Blas Can­tó tritt mit ver­steck­tem Com­ing-out-Song an

Gan­ze vier Mona­te ist es her, dass der spa­ni­sche Sen­der RTVE den 27jährigen Sän­ger Blas Can­tó More­no als intern aus­ge­wähl­ten Reprä­sen­tan­ten der ibe­ri­schen Halb­in­sel nomi­nier­te. Die­se Woche prä­sen­tier­te man der unge­dul­dig war­ten­den Öffent­lich­keit nun auch end­lich den in Zusam­men­ar­beit mit dem Künst­ler aus­ge­wähl­ten Song für Rot­ter­dam. Gan­ze fünf Kom­po­nis­ten und Text­dich­ter, ein­schließ­lich des Inter­pre­ten, wer­kel­ten an dem mit­tel­mä­ßi­gen Mid­tem­po­mach­werk ‘Uni­ver­so’ mit her­um, und wie immer, wenn vie­le Köche betei­ligt sind, kam ein ziem­lich zäher Brei dabei her­aus. Kein Wun­der, dass Blas die Num­mer mit den Wor­ten “Per­dó­na­me, per­dó­na­me” (“Ver­gib mir, ver­gib mir”) beginnt, plät­schert die­se doch gan­ze drei Minu­ten lang mehr oder min­der sach­te vor sich hin, ohne sich irgend­wann mal zu ent­schei­den, wo es nun hin­ge­hen soll. Immer­hin reflek­tiert die musi­ka­li­sche Ziel­lo­sig­keit sehr genau den trans­por­tier­ten rein spa­ni­schen Text, in des­sen spär­li­chen Stro­phen der zu glit­zern­den Out­fits nei­gen­de Sän­ger vage andeu­tet, dass er sein wah­res Ich aus Angst ver­steckt und sei­ne Stim­me zum Erstum­men bringt, um sich nicht “schul­dig” zu machen. Klingt klar nach dem Hil­fe­ruf eines Schrank­schwu­len, der lei­der immer noch kein öffent­li­ches Com­ing out zuwe­ge bringt. Blas, der sich bereits mit 12 Jah­ren erst­mals (ver­geb­lich) für den Juni­or-ESC bewarb, sei daher unbe­dingt emp­foh­len, dem dies­jäh­ri­gen Con­test­mot­to “Open up” zu fol­gen und sich end­lich öffent­lich zu beken­nen. Dann wäre uns allen auch ein der­ar­tig saft- und kraft­lo­ses musi­ka­li­sches Geschwur­bel erspart geblie­ben.

Ver­steckt man sich zu lan­ge, ver­liert man sich irgend­wann in den Wei­ten des Uni­ver­sums. We feel you, Bro.

3 Gedanken zu „Blas Can­tó tritt mit ver­steck­tem Com­ing-out-Song an“

  1. Repe­ti­ti­ver Refrain, ner­vig hohe Stim­me und ein völ­lig über­flüs­si­ge lan­ger Ton zum Ende.

    Sor­ry Spa­ni­en, aber damit kommt ihr garan­tiert nicht aus dem Punk­tekel­ler.

  2. Die typi­sche, gefäl­li­ge Lati­no-Dut­zend­wa­re, die Lei­den­schaft vor­gau­keln möch­te, wie man sie schon.…..jedenfalls zu oft gehört hat.
    Wenn er’s kli­schee­haft genug auf die Büh­ne bringt, könn­te es den einen oder die ande­re blen­den, aber ein Spit­zen­platz wird’s nicht.

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