Rank & File 2019: Platz 4 – Roi

Wie bereits erwähnt, ent­stand die­ses Ran­king bewusst schon vor etli­chen Wochen, als die Vor­ent­schei­dungs­sai­son gera­de erst vor­über war, um so viel wie mög­lich von der Fri­sche des ers­ten Ein­drucks ein­zu­fan­gen. Mitt­ler­wei­le hät­te er ein biss­chen Federn gelas­sen, mein

Platz 4: Frank­reich – Bil­al Hassa­ni: Roy (König)

Denn dass der blut­jun­ge, gen­der­flui­de und quee­re Fran­zo­se nicht zu den aller­stärks­ten Sän­gern der Gran­de Nati­on zählt und sei­ne spie­le­ri­sche Selbst­be­haup­tungs­hym­ne kom­po­si­to­risch nicht unbe­dingt das am stärks­ten glit­zern­de Juwel des aktu­el­len Jahr­gangs dar­stellt, dar­über herrsch­te wohl bereits nach sei­ner durch das von sei­nen You­tube- und Ins­ta-Fol­lo­wer/in­nen geka­per­te Tele­vo­ting beim fran­zö­si­schen Vor­ent­scheid Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on her­bei­ge­führ­ten Akkla­ma­ti­on ziem­li­che Einig­keit, auch hier beim Haus­her­ren. Doch zu prä­sent zeig­te sich da noch der Ein­fluss sei­ner Hin­ter­grund­ge­schich­te: bekannt­ge­wor­den durch die Cas­ting­show The Voice Kids, wo er bra­vou­rös den Sie­ger­song ‘Rise like a Phoe­nix’ sei­nes Idols Con­chi­ta Wurst cover­te, seit sei­nem Com­ing-Out im Jah­re 2017, aber erst recht nach sei­nem Sieg im Vor­ent­scheid schlim­mer­wei­se ver­folgt von Hass und Todes­dro­hun­gen (nicht nur) in den sozia­len Netz­wer­ken, weck­te er in mir umge­hend sämt­li­che Soli­da­ri­täts- und Beschüt­zer­in­stink­te, die mich sei­nen Bei­trag gewis­ser­ma­ßen auto­ma­tisch gut fin­den las­sen muss­ten. Und Sym­pa­thi­en wecken er und sein Lied bei mir nach wie vor, auch wenn ich ihn nach heu­ti­gem, etwas objek­ti­ve­ren Stand viel­leicht mit Tama­ra Todevs­ka den Platz im Ran­king tau­schen las­sen wür­de.

Erhebt sich über sei­ne Unter­drü­cker: mein Herz schlägt nach wie vor für Bil­al und sei­ne Mes­sa­ge.

Chan­cen im Fina­le: Doch ich habe die­ses Lis­ting ja aus einem Grund so gewählt. Denn der durch­schnitt­li­che Zuschau­er, der sich nicht wie unser­eins durch hun­dert Vor­ent­schei­de gequält und alle Lie­der bereits tau­send Mal gehört hat, wird am Final­sams­tag das aller­ers­te Mal mit dem perü­cken­tra­gen­den Hänf­ling kon­fron­tiert wer­den sowie mit sei­ner Sto­ry, die zwei­fel­los in den Anmo­de­ra­tio­nen der natio­na­len Kommentar/innen Ver­wen­dung fin­det. Und so den­ke ich, dass der selbst­be­wusst-ver­letz­li­che Bil­al durch­aus das ein oder ande­re Herz wird rüh­ren kön­nen und es für ein Ergeb­nis ober­halb des für Frank­reich übli­chen Schluss­fel­des rei­chen könn­te.

Bes­te Text­zei­le: das fran­ko­phon-anglo­phi­le Mas­hup “Je suis free” in der ers­ten Stro­phe. J’adore that.

In wel­che Kate­go­rie fällt ‘Roi’ für dich?

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8 Gedanken zu “Rank <span class="amp">&</span> File 2019: Platz 4 – Roi”

  1. Ich fin­de es ein­fach uner­träg­lich, sowohl den Song als auch die “Show”. Der eng­li­sche Text ist mei­ner Mei­nung ganz unnö­tig. Ich befürch­te, das fällt durch, wenn schon das viel bes­se­re “Mer­ci” geschei­tert ist.

  2. Ich war erst ver­wirrt über das gute Ran­king, rea­li­sier­te dann aber, dass Du das Lied anschei­nend für eine Hym­ne an den ja zu sei­ner Zeit nicht ungeil aus­se­hen­den ver­hin­der­ten Rocker Roy Black hältst;-).

  3. …sowie mit sei­ner Sto­ry, die zwei­fel­los in den Anmo­de­ra­tio­nen der natio­na­len Kommentar/innen Ver­wen­dung fin­det.”

