Melo­di Grand Prix 1961: Bit­te bit­te

Anstatt die bes­te Melo­die zu fin­den, bestand die Auf­ga­be der Jury dar­in, zu bestim­men, wel­che die am wenigs­ten schlech­te war,” so beschrieb sehr poin­tiert eine nor­we­gi­sche Tages­zei­tung das Elend bei der zwei­ten Aus­ga­be des nor­we­gi­schen Vor­ent­schei­dungs­for­mats Melo­di Grand Prix (MGP) im Jah­re 1961. Das hing, wie in Deutsch­land, unter ande­rem mit dem Ein­fluss der Lob­bys zusam­men: genau wie die ARD hand­hab­te der Sen­der NRK die Euro­vi­si­on und die natio­na­le Vor­run­de als Kom­po­nis­ten­wett­be­werb, für die der nor­we­gi­sche Song­schrei­ber­ver­band das allei­ni­ge Vor­schlags­recht besaß. Knapp 350 Lie­der waren nach ent­spre­chen­der Auf­for­de­rung beim Sen­der ein­ge­tru­delt, und der Vor­sit­zen­de der NRK-Aus­wahl­ju­ry, Rag­nar Kie­rulf, bestä­tig­te, es sei aus­ge­spro­chen leicht gefal­len, dar­aus fünf aus­zu­wäh­len. Doch nicht das schwa­che musi­ka­li­sche Niveau der Vor­schlä­ge sei der Grund gewe­sen, den MGP von den ursprüng­lich aus­ge­schrie­be­nen acht auf nur fünf Plät­ze zu redu­zie­ren. Son­dern die ange­streb­te Anpas­sung an das For­mat der schwe­di­schen Kol­le­gen, von denen man auch die Idee über­nahm, alle Songs je zwei Mal in unter­schied­li­cher Orches­trie­rung und mit ande­ren Interpret/innen vor­tra­gen zu las­sen.

Ein Erfolg: der Vor­ent­schei­dungs­bei­trag ‘S’il vous plaît’ in der 1987er Neu­be­ar­bei­tung des Kom­po­nis­ten­sohns. Da hat­te das Ori­gi­nal aber deut­lich mehr Pepp!

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Jugo­vi­zi­ja 1961: Mor­gen fängt das Leben erst an

Viel Geld und tech­ni­sches Know-How hat­ten die Ame­ri­ka­ner nach dem Zwei­ten Welt­krieg den staat­li­chen west­eu­ro­päi­schen Sen­de­an­stal­ten zukom­men las­sen, um sie für die Pro­pa­gan­da­schlacht im nach­fol­gen­den Kal­ten Krieg gegen den feind­li­chen kom­mu­nis­ti­schen Osten zu rüs­ten. Auch der Euro­vi­si­on Song Con­test soll­te nach den Vor­stel­lun­gen des hier­bei feder­füh­ren­den US-Geheim­diens­tes dem kul­tu­rel­len Anein­an­der­rü­cken der “frei­heit­li­chen” (lies: kapi­ta­lis­ti­schen) Staa­ten die­nen und mit sei­nem nach eige­nem Emp­fin­den gla­mou­rö­sen und unter­halt­sa­men Pro­gramm, das man, soweit es die Anten­nen zulie­ßen, ger­ne auch ins sozia­lis­ti­sche Aus­land aus­strahl­te, um dort Neid und Unzu­frie­den­heit in der Bevöl­ke­rung zu schü­ren, die kla­re Über­le­gen­heit des Wes­tens in Sachen Pop demons­trie­ren. Dies jeden­falls ist der ziem­lich pater­na­lis­ti­sche Unter­ton einer bri­ti­schen ESC-Doku­men­ta­ti­on aus dem Jah­re 2010 mit dem Titel ‘The Secret Histo­ry of Euro­vi­si­on’.

Das sind Bau­ern”: west­li­che Vor­ur­tei­le gegen Ost­eu­ro­pa fei­ern in die­ser Doku fröh­li­che Urständ.

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A Song for Euro­pe 1961: Kon­kur­renz belebt das Geschäft

Inde­pen­dent Tele­vi­si­on (ITV), der im Jah­re 1955 als Regio­nal­sen­der­ket­te ins Leben geru­fe­ne kom­mer­zi­el­le Gegen­spie­ler der BBC, kam 1961 auf der Suche nach attrak­ti­ven Unter­hal­tungs­for­ma­ten auf eine nahe­lie­gen­de Idee: mit dem ITV Song Con­test, der sich sehr deut­lich am For­mat der bri­ti­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung ori­en­tier­te, ver­such­te man, den Erfolg der öffent­lich-recht­li­chen Sen­dung für sich zu kopie­ren. Im Gegen­satz zur BBC konn­te ITV, das sich des Öfte­ren (erfolg­los) um die ESC-Lizenz bewarb, jedoch kei­nen Start­platz beim Grand Prix anbie­ten. Statt­des­sen wink­ten Geld­prei­se. Eini­ge bekann­te Künst­ler lie­ßen sich abwer­ben, so bei­spiels­wei­se der in Anspie­lung auf sei­nen frü­he­ren Beruf als “sin­gen­der Bus­fah­rer” bekann­te Matt Mon­ro, der im Vor­jahr mit ‘Por­trait of my Love’ sei­nen ers­ten Top-Drei-Hit in den bri­ti­schen Charts hat­te. Sein Bei­trag zum ITV-Wett­be­werb hieß ‘My Kind of Girl’, er lan­de­te mit der Lob­prei­sung der bei­den wich­tigs­ten weib­li­chen Qua­li­tä­ten – gutes Aus­se­hen und Koch­küns­te – einen Num­mer-Fünf-Hit auf der Insel und erreich­te Platz 18 in den US-ame­ri­ka­ni­schen Bill­board-Charts. Noch grö­ße­re Bekannt­heit erlang­te der sexis­ti­sche Song in den Staa­ten aller­dings in der Cover­ver­si­on der Rat-Pack-Legen­de Dean Mar­tin.

Der ist doch betrun­ken, oder? Dean Mar­tin mit dem Matt-Mon­ro-Song ‘My Kind of Girl’.

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Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1961: Babe­bi­bu­bá Bau­tis­ta!

Auf eine wech­sel­vol­le Grand-Prix-Geschich­te blickt das 1961 erst­mals am Euro­vi­si­on Song Con­test teil­neh­men­de Spa­ni­en zurück, gekenn­zeich­net von zwei direkt auf­ein­an­der­fol­gen­den, stark umstrit­te­nen Sie­gen (1968 und 1969), drei Nul-Points-Ergeb­nis­sen und einer fast immer skan­da­lö­sen Miss­ach­tung sei­ner meist fabel­haf­ten Bei­trä­ge. Bei sei­ner Erst­teil­nah­me noch in den Klau­en des rechts­ge­rich­te­ten Dik­ta­tors Fran­co (was beim ESC von 1964 in Kopen­ha­gen zu poli­ti­schem Pro­test auf der Büh­ne führ­te), seit 1978 jedoch demo­kra­tisch regiert, ist die son­ni­ge Halb­in­sel heu­te auf­grund ihrer Ein­woh­ner­stär­ke wie Deutsch­land Teil der Big Five. Und wür­de es, wie Deutsch­land, ohne die­ses Pri­vi­leg kaum noch ins Fina­le schaf­fen. Vor allem die jün­ge­ren spa­ni­schen Euro­vi­si­ons­fans sind auf­grund ihrer oft ans Mili­tan­te gren­zen­den Ver­eh­rung ihrer Repräsentant/innen und ihres Han­ges zu laut­star­kem Geschnat­ter inter­na­tio­nal gefürch­tet. Was aber wäre der Grand Prix ohne die Bereit­schaft zu Lei­den­schaft und Dra­ma? Die­se bei­den quint­essen­ti­el­len Qua­li­tä­ten zeich­nen auch etli­che ibe­ri­sche Bei­trä­ge aus. Und wirk­lich nie­mand könn­te dies bes­ser illus­trie­ren als Spa­ni­ens aller­ers­te Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin María Con­cep­ción Bau­tis­ta Fernán­dez ali­as Con­chi­ta Bau­tis­ta!

Dra­ma, Baby! Con­chi­ta bei ihrem Euro­vi­si­ons­auf­tritt in Can­nes.

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Eurovi­isukar­sin­ta 1961: Tau­send Fens­ter

Gleich drei beim Euro­vi­si­on Song Con­test meist sehr stark unter­be­wer­te­te Län­der mel­de­ten sich im Jah­re 1961 erst­mals zum euro­päi­schen Wett­sin­gen an: die dama­li­ge rech­te Dik­ta­tur Spa­ni­en unter dem Faschis­ten Fran­co, das sei­ner­zeit noch unter der Knu­te des Sozia­lis­ten Tito zwangs­ver­ein­te Jugo­sla­wi­en, bei­des belieb­te Urlaubs­de­sti­na­tio­nen, sowie das block­freie Finn­land. Des­sen Sen­der YLE hat­te im Jahr zuvor den inter­na­tio­na­len Wett­be­werb zum ers­ten Mal im Fern­se­hen über­tra­gen und dem hei­mi­schen Publi­kum gefiel, was es sah. Die damals im Lan­de sehr popu­lä­re Schla­ger­sän­ge­rin Lai­la Kinn­unen cover­te gar die bei­den Grand-Prix-Titel ‘Tom Pil­li­bi’ und ‘Roman­ti­ca’ und hat­te damit Erfolg. Sie gehör­te selbst­re­dend zu den vier hand­ver­le­se­nen Interpret/innen, die beim hei­mi­schen Vor­ent­scheid Suo­men Eurovi­isukar­sin­ta zunächst im Radio jeweils zwei Titel vor­stel­len durf­ten, von denen jeweils einer ins TV-Fina­le wei­ter­kam, wel­ches in der Työ­vä­en­opis­to statt­fand, der Hal­le der Arbei­ter. Wie kom­mu­nis­tisch!

Frau Kinn­unen mit der fin­ni­schen Ein­spie­lung des schmalz­trie­fen­den ita­lie­ni­schen Euro­vi­si­ons­schmacht­fet­zens von 1960, der durch die völ­lig unro­man­ti­sche Spra­che einen herr­lich iro­ni­schen Biss erhält.

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San-Remo-Fes­ti­val 1961: Küss mich, ich bin der Frosch aus dem Mär­chen

Einen inter­es­san­ten Weg zur Ein­bin­dung des Publi­kums ging der aus­rich­ten­de Sen­der Rai beim San-Remo-Fes­ti­val von 1961. In den bei­den Vor­run­den, die man auf­grund der hohen Popu­la­ri­tät des Wett­be­werbs sowohl bei den ita­lie­ni­schen Künstler/innen als auch den Zuschauer/innen auf ins­ge­samt 24 Titel auf­ge­stockt hat­te, sieb­te zwar wei­ter­hin eine Jury zwölf Can­zo­ne für die End­run­de her­aus. Im Fina­le aber leg­te man die Ent­schei­dung in die Hän­de des Publi­kums. