Vierter Supersamstag 2018: entmündigt die Esten!

Reihenweise fanden am gestrigen Supersamstag neben den abschließenden Entscheidungen in Dänemark und Italien noch Semifinale quer durch Europa statt, bei denen sich die abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wieder von ihrer schlechtesten Seite zeigten und eine katastrophale Fehlentscheidung nach der anderen trafen. Am wenigstens ausgeprägt erstaunlicherweise diesmal in Schweden, wo sich das zweite Semifinale des allgemein beliebten Melodifestivalen musikalisch noch schwächer präsentierte als das eigentlich schon unterirdische erste vom vorvergangenen Samstag. Mit den Augenschmäusen Limaoo und Samir & Victor wählten die Skandinavier/innen drei kernige Knaben mit träshigen Titeln ins Finale weiter, wogegen sich natürlich nicht das Geringste einwenden lässt. In die Wir-quälen-Dich-ein-zweites-Mal-Runde Andra Chansen delegierte man die polnische Krächze Margaret, deren Ausscheiden beim Vorentscheid ihres Heimatlandes im Jahre 2016 mit dem in den internationalen ESC-Wettquoten bis dato bereits ganz weit oben liegenden Titel ‚Cool me down‘ für europaweite Nervenzusammenbrüche bei den Fans sorgte.

Eine weitere Mitreisende auf dem ‚Despacito‘-Zug: Margaret lockt uns in ihre Strandhütte (SE).

Beim Mello 2018 versuchte es die blonde Polin mit einem superbilligen Ferienclub-Animationsschlager, dargeboten in einem Outfit, das, trüge es ein Mann, allgemein als „Schnellfickerhose“ bekannt ist. Darf man das Kleidungsstück bei Margaret auch so bezeichnen oder wäre das sexistisch? Oder wäre es sexistisch, es nicht so zu nennen? Urteilen Sie selbst! Im Gegensatz zu ihrem damaligen desaströsen Auftritt bei der Krajowe Eliminacje sang die Gute beim Mello erstaunlich kompetent: wie überaus praktisch, dass dort die Chorstimmen vom Band kommen! Über die restlichen Künstler des Abends lohnt die Rede kaum, sei es ein verhärmt wirkender Mittfünfziger namens Jonas Gardell, der sich auf schwedisch über die Aufsässigkeit der Jugend beklagte (oder irgendetwas anderes – wo steht der Bus?) oder der ebenfalls ausgeschiedene Stiko Per Larsson, der hier lediglich aus zwei Gründen Erwähnung findet: zum einen aufgrund seiner Bitte-heirate-mich-sofort-Niedlichkeit; zum anderen, weil sein wirklich grauenhaft schlechtes Liedchen ‚Schau, wir fliegen‘ hieß. Beziehungsweise, in der Landessprache international womöglich etwas missverständlich, ‚Titta vi flyger‘. „No, it doesn’t mean what you think it does,“ würde Lill Lindfors jetzt sagen (→ ESC 1985).

Süßer Sänger, langweiliges Lied: Der Junge mit der Gitarre lässt die Möpse fliegen (SE).

Vorentscheid SE 2018 (2. Semi)

Melodifestivalen. Samstag, 10. Februar 2018, aus dem Scandinavium in Götheborg. Sieben Teilnehmer/innen. Moderation: David Lindgren.
#Interpret/inTitelPunktePlatz
01Samir & ViktorShuffleDTF
02Ida RedigAllting som vi sa05
03Jonas GardellDet finns en väg07
04MargaretIn my CabanaAC
05Stiko Per LarssonTitta vi flyger06
06Mimi WernerSongburningAC
07LiamooLast BreathDTF

Die Mutter von Dschungelcamp-Insassin und Filmsternchen Sandra Steffl rockte beim Söngvakeppnin die Bühne (IS).

Mehrere Liter Red Bull brauchte, wer beim ersten Semi des isländischen Söngvakeppnin wach bleiben wollte. Lauter lahme Schmalzballaden und sonstwie rettungslos altmodische Rohrkrepierer bevölkerten das Feld. Ich kann nur hoffen, dass der Sender RÚV die guten Songs im zweiten Semi versteckt hat, denn von den sechs gestrigen Titeln überzeugte nicht einer. Am sympathischsten noch das Damenquartett Heimilistónar, vier gut gelaunte, patente Schulsekretärinnen mittleren Alters, die in pastellfarbenen Abendkleidern und in Begleitung zweier vergleichsweise jugendlicher männlicher Backings einen Rock’n’Roll-Schlager zum Besten gaben, der beim Galaabend im Altenstift sicher für Stimmung sorgen würde. Lobenswert allerdings ihre Spielfreude und das engagierte Hüftschwingen, dass mir spontan mein Lieblings-Läster-Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme, der wunderbaren Tragikomödie Magnolien aus Stahl, ins Gedächtnis rief: „Als ob zwei Wildschweine unter der Decke miteinander kungeln“. Für optische Unterhaltung sorgte zudem eine blondperückte Dame namens Þórunn Antonía, die mit Hilfe zweier muskulöser Begleiterinnen und einer Leiter eine artistische Show ablieferte. Die jedoch ihr fades Elektrogeplodder auch nicht rettete.

