Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Zwei der iri­schen Backings © Mar­tin Schmidtner

War­um macht ihr so etwas, lie­be Büh­nen­bild­ver­ant­wort­li­che? War­um ver­steckt ihr in die­sem Jahr prak­tisch alle die Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne? Schon im ers­ten Semi­fi­na­le 2017 am ver­gan­ge­nen Diens­tag irri­tier­te es maß­los, wenn man mit den Augen ledig­lich eine ein­zel­ne, völ­lig ver­lo­ren im Far­ben­wir­bel des Back­drops ver­schwin­den­de Per­son auf der Büh­ne sah, gleich­zei­tig jedoch mit den Ohren wah­re Cho­rä­le erschal­len hör­te und das völ­lig über­for­der­te, bedau­erns­wer­te Gehirn die­se bei­den sich gegen­sei­tig wider­spre­chen­den Sin­nes­wahr­neh­mun­gen irgend­wie zusam­men bekom­men soll­te, ohne dabei zu implo­die­ren. Bei der gest­ri­gen zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de dann, erneut aus­ge­tra­gen in der nur mäßig besetz­ten Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­hal­le zu Kiew, erneut bestückt mit der irgend­wo zwi­schen Raum­schiff Enter­pri­se und der Außen­re­kla­me für das berühmt-berüch­tig­te Ree­per­bahn-Eta­blis­se­ment Zur Rit­ze chan­gie­ren­den Büh­ne sowie den drei kom­plett unlus­ti­gen Mode­ra­to­ren Tick, Trick und Track, nerv­te es nur noch. Zumal man uns damit um eini­ge Augen­wei­den brach­te, so bei­spiels­wei­se um die zwei rot­haa­ri­gen Hin­gu­cker des milch­bü­bi­gen Iren Bren­dan Mur­ray, die deut­lich mehr her­ge­macht hät­ten als der arm­se­li­ge, wind­schie­fe und zu allem Übel auch noch am Boden blei­ben­de Fes­sel­bal­lon, den die RTÉ-Dele­ga­ti­on statt­des­sen als schlecht über­leg­tes Büh­nen­gim­mick mit­brach­te.

Zwei­ein­vier­tel Stun­de frag­wür­di­ge Musik und noch frag­wür­di­ge­re Gar­de­ro­ben: das zwei­te Semi­fi­na­le 2017 am Stück

Ich mei­ne, ernst­haft: wenn ihr den Inter­pre­ten schon auf eine Platt­form stellt und oben­dran einen cam­pina­far­be­nen Bal­lon instal­liert, dann erwar­te ich als Zuschau­er doch, dass der Sän­ger pünkt­lich zur → Rückung (wo auch der besag­te, lei­der unsicht­bar blei­ben­de Chor hin­zu­kam) abhebt und gen Hal­len­dach ent­schwebt! Und ja, ich weiß selbst, dass das Teil aus Papp­ma­ché bestand und damit flug­un­fä­hig war. Dann muss man das halt mit einem Kran lösen oder unter Zuhil­fe­nah­me digi­ta­ler Trick­tech­nik. Und wie­so eigent­lich muss ich als gewöhn­li­cher Fan dem Sen­der erklä­ren, wie er sei­nen Bei­trag insze­niert? Über­flüs­sig zu erwäh­nen, dass der (über­ra­schend auf nicht schmerz­haf­te Wei­se) kas­tra­ten­haft hoch sin­gen­de Bren­dan es so nicht ins Fina­le schaff­te. Zumal die Iren ver­ga­ßen, den Song von ‘Dying to try’ in ‘Try­ing to fly’ umzu­be­nen­nen. Muss man denn alles allei­ne machen? Ein geschick­te­res Händ­chen bei der Aus­wahl des Büh­nen­gim­micks bewies hin­ge­gen der ORF. Der prä­sen­tier­te sei­nen gewin­nend über bei­de Ohren dau­er­g­rin­sen­den Schnu­ckel­pops Nathan Trent als den Mann im Mond und stell­te den Alpen­land-Roman-Lob (→ DE 2012) zu die­sem Behu­fe in eine sichel­för­mig aus­ge­höhl­te, über­manns­ho­he Dis­co­ku­gel, die man ver­mut­lich güns­tig aus weiß­rus­si­schen Rest­be­stän­den auf­ge­kauft hat­te. Groß­zü­gig aus­ge­brei­te­ter Tro­cken­eis­ne­bel fun­gier­te als die Wol­ken, auf denen Natha­nae­le (den der deut­sche Kom­men­ta­tor Peter Urban in sei­ner Anmo­de­ra­ti­on drei­ßig Jah­re älter machen woll­te) laut dem selbst ver­fass­ten Lied­text dahin­schwebt. Das funk­tio­nier­te präch­tig, auch weil der öster­rei­chi­sche Baby­bär erkenn­bar an sich und sein Lied glaub­te und uns sei­ne Durch­hal­te­bot­schaft über­zeu­gend ver­kauf­te. Und so ver­ges­sen ließ, was für eine furcht­bar plod­de­ri­ge Song­grüt­ze der jun­ge Tiro­ler da vor uns aus­goß.

