Julia­ga­te: Kyry­len­ko sieht “kei­ne Hoff­nung” auf Eini­gung

Der ukrai­ni­sche Vize­prä­si­dent Wjat­sches­law Kyry­len­ko hat jede Hoff­nung auf eine Eini­gung mit Russ­land bezüg­lich deren Teil­nah­me am Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew auf­ge­ge­ben, wie er nach einer Mel­dung von Euro­voix in einem Inter­view mit der hei­mi­schen Tages­zei­tung Obozr­e­va­tel sag­te. Nach dem vor­aus­ge­gan­ge­nen Dis­put um die vom rus­si­schen Per­wy Kanal nomi­nier­te Sän­ge­rin Julia Samo­yl­o­va, die vom ukrai­ni­schen Geheim­dienst auf­grund eines Auf­tritts auf der annek­tier­ten Krim mit einem drei­jäh­ri­gen Ein­rei­se­ver­bot belegt wur­de, sei sein Land nach wie vor bereit, die rus­si­sche Dele­ga­ti­on in Kiew will­kom­men zu hei­ßen – wenn die­se einen ande­ren Reprä­sen­tan­ten benen­ne, der “nicht gegen ukrai­ni­sche Geset­ze ver­sto­ßen” habe. Eine Aus­nah­me­re­ge­lung lehn­te er erneut ab: “Nie­mand kann ver­lan­gen, dass wir zuguns­ten Russ­lands unse­re eige­nen Geset­ze außer Kraft set­zen”. Er glau­be aber nicht mehr, dass die Föde­ra­ti­on noch einen Ersatz­kan­di­da­ten nomi­nie­re: Das bedeu­tet, dass wir einen Wett­be­werb mit 42 Län­dern statt 43 haben wer­den”. Nach sei­ner Wahr­neh­mung herr­sche das Gefühl vor, dass Russ­land ohne­hin nicht in Kiew teil­neh­men woll­te und es nur dar­um gin­ge, der Ukrai­ne zu scha­den. Die in den ver­gan­ge­nen Tagen auf­ge­tauch­ten Gerüch­te über eine mög­li­che Ver­le­gung des Wett­be­werbs nach Ber­lin wies er als “Falsch­mel­dung” zurück und beton­te, man lie­ge hin­sicht­lich der Vor­be­rei­tun­gen in der Zeit. Da man wei­te­re “Pro­vo­ka­tio­nen” von rus­si­scher Sei­te erwar­te, wer­de man die Sicher­heits­vor­keh­run­gen vor dem Con­test noch ein­mal ver­stär­ken. Die EBU hat sich bis­lang nicht mehr wei­ter zum Fall geäu­ßert, auf der offi­zi­el­len Euro­vi­si­ons­sei­te führt man Julia Samo­yl­o­va wei­ter­hin als Teil­neh­me­rin.

Ihre Flam­me wird in Kiew wohl nicht bren­nen: Julia Samo­yl­o­va (RU)

4 Gedanken zu “Julia­ga­te: Kyry­len­ko sieht “kei­ne Hoff­nung” auf Eini­gung

  1. Die Ukrai­ne scha­det sich mit die­ser Gesetz­ge­bung und dem stu­ren Fest­hal­ten dar­an sel­ber, dar­an sind nicht die Rus­sen schuld wie Herr Kyry­len­ko sagt.
    Bei einer inter­na­tio­na­len Ver­an­stal­tung sind Aus­nah­men von natio­na­len Geset­zen gang und gäbe, egal ob bei Sport, Poli­tik oder Kul­tur.
    Die­se Argu­men­ta­ti­on ist so offen­sicht­lich vor­ge­scho­ben und das weiß er auch, eben­so die EBU und daher kommt auch die dicke Luft wie Sie in dem Brief der EBU zum Aus­druck kam.
    Wenn man den Rus­sen ein durch­aus mög­li­ches Kal­kül bei der Sän­ger­wahl unter­stel­len will kann man der Ukrai­ne auch unter­stel­len einen rus­si­schen Ver­tre­ter nie ernst­haft zulas­sen zu wol­len.
    Wel­che wei­te­ren Pro­vo­ka­tio­nen (neben einer Sän­ge­rin im Roll­stuhl) erwar­tet er denn deret­we­gen er die Sicher­heits­vor­keh­run­gen erhö­hen muss? 😉

  2. Also ich glau­be nicht, dass die Ukrai­ne das Gesetz nur ver­ab­schie­det hat, um bei einem ESC Russ­land nicht zuzu­las­sen 😀 Natür­lich ist es nicht sehr glück­lich gewe­sen das Ein­rei­se­ver­bot erst jetzt zu ver­hän­gen, wenn ihr Auf­tri­it auf der Krim schon 2015 (?) war.. aber so ist es eben.

    Ich fra­ge mich, war­um eine end­gül­ti­ge Ent­schei­dung noch nicht gefal­len ist. Wie­so ist von EBU und Russ­land nichts mehr zu hören? Arbei­tet die EBU im Gehei­men wie­der an einem tol­len Vor­schlag, um Russ­land doch teil­neh­men zu las­sen? Oder wol­len sie das Gan­ze erst ein­mal sacken las­sen und dann irgend­wann ganz lei­se und ver­steckt ver­kün­den, dass Russ­land nicht teil­nimmt?

    Je län­ger die­ses The­ma noch nicht abschlie­ßend geklärt wur­de scha­det sich die EBU und somit dem ESC nur selbst!

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