Tolle Show, schwacher Song: Þórunn Antonía überzeugte als Artistin, weniger als Sängerin (IS).

Vorentscheid IS 2018 (1. Semi)

Söngvakeppnin. Samstag, 10. Februar 2018, aus dem Háskólabíó Kino in Reykjavik, Island. 6 Teilnehmer/innen. Moderation: Ragnhildur Steinunn Jónsdóttir.
#InterpretTitelTelevotingPlatz
01Þórunn AntoníaÉg mun skínax
02Tómas Helgi Wehmeier + Sólborg GuðbrandsdóttirÉg og þúx
03Ari ÓlafssonHeim-->
04HeimilistónarKúst og fæjó-->
05Fókus hópurinnAldrei gefast upp-->
06Guðmundur ÞórarinssonLitirx

In Litauen mussten wir uns gestern in der bereits fünften (!) Vorrunde der Eurovizija von ausnahmslos allen (!) bis dato noch verbliebenen guten Beiträgen verabschieden; sei es der so bekiffte wie schmucke Rastafari Lukas Norkūnas und sein herrlich schräges, ebenfalls nur bekifft goutierbares ‚Tegu‘, das blonde Discoflittchen Germantė Kinderytė und ihr superbilliger Trash-Titel ‚Turn it up‘ oder, schlimmster Verlust von allen, der offensichtlich durchgeknallte Vidas Bareikis und sein fantastischer Elektro-Klopper ‚Pusvalanduko‘, der sich eigentlich schon alleine durch das Qualitätsmerkmal „doppelte Handklatscher“ hätte für das Finale qualifizieren müssen. Gut, das spart uns Arbeit: so können wir uns an den noch bevorstehenden, stressigen Supersamstagen mit ihren Myriaden gleichzeitig laufender Vorentscheidungsrunden die weitere Beobachtung der Eurovizija nun vollends sparen, da sich dort schlichtweg überhaupt nichts mehr in Line-up befindet, das der Berichterstattung in irgendeiner Weise lohnt. Manche Länder wollen halt mit Gewalt im Semi kleben bleiben. Bitte, warum nicht?

Manche Nationen erkennen große Kunst auch dann nicht, wenn sie ihnen direkt ins Gesicht springt (LT).

In Ungarn schrägte es im ersten von zwei A-Dal-Halbfinalen die Zigankapelle Ham ko Ham und ihr eher so mittelprächtiges ‚Bármerre jársz‘ sowie den supersexy bösen Buben Gulyás Roland mit seiner eher so unterprächtigen Poprockballade ‚Hypnotized‘, in beiden Fällen also ein verkraftbarer Verlust. Erstaunlich eng wurde es allerdings auch für die (in ihrer Vorrunde noch die Wertung toppenden) Bombastrocker Leander Kills, die sich von den Zuschauer/innen ins Finale retten lassen mussten, nachdem sie im Splitvoting nur den vierten Rang belegten. Das gestrige Semi gewann das Bübchen Dánielfy Gergely mit seiner hingebungsvoll dahin geschmalzten Gitarren- und Geigen-Ballade ‚Azt mondtad‘ (‚Du sagtest‘), dem Klagelied eines abgelegten Liebhabers, dessen Angebetete Karriere machte und ihm nun nicht mehr ihre Aufmerksamkeit schenkt. Und die er zur Rache mit seinem Buhlgesang in einen tausendjährigen Tiefschlaf klampfen möchte. Jetzt liegt alle Hoffnung auf dem zweiten A-Dal-Semi am nächsten Samstag und den dort antretenden Heavy-Metal-Haudegen AWS.

Dánielfy Brühl Gergely schmachtete sich in Begleitung zweier Saitenvirtuosen und einer gigantischen Warze in die Herzen der Jury (HU).

