Ave, Cesár: Öster­reich setzt 2018 auf Erfah­rung

Eben­falls noch nach­zu­rei­chen ist die mitt­ler­wei­le lei­der scho­ne eine Woche alte Mel­dung (sor­ry, Win­ter­de­pres­si­on!) über unser sym­pa­thi­sches klei­nes Nach­bar­land Öster­reich. Das hat es sich im Gegen­satz zum NDR in Euro­vi­si­ons­din­gen heu­er mal wie­der leicht gemacht und sei­nen Reprä­sen­tan­ten intern bestimmt. Und war­um auch nicht? Der vom ORF damit beauf­trag­te Talen­tescout Eber­hard For­cher wähl­te näm­lich offen­sicht­lich klug und ent­schied sich für den 34jährigen Song­schrei­ber, Pro­du­zen­ten und Sän­ger Cesár Sam­pson als Ver­tre­ter des Alpen­staa­tes in Lis­sa­bon. Und auch, wenn des­sen Namen bis dahin sicher­lich die wenigs­ten Öster­rei­cher kann­ten, lag sei­ne Nomi­nie­rung auf der Hand: kann der groß­ge­wach­se­ne, schmuck anzu­schau­en­de Bari­ton, der laut ORF schon Teil des Teams Con­chi­ta (→ AT 2014) war, doch eini­ge Grand-Prix-Erfah­rung vor­wei­sen und stand er sogar selbst schon auf der Euro­vi­si­ons­büh­ne, als Backing näm­lich für die fabel­haf­te Poli Geno­va (→ BG 2016). Und auch ihren Nach­fol­ger, den Sil­ber­me­dail­len­ge­win­ner Kris­ti­an Kostov (→ BG 2017) unter­stütz­te er vor Ort als Chor­sän­ger sowie, noch ent­schei­den­der, als Stimm­leh­rer (oder, wie es neu­deutsch heißt: Vocal Coach).

Hal­lo, Cesár! Ich hof­fe sehr, Du nimmst Dir kein schlech­tes Vor­bild an dem ande­ren ESC-Cezar (RO 2013) und rasierst nicht, wie die­ser, vor dem Auf­tritt Dein Dekol­le­té!

Das Coa­chen scheint Cesár ohne­hin zu lie­gen: nicht nur, dass er schon für ande­re Musik schrieb, so bei­spiels­wei­se für den genia­len Lou­ie Aus­ten (→ Vor­ent­scheid AT 2011). Als er, so erzählt er es im ORF-Inter­view, als jun­ger Erwach­se­ner mit der Musik an der Schwel­le vom Hob­by zur Pro­fes­si­on stand, sich aber noch nicht künst­le­risch bereit fühl­te, wech­sel­te er zunächst in die Sozi­al­ar­beit, an der er mensch­lich gewach­sen sei. Sei­nem Face­book-Pro­fil zufol­ge arbei­tet der aus­ge­spro­chen fit­te Sam­pson außer­dem als “Per­so­nal Trai­ner” – und nein, lie­be Ziel­grup­pe, das ist nicht als Euphe­mis­mus gedacht, so wie gele­gent­lich auf den blau­en Sei­ten… Also begrabt Eure schmut­zi­gen Hoff­nun­gen gleich wie­der! Cesárs Euro­vi­si­ons­bei­trag heißt ‘Nobo­dy but you’ und ist nach eige­ner Aus­sa­ge ein “stamp­fen­der” Mid-Tem­po-Song, der sich für sei­ne tie­fe Soul­stim­me bes­tens eig­ne. Davon über­zeu­gen kön­nen wir uns aller­dings erst im Febru­ar 2018: bis dahin macht der ORF aus dem Lied noch ein “Staats­ge­heim­nis” (buh!). Uns bleibt zwi­schen­zeit­lich nur die Mög­lich­keit, unse­re Augen an den Fotos des Öster­rei­chers zu wei­den.

Super sym­pa­thi­scher Typ, super nied­li­che Zahn­lü­cke: mit Cesár scheint der ORF eine gute Wahl getrof­fen zu haben.

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