Trick­kleid­dra­ma um Eli­na Netša­je­va

Exakt einen Monat vor dem ers­ten Semi­fi­na­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 ent­spannt sich ein Finan­zie­rungs­pro­blem rund um die Teil­nah­me der est­ni­schen Pope­ra-Diva Eli­na Netša­je­va. Die trat beim hei­mi­schen Vor­ent­scheid Eesti Laul bekannt­lich in einem Pro­jek­ti­ons­kleid auf, also einem Dress mit einem tex­til­rei­chen grau­en Unter­teil, das als Lein­wand für sehr ein­drück­li­che, auf­ge­spiel­te Visu­als fun­giert und das einen nicht uner­heb­li­chen Teil zum beein­dru­cken­den audio­vi­su­el­len Gesamt­kon­zept bei­trug. Das woll­te Eli­na in Lis­sa­bon eigent­lich so bei­be­hal­ten, was aber am Geld schei­tern könn­te: wie der est­ni­sche Dele­ga­ti­ons­lei­ter Mart Nor­met nach einem Bericht von Wiwi­bloggs vor­rech­net, sum­mie­ren sich die geschätz­ten Kos­ten für die Mie­te leis­tungs­star­ker Pro­jek­to­ren wäh­rend der Euro­vi­si­ons­wo­chen in Por­tu­gal auf min­des­tens 65.000 €, auch weil man für den vol­len Effekt gleich drei der Gerä­te benö­tigt. Der Sen­der ERR sieht sich jedoch nicht in der Lage, solch einen Betrag auf­zu­brin­gen.

Wird aus ‘La For­za’ ohne das Trick­kleid nun ‘La Furza’?

Man befin­de sich in einem “Zustand der Ver­zweif­lung”, wie der est­ni­sche Dele­ga­ti­ons­lei­ter in einer Talk­show sag­te, zumal eine Bet­tel­tour bei der Regie­rung des bal­ti­schen Staa­tes und bei der Wirt­schafts­för­de­rungs­agen­tur des Lan­des ohne Ergeb­nis blieb. Fan-For­de­run­gen, die Künst­le­rin, die mit dem 15 Jah­re älte­ren, öffent­lich­keits­scheu­en Geschäfts­mann David Pär­na­met­sa ver­hei­ra­tet ist, möge die Kos­ten aus eige­ner Tasche bezah­len, erteil­te Nor­met eine Absa­ge: “‘La For­za’ ist kein Fami­li­en­pro­jekt von Eli­na und David, sie reprä­sen­tiert das est­ni­sche Volk!” Die Vor­be­rei­tun­gen lie­fen unter­des­sen wei­ter, ERR habe bereits wei­te­re Visu­als beauf­tragt und das Podi­um, auf dem Eli­na steht, sol­le um 20 Zen­ti­me­ter erhöht wer­den, um die Pro­jek­ti­ons­flä­che zu ver­grö­ßern. Nun stellt sich die Fra­ge, ob ein erzwun­ge­ner Ver­zicht auf die Licht­show die Chan­cen Est­lands schmä­lert: “Natür­lich ist Eli­na ein so groß­ar­ti­ge Sän­ge­rin, dass sie bei der Euro­vi­si­on auch ein­fach nur in einem hüb­schen Kleid sin­gen könn­te,” meint Nor­met dazu, ergänzt aber, das Trick­kleid ver­fü­ge über einen “gro­ßen Wow-Fak­tor”.

Zum Ver­gleich: so wirkt ‘La For­za’ ohne visu­el­les Ablen­kungs-Tam-Tam.

Schwin­den Eli­nas Chan­cen ohne das Trick­kleid?

  • Ich has­se die Num­mer und wür­de mich freu­en, wenn es so wäre, fürch­te aber ange­sichts des ver­hee­ren­den Geschmacks der Europäer/innen, dass sie es den­noch spie­lend schafft. (42%, 57 Votes)
  • Das Fina­le schafft sie so oder so, aber es wür­de sie schon Stim­men kos­ten, weil ein­fach ein wich­ti­ger Teil fehlt. (23%, 31 Votes)
  • Ja. Ohne die visu­el­le Ablen­kung bleibt nur ein zäher, glanz­lo­ser Pope­ra-Songrie­men übrig. Der Zau­ber fehlt. (14%, 19 Votes)
  • Das kann nur von Vor­teil sein. Die­se Pro­jek­ti­ons­klei­der sind ja eh ein ganz alter Hut und len­ken nur unnö­tig ab. Ohne ist sie bes­ser dran. (12%, 16 Votes)
  • Nein. Eli­nas fan­tas­ti­sche Stim­me und der Song fun­keln auch so genü­gend. (10%, 14 Votes)

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12 Gedanken zu “Trick­kleid­dra­ma um Eli­na Netša­je­va

  1. Ich glau­be nicht, dass die Num­mer mit dem Kleid steht oder fällt. Wer das mag, mag es auch ohne die Pro­jek­ti­on. Beim Schwe­den wäre das anders. Der wäre ohne sei­ne Licht­show ver­lo­ren!

