Euro­vi­si­on Death­match #13: Je t’adore

Die Drei­zehn – ihr haf­tet bei aber­gläu­bi­schen Men­schen ein Nim­bus als Unglücks­zahl an. Und als ein biss­chen unglück­lich erweist sich auch die heu­ti­ge Paa­rung in unse­rem Euro­vi­si­on Death­match, die man auch als Res­te-Ram­pe bezeich­nen könn­te, wenn es nicht so unge­recht gegen­über den betrof­fe­nen Künst­le­rin­nen wäre. Doch ein roter Faden, der bei­de Acts ver­bin­det, will sich nicht so ohne Wei­te­res fin­den las­sen: ihre Songs sind völ­lig ver­schie­de­ner Mach­art, sie tre­ten in unter­schied­li­cher Zahl an, ihre Vor­auswahl erfolg­te auf jeweils ande­re Wei­se und noch nicht mal ihre bei­de Natio­nen gren­zen anein­an­der oder befin­den sich im Krieg mit­ein­an­der. Für Bei­de hät­te es pas­sen­de­re Paa­run­gen gege­ben – die aber waren bereits belegt. Und so müs­sen Sva­la Björk­v­ins­dót­tir für Island und Oge­ne für die Nie­der­lan­de eben heu­te gegen­ein­an­der antre­ten. Der hohe Nor­den beginnt, wo die blon­de Sän­ge­rin, ihres Zei­chens Toch­ter des islän­di­schen Ver­tre­ters von 1995, Bo Hall­dórs­son, in unglaub­lich häss­li­chen Huf­schu­hen und mit dem elek­tro­las­ti­gen, düs­ter anmu­ten­den Mid­tem­po­song ‘Paper’ das Söng­vakepp­nín gewann. Fans ver­gli­chen sie und ihren Bei­trag bereits mit der letzt­jäh­ri­gen Nor­we­ge­rin Agne­te und dem ‘Ice­brea­ker’. Und hier fin­det sich viel­leicht doch noch eine Gemein­sam­keit: wie schon Agne­te wird Sva­la bei etli­chen Fans für eine Top-Plat­zie­rung im Grand-Prix-Fina­le gehan­delt – und wie Näm­li­che bleibt sie nach mei­ner Ein­schät­zung mit ihrem eher zähen Lied in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de hän­gen.

In den Schminktopf gefal­len: Sva­la (IS)

Sel­bi­ge Vor­her­sa­ge gilt nach mei­nem Dafür­hal­ten auch für die drei Her­aus­for­de­rin­nen Svalas, das intern aus­ge­wähl­te nie­der­län­di­sche Geschwis­ter­trio Oge­ne (Eigen­schrei­bung: 0’G3NE). Der Euro­vi­si­ons­bei­trag unse­rer west­li­chen Nach­barn ist eine Fami­li­en­an­ge­le­gen­heit: er stammt aus der Feder des Vaters der Val-Schwes­tern sowie des Freun­des einer der Drei­en und ist ihrer Mut­ter gewid­met. Genau so har­mo­nisch wie die­se Geschich­te klingt auch der Gesang des Damen­tri­os – vor allem live merkt man ihrem inti­men Zusam­men­spiel die in der Ver­wandt­schaft begrün­de­te Ver­traut­heit deut­lich an. Hübsch sind die Schwes­tern auch noch. Also bes­te Vor­aus­set­zun­gen eigent­lich für ein Spit­zen­er­geb­nis, das die Nie­der­län­der zuletzt immer wie­der mit ame­ri­ka­nisch anmu­ten­den Sounds erzie­len konn­ten. Und damit ver­su­chen sie es auch dies­mal: ‘Lights and Shadows’ rekur­riert auf den fast gleich­na­mi­gen Titel des zwei­ten Stu­dio­al­bums ‘Shadows and Light’ des Anfang der Neun­zi­ger­jah­re welt­weit erfolg­rei­chen US-ame­ri­ka­ni­schen Girl-Tri­os Wil­son Phil­lips, in dem bekannt­lich zwei Schwes­tern san­gen, die Töch­ter des Beach Boys Bri­an Wil­son. Und exakt wie eine Wil­son-Phil­lips-Sin­gle klingt der Track auch, lei­der aller­dings wie die drit­te oder vier­te Aus­kop­pe­lung aus besag­tem Album, da, wo die rich­ti­gen guten Stü­cke bereits ver­mark­tet waren.

Drei Schwes­tern stehn im Wal­de und sind nicht stumm (NL)

Und so den­ke ich, dass bei­de Acts eine Kate Ryan (→ BE 2006) pul­len könn­ten und – zum Ent­set­zen der Fans – in den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den kle­ben blei­ben. Für einen von ihnen gilt dies auf jeden Fall im heu­ti­gen Euro­vi­si­on Death­match: wer auf der Stre­cke bleibt, ent­schei­det wie immer Ihr. Noch bis mor­gen um 15 Uhr könnt Ihr jetzt abstim­men.

EDM #13: Je t’adore. Wel­che Favo­ri­tin soll nicht stür­zen?

  • Island: Sva­la Björns­dót­tir – Paper (50%, 70 Votes)
  • Nie­der­lan­de: Oge­ne – Lights and Shadows (50%, 69 Votes)

Total Voters: 139

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Ergeb­nis: Höl­le, so eng war es noch nie! Nur eine ein­zi­ge Stim­me ent­schied das heu­ti­ge Euro­vi­si­on Death­match, so eng, dass es im (auf vol­le Zah­len gerun­de­ten) Pro­zent­split sogar rech­ne­risch 50/50 aus­ging. Doch das Ergeb­nis steht fest: wir müs­sen uns vom nie­der­län­di­schen Schwes­tern­trio ver­ab­schie­den. Dan­ku­wel! Span­nend wird’s auch in der nächs­ten Run­de: dort tre­ten zwei super-cam­pe Spit­zen-Trash-Erzeug­nis­se gegen­ein­an­der an.

1 Gedanke zu “Euro­vi­si­on Death­match #13: Je t’adore

  1. Mir schmeckt mei Bier nim­mer (Copy­right Ers­te All­ge­mei­ne Ver­un­si­che­rung)
    Trotz­dem wer­de ich zu einer Ent­schei­dung kom­men müs­sen. Die wird – wie immer – natür­lich gerecht sein.

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