Rank & File 2019: Platz 13 – Tele­mó­veis

Mutig sind sie gewor­den, die Por­tu­gie­sen, seit ihnen mit der (nur dank der Jurys aus­ge­wähl­ten) skur­ri­len Bal­la­de ‘Amar pelois dois’ 2017 ein Über­ra­schungs­sieg gelang.

Platz 13: Por­tu­gal – Con­an Osí­ris: Tele­mó­veis (Mobil­te­le­fo­ne)

Ist das Kunst oder kann das weg”? Kaum ein ande­rer Bei­trag die­ses Jahr­gangs – bis auf den islän­di­schen – dürf­te die Fans so sehr spal­ten wie der lusi­ta­ni­sche. Eine “schrä­ge Col­la­ge aus trei­ben­den Elek­tro­beats, Chi­na-Restau­rant-Beschal­lung auf Pil­zen und osma­ni­schen Kla­ge­ge­sän­gen,” um mich selbst zu zitie­ren, prä­sen­tiert uns der ein­deu­ti­ge Sie­ger des dies­jäh­ri­gen Fes­ti­val da Canção, Con­an Osí­ris, gemein­sam mit sei­nem anmu­ti­gen Tän­zer João Reis Morei­ra. In ihrer Büh­nen­show zitie­ren sie rein optisch Edward mit den Sche­ren­hän­den, das Phan­tom der Oper und Salo­més legen­dä­res Röhr­chen­kleid vom ESC 1969, das hier in der Form eines Cha-Cha-Flo­ka­ti-Out­fits sei­ne Wie­der­auf­er­ste­hung fei­ert. Was uns die Bei­den mit ihren spas­ti­schen Zuckun­gen sagen wol­len, bleibt der Inter­pre­ta­ti­on über­las­sen, genau so wie der kryp­ti­sche Text, in wel­chem der als Tia­go Miran­da gebo­re­ne Künst­ler dem Han­dy eine gewis­ser­ma­ßen exis­ten­zi­el­le Rol­le ein­räumt. Und das hat es mitt­ler­wei­le: auch ich füh­le mich ohne das Gerät vom Leben abge­schnit­ten. Wie schon bei Sal­va­dor Sobral trägt der visu­el­le Zau­ber ent­schei­dend zum Flair des Bei­trags bei: man ist von der fas­zi­nie­rend bizar­ren Dar­bie­tung so abge­lenkt, dass man die stol­pern­de Klang­col­la­ge kaum noch wahr­nimmt.

Man kann es mit dem Con­tou­ring aber auch über­trei­ben! Con­an beim FdC-Auf­tritt.

Semi: 1. Final­chan­cen: schrä­ge Num­mern räu­men in den Semis erfah­rungs­ge­mäß immer gut ab. Und die Juror/innen kön­nen die­se hoch­kul­tu­rel­le Dar­bie­tung nicht igno­rie­ren, ohne sich öffent­lich zum Igno­ran­ten zu stem­peln. Am Sams­tag könn­te Con­an hin­ge­gen abschmie­ren.

Bes­te Text­stel­le: “Quem mata quem?” (“Wer tötet wen?”). Gäbe auch ein schö­nes T-Shirt-Motiv.

In wel­che Kate­go­rie fällt ‘Tele­mó­veis’ für dich?

  • Gro­ße Kunst! (51%, 64 Votes)
  • Uner­träg­lich. (31%, 39 Votes)
  • Ver­zicht­bar. (10%, 12 Votes)
  • Ganz nett. (9%, 11 Votes)

Total Voters: 126

Loading ... Loa­ding …

13 Gedanken zu “Rank <span class="amp">&</span> File 2019: Platz 13 – Tele­mó­veis”

  1. Con­an vom Pla­ne­ten Por­tu­gal düst durch alle Welt (es tau­chen vie­le Musik­sti­le auf und zwar aus Län­dern, in den die Con­quis­ta­do­res ihre Spu­ren hin­ter­las­sen haben). Que­r­idos ami­gos, ihr habt echt Eier in der Hose und mein Tele­movel wird für Euch glü­hen.
    Zudem ist er ein abso­lut gei­ler Typ, wenn­gleich nicht in die­sem Bibo-Gewand.
    Der Text ist sehr, sehr inter­es­sant und eine Her­aus­for­de­rung, um mei­ne Por­tu­gie­sisch­kennt­nis­se zu erwei­tern,

    Boa soar­te !

  2. Gut, erst mal Respekt so was (und mit “so was” mei­ne ich all­um­fas­send alles) auf die Büh­ne zu brin­gen und dass das auch noch gewählt wird.
    Trotz­dem hät­te ich bei außer­ge­wöhn­li­chen Bei­trä­gen immer noch gern was Zugäng­li­ches, was mir hier kom­plett fehlt. Kann mir vor­stel­len, wie sich die Bil­dungs­bür­ger­eli­te bei so einem Vor­trag – natür­lich außer­halb des ESC, weil das wohl nicht ihren Seh­ge­wohn­hei­ten ent­spricht – total ver­kopft gegen­sei­tig erklärt, was uns der Künst­ler damit sagen will. Aber mir ein­fa­chem Gemüt ist ein klas­si­sches Kas­per­le­thea­ter lie­ber als das hier.

