Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Gan­ze 53 Jah­re muss­te das klei­ne, geo­gra­fisch etwas rand­stän­di­ge und kul­tu­rell auf euro­päi­scher Ebe­ne nicht unbe­dingt mas­sen­kom­pa­ti­ble Por­tu­gal von sei­ner Erst­teil­nah­me im Jah­re 1964 bis zu sei­nem Euro­vi­si­ons­sieg 2017 war­ten. Ein ver­schro­be­ner Bar­de namens Sal­va­dor Sobral hol­te bekannt­lich den Pott und die Gast­ge­ber­schaft nach Lis­sa­bon, mit einer inti­men, aus der Zeit gefal­le­nen Tren­nungs­schmerz­bal­la­de in sei­ner Mut­ter­spra­che. Mit “Musik, die wirk­lich etwas aus­drückt”, wie es der lebens­be­droh­lich erkrank­te Adels­spross, dem es nach einer Herz­trans­plan­ta­ti­on mitt­ler­wei­le wie­der bes­ser geht, im Über­schwang sei­ner Sie­ges­an­spra­che for­mu­lier­te. Und nun das: ein Jahr spä­ter, im ers­ten Semi­fi­na­le des in der por­tu­gie­si­schen Haupt­stadt abge­hal­te­nen 2018er Grand Prix, flie­gen gleich zwei von ins­ge­samt ledig­lich drei Bei­trä­gen in Lan­des­spra­che raus, bei­des Bal­la­den. Statt­des­sen folgt ein Durch­marsch fröh­li­cher, größ­ten­teils stark cho­reo­gra­fier­ter und mit mehr oder min­der mas­si­ven Gim­micks arbei­ten­der Uptem­po­num­mern, von “Fast-Food-Pop”, wie Sobral es nen­nen wür­de. Als beken­nen­der Lieb­ha­ber von ‘Amar pelos Dois’ einer­seits und glü­hen­der Dance-Trash-Fan ande­rer­seits sage ich: gut, dass beim Grand Prix für bei­des Platz ist!

L’amour est bleu: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le des ESC 2018.

Obschon im Blut­bad-Semi mit sei­nen ins­ge­samt 19 Teilnehmer/innen bei nur zehn frei­en Final­plät­zen auch Vertreter/innen der “Instant-Musik” Federn las­sen muss­ten. So etwa die wie Sal­va­dor eigent­lich aus dem Jazz kom­men­de aser­bai­dscha­ni­sche Reprä­sen­tan­tin Aisel (Aysel Mam­ma­do­va), die in Lis­sa­bon aller­dings eine faden­schei­ni­ge Uptem­po­num­mer aus dem skan­di­na­vi­schen ESC-Bau­kas­ten prä­sen­tier­te, mit einem über wei­te Stre­cken eher sinn­frei­en (“Tear down the Fire­wall”, “Loo­na moon me up”) Song­text. Aus wel­chem Grund die anmu­ti­ge Aisel mit­samt ihren vier Backings bar­fü­ßig auf aus dem Büh­nen­bo­den auf­ra­gen­den Eis­schol­len her­um­kra­xel­te und dazu Arm­be­we­gun­gen voll­führ­te, die an Syn­chron­schwim­men erin­ner­ten, erschloss sich auch nicht unbe­dingt. Soll­te ihr mit dem Haupt­ex­port­pro­dukt ihres Lan­des, Erd­öl, bela­de­ner Tan­ker mit einem Eis­berg kol­li­diert sein? Kom­men die­se im kas­pi­schen Meer nicht eher sel­ten vor? Jeden­falls muss sich nun ein euro­päi­sches Land erbar­men und Aisel Asyl anbie­ten, steht sie nach dem ers­ten ESC-Aus Aser­bai­dschans beim hei­mi­schen Dik­ta­tor Ilham Ali­y­ev doch sicher­lich auf der Abschuss­lis­te.

Der Glit­zer­krus­te auf Aisels Haut nach zu urtei­len, müs­sen im kas­pi­schen Meer wohl gera­de Dis­co­fi­sche (© Tho­mas Her­manns) abge­laicht haben (GR).

Im Sin­ne des Erhalts des fra­gi­len Frie­dens in der Regi­on inso­fern eine Erleich­te­rung, dass auch dem Erz­ri­va­len Arme­ni­en der Weg ins Fina­le ver­sperrt blieb. Aus der Sicht Sal­va­dors (und des Blog­gers) hin­ge­gen ein schmerz­lich zu bekla­gen­der Ver­lust, denn nicht nur ver­füg­te der haja­sta­ni­sche Ver­tre­ter Sevak Kha­na­gyan über den beein­dru­ckends­ten Voll­bart aller dies­jäh­ri­gen Teilnehmer/innen, son­dern mit ‘Qami’ (‘Wind’) auch über eine klas­sisch auf­ge­bau­te Sehn­suchts­bal­la­de mit dra­ma­ti­schen Stei­ge­run­gen zum Song­fi­na­le hin. Scha­de, dass es nun aus­ge­rech­net den ers­ten rein mut­ter­sprach­li­chen Bei­trag des Lan­des der Apri­ko­sen schräg­te. Womög­lich zeig­ten sich die Zuschauer/innen durch die zwie­späl­ti­ge Sym­bo­lik von Sevaks Auf­tritt über­for­dert: stand der optisch anspre­chen­de Sän­ger doch in einem Ron­dell unter­schied­lich hoher Ste­len, das Bezug auf das aus der Bron­ze­zeit stam­men­de Grä­ber­feld von Zora­ka­rer nahm, dem arme­ni­schen Stone­henge. Dies aller­dings in einem aus einem Grob­strick­pul­li mit einem nur halb­sei­ti­gen, krum­pe­li­gen Über­wurf bestehen­den Gewand, das unwill­kür­lich an den christ­li­chen Hei­li­gen Sankt Mar­tin erin­ner­te, dem Mann, in des­sen Ange­den­ken heut­zu­ta­ge immer im Novem­ber rei­hen­wei­se selbst­ge­bas­tel­te Papier­la­ter­nen in Flam­men auf­ge­hen.

