Israel 2017: Nothing touched me that was second best

Vor wenigen Minuten veröffentlichte das israelische Fernsehen das Video mit dem Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Wie fast immer sickerte der Titel bereits im Laufe des Tages durch, und so langsam nerven diese ganzen vorzeitigen Liedergüsse wirklich gewaltig. Jedenfalls heißt der Song ‚I feel alive‘, bekanntlich gesungen von Imri Ziv, seines Zeichens Sieger der Vorauswahl-Castingshow The next Star sowie Hintergrundtänzer bei den Grand-Prix-Auftritten von Nadav Guedj (→ IL 2015) (der übrigens laut Facebook-Posting gerade frisch verliebt ist – in eine Frau [schluchz!]) – und Hovi Star (→ IL 2016), worauf er uns im Clip auch durch das selbstverliebte Anschauen von filmischen Beweisen dieser Heldentaten penetrant hinweist. Ob das nun nach Eigenlob stinkt oder mehr den stechenden Geruch der puren Verzweiflung atmet, mag jeder für sich entscheiden, jedenfalls garantiert es massive Momente des Fremdschämens. Und es beschwört unvermeidlich den Vergleich von ‚I feel alive‘ mit seinem musikalischen Vorbild ‚Golden Boy‘ herauf, den Imri ebenso unvermeidlich verlieren muss, krankt sein Titel doch an der weit verbreiteten Unsitte, mit einer vielversprechenden Strophe Hoffnungen aufzubauen, die der höllisch schwache Refrain nicht einlösen kann. Letzten Endes erweist sich das Paket aber als stimmig, ist sein Beitrag doch quasi ein musikgewordener Hintergrundtänzer: nett anzuschauen (und anzuhören), aber eben nur die Sättigungsbeilage, nicht das Hauptgericht. Mal abgesehen davon, dass ich den Israelis natürlich auf Knien danke, dass sie einen Uptemposong schicken. Einen Anruf gibt’s am Donnerstag des zweiten Semis (in dem Deutschland stimmberechtigt ist) alleine schon deswegen.

Und bevor er geht / zeigt er uns noch sein…en Lieblingsstrand: Imri Ziv (IL)

Kommt Israel damit ins Finale?

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