Eesti Laul 2019 mit Künst­ler-Crowd­fun­ding

Krea­ti­ve Wege zur Refi­nan­zie­rung der Euro­vi­si­ons­teil­nah­me geht das est­ni­sche Fern­se­hen: wie gut infor­mier­te Quel­len berich­ten, kas­siert der Sen­der ERT künf­tig von jedem, der einen Bei­trag zur dor­ti­gen Vor­ent­schei­dung Eesti Laul ein­rei­chen möch­te, einen Teil­nah­me­bei­trag in Höhe von 25 bzw. 50 €. Da übli­cher­wei­se so um die 300 Vor­schlä­ge zusam­men­kom­men, dürf­ten sich die Ein­nah­men hier­aus schnell auf rund 10.000 € läp­pern. Die­ses Geld bekommt im Anschluss der Sie­ger des Vor­ent­scheids aus­ge­hän­digt – aller­dings zweck­ge­bun­den: es dient als Bud­get für das Sta­ging beim Euro­vi­si­on Song Con­test, aus dem sich der Sen­der finan­zi­ell kom­plett zurück­zieht. Im Gegen­satz zu frü­he­ren Jah­ren steht die Eesti Laul künf­tig auch wie­der aus­län­di­schen Komponist/innen offen, aller­dings zah­len die­se das höhe­re Schutz­geld, wenn ihr Bei­trag nicht in Lan­des­spra­che ist. Mit die­ser Dis­kri­mi­nie­rungs­stra­te­gie wol­le man unpro­fes­sio­nel­le “Scherz-Bei­trä­ge” ver­hin­dern, wie der neue Eesti-Laul-Pro­du­zent Tomi Rahu­la sag­te. Ob da ein schnö­der Fünf­zi­ger aller­dings zur Abschre­ckung aus­reicht?

Die Kos­ten für die­se Licht­ef­fek­te führ­ten zu einer erbit­ter­ten öffent­li­chen Debat­te: Eli­na und ‘Der Furz’.

Nun erscheint es zunächst etwas schä­big, dass der Sen­der zwar locker eine drei­tei­li­ge Vor­ent­schei­dung stemmt, den dort aus­ge­wähl­ten Reprä­sen­tan­ten des Lan­des anschlie­ßend aber – bis auf die wei­ter­hin über­nom­me­nen Rei­se- und Hotel­kos­ten – peku­ni­är auf dem Tro­cke­nen sit­zen lässt. Aller­dings erspart man sich damit erhitz­te Dis­kus­sio­nen wie in 2018, als es zum öffent­li­chen Streit um die Fra­ge kam, wer die immensen Kos­ten für die Pro­jek­to­ren zu tra­gen hat, mit denen Eli­na Netša­je­va ihr beein­dru­cken­des Licht­kleid illu­mi­nier­te; dem teu­ren Gim­mick also, wel­ches ihr den Sieg sicher­te. Mit den Gel­dern aus den Anmel­de­ge­büh­ren kön­nen die Basics abge­deckt wer­den; wer mehr will, muss es halt selbst bezah­len. ERR scheint guten Mutes, auch künf­tig genü­gend Bewerber/innen zu fin­den: der Sen­der stockt die Anzahl der Plät­ze in den bei­den Semis, bei denen dies­mal kein Voll­play­back zum Ein­satz kommt, auf jeweils 12 auf, so dass wir uns auf ins­ge­samt 24 Lie­der­per­len freu­en kön­nen. Wie euro­fire berich­tet, ste­hen die Ter­mi­ne für die Eesti Laul 2019 bereits fest: am 26. Janu­ar 2019 geht das ers­te Halb­fi­na­le über die Büh­ne, am 2. Febru­ar das zwei­te. Das Fina­le (aus Tal­lin) folgt zwei Wochen spä­ter.

Das High­light des Eestil Laul 2018: einer der Come­dy-Ein­la­gen.

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