Mit wem er wohl sei­nen Man­tel sei­ne Woll­de­cke teil­te? Der edel­mü­ti­ge und edel anzu­schau­en­de Sevak (AM).

Auch für ‘Onei­ra mou’ (‘Mein Traum’), die bereits erwähn­te zwei­te Bal­la­de im Hei­ma­t­idi­om war am Diens­tag­abend dank der Jury Schluss (im Tele­vo­ting reich­te es noch für den zehn­ten Rang). Gian­na Ter­zi for­der­te es aber auch ganz schön her­aus: nicht nur, dass sie den hei­mi­schen Vor­ent­scheid auto­ma­tisch gewann, weil alle ande­ren Kan­di­da­ten dem aus­tra­gen­den Sen­der ent­we­der nicht grie­chisch genug klan­gen oder ihre Plat­ten­fir­men nicht die Teil­nah­me­kos­ten über­neh­men woll­ten. Wohl, um ihre pan­flö­ti­ge Eth­no­bal­la­de auch optisch klar ihrer Lan­des­flag­ge zuzu­ord­nen, trug sie ein wei­ßes Kleid mit boden­lan­gen Flü­gel­läpp­chen. Ihre Hand hat­te sie zudem in einen Behäl­ter mit die­sem blau­en Rei­ni­gungs­li­quid für Che­mietoi­let­ten getaucht und das Gan­ze mit etwas Glit­ter­spray fixiert. Was lei­der so aus­sah, als habe sie vor dem Auf­tritt noch schnell dem Dis­co­schlumpf einen run­ter­ge­holt. Und tat­säch­lich war­te­te man die kom­plet­ten drei Minu­ten dar­auf, dass sie beim dra­ma­ti­schen Arm­we­deln das per­sil­rei­ne Kleid ver­sau­te, was lei­der nicht geschah. Ihr eigent­lich ster­bens­schö­nes Lied zog unter­des­sen unbe­merkt an den Ohren vor­bei. Kann aber auch sein, dass die Zeit für die­se Art von Musik seit spä­tes­tens 15 Jah­ren abge­lau­fen ist.

Die von Gian­na bei der 2:30-Minuten-Marke hand­cho­reo­gra­fier­ten Dampf­fon­tä­nen ret­te­ten lei­der auch nichts mehr (GR).

Den FFF (Fan Favo­ri­te Fail) oder Favo­ri­ten­sturz des ers­ten Semis leg­te die mit zahl­rei­chen Vor­schuss­lor­bee­ren ange­reis­te Bel­gie­rin Lau­ra Groesen­ken ali­as Sen­nek hin. Selbst­ver­schul­det übri­gens: die sym­pa­thi­sche Sen­nek bedien­te sich des hei­mi­schen Cho­reo­gra­fen Hans Pan­necou­ke, der unter ande­rem bereits die Auf­trit­te der Com­mon Lin­nets (NL 2014) und von Tri­jnt­je Oos­ter­huis (NL 2015) betreu­te. Wie bei der Letzt­ge­nann­ten tauch­te er auch bei der rapun­zel­haa­ri­gen Bel­gie­rin den Bild­schirm zunächst in gnä­di­ges Schwarz, bis auf einen ange­strahl­ten Augen­schlitz. Wobei man sich bald wünsch­te, er hät­te es dabei belas­sen: näm­lich, als das Büh­nen­licht nach und nach den Blick auf Senn­eks Kleid frei­gab, für das die haupt­be­ruf­lich als Deko­ra­teu­rin bei IKEA Täti­ge die Inspi­ra­ti­on wohl in der Lam­pen­schirm­ab­tei­lung ihres Arbeit­ge­bers fand. Sehr unvor­teil­haft! Ihre in den Stro­phen extrem ele­gan­te und im Refrain pein­lich plat­te Bond-Bal­la­de ‘A Mat­ter of Time’ ver­lor durch die feh­len­de Kame­ra­prä­senz der Sän­ge­rin ziem­lich an Glanz, wie sich beim Gang über den Cat­walk zeig­te: wenn die israe­li­schen Auf­blas­ham­mer in der ESC-Mosh­pit bild­fül­len­der wir­ken als die ano­rek­ti­sche Inter­pre­tin im Vor­der­grund, dann stimmt etwas nicht.

Wer zur Höl­le ist DJ Antrack (Minu­te 2:09) und was hat er mit dem ESC zu tun (BE)?

Wie man einen Auf­tritt äußerst ein­drück­lich insze­niert, wenn auch nicht unbe­dingt im posi­ti­ven Sin­ne, stell­ten die Belo­rus­sen unter Beweis. Ihr in der Ukrai­ne gebo­re­ner, höchst umstrit­te­ner Reprä­sen­tant Niki­ta Alek­seev trug nicht nur das vor­her tage­lang in Wäsche­blei­che ein­ge­leg­te Gebiss von Ste­fan Raab auf (das mit den jeweils 32 Zäh­nen unten und oben), son­dern ließ sich auch von einer gram­ge­beug­ten, rot­ge­wan­de­ten Tän­ze­rin umwu­seln, wäh­rend er auf einer ver­spie­gel­ten Hebe­büh­ne wie direkt aus der ZDF-Hit­pa­ra­de her­über­ge­be­amt stand und sein grau­en­haft kau­der­wel­schi­ges Emo-Gejam­mer her­vor­nu­schel­te. Auf wel­ches ohne­hin nie­mand ach­te­te, weil sei­ne absur­de Rosen­show so stark die Auf­merk­sam­keit fes­sel­te. Zum Bei­spiel anhand der Fra­ge, wie­so er nicht aus der Hand blu­te­te, durch wel­che sei­ne Wil­hel­ma Tell gera­de die dor­ni­ge Blu­me geschos­sen hat­te. Oder beim aus­ge­spro­chen unap­pe­tit­li­chen Anblick sei­nes von offe­nen Geschwü­ren über­sä­ten, wund­ge­le­ge­nen Rückens, der ver­mu­ten ließ, dass man ihn in der geschlos­se­nen Abtei­lung in Minsk wohl mona­te­lang im Bett fixier­te, ohne ihn wenigs­tens regel­mä­ßig zu wen­den. Der Pfle­ge­not­stand scheint nicht nur ein deut­sches Pro­blem zu sein!

Im Namen der Rose: Alek­seev (BY) ban­del­te mit der sel­ben Fag Hag an wie sei­ner­zeit schon Farid Mam­ma­dov (AZ 2013).

Rosen spiel­ten eben­falls bei Fran­ka Bate­lić eine Rol­le. Die Kroa­tin erin­ner­te sich in ihrem schnell ver­ges­se­nen Bei­trag ‘Cra­zy’ näm­lich an “Roses and Hor­ses in the Rain” (eige­nen THE RAIN! THE RAIN! DAN­CING!”-Scherz bit­te hier ein­fü­gen). Müf­felt so ein nas­ses Pferd nicht? Fran­ka, eine ech­te Erschei­nung in ihrem trans­pa­ren­ten schwar­zen Spit­zen­kleid, gab uns die Evri­di­ki (CY 1992) und stell­te unter Beweis, wie man mit der Kame­ra Sex haben kann, ohne dabei ordi­när zu wir­ken. Lei­der kein Vor­bild dar­an nahm sich die maze­do­ni­sche Kol­le­gin Mari­ja Iva­novs­ka. Die Lead­sän­ge­rin des Duos Eye Cue (jawohl, wie IQ, haha) ori­en­tier­te sich statt­des­sen an Char­lot­te Nils­son (SE 1999) und trug ein zunächst von einem rosa­far­be­nen Zwangs­jäck­chen ver­hüll­tes, haut­enges, pink­me­tal­lic gemus­ter­tes Ober­teil, das vor allem den Zweck ver­folg­te, auf die Exis­tenz ihrer üppi­gen Mam­mae hin­zu­wei­sen. Dan­ke, die wären uns sonst viel­leicht gar nicht auf­ge­fal­len. Das lenk­te jedoch nicht von den quiet­schend schie­fen Tönen ab, die sie und ihre drei Backings pro­du­zier­ten. Immer­hin bewie­sen IQ beim Song­ti­tel Sinn für Eigeniro­nie: ‘Lost and found’ bezeich­net im Eng­li­schen das Fund­bü­ro, und von dort stamm­ten zwei­fels­oh­ne ihre drei not­dürf­tig ver­wo­be­nen Lied­frag­men­te, die von halb­her­zi­gem Reg­gae über müden Coun­try-Pop bis hin zu einem aus­ge­laug­ten Tanz­flä­chen­fül­ler alle unver­käuf­li­chen Res­te zu einem faden Brei ver­wurs­te­ten.

Das musi­ka­li­sche Äqui­va­lent zu Labs­kaus: Maze­do­ni­ens Res­te­ver­wer­tung weck­te kei­nen Appe­tit auf mehr.

