Mazedonien 2017: eindeutig unterdosiert

Überall das Gleiche: große Teile des Songschreiber- und Produzententeams, die für den serbischen Eurovisionsbeitrag 2017 verantwortlich zeichnen, beteiligten sich auch an dem bereits am Freitagabend vorgestellten mazedonischen Wettbewerbssong ‚Dance alone‘. Und die musikalische Verwandtschaft hört man ziemlich deutlich. Allerdings scheint das kleinere Land hier die hübschere Tochter abbekommen zu haben, denn wo ‚In too deep‘ arg seicht und ziellos vor sich hinplätschert, da vermag ‚Dance alone‘ durch einen verhältnismäßig süffigen Refrain und einen relativ ordentlichen Schub zu punkten. Und auch die kräftig verzerrte Stimme der entfernt an solche Elektro-Heldinnen wie Anne Clark oder Beth Ditto erinnerden, schon im vergangenen, gefühlt also mehrere Jahrhunderte zurückliegenden November 2016 intern ausgewählten Interpretin Jana Burčeska verleiht der Nummer einen eigenen Flair. Jedenfalls versprüht der mazedonische Beitrag im Gegensatz zu seinem serbischen Gegenpart deutlich mehr Lebensfreude, obgleich der begleitende Videoclip, in dem sich die Protagonistin, eine abgekämpfte Hausfrau im Klimakterium, mittels virtueller Realität in ihre Jugendzeit zurückversetzt, eine andere Sprache spricht. Ganz am Schluss sitzt aber auch die adoleszente Jana alleine und niedergeschlagen auf dem abgerammelten Sofa, und das passt ganz gut, weil der Song auf den letzten Metern ebenfalls ziemlich traurig ausfranst, so als sie die Wirkung der eingeworfenen chemischen Stimulanzien einen Tick zu früh verpufft. Und so hinterlässt der mittelprächtige Beitrag am Ende ein irgendwie unbefriedigendes Gefühl, auch wenn er den innerbalkanischen Zweikampf locker gewinnt.

Tanz, kleiner Waschbär, dreh Dich im Kreise (MK)

Schafft es Mazedonien mit Jana ins Finale?

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