ULfI 2019: Vor­ent­scheid wan­dert auf den Frei­tag

Heu­te Nach­mit­tag gaben der deut­sche Dele­ga­ti­ons­lei­ter Chris­toph Pel­lan­der und der ARD-Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­che Tho­mas Schrei­ber in einem knapp andert­halb­stün­di­gen Face­book-Livechat wei­te­re Ein­zel­hei­ten zum dies­jäh­ri­gen deut­schen Vor­ent­scheid Unser Lied für Isra­el bekannt und beant­wor­te­ten Fan-Fra­gen. Die bei­den wich­tigs­ten Details: nach­dem diver­se Euro­vi­si­ons­blogs seit Jah­ren auf die unglück­li­che ter­min­li­che Kon­kur­renz der stets don­ners­tags statt­fin­den­den Show zu Hei­di Klums dia­bo­li­scher, aber quo­ten­star­ker TV-Buli­mie­schmie­de hin­wie­sen, reagiert der NDR tat­säch­lich und ver­legt die Sen­dung löb­li­cher­wei­se auf den Frei­tag. Am 22. Febru­ar 2019 ab 20:15 Uhr geht die zwei­stün­di­ge Ver­an­stal­tung in Ber­lin-Adlers­hof über die Büh­ne. Zudem zau­ber­ten die Ham­bur­ger noch einen sieb­ten Act aus dem Hut: ent­täu­schen­der­wei­se nicht die von mir bis zuletzt erhoff­ten Laing, son­dern ein eigens für die Euro­vi­si­on zusam­men­ge­stell­tes Frau­en­duo namens Sis­ters. Hier ging man den umge­kehr­ten Weg wie bei den sechs rest­li­chen ULfInalis­ten: es gab zuerst den Song namens ‘Sis­ter’, den der NDR unbe­dingt im Vor­ent­scheid haben woll­te, und für den man eigens die bei­den Sän­ge­rin­nen Car­lot­ta Tru­man und Lau­ra Käs­tel cas­te­te.

Erin­nert optisch und stimm­lich ein wenig an Chris­ti­na Agui­le­ra: Car­lot­ta Tru­man (Reper­toire­bei­spiel).

Sowohl Frau Tru­man als auch Frau Käs­tel tra­ten bereits als Kin­der in Cas­ting­shows wie The Voice Kids und dem ZDF-Kid­dy-Con­test auf. Bei­de kön­nen zudem eine Ver­bin­dung zur letz­ten deut­schen Grand-Prix-Sie­ge­rin Lena May­er-Land­rut vor­wei­sen: Lau­ra singt aktu­ell im Begleit­chor der zur­zeit wie­der tou­ren­den Han­no­ve­ra­ne­rin, Car­lot­ta trat mit elf Jah­ren als Lena-Dou­ble in einer TV-Show auf. Ihr Wett­be­werbs­bei­trag ist damit der ein­zi­ge, der kom­plett fremd geschrie­ben wur­de. Die ande­ren sechs bereits bekann­ten Kandidat/innen tre­ten alle mit im Song­wri­ting-Camp von erfah­re­nen inter­na­tio­na­len Fach­leu­ten auf Euro­vi­si­ons­taug­lich­keit gesand­strahl­ten Eigen­kom­po­si­tio­nen an, die text­lich den Künstler/innen per­sön­lich wich­ti­ge Geschich­ten erzäh­len, also einen inhalt­li­chen Anspruch haben sol­len. Um so bedau­er­li­cher, dass man die Chan­ce ver­gab, wenigs­tens ein Lied in der Hei­mat­spra­che zu prä­sen­tie­ren: alle sie­ben Titel des deut­schen Vor­ent­scheids sind auf eng­lisch. Dafür sitzt der NDR bereits auf einem Song für 2020, für den man heu­er kei­nen geeig­ne­ten Inter­pre­ten fand.

Die deut­sche Regen­tin mit ihrer letz­ten Sin­gle. Mit ihrem Auf­tau­chen als Star­gast bei ULfI darf ver­mut­lich gerech­net wer­den.