  3. Mir geht das Gewim­mer ganz furcht­bar auf die Ner­ven. Aber es wird wohl ankom­men, die Büh­nen­show bleibt bestimmt hän­gen. Not my cup of tea.

  4. Wie das slo­we­ni­sche Sui­zid­ge­säu­sel, das der Haus­herr auf sei­nen letz­ten Platz geparkt hat, ist das hier ein wei­te­rer Mar­mi­te-Bei­trag, den man ent­we­der liebt oder hasst.
    Ich per­sön­lich kann durch­aus aner­ken­nen, dass es sich vor allem bei der Insze­nie­rung um KUNST han­delt, was aber nicht bedeu­tet, dass ich mir das unab­hän­gig von den wahr­schein­lich zwei ESC-Auf­trit­ten jemals noch mal frei­wil­lig anhö­ren wol­len wür­de.

  5. … da ist er ja, der Titel, auf den ich gewar­tet habe. Mei­ne Begeis­te­rung ist groß, auch wenn ich die kri­ti­schen Stim­men ver­ste­hen kann. Der Song pro­vo­ziert aber das kann ja nur gut sein für einen Con­test, der davon lebt, dass er neben dem Main­stream auch Auf­re­gen­des und Uner­war­te­tes anbie­tet. Und wer weiss; viel­leicht gibt es durch die­sen Song , zusam­men mit dem hin­rei­ßen­den Auf­tritt neue Anstö­ße für eine neue Musik­rich­tung . Könn­te nicht scha­den. Für mich der Geheim­fa­vo­rit. .. was für eine Sen­sa­ti­on, wenn er gewän­ne, aber ganz weit vor­ne wäre auch super.

  6. Bei sol­chen Bei­trä­gen stellt sich mir immer fol­gen­de Fra­ge: Ist das Kunst oder kann das weg?? Ich fin­de ganz klar: WEG!!!!

    Ich bin ja grund­sätz­lich ein gro­ßer Fan von Por­tu­gal beim ESC und vie­le Songs wur­den in der Ver­gan­gen­heit zu schlecht bewer­tet, beson­ders “Sen­ho­ra do mar”. Die­ser Bei­trag erin­nert mich musi­ka­lisch aber lei­der eher an eine rol­li­ge Kat­ze, und selbst das klingt fin­de ich ange­neh­mer. 🙁

    Könn­te es wegen sei­ner Schräg­heit durch­aus ins Fina­le schaf­fen, ich bräuch­te es dort aber nicht.

  7. Sowohl Song als auch die visu­el­le Umset­zung beim VE fand ich gro­ßes Kino,
    Selbst geschrie­ben, eige­ner Sound, nicht auf ESC getrimmt.
    Drü­cke ihm alle Dau­men für einen guten Platz, den er ver­dient

  8. Was habe ich dafür die Dau­men gedrückt!

    Natür­lich kein Bei­trag den alle mögen, aber “Tele­mó­veis” fas­zi­niert mich spä­tes­tens mit dem ein­set­zen der elek­tro­ni­schen Beats und dem Schluck­auf des Back­ground.
    Bei der Insze­nie­rung fand ich fast den Semi­auf­tritt über­zeu­gen­der und ich bin gespannt auf die ange­kün­dig­te neue Insze­nie­rung.

    Ganz gro­ße Kunst und ganz ganz sicher ins Fina­le bit­te – Mut muss belohnt wer­den (EAT this NDR!)

  9. Scha­de.…. jetzt nach dem ers­ten rehe­ar­sal packt mich das Grau­en. Hät­te nicht gedacht, welch’ wich­ti­ge Bedeu­tung der Auf­tritt selbst für das Lied hat. Die weis­se Klei­dung. .. für mich eine Asso­zia­tio­nen an Leich­tig­keit, Tanz etc. , die gol­de­ne Mas­ke… alles weg. Statt­des­sen ein auf­dring­li­ches Grün-Rot. .. der Tän­zer mit sei­nen grü­nen Hand­schu­hen, wel­cher auf jeder Schwu­len­fe­te die bes­te Tun­te abge­ben würde…Aber war­um hier??? Irgend­wer hat über den aktu­el­len Auf­tritt geschrie­ben, Con­an wol­le zuviel und über­zie­he… Genau­so sehe ich es auch. Hin und – her geris­sen zwi­schen mei­nen 12 Punk­ten, wel­che ich für das Gesamt­kunst­werk geben woll­te und mei­ner Abnei­gung gegen das zu schrä­ge Bild… geht bei mir die Punkt­zahl kon­ti­nu­ier­lich run­ter😨

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.