Ein wenig Mit­leid konn­te man mit den Schwei­zern emp­fin­den. Das hel­ve­ti­sche Fern­se­hen hat­te, ähn­lich der ARD, in die­sem Jahr ver­sucht, ihren Vor­ent­scheid umzu­krem­peln und sich end­lich exter­ne Fach­be­ra­tung ins Haus geholt. Und tat­säch­lich stell­te ihr Bei­trag ‘Stones’ des Geschwis­ter­du­os Co(rinna) und Stee(fan) Gfel­ler ali­as Zibbz, eine text­lich enga­gier­te Rock­hym­ne gegen Cyber-Bul­ly­ing, einen enor­men Fort­schritt für die unter­hal­tungs­ge­werb­lich nicht gera­de geseg­ne­te Eid­ge­nos­sen­schaft dar. Auch die Büh­nendar­bie­tung wirk­te authen­tisch, selbst Cos Publi­kums­ani­ma­ti­on sorg­te nur für einen kur­zen, erträg­li­chen Fremd­schäm­mo­ment. Alles in allem also eine sehr soli­de Leis­tung. Doch soli­de genügt bei Euro­pas här­tes­tem Musik­wett­be­werb nicht. Die Rich­tung stimmt schon, jetzt müsst ihr Euch nur mal was trau­en. Falls es erlaubt ist, viel­leicht ein klei­ner Tipp: stimmt doch beim nächs­ten Vor­ent­scheid ein­fach für das Lied, von dem Ihr denkt, das kann man aber nun auf gar kei­nen Fall schi­cken, damit bla­miert man sich ja. Probiert’s mal aus! Nicht mehr zu hel­fen scheint hin­ge­gen den Isländer/innen: wer im Jah­re 2018 noch einen der­art ran­zi­gen, bereits seit 1992 abge­lau­fe­nen Welt­frie­dens­quark wie ‘Our Choice’ schickt, der will offen­sicht­lich mit Gewalt nicht übers Semi hin­aus. Kaum zu glau­ben, dass das bra­ve Büb­chen Ari Ólafs­son tat­säch­lich der Nef­fe des legen­dä­ren Grand-Prix-Inno­va­tors Paul Oscar (IS 1997) sein soll.

Liebs­te Co, auf ein Wort: das nächs­te mal ent­sorgst Du die aus­ge­brann­te Feu­er­werk­hül­se aber bit­te im Haus­müll, anstatt sie acht­los auf dem Cat­walk lie­gen zu las­sen, gel­le? (CH

Die eben erwähn­ten euro­vi­sio­nä­ren Fami­li­en­ban­de füh­ren uns naht­los zum Kurz­über­blick über ein paar der Fina­lis­ten die­ser Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de. Die – zumin­dest für den Blog­ger – größ­te Über­ra­schung stell­te näm­lich das Wei­ter­kom­men des iri­schen Bar­den Ryan O’Shaugnessy dar, dem Nef­fen von Gary (IE 2001). Sein ener­vie­rend win­se­li­ges Tren­nungs­schmerz­ge­jau­le ‘Tog­e­ther’ ver­ein­te Ele­men­te aus allen sechs Grand-Prix-Jahr­zehn­ten: Ryans rosi­ges Ant­litz, das ihn aus­se­hen ließ wie eine ame­ri­ka­ni­sche Wer­be­fi­gur aus den Fünf­zi­gern für Lara­mie-Ziga­ret­ten; eine thea­ter­haf­te Büh­nen­de­ko­ra­ti­on mit Park­bank und Lili-Mar­le­en-Later­ne wie in den Sech­zi­gern; eine Bal­la­de, die in den Sieb­zi­gern schon alt­mo­disch gewe­sen wäre; Nico­les Frie­dens­gi­tar­re aus den Acht­zi­gern; eine (aller­dings sehr spär­li­che) Schaum­par­ty wie zu Lovepa­ra­de-Zei­ten in den Neun­zi­gern; eine wei­test­ge­hend igno­rier­te Sand­prin­zes­sin am Kla­vier wie bei Dima Bilan (RU 2008) und schließ­lich zwei her­um­tur­teln­de schwu­le Tän­zer aus die­sem Jahr­zehnt. Deren in der Hal­le fre­ne­tisch beju­bel­tes Auf­tau­chen leg­te dann auch die Spur zur Auf­lö­sung der Who­d­u­nit-Fra­ge: die in den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den ziem­lich allei­ne abstim­men­den Homo­let­ten Euro­pas wähl­ten den Driss wohl des­we­gen wei­ter.

Wet­ten, die drei hat­ten auf der Park­bank hin­ter­her noch etwas Spaß mit­ein­an­der (IE)?

Erfreu­lich hin­ge­gen der Final­ein­zug des Öster­rei­chers Cesár Sam­pson, einer von in die­sem Jahr auf­fäl­lig zahl­rei­chen ehe­ma­li­gen ESC-Back­ground­sän­ger/in­nen. Sein Auf­tritt begann, wie bei der Kol­le­gin Sen­nek, eben­falls im Halb­dun­kel. Was für einen eher erschröck­li­chen Auf­takt sorg­te, da so das ziem­lich gru­se­li­ge Star­ren des ath­le­tisch-uncha­ris­ma­ti­schen Inter­pre­ten beson­ders auf­fiel. Sei­ne Posi­tio­nie­rung auf einer mit Lan­deschein­wer­fern bestück­ten, raum­schiff­ar­ti­gen Hebe­büh­ne und ein über­le­bens­gro­ßes Holo­gramm ver­lie­hen dem Gan­zen einen leicht extra­ter­res­tri­schen Cha­rak­ter, was zu der musi­ka­li­schen wie lyri­schen Düs­ter­keit sei­ner Gos­pel­bal­la­de ‘Nobo­dy but you’ pass­te, die live irgend­wie lang­sa­mer und leie­ri­ger klang als in der Stu­dio­fas­sung. Vom sel­ben öster­rei­chisch-bul­ga­ri­schen Pro­duk­ti­ons­team stamm­te der nicht min­der düs­te­re Bei­trag ‘Bones’ der eben­falls haupt­säch­lich aus Backings rekru­tier­ten Retor­ten­band Equinox, ein text­lich kryp­ti­sches wie mäan­dern­des Musik­stück. Auch ihr Ple­xi­glas­po­dest wirk­te wie aus der ZDF-Hit­pa­ra­de recy­celt. Schwarz in schwarz das Büh­nen­bild, aus dem die pott­häss­li­che, knall­blon­de Sia-Perü­cke der Front­frau Zha­na Ber­gen­dorff so stark her­vor­leuch­te­te, dass man ihren Kör­per mit einer üppi­gen blei­er­nen Hals­krau­se gegen die Rönt­gen­strah­lung abschir­men muss­te.