Die allergrößte Katastrophe ereignete sich jedoch im ersten Semifinale des ehemals besten nationalen Eurovisionsvorentscheids, der Eesti Laul. Augenscheinlich hilft in Estland nur noch eine Geschmacksdiktatur, sprich: die kollektive Zwangsentmündigung sämtlicher Bewohner/innen des Baltenstaates und die Bündelung des Jurystimmrechtes in der Hand eines einzelnen Befugten, sinnvollerweise in Person des Blogbetreibers. In einem Anfall kollektiven Irrsinns schmissen am gestrigen Samstag die estnischen Zuschauer/innen gemeinsam mit den Juroren den einzigen (!) guten Song ihres diesjährigen Line-ups weg, nämlich das wunderschön esoterische ‚Külm‘ des grandios benannten Damenduos Etnopatsy: zwei dezent rastahaarige Song-Elfen, die Fülligere (2017 bereits Teil der noch glorioseren Antsud) bewaffnet mit einer Art von Umhänge-Zither, die eine sterbensschöne, schwelgerische, mystische, zerbrechliche Ballade in der Landessprache dahinhauchten, zusammengehalten von einem eingängigen „Heja heja hey“-Chorus und begleitet von einer agilen Trapez-Artistin. Ein Gesamtkunstwerk also wie direkt aus dem Chill-Out-Zelt eines Goa-Festivals, das mein Herz mit nichts als reinster, überschwänglicher Liebe erfüllte.

Das wäre mein persönlicher Siegertitel des ESC 2018 gewesen. Doch er wurde mir nicht vergönnt (EE).

Hass, die Philosophen wissen es, entsteht bekanntlich aus enttäuschter Liebe. Und so, ich muss es schmerzenden Herzens gestehen, ist meine Seele nach der gestrigen, himmelschreienden Fehlentscheidung der Est/innen vergiftet mit purer, schwärender Wut. Nur zu gerne würde ich die unbotmäßigen Baltenbewohner/innen einzeln übers Knie legen und bestrafen für ihr schändliches Tun. Vor allem im Hinblick darauf, welchen – ich kann es leider nicht anders ausdrücklichen – unglaublichen Scheißdreck sie stattdessen weiterwählten ins Eesti-Laul-Finale. Ein grauenhafter, abgeschmackter Popera-Titel namens ‚La Forza‘ beispielsweise, zugegebenermaßen technisch fehlerfrei gesungen von einer Dame namens Elina Netšajeva: Musik also, die bei einem Pop-Festival nichts verloren hat (überall sonst allerdings auch nicht)? Eine entsetzlich kitschige, abgehangene Sülzballade namens ‚Home‘, die nur deswegen weiterkam, weil Stig Rästa (→ EE 2016) sie sang? Oder, und das ist der Gipfel des Ganzen, ein entsetzlicher Song-Müll namens ‚Drop that Boogie‘, in phonetischem Englisch radebrecht von einer Yoko-Ono-Epigonin namens Iiris Vesik? Man steht davor und fasst es nicht.

Die Jacke will ich auch haben: Vajé (EE).

Der einzige gerade noch so Akzeptable unter den ins Laul-Finale Weitergereichten war ein südländisch aussehender Wuschelkopf namens Vajé. Der richtete sein okayes musikalisches Hilfsangebot ‚Walk with me‘ an die noch immer ziellos in seiner vermutlichen Heimatstadt ‚Verona‘ umherirrende Laura Põldvere (→ EE 2005, 2017), die seit ihrem Urlaubsstreit mit dem schmierlappigen Koit Toome (→ EE 1998, 2017) verlassen durch die Gassen der italienischen Touristenmetropole streift. Welch ein Gentleman! Dem Vernehmen nach soll das Niveau des zweiten Eesti-Laul-Semis am kommenden Samstag nochmals niedriger liegen als beim gestrigen ersten. Seufz: wohin nur sind die glorreichen Tage entschwunden, da sich hier die Elektro-Pop-Perlen, mystischen Ethno-Gesänge und lustiger Trash-Punk gewissermaßen die Klinke in die Hand gaben? Es will mir scheinen, dass der kollektiv schlechte Geschmack der Esten, die seit jeher aus all der angebotenen, großen Kunst stets verlässlich das Falsche wählten, für eine nachhaltige Abschreckung all derer sorgte, die einst für den berühmten Estonian Cool standen.