Unter den sie­ben ULfI-Titeln befän­den sich sowohl schnel­le Stü­cke als auch Bal­la­den. Eine brei­te musi­ka­li­sche Viel­falt kann wohl aus­ge­schlos­sen wer­den, da Gen­res wie Dance­floor, Hip­Hop und Coun­try fehl­ten. Tho­mas Schrei­ber benann­te die Band­brei­te im Gespräch so: “Pop. Alles ande­re wäre unehr­lich”. Wie das klingt, erfah­ren wir erst Ende Febru­ar: auch in die­sem Jahr will der NDR alle Vor­ent­schei­dungs­bei­trä­ge bis zum Tag der Sen­dung unter Ver­schluss hal­ten. Fürch­tet man die deut­schen Fans und ihren Hang zum Schlecht­re­den? Oder media­les Des­in­ter­es­se? Offi­zi­ell will man in Ham­burg mit der Lie­der­sper­re fai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen schaf­fen und ver­hin­dern, dass ein­zel­ne Titel ein stär­ke­res Air­play im Vor­feld bekom­men (als ob!). Wie bereits bekannt, mode­rie­ren die gött­li­che Bab­si Schö­ne­ber­ger und Lin­da Zer­va­kis die TV-Show. Um die zwei Stun­den voll­zu­krie­gen, sind meh­re­re Pau­sen­acts geplant, zudem sol­len die 20 Mit­glie­der der inter­na­tio­na­len Exper­ten­ju­ry ihre Voten ein­zeln ver­kün­den. Über­mor­gen star­tet der Vor­ver­kauf für den Vor­ent­scheid, der erneut im TV-Kom­plex Adlers­hof im Ber­li­ner Osten statt­fin­det, aber ins 800 Plät­ze umfas­sen­de The-Voice-Stu­dio wech­selt. Kar­ten kos­ten um die 39 €, für die Fan­clubs gibt es sepa­ra­te Kon­tin­gen­te.

Vor­ent­scheid DE 2019

Unser Lied für Isra­el. Frei­tag, 22. Febru­ar 2019, aus den Adlers­hof-Stu­di­os in Ber­lin, Deutsch­land. Sie­ben Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger und Lin­da Zer­va­kis.
#Interpret/inTitelTVJury Int.Jury DEPlatz
01Gre­gor Häge­leLet me go26.05310059206
02Aly RyanWear your Love39.50312599104
03Make­da Mich­al­keThe Day I loved you most39.48018684002
04BB Tho­mazDemons20.69711756607
05lil­ly among cloudsSur­pri­se83.67715878903
06Linus BruhnOur City71.49016778205
07Sis­tersSis­ter93.41318764001

25 Gedanken zu „ULfI 2019: Vor­ent­scheid wan­dert auf den Frei­tag“

  1. Soweit also eigent­lich alles mehr oder weni­ger wie erwar­tet (immer­hin nicht befürch­tet). Laing hät­ten mich schon sehr über­rascht, zumal ich unter deren zuletzt ver­öf­fent­lich­ten Sin­gles auch kein ech­tes ESC-Brett aus­ge­macht habe (las­se mich aber ger­ne eines Bes­se­ren beleh­ren).

    Sis­ter” ist jetzt also so’ne Art Dark Hor­se?
    Da den­ke ich spon­tan (und ziem­lich des­il­lu­sio­nie­rend) an “Sis­ter Ray” vom Vel­vet Under­ground und noch mehr an das vor nicht ganz einem Jahr erschie­ne­ne “Sis­ter” von Tracey Thorn (Every­thing But The Girl) und War­paint – Musik die aus Deutsch­land, geschwei­ge denn einem deut­schen Vor­ent­scheid kaum zu erwar­ten ist (liest sich jetzt hof­fent­lich nicht ganz so ver­ächt­lich-nest­be­schmut­ze­risch, wie es durch mei­nen Kopf schallt), aber man soll ja nie­mals “nie” sagen …

  2. @Frédéric – ich habe irgend­wie das Gefühl, “Sis­ters” wird, im Ver­such den 2018er Erfolg zu clo­nen, eine Bal­la­de Rich­tung “The wind bene­ath my wings”…

  3. @4porcelli
    Nenn mich naiv, aber ich nei­ge zur Hoff­nung, dass offe­ne Klon­ver­su­che im Voting direkt abge­straft wer­den. Bei einem hah­ne­bü­chen-deut­schen Pseu­do-Soul-Anthem wäre ich schon mehr in Sor­ge.