Die nied­li­che Zahn­lü­cke half über den leich­ten Gru­sel­fak­tor von Cesárs Auf­tritt hin­weg (AT).

Ungleich bun­ter und fröh­li­cher die Show der fin­ni­schen Power­les­be und noto­ri­schen Cas­ting­show-Zwei­ten Saa­ra Aal­to. Wenn­gleich auch sie sich, wie Cesár, als Außer­ir­di­sche insze­nier­te, die mit einer bon­bon­far­be­nen Raum­kap­sel vom Pla­ne­ten Vul­va gekom­men war, uns von ihren inne­ren Mons­tern zu berich­ten, die sie mit ihrem Com­ing-Out erfolg­reich zu ver­scheu­chen ver­moch­te. Wie, um die von ihren weib­li­chen Backings beson­ders schrill gekri­sche­ne Text­zei­le “I ain’t sca­red no more” unter Beweis zu stel­len, ließ sie sich gleich zu Beginn auf eine Dreh­schei­be span­nen und am Ende rück­lings von ihrer Kom­man­do­kap­sel in die Arme ihrer Crew fal­len, so wie man das von Ver­trau­ens­übun­gen aus Team­bil­dungs­se­mi­na­ren kennt. Hier hielt ich kurz den Atem an, denn für Sekun­den­bruch­tei­le sah es so aus, als habe Saa­ra Flug­win­kel und Gewicht falsch ein­ge­schätzt und könn­te unsanft mit dem Hin­ter­kopf auf dem Boden auf­schla­gen. Ging aber alles gut – puh! Unspek­ta­ku­lär, aber authen­tisch der Auf­tritt des Alba­ners Eugent Bush­pe­pa (bes­ter Name!) mit sei­ner lan­des­sprach­li­chen Rock­bal­la­de ‘Mall’ (‘Sehn­sucht’). Der (den Jurys geschul­de­te) Final­ein­zug des anspre­chend täto­wier­ten und bevoll­bar­te­ten Sän­gers bewahrt uns künf­tig hof­fent­lich von den übli­chen, dis­so­nant in schlech­tem Eng­lisch krei­schen­den Frau­en, die der Bal­kan­staat sonst so ger­ne schickt.

Duran Duran haben aus den Acht­zi­gern ange­ru­fen und wol­len ihre ‘Wild Boys’-Drehscheibe zurück von Saa­ra Aal­to (FI).

Die rest­li­chen fünf Finalist/innen, die alle­samt zu den Anwärter/innen auf eine Top-Plat­zie­rung am kom­men­den Sams­tag zäh­len, wol­len wir uns bis dahin auf­he­ben. Ein abschlie­ßen­des Wort viel­leicht noch zur Prä­sen­ta­ti­on durch den por­tu­gie­si­schen Sen­der RTP: posi­tiv zu ver­mer­ken ist der von vie­len Fans wütend bewein­te Ver­zicht auf eine LED-Wand, wel­cher die Krea­ti­vi­tät der Dele­ga­tio­nen in Sachen Büh­nen­ge­stal­tung her­aus­for­der­te und uns eine erfreu­li­che Viel­zahl an Gim­micks, Büh­nen­auf­bau­ten und aus­ge­feil­ten Cho­reo­gra­fi­en bescher­te. Erfreu­lich auch der Ver­zicht auf einen Ope­ning Act im Semi­fi­na­le. Um so bedau­er­li­cher aller­dings, dass RTP die­sen Trend zu mehr Inti­mi­tät kon­ter­ka­rier­te, in dem er gleich vier (!) Mode­ra­to­rin­nen auf die Zuschau­er los­ließ. Zumal die­se Damen unter Beweis stell­ten, dass Come­dy so gar nicht die Sache der Por­tu­gie­sen ist. Hier muss­te man dem deut­schen Kom­men­ta­to­ren Peter Urban dank­bar sein, wenn er über sie hin­weg­la­ber­te, erspar­te einem das doch, sich in Fremd­schäm­krämp­fen vor dem Fern­se­her zu wäl­zen. Auch der als Wer­be­pau­sen-Über­brü­ckung ein­ge­scho­be­ne Sketch Pla­net Port­gu­al, in dem ein hei­mi­scher Komi­ker sich an einer Par­odie auf den bri­ti­schen Doku­men­tar­fil­mer David Atten­bo­rough ver­hob, sorg­te weni­ger für Erhei­te­rung als für Befrem­dung. Lin­da Woo­d­ruff, zu Hil­fe!