Glaub an Dich selbst und es wird gelin­gen (AT)

Im Gegen­satz zum ers­ten Semi­fi­na­le zeig­ten sich die Abstim­mungs­er­geb­nis­se am Don­ners­tag von einer deut­li­chen Über­ra­schungs­ar­mut gekenn­zeich­net. Bit­ter­lich zu bekla­gen ist ledig­lich der schmerz­li­che Ver­lust der est­ni­schen Wie­der­auf­er­ste­hung von Modern Tal­king in Form des Euro­vi­si­ons-Vete­ra­nen-Duos Koit Too­me (→ EE 1998) und Lau­ra Põld­ve­re (→ EE 2005). Auch hier ver­mu­te ich – bis zum Beweis des Gegen­teils – zunächst ein­mal die üblen Machen­schaf­ten der dia­bo­li­schen Jurys, die für sol­cher­lei herr­lich nost­al­gi­schen Euro­dance offen­bar kein Herz hat­ten. Aller­dings fällt es auch bei ange­streng­tem Nach­den­ken schwer, einen wei­te­ren Men­schen zu benen­nen, der der­ma­ßen hin­ter­häl­tig falsch grin­sen kann wie das sich aus­ein­an­der­ge­liebt haben wol­len­de Schla­ger­pär­chen, das laut Song­text ver­ka­tert durch die pit­to­res­ke nor­ita­lie­ni­sche Tou­ris­ten­hoch­burg ‘Vero­na’ (ein mög­li­cher Aus­tra­gungs­ort für den ESC 2018?) tapert und über die eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten sin­niert, die zum Schei­tern der Bezie­hung führ­ten. Beson­ders schön zu beob­ach­ten war das an der Stel­le, als sich Die­ter und Tho­mas (→ Vor­ent­scheid DE 2006) aus­nahms­wei­se kurz gegen­über­stan­den und ins Gesicht sin­gen muss­ten. Und man dem ohne­hin extrem schmie­rig wir­ken­den Koit dabei den “Mor­gen bring ich die Schlam­pe um”-Gedan­ken in Groß­buch­sta­ben vom Ant­litz able­sen konn­te, wäh­rend er sei­ne Lau­ra schlan­gen­haft anstrahl­te. Gru­se­lig, aber doch auch von einer gewis­sen ver­stö­ren­den Fas­zi­na­ti­on!

Ups, da stand Anfangs wohl noch jemand auf der Lei­tung! (EE)

Als ange­neh­me Über­ra­schung darf hin­ge­gen der Final­ein­zug des unga­ri­schen Roma-Rap­pers Joci Pápai gel­ten. Hier zahl­te sich erfreu­li­cher­wei­se der lobens­wer­te Mut der Magya­ren aus, auf alle Euro­vi­si­ons­kon­ven­tio­nen zu pfei­fen und einen Ver­tre­ter einer der noch immer unbe­lieb­tes­ten Min­der­hei­ten Euro­pas mit einem in Lan­des­spra­che gesun­ge­nen, eth­no­las­ti­gen Titel zu schi­cken. Und das auch noch mit einer Hip-Hop-Ein­la­ge, bis­lang beim gesamt­eu­ro­päi­schen Lie­der­rei­gen ein siche­res Rezept für den Punk­te­tod! Doch Jocis von bit­ter­sü­ßem, trot­zi­gen Stolz beseel­tes Kla­ge­lied, das in unglaub­lich poe­ti­schen, bewe­gen­den Bil­dern aus sei­nem Leben und von sei­nem Kampf gegen die gesell­schaft­li­chen Vor­ur­tei­le erzähl­te, bewies ein­mal mehr, dass das Publi­kum die Wor­te nicht ver­ste­hen muss, um die Bot­schaft zu begrei­fen, und dass eine authen­ti­sche, per­sön­li­che Geschich­te meist belohnt wird. Selbst der Fakt, dass man Joci stel­len­wei­se kurz anmerk­te, wie unwohl er sich in dem tech­ni­sier­ten, durch­cho­reo­gra­fier­ten TV-Spek­ta­kel fühl­te, sei­ne Anspan­nung aber sofort wie­der ver­schwand, sobald er sich in sei­nen Text ver­senk­te, trug zu sei­ner Glaub­wür­dig­keit bei. Mit dem Final­ein­zug des fan­tas­ti­schen ‘Ori­go’ und des eben­falls im Hei­ma­t­idi­om gesun­ge­nen, tem­po­rei­chen, fröh­lich-fol­ki­gen bela­rus­si­schen Bei­trags ‘Histo­ry­ja majho žyccia’ sowie des por­tu­gie­si­schen Wett­be­werbs­ti­tels ‘Amar pelos Dois’ aus der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de schaff­ten es nun­mehr tat­säch­lich sämt­li­che lan­des­sprach­li­chen Lie­der ins sams­täg­li­che Fina­le, wo sie auf den ita­lie­ni­schen Wett­quo­ten­kö­nig Fran­ces­co Gab­ba­ni und sein ‘Occidentali’s Kar­ma’ tref­fen. Sie­he und ler­ne, Alba­ni­en! Sie­he und ler­ne, Deutsch­land!

Der Zir­kus­di­rek­tor und sei­ne Tän­ze­rin: sel­ten war mehr Authen­ti­zi­tät beim ESC (HU)

Und sie­he und ler­ne, Ser­bi­en und Maze­do­ni­en! Regel­mä­ßi­ge Leser/innen von Berich­ten der Stif­tung Waren­test ken­nen sicher­lich den Begriff “bau­gleich mit…”, der den Umstand beschreibt, dass es sich (wahl­los erfun­de­nes Bei­spiel) bei den über­prüf­ten Wasch­ma­schi­nen der Mar­ken Mie­le und Bauknecht um das exakt glei­che Gerät han­delt, ledig­lich mit einem ande­ren Namen ver­se­hen und zu unter­schied­li­chen Prei­sen ver­kauft. In die­ser Art ver­hielt es sich auch bei den dies­jäh­ri­gen Bei­trä­gen der zwei genann­ten Bal­kan­län­der, die aus der sel­ben schwe­di­schen Pro­duk­ti­ons­schmie­de stamm­ten und sich musi­ka­lisch wie optisch allen­falls in Nuan­cen unter­schie­den. So prä­sen­tier­te sich die im schwar­zen Strip­pe­rin­nen-Out­fit antre­ten­de Jana Burčes­ka, die in ihrer völ­li­gen Ver­zweif­lung mit alber­nem Tra­ra um ihre Schwan­ger­schaft und einen schlecht insze­nier­ten Hei­rats­an­trag im Green Room (soll das hei­ßen, ihr Balg ist als Kind der Schan­de gezeugt wor­den?) ver­geb­lich Auf­merk­sam­keit zu erzeu­gen such­te, als eine pas­send zu ihrem Titel ‘Dance alo­ne’ völ­lig allei­ne die Büh­ne bespie­len­de FYROM-Dis­count-Kylie; wäh­rend die Ser­bin Tija­na Bogiće­vić in ihrem mehr als faden­schei­ni­gen wei­ßen Tüll-Nacht­hemd zumin­dest einen Bonus als Cou­gar sam­meln konn­te, ließ sich die für ihr Alter erschre­ckend ver­härmt und abge­rockt wir­ken­de Mitt­drei­ßi­ge­rin doch von einem deut­lich jün­ge­ren, deut­lich fit­te­ren Tän­zer apart umsprin­gen. Aller­dings lei­der erst ‘In too Deep’, nach knapp zwei Minu­ten, wo man als Zuschau­er bereits sämt­li­che Geduld mit dem faden Song und dem lang­wei­li­gen Auf­tritt ver­lo­ren hat­te. Kein Wun­der, dass gleich bei­de Bal­kan-Dis­co-Mäu­se schei­ter­ten, zumal sie Show-Guru Chris­ter Björk­man (→ SE 1992) in der hand­ver­le­se­nen Start­rei­hen­fol­ge so dicht wie mög­lich bei­ein­an­der pack­te, mit ledig­lich dem öster­rei­chi­schen Baby­bär­chen als Tren­ner (sowie, ursprüng­lich, der rus­si­schen Roll­stuhl­la­dy Julia Samo­yl­o­va, die aber aus den bekann­ten Grün­den nicht antre­ten durf­te).

Lore­en hat ange­ru­fen und will ihren Krab­ben­tän­zer zurück (RS)

Oh, wo wir gera­de vom The­ma “Cou­gar” spra­chen: auch Valen­ti­na Monet­ta (→ SM 2012, 2013, 2014) schei­ter­te in die­ser Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de. Dabei hat­te sie Onkel Ralph für sei­nen fünf­und­zwan­zigs­ten (!) offi­zi­el­len Euro­vi­si­ons­bei­trag (Gra­tu­la­ti­on!) und ihre vier­te (!) Grand-Prix-Teil­nah­me für San Sie­ge­li­no nicht nur mit einem herr­lich nost­al­gi­schen, so repe­ti­ti­ven wie ein­gän­gi­gen Sieb­zi­ger­jah­re-Dis­co-Schla­ger namens ‘Spi­rit of the Night’ aus­ge­stat­tet, son­dern sei­ner offen­sicht­li­chen Lieb­lings­mu­se (bezie­hungs­wei­se der ein­zi­gen Künst­le­rin, wel­cher der Ver­lust ihrer Repu­ta­ti­on der­ma­ßen scheiß­egal zu sein scheint, dass sie sich immer wie­der von ihm rum­krie­gen lässt) auch noch ein jun­ges, kna­cki­ges Boy Toy in Form des US-ame­ri­ka­ni­schen Musi­cal­sän­gers Jim­mie Wil­son zur Sei­te gestellt. Die Zwei bemüh­ten sich nach Kräf­ten, ein hip­pes, hedo­nis­ti­sches jun­ges Pär­chen zu mimen, unter­mi­nier­ten das Unter­fan­gen jedoch durch ihre etwas unglück­li­che Kla­mot­ten­wahl: Jim­mies erfreu­lich kör­per­bau­be­to­nen­de schwar­ze Leder­ho­sen-T-Shirt-Kom­bi­na­ti­on und Valen­ti­nas läs­si­ger Onsie wären viel­leicht noch durch­ge­gan­gen, hät­ten sie nur auf die ver­rä­te­ri­schen Pail­let­ten ver­zich­tet, wel­che die Out­fits in die Nähe einer Cata­ri­na-Valen­te-Büh­nen­gar­de­ro­be um ca. 1980 her­um rück­ten. Und die offen­bar so viel Geld kos­te­ten, dass kein Bud­get mehr für einen anstän­di­gen Back­drop zur Ver­fü­gung stand. So sehr ich Ralph Sie­gel beim Grand Prix ver­mis­sen wür­de, und so sehr ich ihn dafür bewun­de­re, dass er es alters­starr­sin­nig immer und immer wie­der ver­sucht: man merkt ein­fach, dass er es nicht gemerkt hat, wie sich die Spiel­re­geln mitt­ler­wei­le wei­ter­ent­wi­ckel­ten.