    Man soll­te sich ja nicht so an den Titeln hoch­zie­hen, aber mal so rein asso­zia­tiv ver­heis­sen mir Demons (Ghost), Let Me Go (Walk Alo­ne), The Day I Miss You Most (oder so ähn­lich) und lei­der auch Sür­priz 😉 erst­mal nichts neu­es oder gar ori­gi­nel­les, was frei­lich nicht zwin­gend bedeu­ten muss, dass es mir nicht trotz­dem gefal­len kann.

    Tja. Ich fürch­te, das wer­den noch sechs sehr lan­ge Wochen …

  4. Namen (Titel) sind Schall und Rauch. Asso­zia­tio­nen zu Ver­gan­ge­nem beim ESC sind daher erst mal unan­ge­bracht.
    Eins dürf­te sicher sein: Weder beim deut­schen noch bei einem ande­ren Vor­ent­scheid wird die Musik neu erfun­den. Ist eher eine Fra­ge der Qua­li­tät, wie etwas, das man schon ähn­lich gehört hat, umge­setzt wird. Sind ja kei­ne Pfei­fen, die ins Song­wri­ter-Camp ein­ge­la­den wur­den, da gebe ich jetzt ein­fach mal einen Vor­schuss, dass min­des­tens ein rich­ti­ger Tref­fer zustan­de gekom­men ist. Wie im letz­ten Jahr.

  5. Von den Acts her bin ich schon ent­täuscht. Ich hat­te ja nach dem gro­ßen Erfolg von Micha­el Schul­te gehofft, das wenigs­tens halb­wegs bekann­te Acts dabei sind. Von den 7 Acts die in die­sem Jahr teil­neh­men ken­ne ich kei­nen ein­zi­gen.

  6. Ganz nach dem Geschmack nach Herrn Schrei­ber: Aus­schließ­lich No-Names und spe­zi­ell für den Vor­ent­scheid zusam­men­ge­stell­te Acts (wenn­gleich immer­hin Lil­ly und Ely mit ande­rem “Back­ground” und nicht aus der TVOG-Küche), wahr­schein­lich nur der übli­che Main­stream und KEIN EIN­ZI­GER Song in Lan­des­spra­che (und damit wohl ein­sa­me Spit­ze in Euro­pa – aber Schrei­ber hat schon öfter durch die Blu­me ver­lau­ten las­sen, daß er die deut­sche Spra­che für nicht ESC-kom­pa­ti­bel hält.….). Sor­ry, in jeg­li­cher Hin­sicht schon jetzt eine total unin­ter­es­san­te Ver­an­stal­tung. Ich möch­te mal rich­tig inno­va­ti­ve und muti­ge Acts wie etwa bei A Dal oder Eestil­aul. So sehr ich Micha­el letz­tes Jahr den Erfolg gegönnt habe, mitt­ler­wei­le scheint er sich eher wie ein Fluch aus­zu­wir­ken. Wir hat­ten eben schicht­weg Glück. Nur Schrei­ber spielt sich so auf, als wäre es “sein” Ver­dienst gewe­sen nach all den ver­ge­be­nen Chan­cen, den pein­li­chen Plei­ten (spe­zi­ell 2017 war ganz allein sei­ne Schuld) und dem Nai­doo-Desas­ter. Echt scha­de drum.…

  7. Laing wären in der Tat geil, aber lei­der letzt­end­lich nur Bei­werk gewe­sen. Bei Jury und die­sem komi­schen Panel hät­ten sie kei­ne Chan­ce gehabt, selbst wenn sie die Publi­kums­ab­stim­mung gewon­nen hät­ten.

  8. Car­lot­ta Tru­man und Lau­ri­ta” hielt ich zunächst für die Drag-Ver­si­on von Koit Too­me und Lau­ra… *duckund­weg*

  9. Ich per­sön­lich möch­te auch mal ande­res hören als immer nur schnö­den “Pop” (der in eini­gen Fäl­len nichts ande­res ist als Schla­ger mit eng­li­schen Tex­ten)
    Muß ich mich die­ses Jahr eben wie­der­um auf ande­re Län­der kon­zen­trie­ren.

  10. Mop­per, mop­per, mop­per
    War­um soll­ten Schreiber/NDR es sich antun und die Songs vor­ab ver­öf­fent­li­chen?
    Egal was prä­sen­tiert wird, sie wer­den in der Luft zer­ris­sen. Anhand der obi­gen Kom­men­ta­re ist das auf jeden Fall zu erwar­ten, Höre es schon wie­der: Eine Sos­se, No Names, dafür der gan­ze Auf­wand, was haben die denn im Song­camp gemacht, usw,usw….
    Dann lie­ber frei und unvor­ein­ge­nom­men (soll­te man mal pro­bie­ren) den ers­ten Ein­druck, vor allem LIVE, am 22.2. abwar­ten.
    Schön­ge­hör­te Stu­dio­ver­sio­nen oder auch bekann­te­re Namen sol­len ja auch schon zu einer Live-Ent­täu­schung geführt haben.

    p.s.: war über­rascht hier kei­nen Nach­ruf über das Ende der Prin­zen zu lesen.

  11. Eine rich­tig gute Rock­num­mer wäre auch mal cool.
    Na ja, ich bin gespannt, ob es mal gelun­gen ist, rich­tig gute ein­gän­gi­ge Pop­songs zu kre­ieren.
    Denn mal ehr­lich: Micha­el Schul­tes Song hat man ja vor Lis­sa­bon auch nicht wirk­lich viel zuge­traut. Dafür war die Melo­die zu lang­wei­lig, auch wenn das The­ma schon berührt hat, nicht falsch ver­ste­hen. Aber der Erfolg war letzt­end­lich dem gelun­ge­nen Sta­ging in Lis­sa­bon geschul­det.
    Ich wür­de mir die­ses Jahr eher leich­te Kost wün­schen, mei­net­we­gen wirk­lich eng­li­scher “Schla­ger”.

  12. Ich den­ke, das es sehr schwer wer­den wird, den Erfolg von 2018 zu wie­der­ho­len oder ihn gar zu über­tref­fen. Unmög­lich ist es sicher nicht, aber halt schwer. Ich bin gespannt, was für Lie­der am Ende prä­sen­tiert sind. Auch wenn gesagt wur­de, das die Lie­der erst am Tag der Show ver­öf­fent­licht wer­den, ich bin mir sicher das es fin­di­ge User geben wird, die min­des­tens ein oder 2 Tage frü­her, die Songs schon auf­trei­ben.

  13. Per­sön­lich ver­ste­he ich immer den Ruf nach bekann­ten Stars nicht umbe­dingt. Die kom­men in D doch größ­ten­teils aus 3 Gen­res: Elek­tro (zT auch inter­na­tio­nal bekannt, wol­len nicht), Rap/Hip-Hop (wäre aus meh­re­ren Grün­den ein Fias­co und wol­len zwei­fel­los auch nicht) und dann der hier­zu­lan­de so belieb­te wei­ner­li­che Betrof­fen­heits-Pop à la Benzko/Bouhrani/Weiss/Steen,… Letz­te­res wür­de den VE ver­mut­lich abge­se­hen von der inter­na­tio­na­len Jury in einem Erd­rutsch gewin­nen und dann in Tel Aviv sofort nach Auf­tritt ver­ges­sen wer­den. Von daher fin­de ich es ganz gut, dass die­ses Jahr so wohl zumin­dest eini­ge Acts aus der Indie-Sze­ne dabei sind (Lil­ly und noch eine der Damen) – die gro­ßen Namen wür­den uns nicht wirk­lich was brin­gen.

