Der NDR stockt auf: mehr Start­plät­ze beim deut­schen Vor­ent­scheid 2019

Erfreu­li­che Nach­rich­ten aus Ham­burg: nach dem her­vor­ra­gen­den Erfolg des cha­ris­ma­ti­schen Micha­el Schul­te (übri­gens im Novem­ber 2018 Star­gast beim ECG-Fan­tref­fen in Köln!) und sei­nes die Her­zen rüh­ren­den Trä­nen­zie­hers ‘You let me walk alo­ne’ beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Por­tu­gal behält der NDR nicht nur das im letz­ten Jahr grund­le­gend rund­erneu­er­te Vor­ent­schei­dungs­kon­zept bei, son­dern baut es sogar aus: wie die Prin­zen heu­te unter Bezug auf eine Ver­öf­fent­li­chung des Sen­ders berich­ten, soll es beim deut­schen Vor­ent­scheid 2019 deut­lich mehr Plät­ze geben als bei der Pre­miè­re: “etwa acht bis zehn Fina­lis­ten” sol­len erneut in zwei Run­den von einer Fan-Jury und einem mit inter­na­tio­na­len Pro­fis besetz­ten Gre­mi­um aus rund 200 vom NDR vor­aus­ge­sieb­ten Bewerber/innen aus­ge­wählt wer­den: zunächst wie­der an die 20 für das zwei­tä­gi­ge Boot-Camp, dar­aus dann etwa jede/r Zwei­te für das pro­fes­sio­nel­le Song-Camp, bei dem am Bei­trag gebas­telt wer­den kann, und für die TV-Show (für wel­che noch kein kon­kre­ter Sen­de­ter­min fest­steht). Damit erwei­sen sich die Ham­bur­ger als wei­ter­hin in löb­li­cher Wei­se zuhör- und lern­be­reit: die recht schma­le Aus­wahl an Künst­lern, die in der Show zum mas­si­ven Zeit­schin­den mit quä­lend lan­gen Intros und bis zum Erbre­chen wie­der­hol­ten Schnell­durch­läu­fen führ­te, war einer der Haupt­kri­tik­punk­te an Unser Lied für Lis­sa­bon.

So lief es 2018 und so soll es im Prin­zip auch 2019 funk­tio­nie­ren. Nur mit mehr Finalist/innen.

A pro­pos Zuhö­ren und Ler­nen: auch die uni­so­no gelob­te Road­show, mit wel­cher der zuvor arg in der Kri­tik ste­hen­de NDR auf die Fans zuging und um ver­lo­ren gegan­ge­nes Ver­trau­en warb, soll fort­ge­setzt wer­den. Sehr gut! Die Vor­auswahl­ver­fah­ren für poten­ti­el­le Teilnehmer/innen und Juror/innen lau­fen bereits, und einen ers­ten öffent­li­chen Bewer­ber gibt es auch schon: wie die Prin­zen rap­por­tie­ren, ließ der gebür­ti­ge Süd­pfäl­zer Max Gru­ber ali­as Drang­sal durch­bli­cken, an einer Teil­nah­me inter­es­siert zu sein. Der 24jährige kann auf bereits zwei von der Kri­tik und (!) den Käufer/innen wohl­wol­lend auf­ge­nom­me­ne Alben zurück­bli­cken sowie auf eine in den Sin­gle-Charts plat­zier­te Kol­la­bo­ra­ti­on mit dem Rap­per Cas­per (wäre auch ein tol­ler Kan­di­dat!). Drang­sal singt sowohl auf deutsch als auch auf eng­lisch und ver­fügt über eine beacht­li­che musi­ka­li­sche Band­brei­te zwi­schen aggres­siv machen­dem hei­mi­schen Befind­lich­keits­ge­jam­mer und hoch infek­tiö­sen New-Wave-Bret­tern, die im bes­ten Sin­ne an The Cure erin­nern. Da hät­ten wir schon mal was “kan­ti­ges”! Das lässt recht froh­ge­mut nach 2019 bli­cken: wenn der NDR nun noch die 2018 kom­plett ver­un­glück­te Prä­sen­ta­ti­on der Voting-Ergeb­nis­se auf­räumt und für die Mode­ra­ti­on ent­we­der die paten­te Bab­si Schö­ne­ber­ger zurück­holt oder aber über das eige­ne Funk­haus hin­aus­schaut, kön­nen wir uns, so glau­be ich, auf eine schö­ne Sen­dung freu­en!

Kei­ne Angst: der NDR scheint auf einem guten Weg zu sein, und nach dem Erfolg von Micha­el Schul­te erwar­te ich ohne­hin einen Ansturm viel­ver­spre­chen­der Acts beim deut­schen Vor­ent­scheid 2019.

Nach­trag 30.09.2018

Wie­wohl Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger mitt­ler­wei­le als Mode­ra­to­rin für ULfTA fest­steht (juch­hu!), ist Tho­mas Schrei­ber hin­sicht­lich der Zahl der Finalist/innen zwi­schen­zeit­lich wie­der zurück­ge­ru­dert: in einem Kom­men­tar im semiof­fi­zi­el­len deut­schen ESC-Forum der Prin­zen anläss­lich des Starts der Euro­vi­si­ons-Work­shops spricht er nun von nur noch “vor­aus­sicht­lich 6 bis 8” Acts (buh!), und zwar abhän­gig von der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Pro­ben­zeit. Inter­es­san­te Prio­ri­tä­ten­set­zung: für gleich zwei Jurys und ein auf­wän­di­ges Vor­sor­tie­rungs­ver­fah­ren ist also Geld da, um ein TV-Stu­dio aus­rei­chend lan­ge buchen zu kön­nen, damit eine nen­nens­wer­te Zahl von Teilnehmer/innen dort für die Live-Show pro­ben kann, aber nicht. Merk­wür­dig: als der Baye­ri­sche Rund­funk in den Acht­zi­gern noch den Vor­ent­scheid ver­ant­wor­te­te, tra­ten dort regel­mä­ßig zwölf mehr oder min­der super­flu­en­te Schla­ger­stern­chen auf – und die durf­ten sogar eine gan­ze Woche lang pro­ben…

Mehr Start­plät­ze bei Unser Lied für Isra­el. Das ist…

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