Oah ich bin bunt / und mei­ne Hose tut, als wär sie aus Leder ℠

Mit hoff­nungs­lo­sen Kon­zep­ten ver­such­ten es auch Mal­ta, die Schweiz und Litau­en. Die für ihre sei­fi­gen Bei­trä­ge berüch­tig­te Mit­tel­meer­in­sel recy­cel­te ein­fach ihre euro­vi­sio­nä­re All­zweck­waf­fe Chia­ra (→ MT 1998, 2005, 2009), dies­mal unter dem Tarn­na­men Clau­dia Fani­el­lo, griff im Song-Archiv in die prall gefüll­te Kis­te mit den ewig­glei­chen, pom­pö­sen Lang­wei­ler­bal­la­den und schick­te das Gan­ze in die von vor­ne­her­ein ver­lo­re­ne Schlacht. Für die Bal­ten schien es mal wie­der an der Zeit, der Welt zu bewei­sen, dass Litau­en nichts ande­res ist als eine gro­ße Frei­luft-Irren­an­stalt. Sie ent­sand­ten eine rot­ge­wan­de­te Frau (als Teil des Pro­jek­tes Fused­marc), die beim Zopf­dre­hen ver­gaß, den zum Haa­re­zwir­beln ver­wen­de­ten Blei­stift wie­der her­aus­zu­zie­hen, und die mit ent­setz­lich dis­har­mo­ni­scher Stim­me und beses­se­nem Gesichts­aus­druck zu einem wahl­los zusam­men­ge­den­gel­ten elek­tro­ni­schen Klang­col­lagen­tep­pich voll­kom­men wahl­los zusam­men­ge­den­gel­te Text­fet­zen ins Mikro­fon schrie. Nur sel­ten erleb­te man bei Euro­pas größ­tem Song­wett­be­werb ein Lied, das sol­cher­art deut­lich um Nil Points bet­tel­te. Die herr­lich ahnungs­lo­sen Eid­ge­nos­sen schließ­lich bedien­ten sich mal wie­der des Sän­ge­rin­nen-Impor­tes – und grif­fen erneut dane­ben. Dabei wähl­ten sie sogar das rich­ti­ge Land: die Time­bel­le-Front­frau Miru­na Mănes­cu stammt aus Rumä­ni­en. Um so bit­te­rer, dass sie gegen eine jodeln­de (!) Lands­män­nin den Kür­ze­ren zog. Und das mit Recht! ‘Apol­lo’, der hel­ve­ti­sche Bei­trag, kam als gefühlt sechs­und­sieb­zigs­ter Auf­guss des uner­träg­li­chen Grand-Prix-Sie­ger­songs von 2011, ‘Run­ning sca­red’, her­über, sprach also Bän­de über musi­ka­li­sche Ein­falls­lo­sig­keit. Miru­nas gigan­ti­sches, gift­gel­bes Mons­ter­kleid (dem unse­li­gen Poly­es­te­r­un­ge­tüm aus der im Braut­la­den-Aus­ver­kauf spie­len­den Fol­ge der Sit­com 2 Bro­ke Girls nicht unähn­lich) bewies erneut, dass hell­häu­ti­ge Men­schen von einer sol­chen Kla­mot­ten­far­be wei­test­mög­li­chen Abstand neh­men soll­ten. Der eben­falls radio­ak­tiv­gel­be Rapun­zel­turm wirk­te auch eher lächer­lich. Und die Klatsch­fal­le an der Zwei-Minu­ten-Drei­ßig-Mar­ke stell­te mal wie­der die vor­sätz­li­che Bös­ar­tig­keit der Schwei­zer unter Beweis: froh­lock­te man an die­ser Stel­le fälsch­lich, es end­lich über­stan­den zu haben, so walz­ten sie den Driss anschlie­ßend noch­mals für drei­ßig sehr lan­ge Sekun­den aus, die sich anfühl­ten wie drei­ßig Jah­re. Pfui!

Sieh und ler­ne, Natha­lie von Cas­ca­da (DE 2013): SO schrei­tet man eine Show­trep­pe her­un­ter! (CH)