Vorentscheid EE 2018 (1. Semifinale)

Eesti Laul. Samstag, 10. Februar 2018, aus den ERR Studios, Tallin. 10 Teilnehmer/innen. Moderation: Kristel Aaslaid und Martin Veisman.
#InterpretTitelTVJuryGesamtPlatz
01VajéLaura (walk with me)Q
02Iiris Vesik + AgohDrop that BoogieQ
03EtnopatsyKülmx
04Sibyl VaneThousand WordsQ
05Aden RayEverybody's dressedx
06Tiiu x Okym x SemyNäita oma energiatx
07Stig RästaHomeQ
08MiljardidPseudoprobleemx
09DesireeOn my Mindx
10Elina NetšajevaLa ForzaQ

Hatte so viel Geld für Hologramme ausgegeben, dass es nicht mehr für ein paar Socken reichte: Constantine (UA).

Großen Mist wählten auch die Ukrainer/innen in ihrem sich über knapp fünf Stunden (!) hinziehenden ersten Vidbir-Semifinale zusammen. Und das für nur neun Titel, von denen gerade mal drei weiterkamen! Soll noch mal jemand sagen, die Italiener/innen zögen alles unnötig in die Länge! Berechtigt erscheint zwar noch das Ausscheiden des wunderhübsch schmolllippigen Schmachtbarden Constantine, der all sein erbarmungswürdiges Wehleid im Refrain seines Beitrags ‚Misto‘ in ein paar krächzende „Oh-hoh-ho-hoh“-Gesänge verpackte und die winselige Nummer aufgrund zahlloser schiefer Töne komplett gegen die Wand fuhr. Auch sein Kollege Serhiy Babkin setzte merkwürdige Prioritäten: fürsorglich hatte er seinem Mikrofon (samt Ständer und Kabel) einen roten Überzieher gestrickt, auf dass dieses im winterlichen Kiew nicht friere. Augenscheinlich aber musste er, um sich die Baumwolle leisten zu können, seine eigenen Schuhe versetzen: barfüssig stand der Schmalzlappen auf der Bühne und sülzte seine sterbenslangweilige Ballade über die Augen seiner Angebeteten aus dem Handarbeitsladen vor sich hin.

Happiness is a warm Cigar Microphone: der fürsorgliche Serhiy (UA).

Schade hingegen um den anmutigen Elektro-Folk-Titel ‚Dyva‘ des Trios Kazka, bestehend aus einem bewollmützten Flötisten, einer properen Leadsängerin sowie einem hipsterbärtigen Soundprogrammierer, und dem Einspieler zufolge bekannt geworden durch eine Castingshow. Ihr Song bestand im Wesentlichen aus einem verspielten Beat und einem herzhaften „Na na na“ im Refrain, gefolgt von einer Flötenmelodie: meine sofortigen Douze Points! Und auch im ukrainischen Ranking hätte es vielleicht für etwas mehr als enttäuschenden Mittelfeldplatz gereicht, wenn die Vokalistin ein paar Töne mehr getroffen hätte als nur so jeden dritten bis fünften. Völlig verdient hingegen der letzte Rang für das bis auf den Frontmann komplett weiße Sextett The Vyo, das eine äußerst schwächliche Wiederaufbereitung von ‚Reggae ok‘ (→ FI 1981) zu Gehör brachte. Hier unter dem Titel ‚Ng’a-ng’a‘, was natürlich, wenn man genau hinhörte, nichts anderes war als eine geschickte Tarnung für ihren Appell zur Legalisierung von „Ganja“. Stehe ich auch voll dahinter, allerdings erwiesen sie dem berechtigen Anliegen mit diesem Rohrkrepierer einen Bärendienst.

Die berühmte „mongolische Nasenflöte“ (Terry Wogan) kam bei Kazka zum Einsatz (UA).

Ebenfalls bedauerlich das Semi-Aus für die Rockkapelle Kozak System, fünf sehr straighte Herren, die mit ‚Mamai‘ einen hinreißenden Mix aus Ska, Punk, Hardrock und Bukovina hinlegten, apart abgerundet mit ein paar elektronischen Harfenklängen. Ihr Unglück: trotz des ukrainischen Titels sangen sie den Text ihres endgeilen Balkan-Stampfers leider auf so etwas wie Englisch. Oder vielmehr einem Versuch davon. Das ging leider mächtig in die Hose und nahm dem Song ein Stück seiner unmittelbaren Wucht. Unter einem verwandten Problem litten auch Pur:Pur (→ Vidbir 2016), bei denen es weniger an der (exzellenten!) Artikulation lag, sondern an dem im vereinfacht verwendeten Fremdidiom sehr unrund und amateurhaft klingenden Text. Wobei in diesem Fall die Landessprache ‚Fire‘ wohl genau so wenig gerettet hätte wie der aparte Glitzerhelm der elfenhaften Leadsängerin: dafür mäanderte es einfach zu ziellos vor sich hin. Doch bei aller Kritik an den ausgeschiedenen Stücken: sie erwiesen sich allesamt den drei Titeln überlegen, welche die Jury und die Televoter/innen ins Finale weiterwählten.