  2. Ähm… wie haben sie denn dann das Kleid beim Eesti Laul bunt ange­strahlt? Und wie­so kön­nen sie es in Lis­sa­bon dann nicht genau­so machen?

  3. Och nö,
    die Prä­sen­ta­ti­on ist doch das bes­te bei die­ser Num­mer…
    -aber Mol­da­vas Alio­na Moon hat­te doch vor Jah­ren schon ein ähn­li­ches Trick­kleid mit bespiel­ten Mus­tern und Farbwechsel.…dann muss es doch auch bil­li­ger gehen nur viel­leicht nicht ganz so bom­bas­tisch??

    @onlime:
    Ich glau­be das liegt dar­an dass für Lis­sa­bon die Pro­jek­to­ren grö­ßer bzw. leis­tungs­stär­ker sein müs­sen als beim Vor­ent­scheid und für einen gan­zen Monat benö­tigt und aus­ge­lie­hen wer­den müs­sen.

  4. Dann sol­len die Esten doch den Zweit­plat­zier­ten Act neh­men, damit blie­be uns das Opern­dra­ma erspart.

  5. Ist mir sowas von wurscht. Schließ­lich soll das bes­te Lied gewählt wer­den und nicht das bes­te Trick­kleid oder Licht­ef­fekt. Wenn man jetzt Angst hat wegen feh­len­der Effekt­ha­sche­rei schlecht abzu­schnei­den, dann haben sie wohl das fal­sche Lied gewählt. Von mir aus kann die im Semi ste­cken bleiben…das Gekrei­sche ist nicht mein Ding.…Il Volo dage­gen war gro­ßes Kino uns ist zu Recht auf Platz 3 gekom­men.

  6. Einen “gro­ßen Wow-Fak­tor” wol­len sie, die Esten? Kön­nen sie doch haben! Und das ganz kos­ten­los. Ein­fach Anlei­hen bei “Des Kai­sers neue Klei­der” neh­men. Das hat noch immer funk­tio­niert.

  7. Update im Trick­kleid­dra­ma: Wie Ola Mel­zig von der beauf­trag­ten Pro­duk­ti­ons­fir­ma in sei­nem Blog berich­tet, ist in Lis­sa­bon bereits ein Laser­pro­jek­tor ver­baut, wei­te­re sol­len fol­gen. Laut Mel­zig “for tho­se dele­ga­ti­ons that will use pro­jec­tion in their per­fo­mance”. Näm­lich – Stand heu­te – die deut­sche (für die hun­der­te von Väter-Fotos) und die rus­si­sche, die dem Ver­neh­men nach gro­ße Tei­le des Video­clips auf Juli­as Tüll-Umran­dung pro­ji­zie­ren will. Eli­na habe est­ni­schen Quel­len zufol­ge aller­dings die benö­tig­ten Krö­ten angeb­lich immer noch nicht zusam­men. Die Saga geht wei­ter…

  8. wir kön­nen ja hier eine Crowd­fun­ding Kam­pa­gne für die armen Esten star­ten.…
    viel­leicht fin­den sich ja ein paar spen­da­ble La-For­za Fans hier unter den Lesern?

    Bekom­men wir jetzt wegen dem por­tu­gie­si­schen LED Boy­kott einen Pro­jek­tor-Boom in Lis­sa­bon weil kei­ner mehr ohne digi­ta­len Schnick­schnak einen Auf­tritt gestal­ten kann?

    Ich bin gespannt wie lan­ge nicht auf die ers­ten Ein­drü­cke aus den Pro­ben…

  9. Kann der Schul­te­mi­chel nicht die Krö­ten für die unsäg­li­che Väter­pro­jek­ti­on an die est­ni­sche Köni­gin der Nacht spen­den? Wär eine Win-Win-Situa­ti­on für alle!

  10. Die Krö­ten sind wohl jetzt da, mal sehen ob sich der Invest für die Spon­so­ren durch eine Final­qua­li­fi­ka­ti­on lohnt,
    mann kann ja sicher auch ein paar unter­schwel­li­ge Wer­be­bot­schaf­ten auf das Kleid pro­je­zie­ren.…

Oder was denkst Du?