Ukrai­ne prüft Auf­tritts­ver­bot für Julia Samai­l­o­va

Und die Pro­pa­gan­da­schlacht beginnt: kaum hat das rus­si­sche Fern­se­hen ges­tern Abend in einem gelun­ge­nen Über­ra­schungs­coup die 28jährige, roll­stuhl­fah­ren­de Sän­ge­rin Julia Samai­l­o­va als Ver­tre­te­rin für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 im ver­fein­de­ten Kiew ernannt, da schlägt der Geg­ner zurück: wie der ORF unter Bezug­nah­me auf den ukrai­ni­schen Sen­der espres­so TV heu­te berich­tet, prü­fe der Geheim­dienst des Lan­des der­zeit, ob die ehe­ma­li­ge X-Fac­tor-Teil­neh­me­rin über­haupt zum fried­lich-fröh­li­chen Wett­sin­gen ein­rei­sen dür­fe. Samai­l­o­va sei nach Erkennt­nis­sen des Staats­schut­zes im Juni 2015 auf der im Jahr zuvor von Russ­land annek­tier­ten Krim auf­ge­tre­ten. Nach gel­ten­der Geset­zes­la­ge wer­den sol­che Auf­trit­te sei­tens der Ukrai­ne mit einem mehr­jäh­ri­gen Ein­rei­se­ver­bot geahn­det. Auch für den Euro­vi­si­on Song Con­test will man, wie bereits ver­kün­det, kei­ne Aus­nah­men machen. Allen­falls, wenn die mobi­li­täts­ein­ge­schränk­te Künst­le­rin sei­ner­zeit nicht von Russ­land aus, son­dern über das ukrai­ni­sche Fest­land auf die Krim reis­te, dür­fe sie im Mai 2017 in Kiew dabei sein, so eine Pres­se­spre­che­rin. Die EBU hat­te bereits erklärt, sich nicht in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten des Aus­tra­gungs­lan­des ein­zu­mi­schen und den Vor­rang derer Gesetz­ge­bung zu ach­ten. Den­noch dürf­te die Durch­set­zung eines Ein­rei­se­ver­bo­tes gegen­über der im Roll­stuhl sit­zen­den Sän­ge­rin schlech­te Publi­ci­ty für den Gast­ge­ber brin­gen. Wir kön­nen wohl schon mal das Pop­corn bereit stel­len, das dürf­te noch unter­halt­sam wer­den…

Kei­ne Lie­be für die rus­si­sche Ver­tre­te­rin (Reper­toire­bei­spiel)

Dei­ne Ein­schät­zung: wird Julia in Kiew auf­tre­ten?

  • Ja. Das kann die Ukrai­ne nicht ernst­haft durch­zie­hen, nicht beim Roll­stuhl-Mädel. Das wäre ein PR-Desas­ter. Da wird man einen Weg fin­den. (53%, 78 Votes)
  • Nein, und ver­mut­lich war das von Anfang an von rus­si­scher Sei­te so geplant, um der Ukrai­ne die Schuld in die Schu­he schie­ben zu kön­nen. Schänd­lich! (32%, 48 Votes)
  • Das hängt vom Ergeb­nis der Über­prü­fung ab, oder nicht? War­ten wir’s ab. (15%, 22 Votes)

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