    Da wür­de ich mich (lei­der!) nicht drauf ver­las­sen. Sie­he 2017, über die Mes­sa­ge von “Occidentali’s Kar­ma” (das zuge­ge­be­ner­ma­ßen nicht gut geal­tert ist) und den Sinn des Goril­las hat Peter Urban sei­ner­zeit kein Wort ver­lo­ren.

    Es wäre echt scha­de, wenn es so käme. Ich wün­sche ihm allein schon des­halb einen Platz auf der lin­ken Sei­te des Tableaus (mehr zu hof­fen wäre unrea­lis­tisch), damit er so den gan­zen Hatern gepflegt den Stin­ke­fin­ger zei­gen kann.

    Und jetzt freu ich mich auf Dei­ne Top 3 – wenn ich mich nicht ver­guckt habe, sind zwei dort zu erwar­ten­de Bei­trä­ge drin sowie ein­mal kras­ser Scheiß 🙂

  4. Oh weh, jetzt kommt wie­der der Hater… Ich ducke mich schon mal im Vor­aus…

    Alles, was du über das Lied und Bil­al als Sän­ger sagst, stimmt. Und wo die Nor­we­ger die eine Sei­te des­sen ver­kör­pern, was mich dazu bringt mich immer wie­der recht­fer­ti­gen zu müs­sen, weil ich den ESC schaue, ver­kör­pert Bil­al die ande­re. Wie schon bei DSDS, wo der Tod des Vaters ein gutes Mit­tel war, die Mot­to­shows zu errei­chen.
    Es scheint bei die­sem Lie­der­wett­be­werb vie­len eben nicht um Lie­der, son­dern um Men­schen zu gehen. Und von mir aus kön­nen wir ja auch einen Euro­vi­si­on Per­so­na­li­ty Con­test ein­füh­ren; ich wür­de ihn nicht gucken, aber das Bedürf­nis, Men­schen nach ihrer Geschich­te zu beur­tei­len, scheint ja in uns allen aus­ge­prägt zu sein. Viel­leicht wür­de der ESC sich dann mal wie­der der Musik zuwen­den.

    Aber abge­se­hen von dem allen ist Roi auch kein völ­li­ger Griff ins Klo. Musi­ka­lisch gibt es da durch­aus Sachen, die deut­lich schlech­ter sind, und abge­mischt klingt sei­ne Stim­me ja auch ok.

    Ich hof­fe nie­man­den ver­är­gert zu haben, aber die­ses Ver­knüp­fen von Song und Künst­ler, um Dursch­schnitts­wa­re zum Sieg­an­wär­ter zu pushen, nervt mich seit eini­gen Jah­ren kolos­sal. Ich bit­te um Ver­zei­hung.

  5. Am Schluss bleibt halt sei­ne Sto­ry und die Bot­schaft des Songs übrig. Musi­ka­lisch und gesang­lich – na ja. Für mich zu wenig für einen Wett­be­werb. Gutes Bei­spiel für “Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht”.

  6. Muss mich da lei­der vie­len Kom­men­ta­ren anschlie­ßen. Die Bot­schaft an sich ist sehr nett, nur was bringt mir dass wenn der Song halt nur so “meh” ist??

    Kann mit sei­ner Stim­me lei­der so gar nichts anfan­gen und die­ser stän­di­ge Wech­sel zwi­schen Fran­zö­sisch und Eng­lisch stört auch.

    Ich glau­be dass es für Frank­reich eher wie­der auf die rech­te Tabel­len­hälf­te geht.

  7. Ich pro­gnos­ti­zie­re Bil­al mal einen guten Platz, ähn­lich wie Mer­cy letz­tes Jahr, eher etwas bes­ser. Und so einen Platz kann man auch vom Song her gut ver­tre­ten.
    Das Man­ko an San­ges­kunst kann er locker mit sei­ner Aus­strah­lung auf der Büh­ne kom­pen­sie­ren.
    Sto­ry und Brim­bo­ri­um im Vor­feld spie­len eh kaum eine Rol­le, wenn du dei­nen Song in den 3 Minu­ten am 18. Mai nicht ver­kau­fen kannst, nutzt das und der 15 Sec. Ein­spie­ler vor dem Song auch nix.
    Und ich bin mir rela­tiv sicher, dass er sei­nen Song sehr gut ver­kau­fen wird.

  8. Bil­al ist bestimmt ein sehr lie­ber Mensch und sei­ne Mes­sa­ge durch­aus wich­tig und aktu­el­ler denn je. Aber mir geht es aus­schliess­lich um den Song und den Gesang. Und bei­des über­zeugt mich lei­der gar nicht. Ich bin auch etwas skep­tisch, ob er die Bot­schaft dem Zuschau­er in drei Minu­ten auf der Büh­ne ver­mit­teln kann.

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