  14. Auf die “gro­ßen” Namen kann ich auch ger­ne ver­zich­ten, aber Laing wür­de ich da auch nicht dazu zäh­len. So auch Drang­sal ;), Cas­per, Get Well Soon, Gis­bert zu Kny­p­hau­sen, Boy oder Die höchs­te Eisen­bahn. Annen May Kan­te­reit inzwi­schen viel­leicht schon, was aber sicher nicht der ein­zi­ge Grund dafür sein dürf­te, dass die sich sowas nicht antun mögen.
    Denn da wäre noch das struk­tu­rel­le Pro­blem, dass eine Teil­nah­me (inkl. mög­li­chem Gewinn) allen Frei­hei­ten zum Trotz zumin­dest ter­min­lich noch gewis­se Pflich­ten birgt, aber viel­leicht auch der Umstand, dass spe­zi­ell den hie­si­gen Vor­ent­scheid noch immer der Mief des Bie­de­ren, Uncoo­len und Künst­li­chen umweht – dar­an hat Schul­te noch nicht all­zu­viel ändern kön­nen (und gewiss auch nicht der Fall Drang­sal).

    Wenn Schrei­ber dann noch Din­ge von sich gibt wie “nicht immer die klas­si­che Radi­o­num­mer” oder “Pop – alles ande­re wär’ glaub’ ich unauf­rich­tig” kom­men mir auch ein wenig Zwei­fel, wie­viel die bei­den wirk­lich zu wagen bereit wären bzw. ob das Panel/Ju­ry-Kon­zept hier nicht bereits an sei­ne Gren­zen stösst.

    Und wenn es so ist, dass es Ryk mit sei­nem neu­en Song erneut ver­su­chen möch­te, fra­ge ich mich natür­lich auch, wie es wohl kommt, dass er nicht bei ULFI dabei ist.

    Alles kei­ne schö­nen Gedan­ken, die aber am 22.02. ganz sicher­lich mit rich­tig gei­lem Pop pul­ve­ri­siert und zer­streut wer­den.

  15. Hier schon mal der vor­aus­sicht­li­che Text von Sis­ter:
    „Hey sis­ter,
    you and I,
    tog­e­ther we fly,
    oh, so high,
    to the sky,
    ey, ey ey.“
    :)))

  16. Ich mer­ke nur, ich bin die­ses Jahr deut­lich weni­ger wohl­wol­lend vor­freu­dig als 2018. Da hat­te es den Nim­bus des Neu­en und ich war gewillt, dem NDR einen Ver­trau­ens­vor­schuss ein­zu­räu­men, weil ich nach der Road­tour das Gefühl hat­te, man hat sich Gedan­ken gemacht und will einen ech­ten Neu­an­fang. Dies­mal fällt mir das schwe­rer, denn die Namen der Teilnehmer/innen lösen im Schnitt eher Schul­ter­zu­cken aus, die Songs ken­nen wir nicht und die öffent­li­chen Äuße­run­gen bis dato las­sen im Hin­blick auf ein wirk­lich abwechs­lungs­rei­ches, musi­ka­lisch wage­mu­ti­ges Feld nichts Gutes erah­nen.

    Die voll­stän­di­ge Abwe­sen­heit alles auch nur ent­fernt “Kan­ti­gen” war ja 2018 schon die Achil­les­fer­se des Vor­ent­scheids, das Cha­ris­ma und der über­ra­schen­de Erfolg von Micha­el Schul­te haben das halt gut über­deckt. Ich zweif­le, ob wir so einen dies­mal wie­der dabei haben. Gut, ande­rer­seits habe ich den Schul­te letz­tes Jahr im Vor­feld als “Zähl­kan­di­dat” gelis­tet, also was weiß ich schon? 🙂

    Ich has­se es selbst, einer die­ser ewig nör­geln­den Fans zu sein, der vor­ab alles schlecht redet, aber bis­lang hat mir der NDR nichts Elek­tri­sie­ren­des gelie­fert. Und dass die Songs – also das ein­zi­ge Ent­schei­den­de – wie­der bis zum Vor­ent­scheid unter Ver­schluss gehal­ten wer­den, fin­de ich rich­tig, rich­tig Schei­ße. So kann ich mich nicht ein­groo­ven, kann mir nichts schön­hö­ren, kann ein­fach kei­ne Vor­freu­de ent­wi­ckeln. Zumal die Begrün­dung mit der angeb­li­chen Chan­cen­gleich­heit ein Witz ist: es befin­det sich ja nun mal nicht ein ein­zi­ger wirk­lich bekann­ter Name im Feld, nie­mand hat erst unlängst eine Cas­ting­show gewon­nen, also wer soll von einer frü­he­ren Ver­öf­fent­li­chung einen unge­recht­fer­tig­ten Vor­teil haben?