Wie­so sieht der Mann aus wie Her­cu­le Poi­rot? Der war doch Bel­gi­er und nicht Bri­te und hat doch auch nie Natur­do­kus gedreht? Wenn die Por­tu­gie­sen das unter “Come­dy” ver­ste­hen, möch­te ich aber bit­te nie wie­der Spit­zen gegen die angeb­lich humor­lo­sen Deut­schen hören!

ESC 2018, 1. Semi

1. Semi­fi­na­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. Diens­tag, der 8. Mai 2018, 21 Uhr, aus dem Pavil­hão Atlân­ti­co in Lis­sa­bon, Por­tu­gal. 19 Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Filo­me­na Caut­e­la, Síl­via Alber­to, Cata­ri­na Furtado und Danie­la Ruah.
#LandInterpret/inTitelPkt. TVPl. TVPkt. ges.Pl. ges.
01AZAisel Mam­ma­do­vaX my Heart0471209411
02ISAri Ólafs­sonOur Choice0001901519
03ALEugent Bush­pe­paMall0481116208
04BESen­nekA Mat­ter of Time0201609112
05CZMiko­las JosefLie to me1340223203
06LTIeva Zasim­aus­kaitėWhen we’re old0620911909
07ILNet­ta Bar­zi­laiToy1160428301
08BYAlek­seevFore­ver0451306516
09EEEli­na Netša­je­vaLa For­za1200320105
10BGEquinoxBones0700817707
11MKEye CueLost and found0061802418
12HRFran­ka Bate­lićCra­zy0171706317
13ATCésar Sam­psonNobo­dy but you1160523104
14GRGian­na Ter­ziOnei­ro mou0531008114
15FISaa­ra Aal­toMons­ters0730710810
16AMSevak Kha­na­gyanQami0411407915
17CHZibbzStones0271508613
18IERyan O’ShaugnessyTog­e­ther1080617906
19CYEle­ni Fou­rei­raFue­go1730126202

14 Gedanken zu “Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

  1. GRRRRRRRRRRRRRR! Diss Du noch­mal Irland, Du, dann sag ich das Onkel Gary (O’Shaughnessy), und der haut Dich! Das ist der mit ABSTAND berüh­rends­te Bei­trag die­ses Jah­res und zurück­hal­tend geschätzt unge­fähr zehn­mil­lio­nen­mal bes­ser der Bei­trag eines gewis­sen Big-5-Land-Zau­sels (und damit ist er noch gut weg­ge­kom­men!)

    Ansons­ten eine treff­li­che Annalüh­se, der ich mich bis auf einen klei­nen Punkt voll­um­fäng­lich anschlie­ße: Lin­da Woo­d­ruff ist genau­so ner­vig. Aber nach dem groß­ar­ti­gen Ergeb­nis ges­tern Abend sehe ich da zumin­dest heu­te gnä­dig drü­ber weg. Mal sehen, was mor­gen auf uns zu kommt, ich fürch­te, die unan­ge­neh­men Din­ge tre­ten da etwas mehr in den Vor­der­grund.

    Mit dem, was die Herr­schaf­ten Semi­ge­win­ner aus der Start­num­mern­schüs­sel gezo­gen haben, könn­te es jeden­falls das span­nends­te Fina­le seit 1998 wer­den. Can’t wait.

  2. Na ja, berüh­rend fin­de ich einen Bei­trag nicht, wenn sich hin­ter dem Rücken des Sän­gers zwei Schwu­le an ziem­lich hek­ti­schem Aus­drucks­tanz ver­su­chen. Ein biss­chen mehr – deut­lich mehr – Inti­mi­tät hät­te ich mir da gewünscht. Gut, als Schwu­ler bin ich da durch­aus berührt. Aber eher pein­lich.….

    Ansons­ten gab es in die­sem stär­ke­ren 1. Halb­fi­na­le acht Lie­der die ich ger­ne im Fina­le gese­hen hät­te, was immer­hin sie­ben schaff­ten. Plus Finn­land als pures Trash-Fes­ti­val, was man in die­ser Form heut­zu­ta­ge kaum noch sieht, anders als frü­her. Das gehört dann schon gou­tiert.

  3. Bei Litau­en, einer der schmie­rigs­ten Insze­nie­run­gen aller Zei­ten, wur­de aber auch kein ein­zi­ger Ton getrof­fen. Wie konn­te das bloß durch­ge­hen?

    Ansons­ten alles fein

  4. @Alki: Das war der “Running-Scared”-Effekt. Der Schluss hat alles raus­ge­ris­sen (ich war vor­her auch ein ganz klei­nes biss­chen ent­täuscht), und nach­dem das dann zwei­mal im SDL kam… “schmie­rig” fin­de ich aller­dings für die Insze­nie­rung ein unpas­sen­des Adjek­tiv.

  5. Ich fin­de Litau­en wun­der­schön – und Alba­ni­en ist abso­lut geil ! Scha­de um Grie­chen­land, aber lei­der war es abzu­se­hen. Irgend­wie kam es nicht so rüber wie erhofft. Nun gut, Finn­land hät­te ich nicht im Fina­le gebraucht, aber hat damit zumin­dest Aser­bai­dschan das ers­te Mal rau­ge­kickt. Für Irland freut es mich, end­lich mal wie­der im Fina­le dabei zu sein. Außer­dem besteht ja noch die Hoff­nung, daß am Sams­tag nicht die Plas­tik­frak­ti­on siegt (und dazu zäh­le ich Isra­el defi­ni­tiv nicht, gehört nach wie vor zu mei­nen Favo­ri­ten). Das wäre in der Tat ein ganz fata­ler Schritt zurück.….

  6. @alle: Hat über­haupt schon mal so ein rich­ti­ges Tal­mi-Teil gewon­nen? Am ehes­ten wohl “Run­ning Sca­red”, da war die Aus­gangs­la­ge ähn­lich wie in die­sem Jahr. Aze­da­ze konn­te aber damals auch nur gewin­nen, weil alle ande­ren Favo­ri­ten ent­we­der eine besch.…eidene Start­num­mer hat­ten (Schwe­den, Bos­ni­en), zu unge­wöhn­lich fürs gemei­ne Volk haben (Deutsch­land, wäre eigent­lich für mich in Düs­sel­dorf der logi­sche Sie­ger gewe­sen) oder halt ein­fach ver­sagt haben (Frank­reich, Ungarn und vor allem UK).

  7. also, mein hör­emp­fin­den war kom­plett kon­trär: die zasim­aus (dan­ke, oli­ver, für die­sen nach­hal­ti­gen spitz­na­men) hat das brü­chig-zer­brech­li­che stimm­lich super gemacht, ohne dabei auch nur einen hal­ben ton zu ver­sem­meln! und genau das in ver­bin­dung mit der zurück­ge­nom­me­nen cho­reo­gra­phie hat ihr die­sen erfolg beschert, den­ke ich. eben ganz im gegen­satz zu sen­nek, die es lei­der ver­geigt hat, oder (lei­der lei­der, mir blu­tet das herz!) frau ter­zi, die auch immer leicht deto­nier­te. na gut, gegen eye cue konn­te in die­sem wett­be­werb um die stärks­te gesang­li­che fehl­leis­tung nie­mand etwas aus­rich­ten, nicht ein­mal der gru­se­li­ge fo´äwwah-rosenschießer.
    dass irland wei­ter ist, fin­de ich zwar wirk­lich schön (ich hat­te schon den son­der­preis “un cer­tain regard” für ihn aus­ge­lobt), aber dann doch über­ra­schend, weil ich den auf­tritt ein wenig wirr fand und eher arme­ni­en im fina­le gese­hen hät­te (mal abge­se­hen, dass herr kha­na­gyan für mei­nen geschmack die prä­sen­ta­ble­re optik zu bie­ten hat­te…). und schluss­end­lich bin ich sehr gespannt, ob isra­el oder zypern vorn lag. ges­tern habe ich mich ganz der momen­ta­nen wir­kung hin­ge­ge­ben und “yeah yeah fire” geru­fen 🙂

  8. Um Bel­gi­en wei­ne ich, um Maze­do­ni­en traue­re ich, für Finn­land freue ich mich. Irland ver­ste­he ich zwar nicht, aber jedes Jahr kommt einer von den ödes­ten Songs ins Fina­le, inso­fern ESC-Nor­ma­li­tät. Die­ses Jahr auch zwei, sie­he Öster­reich. Die Schwei­zer leg­ten einen tol­len Auf­tritt hin, allein dafür hät­te ich ihnen das Fina­le gegönnt.
    Zum Glück ist der weiß­rus­si­sche Rosen­ka­va­lier raus, bei den stimm­li­chen Qua­li­tä­ten dürf­te der nicht mal in der Grund­schu­le auf­tre­ten. Bei Alba­ni­en hat wohl die Dia­spo­ra gewon­nen, wäh­rend sie bei Arme­ni­en ver­sag­te.

    Und was die kor­rup­te Grie­chin und den Dis­co­schlumpf angeht. Es war wohl nicht das ers­te Mal, ver­mut­lich hat sie so den Vor­ent­scheid für sich ent­schie­den. Nein, im Ernst: Für sol­che Kom­men­ta­re lobe ich den Haus­herrn, grins. Konn­te mir beim Lesen das Lachen nicht mehr ver­knei­fen.

  9. Schlie­ße mich den Dan­kes­re­den für die wun­der­ba­re Ana­ly­se des ers­ten Semis an!
    Bin eigent­lich ganz zufrie­den mit Euro­pas Aus­wahl bis auf 2 Num­mern:

    Bit­te Rück­kehr der Spie­ßig­keit (Irland, Litau­en) raus und dafür Rück­kehr der Lan­des­spra­che (Grie­chen­land, Arme­ni­en) rein ins Fina­le!!!
    Echt schlimm wenn zwei so jun­ge Men­schen sich anschei­nend mit einem ESC Bei­trag für Rol­len im nächs­ten Rosa­mun­de Pil­cher Film bewer­ben wol­len!

  10. Aser­bai­dschan war auch etwas unglück­lich insze­niert. Oder war das ein Saf­u­ra-Gedächt­nis-Lauf zu Beginn? Sah ein biss­chen so aus, als wäre sie zuerst auf die fal­sche Schol­le gelau­fen und hät­te ihren Irr­tum dann bemerkt.

