79 Votes)
  • AU: Isaiah Fire­b­race – Don’t come easy (48%, 72 Votes)

Total Voters: 151

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Ergeb­nis: Das war knapp – mit 52% lag im Kopf-an-Kopf-Ren­nen der Aus­triA­lier am Ende der Öster­rei­cher Nathan Trent die ent­schei­den­de Nasen­län­ge vorn. Wir ver­ab­schie­den uns also von Isaiah aus­Tra­li­en und wid­men uns gleich dem nächs­ten Zwei­kampf, in dem es um alten Wein in neu­en Schläu­chen geht.

7 Gedanken zu “Euro­vi­si­on Death­match #2: Er war gera­de 18 Jahr”

  1. Arg­los ist ja ganz schön, aber wenigs­tens ein biss­chen ver­dor­ben darf schon sein. Da haben wir, auf­grund sei­nes Alters, die Hoff­nung auf eine ent­spre­chen­de Ent­wick­lung irgend­wann eher beim Aus­tra­li­er. Des­halb.…

  2. Mit Absicht. Sonst kriegt die jeweils die abso­lu­te Mehr­heit. In die­sen Duel­len ist kein Platz für Ambi­va­lenz, hier gibt es nur Leben oder Tod, schwarz oder weiß. Genau wie im rich­ti­gen Leben. 😉

  3. Knapp war’s – tol­le Idee, wer­ter Blog­ger – das macht Spaß und ver­kürzt die War­te­zeit. 🙂

  4. Ich fin­de das Ergeb­nis gut den Nathan ist ein super Sän­ger und super sym­pa­thisch

Oder was denkst Du?