    PS: Oh, und weil die Fra­ge nach dem Ende des Prinz-Blogs kam: was soll ich dazu sagen, das nicht ande­re schon bes­ser und aus­führ­li­cher gesagt haben als ich? Ich bin noch immer geschockt und kann es noch immer nicht wirk­lich glau­ben. Ich kann mir ein­fach nicht vor­stel­len, wie es ohne die Prin­zen gehen soll.

  17. Das Pro­blem mit “kan­ti­gen” Künst­lern – die ich auch ger­ne sehen wür­de – ist natür­lich beim jet­zi­gen Ver­fah­ren, dass sie ver­mut­lich bei der inter­na­tio­na­len Jury gut ankä­men, beim Panel im Mit­te­le­feld lan­den wür­den und in der Tele­vo­te gna­den­los zuguns­ten tra­gi­scher Figu­ren wie Küm­mert und den Benzko-Klo­nen abge­straft wer­den wür­den. Dar­auf­hin wür­den dann alle schrei­en, dass es unde­mo­kra­tisch sei, dass Ben­zo-Küm­mert v. 237 nicht gewon­nen hät­te und außer­dem bezah­le man ja TV-Gebüh­ren.
    Man­che Län­der (zB unse­re Nach­barn in B, NL und A) fah­ren mit inter­nen Aus­wah­len gut, aber bei uns kam dabei Kiss Kiss Bang Bang (ein Song­ti­tel, der @Usain sicher inspi­riert) raus. Glau­be nicht, dass das heu­te viel bes­ser klap­pen wür­de.

  18. Miss Kiss…” ist natür­lich ein sehr fie­ser Burn. 🙂 Aber du hast schon Recht: seit der deut­sche HoD das mir am meis­ten ver­hass­te Dänen-Grüt­ze-Seicht­ka­cke-Lied als sei­nen per­sön­li­chen Lieb­lings-ESC-Bei­trag benann­te, habe ich ohne­hin jeg­li­che Hoff­nung für immer ver­lo­ren. Nun gut, es gibt ja noch das Eesti Laul. Wo sind eigent­lich die Kat­zen? 😀

  19. Nun ja, unser HoD sieht zwar auf den ers­ten Blick ganz fesch aus, in den bemüht lege­ren Kla­mot­ten steckt dann aber halt doch ein BWLer, des­sen Frau sich den Song ver­mut­lich für die Hoch­zeit gewünscht hat. Oder sie haben’s zusam­men gesun­gen – bei Kreuz­fahrt-Karaōke oder als sie lost in Vero­na waren.

  20. Das pri­mä­re Ziel sei­tens Schrei­ber und Pel­lan­der ist nie “Kan­tig­keit” gewe­sen, son­dern eine Unab­hän­gig­keit von den Plat­ten­fir­men, zu denen aus vie­ler­lei Grün­den kein nach­hal­tig kon­struk­ti­ves Ver­hält­nis auf­ge­baut wer­den konn­te.

    Die jet­zi­ge Metho­de erlaubt es dem NDR ja jetzt sogar, ein eige­nes Song­port­fo­lio auf­zu­bau­en, auf das man in den Fol­ge­jah­ren zurück­grei­fen kann, wenn sich geeig­ne­te Inter­pre­ten fin­den. Die Fra­ge ist natür­lich, ob es über­haupt die Auf­ga­be einer öffent­lich-recht­li­chen Sen­de­an­stalt sein kann, eine aut­ar­ke Mini-Musik­in­dus­trie auf­zu­bau­en – ganz gleich, wie gut Tho­mas Schrei­ber die Kos­ten ver­han­delt und kal­ku­liert.

    Aber auch wenn ich bezweif­le, dass der NDR jemals wie­der Bei­trä­ge her­vor­bringt, die mei­nem ganz per­sön­li­chen Geschmack ent­spre­chen, möch­te ich es auf die Ergeb­nis­se in den Fol­ge­jah­ren ankom­men las­sen. Kon­ti­nui­tät för­dert den Rück­halt unter Zuschau­ern und Künst­lern. Es wird auch mal schlech­te­re Ergeb­nis­se geben, aber wenn’s ins­ge­samt zuver­läs­sig läuft und die Leu­te so wie bei Micha­el Schul­te (erstaun­li­cher­wei­se) hin­ter dem Song ste­hen, wird es dem ESC in Deutsch­land ins­ge­samt gut tun.