Ach, die köst­li­che Iro­nie, dass die im letz­ten Jahr wegen unbe­zahl­ter Rech­nun­gen aus­ge­sperr­ten Rumä­nen den im Geld nur so schwim­men­den Hel­ve­ten zeig­ten, wie es geht, in dem sie die authen­ti­sche alpen­län­di­sche Kul­tur­form des Jodelns mit gene­ri­schem Pop­rock und Rapein­la­gen mix­ten und so für eine unver­wech­sel­ba­re, erfri­schend unter­halt­sa­me Spaß-Injek­ti­on sorg­ten! Dabei erwies sich die erst acht­zehn­jäh­ri­ge Ilin­ca Băcilă, die dan­kens­wer­ter­wei­se auf den schlim­men Shrek-Fum­mel aus dem hei­mat­li­chen Vor­ent­scheid ver­zich­te­te und im klei­nen Roten antrat, als her­aus­ra­gend kom­pe­ten­te Jod­le­rin, lie­fer­te also kei­nen Trash ab. Ihr ker­ni­ger Beglei­ter Axel Flo­rea hielt sich zudem mit dem bei der Selec­tia Natio­na­la noch sehr mar­kan­ten Auf­stamp­fen sehr zurück, bestieg dann aller­dings in ver­däch­tig über­kom­pen­sa­ti­ver Wei­se sehr breit­bei­nig eine beglit­ter­te Kano­ne, deren wei­te­rer Zweck sich lei­der nicht erschloss, denn das mit einem sol­chen Büh­nen­re­qui­sit eigent­lich zwangs­läu­fig ver­bun­de­ne Abfeu­ern von Kon­fet­ti­sal­ven ins Publi­kum unter­blieb ent­täu­schen­der­wei­se. ‘Yodel it!’ kam den­noch wei­ter, genau­so wie der kroa­ti­sche Bei­trag ‘My Fri­end’ der leben­di­gen Kano­nen­ku­gel Jac­ques Hou­dek, der dann dan­kens­wer­ter­wei­se den­noch für den drin­gend benö­tig­ten Trash-Fak­tor sorg­te. Hou­deks Song klingt bekannt­lich, als ob die Dar­stel­ler des Musi­cal-Mär­chens Glee sich an einer “zeit­ge­mä­ßen” Auf­be­rei­tung von Opern­mu­sik ver­such­ten, und der Sän­ger trat dazu nicht nur mit gespal­te­ner Stim­me, son­dern auch mit gespal­te­ner Per­sön­lich­keit auf. Er nutz­te tat­säch­lich den jahr­hun­der­te­al­ten Insze­nie­rungs­ein­fall, sich rechts als leder­be­jack­ter Micha­el Jack­son aus dem Video zu ‘Bad’ zu klei­den, links hin­ge­gen als befrack­ter Lucia­no Pava­rot­ti. Und neig­te, je nach­dem, ob er gera­de mit süß­li­cher Pop­stim­me sang oder tre­mo­lier­te, die pas­sen­de Sei­te in die Kame­ra. Ein Gesamt­kunst­werk von der ver­stö­ren­den Fas­zi­na­ti­on eines Auf­fahr­un­fal­les: man will den Blick abwen­den, schafft es aber nicht, weil man ein­fach nicht glau­ben kann, was man da sieht. Wie groß­ar­tig, dass er es ins Fina­le schaff­te: an was will man sich sonst in zwan­zig Jah­ren noch erin­nern?

Alu­fo­li­en­fin­ger­lin­ge, das inter­na­tio­na­le Erken­nungs­zei­chen für coo­le Gangs­ter (HR)

Ganz sicher nicht bei­spiels­wei­se an die Aus­tra­lie­rin Anja Nis­sen, die, show­tech­nisch ihre inne­re Anna Vis­si (CY 1982, GR 2006) chan­nelnd, für ihre Zweit­hei­mat Drö­ger Quark, Ver­zei­hung: Däne­mark antrat. Und das sogar gänz­lich ohne Lied: jede Zei­le ihres rund­her­aus ent­setz­li­chen Mach­werks ‘Whe­re I am’ ord­ne­te sich ein­zig und allei­ne dem Zwe­cke der Stimm­a­kro­ba­tik unter, gewis­ser­ma­ßen als einer Art Test­auf­ga­be für die Bewer­bungs­run­den einer Cas­ting­show. Bei der sie übri­gens, säße ich in der Jury, durch­ge­fal­len wäre, denn außer ohren­be­täu­ben­dem Geschreie konn­te ich nichts wahr­neh­men. Lei­der jedoch sam­meln sich dort wohl haupt­säch­lich Men­schen, die durch die Dau­er­be­schal­lung mit dem, was heut­zu­ta­ge als tages­ak­tu­el­le Pop­mu­sik durch­geht, schon abge­stumpft und ertaubt sind und schlich­te Laut­stär­ke mit Kön­nen ver­wech­seln. Oh, und wo wir gera­de bei Aus­tra­li­en sind: des­sen ephe­ben­haf­ter Ver­tre­ter Isaiah schlich sich unter dem Tarn­na­men Kris­ti­an Kostov als angeb­li­cher Bul­ga­re auch noch in die gest­ri­ge zwei­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de, wo er, wie schon am Diens­tag, die wei­ner­li­che Win­sel­stu­te gab und damit pro­blem­los ins Fina­le segel­te. An die seli­gen Zei­ten der hol­län­di­schen Glitzer­queens De Top­pers (→ NL 2009) erin­ner­ten die Out­fits der O’gene-Schwes­tern, die davon kün­de­ten, dass im Stoff­pa­ra­dies wohl gera­de Aus­ver­kauf herrsch­te und es die Meter­wa­re zum Vor­zugs­preis gab. Ihren Wil­son-Phil­lips-Album­track ‘Lights and Shadows’ lie­fer­ten die drei Gra­zi­en indes sehr über­zeu­gend ab, wohl auch der Tat­sa­che geschul­det, dass es sich um eine sehr per­sön­li­che Ange­le­gen­heit han­del­te: das Abschieds­lied für ihre den lang­sa­men Krebs­tod ster­ben­de Mut­ter näm­lich. Alles Gute für die letz­te Rei­se, unbe­kann­ter­wei­se!

