Nie­der­lan­de 2020: I belie­ve I can fly

Da haben die Gast­ge­ber des Euro­vi­si­on Song Con­test 2020 mit ihrem bereits im Janu­ar prä­sen­tier­ten Inter­pre­ten Jean­gu Macrooy lei­der wirk­lich Pech gehabt mit ihrem Timing. Aus­ge­rech­net am sel­ben Tag wie die die hel­ve­ti­sche Bal­la­de ‘Répon­dez-moi’ stel­len sie ihre Bal­la­de ‘Grow’ vor. Und das in einem bereits weit über jedes akzep­ta­ble Maß hin­aus mit lang­sa­men Lie­dern über­sät­tig­ten Jahr­gang. Ich gebe es ganz offen zu: ich bin gera­de weder in der Lage noch bereit, den nie­der­län­di­schen Bei­trag objek­tiv zu wür­di­gen. Sicher, Macrooy trägt hier einen her­vor­ra­gen­den, tief reflek­tie­ren­den Text vor über das Erwach­sen­wer­den, die damit ver­bun­de­nen Gefüh­le von Ent­täu­schung, Angst und Ohn­macht und die Hoff­nung als ein­zi­ge Chan­ce, zu über­le­ben. Der sach­te Ein­stieg, die ste­ti­gen musi­ka­li­schen Stei­ge­run­gen und der sich immer wei­ter auf­schwin­gen­de, an die gol­de­nen Zei­ten von R. Kel­ly erin­nern­de Gos­pel­chor machen die Num­mer nach hin­ten her­aus rich­tig groß. Und ja, der aus Suri­na­me stam­men­de Sän­ger ver­fügt über eine unver­wech­sel­ba­re Stim­me, deren hei­se­re Inti­mi­tät per­fekt zum Song passt. Doch hier und heu­te spielt das alles für mich kei­ne Rol­le. Ich kann ein­fach kei­ne trau­ri­gen Lie­der mehr ertra­gen. Ich will nicht im Trä­nen­meer ertrin­ken wie die bedau­erns­wer­ten Niederländer:innen vor­aus­sicht­lich in gar nicht so fer­ner Zeit im Ange­sicht der durch die Kli­ma­er­wär­mung stei­gen­den Mee­res­spie­gel. Ich. Will. Kei­ne. Bal­la­den. Mehr. Kei­ne. Ein­zi­ge! Tut mir leid, Jean­gu. Du kannst nichts dafür.

Nimm’s nicht per­sön­lich, sei nicht belei­digt, Jean­gu. Küm­me­re dich nicht um mei­ne Stim­mungs­schwan­kun­gen.

Ein Gedanke zu „Nie­der­lan­de 2020: I belie­ve I can fly“

  1. Du nimmst mir die Wor­te aus dem Mund. Ich kann ein­fach nicht mehr. Sovie­le Bal­la­den, soviel Dra­ma. Stimm­lich und musi­ka­lisch ist das sicher­lich wirk­lich hoch­qua­li­ta­tiv, aber ich kann es nicht mehr ab, ich bin so fürch­ter­lich über­sät­tigt, dass ich jede noch so bil­li­ge Dis­co-Trash-Pro­duk­ti­on (ich schaue da ins gül­den-glit­ter­en­de Ser­bi­en) dem Bal­la­den­meer vor­zie­he.

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