    Und für mich gibt’s Bel­gi­en. Hof­fent­lich auch heu­er.

  21. Ich habe ein ähn­lich ungu­tes Gefühl wie der Haus­blog­ger, denn es deu­tet wie­der ein­mal eini­ges auf eine weich­ge­spül­te Vor­ent­schei­dung hin. Ehr­lich gesagt waren wir da 1979 schon wei­ter, als Dschin­gis Khan an Pao­la und Rober­to Blan­co vor­bei­zo­gen…

    Ach, wür­den wir doch nur ein­mal unse­ren Arsch ris­kie­ren und einen Act wie Loic Not­tet oder Win­ny Puh ins Fina­le schi­cken, seufz.

  22. Ich find’s auch sch.….., dass ich die Songs nicht vor­her hören kann. Es hat aber etwas Gutes: ich gebe die Hoff­nung bis zum Vor­ent­scheid – stur und unbe­lehr­bar, wie ich bin – nicht auf. Da MUSS doch mal ein rich­ti­ger Knal­ler dabei sein! Und die Stim­me von Car­lot­ta ist schon recht beein­dru­ckend. Wenn ihr und ihrer Com­pa­ni­ne (wie hieß sie noch.…?) das Sis­ter-Lied­chen auf Leib und Stimm­bän­der passt.….wer weiß?!
    Ich hof­fe ein­fach lus­tig wei­ter

  23. Ernüch­ternd.
    Das ist laut Ankün­di­gung 7x mal für den Welt­markt kon­zi­pier­ter eng­lisch­spra­chi­ger 08/15 Pop.
    Wenn das alle Län­der so machen kann ich auch gleich die MTV Music Awards anschau­en.…
    Öster­reich mit Nathan und Cae­sar waren da zuletzt lei­der auch nicht viel bes­ser.
    Voxx­club wir­ken da im nach­hin­ein wie ein gelun­ge­ner PR-Gag, aber dafür hat sich wohl die­ses Jahr nie­mand her­ge­ben wol­len.
    Ja, wo sind die Kat­zen???

  24. @ Tho­mas

    Ich bin echt froh,daß ich mit mei­ner Mei­nung nicht allei­ne bin – vie­len Dank !

    Wenn man sich in ande­ren Teil­neh­mer­län­dern so umsieht, ist fast über­all das Ange­bot viel inter­es­san­ter (und ich mei­ne pri­mär gar nicht mal Mel­lo). War­um gucken da die Ver­ant­wort­li­chen nicht mal näher hin ? Mitt­ler­wei­le ist nur die BBC noch ein­falls­lo­ser als der NDR. Dort ver­sucht man dies­mal das Schrei­ber-Kon­zept aus der Mot­ten­kis­te von 2017 zu kopie­ren.…

    Nur lei­der wird sich der Trend Rich­tung “net­ter Radio­pop” in den DACH-Staa­ten ver­stär­ken, solan­ge man halb­wegs erfolg­reich am Scoreboard damit ist. Die pein­li­chen Plei­ten für Ger­ma­ny sind auf ein­mal alle­samt ver­ges­sen.

    Wo sind die Kat­zen ? Hier bei mir gera­de sind zwei davon.…

  25. Gab es mal ein ESC Jahr, wo nicht genör­gelt wur­de? Selbst an Raabs USFO Show wur­de bestimmt von nicht weni­gen her­um­ge­nör­gelt.
    Wer hat­te anfangs an Lena geglaubt? Sie pola­ri­sier­te stark. Das war Ihr Erfolgs­re­zept. Den Song Satel­lit fand ich per­sön­lich erst spä­ter OK. Er soll­te aber der Gewin­ner­song wer­den.
    War­ten wir doch mal ab, was der NDR aus dem Hut zau­bert. Ich freue mich auf Car­lot­ta und Lau­ri­ta. Für mich zwei sehr talen­tier­te Sän­ge­rin­nen und auch mensch­lich toll.

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