Drei­mal die­sel­be Glit­zer­krus­te, drei­mal anders geschnit­ten (NL)

Blei­ben noch die bei­den Dance-Tracks, die es famo­ser­wei­se ins Fina­le schaff­ten, mit zwei sehr unter­schied­li­chen Her­an­ge­hens­wei­sen. Der nor­we­gi­sche Musik­pro­du­zent und DJ Jowst ver­steck­te sein Gesicht hin­ter einer illu­mi­nier­ten Seri­en­kil­ler­mas­ke und sich selbst hin­ter den Turn­ta­bles und ließ statt­des­sen sei­nen ker­ni­gen Gast­in­ter­pre­ten Alek­san­der Wal­mann Åsgår­den für sich spre­chen. Der als eine Art Dis­co-Pro­phet ver­klei­de­te Sin­ger-Song­wri­ter, der Wiki­pe­dia zufol­ge die Ein­nah­men eines von ihm anläss­lich des schreck­li­chen rechts­ter­ro­ris­ti­schen Anschlags von Anders Brei­vik im Jah­re 2011 inner­halb weni­ger Stun­den geschrie­be­nen Lie­des dem Roten Kreuz spen­de­te, phi­lo­so­phier­te zu einem pum­pen­den Elek­tro­track dar­über, die per­ma­nent schnat­tern­de Stim­me in sei­nem Kopf zu töten, sich also von den stän­di­gen Ablen­kun­gen und Beschrän­kun­gen des All­tags frei zu machen, sich dem Augen­blick hin­zu­ge­ben und so geis­ti­ge Tran­quil­li­tät zu erlan­gen. Uner­war­te­te Tie­fe also, ver­knüpft mit einer infek­tiö­sen Hook­li­ne und trei­ben­den Bäs­sen: was mehr kann man sich wün­schen? Der augen­plä­sie­ren­de Israe­li Imri Ziv hin­ge­gen, letz­ter Star­ter des Abends, über­tünch­te die arge musi­ka­li­sche und inhalt­li­che Flach­heit sei­ner ori­en­ta­lisch-medi­ter­ra­nen Son­ne-und-Strand-Num­mer ‘I feel ali­ve’ (vgl. das the­ma­tisch eng ver­wand­te ‘Fee­ling ali­ve’,CY 2003) sehr erfolg­reich, in dem er, man kann es nicht anders beschrei­ben, Augen­sex mit der Kame­ra hat­te. Und ein sehr anspre­chen­des Mus­kels­hirt trug, das nicht nur sei­ne äußerst ansehn­li­chen Bizeps frei­leg­te, son­dern bei den ent­spre­chen­den Arm­be­we­gun­gen auch sei­ne rech­te Ach­sel­höh­le. Und damit ver­riet, dass Imri dan­kens­wer­ter­wei­se nicht zu den weich­ge­spül­ten Metro­se­xu­el­len gehört, wel­che die­se rasie­ren, son­dern er es sprie­ßen lässt, wie die Natur das vor­ge­se­hen hat. Und, ich muss es so sagen: die Phe­ro­mo­ne waren durch den Bild­schirm zu rie­chen. Welch anre­gen­der Abschluss!

Oh, den sexy Ste­höhr­chen habe ich noch gar kein Lob­lied gesun­gen (IL)

Und jetzt kommst Du: was sind Dei­ne zehn Lieb­lings­songs im zwei­ten Semi 2017? (Max. 10 Stim­men)

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ESC 2017, 2. Semi

Zwei­tes Semi­fi­na­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2017, Don­ners­tag, der 11. Mai 2017, 21 Uhr, aus dem Inter­na­tio­nal Exhi­bi­ti­on Cen­ter in Kiew, Ukrai­ne. Mode­ra­ti­on: Olek­san­dr Skich­ko, Volo­dy­m­yr Ost­ap­chuk und Timur Miro­sh­ny­chen­ko, 18 Teil­neh­mer.
#LandInterpret/inTitelPkt. TVPl. TVPkt. ges.Pl. ges.
1RSTija­na Bogiće­vićIn too Deep0451109811
2ATNathan TrentRun­ning on Air0321414707
3MKJana Burčes­kaDance alo­ne0401306915
4MTClau­dia Fani­el­loBre­ath­less­ly0001805516
5ROIlin­ca + Alex Flo­reaYodel it!1480317406
6NLO’geneLights and Shadows0510920004
7HUJoci PápaiOri­go1650223102
8DKAnja Nis­senWhe­re I am0051610110
9IEBren­dan Mur­rayDying to try0411208613
10SMValen­ti­na Monet­ta + Jim­mie Wil­sonSpi­rit of the Night0011700118
11HRJac­ques Hou­dekMy Fri­end1040514108
12NOJowstGrab the Moment0520818905
13CHTime­bel­leApol­lo0491009712
14BYNaviHisto­ry­ja majho žyccia0550711009
15BGKris­ti­an KostovBeau­ti­ful Mess2040140301
16LTFused­marcRain of Revo­lu­ti­on0251504217
17EEKoit Too­me + Lau­ra Põld­ve­reVero­na0690608514
18ILImri ZivI feel ali­ve1320420703

11 Gedanken zu “Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

  1. Manch­mal wird der Mann im Mond für sei­nen treu­en Dienst belohnt… Glück­wunsch an Aus­tra­li­en!

    Ich bin sicher, San Mari­no hät­te es eben­falls geschafft, wenn Jim­mie sich an Imri ein Bei­spiel genom­men und auch ein Mus­kels­hirt getra­gen hät­te! Da ist man vol­ler Vor­freu­de, weil er die Jacke aus­zieht und dann hän­gen da so Stoff­läpp­chen über sei­nen Schul­tern. Geht doch gar nicht.

    Und Est­lands Koit(oom)us Inter­rup­tus war eigent­lich auch abseh­bar, obwohl es sich in sämt­li­che Gehirn­win­dun­gen ein­ge­fräst hat.

    Alles in Allem ein um ein viel­fa­ches unter­halt­sa­me­res Semi als am Diens­tag. Das Fina­le kann kom­men!