Was Conchita Wurst kann – nämlich ihren Bart färben – das können auch echte Kerle: die Rocker von Kozak System (UA).

Das gilt selbst für den ‚Forest Song‘ von Vilna, einem weiteren esoterisch angehauchten Stück, bei dem sich die als Indianerin verkleidete, rastazöpfige Blondine von zwei als mythische Waldtiere verkleideten Trommlern begleiten ließ. Und das so klang, als habe Vilna letztes Jahr sehr genau beim estnischen Vorentscheid hingehört, hier speziell bei Kerli und ihrem ‚Spirit Animal‘. Wobei dieser Vergleich natürlich eine böse Beleidigung der Balten darstellt, denn selbst gegenüber diesem schon sehr kommerziellen Titel nimmt sich der ‚Forest Song‘ wie ein völlig seelenloser Ausverkauf aus. Ein völliger Witz ist hingegen das Weiterkommen eines Jünglings namens Laud: selbst der Moderator der Show stimmte direkt nach seinem Auftritt den Refrain des von Laud schamlos kopierten Mega-Hits ‚Human‘ vom Rag’n’Bone an. Dass die Jury ausgerechnet diesen offensichtlichen Ideendiebstahl mit der Höchstwertung belohnte, ist ein weiterer Beleg für die Sinnlosigkeit dieses angeblichen Expertengremiums, das doch nach dem Mantra seiner Befürworter/innen angeblich den musikalischen Anspruch hochhalten soll. Und wie!

Sorry, ich kauf es Dir nicht ab: Vilna gibt die esoterisch Beseelte (UA).

Vorentscheid UA 2018 (1. Semi)

Vidbir. Samstag, 10. Februar 2018, aus dem Kulturpalast der Technischen Universität in Kiew, Ukraine. 9 Teilnehmer/innen. Moderation: Serhiy Prytula.
#InterpretTitelTVJuryGesamtPlatz
01ConstantineMisto02070907
02Serhiy BabkinKriz tvoyi Ochi04081205
03LaudWaiting07091601
04KazkaDyva05040906
05The VyoNg'a-ng'a01020309
06Kozak SystemMamai03010408
07VilnaForest Song09031203
08Pur:PurFire06061204
09The ErisedHeroes08051302

6 Gedanken zu “Vierter Supersamstag 2018: entmündigt die Esten!

  1. Danke…Du hast sooo Recht das schlimmste Lied ist wirklich dieses schreckliche La Forza wo alle total ausflippen und schon den Sieger in Portugal sehen…Einfach Horror

  2. Die Schweden enttäuschen dieses Jahr auf ganzer Linie. In der ersten Vorrunde waren wirklich nur John Lundvik + Benjamin Ingrosso zu ertragen, wobei letzterer einen Fremdschäm-Auftritt hingelegt hat (Jacke halb runterziehen und in die Kamera nicken???). Aber am Samstag war so gar kein halbwegs gutes Lied dabei, eigentlich nur Schrott. Und was auch erstaunlich ist, dass die Schweden sehr konsequent alle Titel in der Landessprache rauskegeln 🙂

  3. @ porstein: Das hatte ich völlig verdrängt…. bei Landessprache hatte ich nur noch diesen älteren Mann mit dieser wirklich scheußlichen Frühe-60er-Gedächtnis-Hymne und den Gitarrenzottel in Erinnerung 😉

  4. Mir gefällt „La Forza“ eigentlich ganz gut. Ich kann aber verstehen, daß es nicht wenige grauenvoll finden.

  5. Auch hier nochmal kurz der Hinweis:
    durch die Wildcard-Runde dürfen Pusvalan“disco“-Freunde wieder Hoffnung schöpfen. Momentan liegt zwar Greta Zazzas Europop-Ödnis mit 1921 Punkten in Front, aber gleich dahinter der gute Vidas mit deutlichem Abstand zum dritten Platz!
    Michael Schultes „In My Bones“ hat da mit 249 Punkten (7.Platz) vermutlich nicht mehr viel zu melden, aber die Abstimmung geht noch bis morgen Nacht und ehrlich gesagt wäre mir der durchgeknallte Doppel-Handklatsch-Elektro-Klopper sogar noch wichtiger.
    http://www.lrt.lt/projektai/eurovizija/balsuok

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