    Der Eröff­nungs- und End­shot waren atmo­sphä­risch genau das, was die bel­gi­sche Num­mer über den gesam­ten Zeit­raum hin­weg gebraucht hät­te. Ohne wirk­li­ches Allein­stel­lungs­merk­mal ist Sen­nek dann aller­dings lei­der zu recht unter­ge­gan­gen.

    Und was singt Cesar da eigent­lich zu Beginn? I’m gon­na get so hard ton­ight? Oder ist das Freud’sches Hören? *lol*

    Um Saa­ra habe ich auch jedes Mal Angst, wenn sie nach hin­ten fällt. Ich fürch­te, im Fina­le wird sie auch nach hin­ten durch­ge­reicht. Cam­pe Num­mern funk­tio­nie­ren meist nur in den Semis.

    Ansons­ten mal wie­der Lob an die­sem Semi-Bericht. Habe viel lachen müs­sen!

  11. Bin die­ses Jahr deut­lich weni­ger depri­miert als sonst nach dem ers­ten Semi. Das liegt natür­lich dar­an, dass es dies­mal viel weni­ger als sonst bereits hier das gro­ße Favo­ri­ten­ster­ben gab. Und das wie­der­um ist vor allem dar­in begrün­det, dass MEI­NE Favo­ri­ten ent­we­der sowie­so den Big 5+ ange­hö­ren (Porr­tu­gal, Ita­li­en, Frank­reich), oder erst im zwei­ten Semi dran sind: mein ers­ter Platz Däne­mark, Nie­der­lan­de und Ser­bi­en kom­men bei mir vor allen SF1-Teil­neh­mern). Aus die­sem Grun­de kann ich es auch gar nichr ver­ste­hen, wie­so all­ge­mein das ers­te Semi als das “Mör­der­fi­na­le” gehan­delt wur­de. Konn­te ich nie nach­voll­zie­hen, erst recht nicht nach dem tat­säch­li­chen Ereig­nis.
    Mit den Ergeb­nis­sen bin ich im gro­ßen gan­zen ganz zufrie­den, auch wenn ich per­sön­lich in 5 Fäl­len anders ent­schie­den hät­te. Aber bei den meis­ten Bei­trä­gen war ich eh rela­tiv indif­fe­rent. Gut fand ich, dass mei­ne (NACH dem hören die­ses Semi) 3 Top-Bei­trä­ge Alba­ni­en, Litau­en ubd Finn­land wei­ter sind. Alle drei waren zwar bei mir eh unter den 10 Wei­ter­kom­mern, aber Litau­en ist erst wäh­rend die­ses Abends bei mir ganz nach vorn gerutscht. Das war echt der berüh­rends­te Auf­tritt der Show, auch wenn das Stück ein biss­chen alt­ba­cken sein mag.
    Leid getan hat es mir vor allem für die Schwei­zer. Die fand ich eigent­lich von Anfang an rich­tig gut und von allen gna­den­los unter­be­wer­tet. Aus­nahms­wei­see bin ich hier mal mit Peter Urban einer Mei­nung. Auch die kroa­ti­sche Fran­ka, Sen­nek und Grie­chen­land hät­te ich lie­ber dabei­ge­habt, wobei ich im Fall von Sen­nek den Auss­gang nach­voll­zie­hen kann, ein biss­chen auch bei Yian­na Ter­zi, die am Anfang etwas unsi­cer daher­kam.
    Der tsche­chi­sche Bei­trag war ja ursprüng­lich mal mein Hass­ti­tel. Die Medail­le für den ner­vigs­ten Song hat er nach wie vor (kommt gleich nach Mam­bo No 5), aber natür­lich kann der Kerl was, auch wenn es ganz und gar nicht mei­ne Musik ist, und irgend­wie habe ich mir das auf Dau­er schön­ge­hört.
    Mit dem bul­ga­ri­schen Song kann ich nach wie vor wenig anfan­gen, aber sei’s drum, geht in Ord­nung.
    Rich­tig­ge­hend ent­setzt bin ich aber über das Wei­ter­kom­men Zyperns (trotz oddsche­cker und co.). Das darf doch wohl niccht wahr sein! Abge­se­hen vom zu recht aus­ge­schie­de­nen weiß­rus­si­schen Rosen­ka­va­lier war das doch der schwächs­te Auf­tritt des gan­zen Abends, sang­lich sogar ganz klar der schlech­tes­te!!! Das ist schließ­lich nicht der Euro­vi­si­on Dance Con­test.
    Eigent­lich dach­te ich ja, dass ich dem Fina­le ent­spannt ent­ge­gen­se­hen könn­te, denn auch wenn ver­mut­lich nicht mei­ne v´favorisierten Dänen gewin­nen wür­den, so glaub­te ich doch, mit allen poten­ti­el­len Gewin­nern leben zu kön­nen: Isra­el, Frank­reich, Ita­li­en, mei­net­we­gen auch Nor­we­gen … Aber wenn die­ser Quark tat­säch­lich gewin­nen soll­te, dann ver­ste­he ich die Welt nicht mehr (wie bereits bei Dima Bilan oder Ell Und Niki). Bit­te, bit­te, Euro­pa, habt ein Ein­se­hen!

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