  2. Saf­u­ra 2010 soll­te sich das mit der Trep­pe auch noch­mal anse­hen. 🙂 Wie­der mal blen­dend getrof­fen, beson­ders der Ver­kehrs­un­fall. Herz­haft gelacht. Dan­ke!

  3. Poah! Nach dem Desas­ter vom Diens­tag ges­tern wie­der Freu­de pur, zumin­dest bis zur Ver­öf­fent­li­chung der Run­ning Order (danach wars zumin­dest bei mir mit der Freu­de wie­der vor­bei).

    Est­land – nu ja. Ich hof­fe, es lag nicht an Lau­ras Mikropan­ne. War­um das so ein gigan­ti­scher Fan­fa­ve war, hab ich nie ver­stan­den – Nost­al­gie? (nun gut, im Moment ver­ste­he ich dies­be­züg­lich ohne­hin recht wenig).

    Ansons­ten hat­te ich neun von zehn rich­tig, nur die Nor­we­ger fand ich über­ra­schend, weil ich eigent­lich davon aus­ge­gan­gen bin, dass sie vom Kroa­ten kan­ni­ba­li­siert wer­den. War gut, dass das nicht so war.

    Die Aus­schei­der gehen in Ord­nung. Ser­bi­en zu blass, Maze­do­ni­en zu schief, Mal­ta zu alt­ba­cken, Irland zu selt­sam (aber bes­ter Chor des Wett­be­werbs bis­her, da hät­te man was draus machen kön­nen!), obwohl ich das gan­ze inzwi­schen sehr mag. Die Schweiz – Mit­tel­maß bleibt Mit­tel­maß. Und Litau­en war drei Minu­ten Zumu­tung.

    Hab ich wen ver­ges­sen? Ach ja. Wie schrie­ben sie bei OnEuro­pe? 17 Songs und San Mari­no star­ten im Semi 2. Oder, um es mit den Wiwi­blog­gern zu sagen: Sie wer­den das Fina­le nur dann in der Hal­le erle­ben, wenn sie sich Tickets kau­fen. Wie wärs denn mal mit einem guten Song?

    Mit dem Rest kann ich leben, Bul­ga­ri­en klar am bes­ten, Weiß­russ­land Hal­len-Fave. Sehr gut. Und ÖSTER­REICH! Ich bin Fan von Nathans Bei­trag! Auch ansons­ten sind alle mei­ne Faves wei­ter­ge­kom­men.

    PS: Der Wett­quo­ten­kö­nig ist übri­gens ent­thront 🙁 🙁 🙁

  4. Armes Vero­na, mein Lieb­ling die­ses Jahr. Aber Koit hat es rui­niert, sei­ne Gri­mas­sen waren ein­fach unter­ir­disch. In den Pro­ben und bei der est­ni­schen Vor­ent­schei­dung hat­te er kei­ne Mie­ne ver­zo­gen, das war auch nicht toll, aber immer noch bes­ser als das alber­ne Schmie­ren­thea­ter ges­tern…

  5. @Tamara
    “Ansons­ten hat­te ich neun von zehn rich­tig, nur die Nor­we­ger fand ich über­ra­schend, weil ich eigent­lich davon aus­ge­gan­gen bin, dass sie vom Kroa­ten kan­ni­ba­li­siert wer­den. War gut, dass das nicht so war.”
    => genau so ging´s mir auch! Spielst du etwa auch im Prinz Tipp­spiel mit?

    Und wenns Por­tu­gal als neu­er Quo­ten­kö­nig am Ende macht ist es für mich auch OK obwohl Ita­lia die 1 bei mir bleibt und ich glaub er machts auch am Ende.

    Solan­ge Bul­ga­ri­en nicht der lachen­de Drit­te ist weil ITA und POR sich gegen­sei­tig die Punk­te weg­neh­men…
    Obwohl es schon eine gewis­se Iro­nie der Geschich­te wäre wenn nach dem Julia­ga­te Jama­la aus­ge­rech­net einem Rus­sen die Sie­ges­tro­phäe über­rei­chen müsste…ob da der KGB beim Vor­ent­scheid in Sofia die Fin­ger im Spiel hat­te? Even in the line of fire.…

  6. wie­der war ich sehr amü­siert, aber nicht vom zwei­ten semi, son­dern von oli­vers betrach­tun­gen – herr­lich! bei den dar­bie­tun­gen des don­ners­tags brei­te­te sich in unse­rer run­de eher ent­set­zen ob der weni­gen qua­li­tät aus, die es ein­fach mach­te, für genau fünf num­mern punk­te zu ver­ge­ben (ange­ru­fen hat bei uns nie­mand für irgend­was, es fehl­te die moti­va­ti­on): ungarn, rumä­ni­en, bul­ga­ri­en, isra­el und nor­we­gen. mit mei­ner begeis­te­rung (viel­leicht ein etwas zu gro­ßes wort dafür) für kroa­ti­en stand ich aller­dings allein, auch den est­ni­schen bei­trag muss­te ich fast allein mit­sin­gen (und immer wie­der gern!) – schade,dass das nicht wei­ter­ge­kom­men ist. der rest war ent­we­der gesang­lich im gru­sel­be­reich oder ohne jeg­li­chen erin­ne­rungs­wert. umso bedau­er­li­cher das aus­schei­den von finn­land am diens­tag…

  7. Obwohl ich die­ses Semi erwar­tungs­ge­mäß als das von der Musik her unin­ter­es­san­te­re erlebt habe (fast alle Titel fal­len bei mir in die Kate­go­rie “ist mir eigent­lich egal”), sorg­te das Ergeb­nis bei mir für wesent­lich grö­ße­re Freu­de. Nicht nur dass 3 der vier Titel, für die ich ange­ru­fen habe (Rumä­ni­en, Ungarn, Kroa­ti­en) tat­säch­lich wei­ter­ka­men, was zumin­dest bei den bei­den letzt­ge­nann­ten kei­nes­wegs sicher war, so flog zu mei­ner gro­ßen Erleich­te­rung auch mein zwei­ter Hass­ti­tel “Vero­na”, der doch im Vor­feld zu mei­nem Ent­set­zen von so vie­len gehypt, teil­wei­se sogar als wahr­schein­li­cher Sie­ger des Semis gehan­delt wor­den war, raus. Welch eine schreck­li­che Remi­nis­zenz an Modern Tor­keln, auch wenn ich geste­hen muss, dass die bei­den sang­lich ok sind.
    Nur mei­ne letz­te Stim­me, näm­lich für Litau­en, ging erwar­tungs­ge­mäß ins Lee­re.

  8. @Thomas: Latür­nich spiel ich da mit! Beim Fina­le bin ich aber voll­kom­men plan­los, und die Tat­sa­che, dass ich bezüg­lich zwei­er Songs in ent­ge­gen­ge­setz­ten Rich­tun­gen nicht so wirk­lich unpar­tei­isch bin, hilft da nicht.

    Viel­leicht lass ich es unse­ren Zufalls­ge­ne­ra­tor machen, der hat wahr­schein­lich mehr Ahnung.

  9. Ich bin wohl der Ein­zi­ge hier, der das Schei­tern von Esto­nia der Lau­ra anlas­tet?
    Als schlech­te Judith Wil­liams Draq, die ihre eige­ne Shop­ping Kanal Kos­me­tik zuerst an sich tes­tet (lobens­wert)
    erschrak ich bei ihren Nah­auf­nah­men! Das lin­ke Auge war anschei­nend ver­klebt, geschwol­len oder ver­scho­ben und der besorg­te Koit ver­such­te es nur wie­der in die rich­ti­ge Posi­ti­on ‚durch Hand anlegen/auflegen zu schie­ben.
    Auch die bana­le­re Ver­si­on eine schnel­len Qui­ckies kurz hin­ter der Büh­ne (waren ja eh alle hin­ten) zie­he ich in Betracht. Sie hat­te ihr früh­zei­ti­ges Aus noch kom­men sehen.…
    Und außer­dem – wie kann man heu­te mit 29 schon echt so alt aus­se­hen ???

    Über die dick­li­che Sport­leh­re­rin aus San Ralphma­ri­no war ich dann doch mehr als ver­wun­dert. Mit ihren Pri­vat Schü­ler, der das Wort “Schnu­ckel­chen” auch nicht erfun­den hat­te, hops­te sie im Glit­zer Trai­ner (ohne Pfei­fe um den Hals) 3 Minu­ten über die Büh­ne. Kann man machen – bringt aber nix!
    Ich könn­te mir vor­stel­len, das sich San Ralphma­ri­no erst ein­mal vom Con­test zurück­zieht und war­tet bis im Hotel Ros­si (Via 25 Mar­zo, 13, 47895 Doma­gna­no) 5 muskelbepackte,junge Män­ner der frei­wil­li­gen Feu­er­wehr zusam­men sit­zen ‚die eigent­lich nur ihr Fei­er­abend­bier trin­ken woll­ten. Ein inter­na­tio­na­ler Musik­pro­du­zent wird dann schnell gefun­den, der Ihnen dann noch schnel­ler den Titel “Men, Män­ner ‚Hom­mes” auf den Leib schreibt !
    Good Luck – klei­nes Land”

    Beim neu­er­li­chen Anse­hen der Semi 2 Show, dies­mal aber “vom Öster­rei­cher” sag­te der Mode­ra­tor bei der Bekannt­ga­be des Final­ein­zu­ges von Nathan ” Gra­tu­la­ti­on – er hat sich den Hin­tern auf­ge­ris­sen in den letz­ten Wochen und Mona­ten … ” Wie muss ich das ver­ste­hen? Gibt es da Bil­der, Links oder pri­va­te Berich­te??
    Ich bin gespannt .… – auf heu­te Abend!

  10. Ui, ist das eine aus­wir­kung eines esc-bur­nouts? Statt wit­zig sar­kas­tisch? “In geld schwim­men­de hel­ve­ten” ? Bei uns gibts genau so vie­le arme men­schen wie bei euch. Kli­schees und vorurteile.….oder fres­sen alle deut­schen sauer­kraut? Sind alle ita­lie­ner mafio­sis? Oder sind alle rus­sen schwu­len­feind­lich?

  11. Nach dem alten Wer­tungs­sys­tem wäre übri­gens Ser­bi­en statt Däne­mark wei­ter­ge­kom­men – den Song mag ich noch weni­ger.…. Hof­fent­lich ist man sich in Bel­grad bewußt, daß Schwe­den­sound nicht unbe­dingt gleich
    Erfolg bedeu­ten muß. Wohl bes­ser nächs­tes Jahr wie­der mal bei Jok­si­mo­vic als Kom­po­nis­ten nach­fra­gen, der kann es jeden­falls.…..

Oder was denkst Du?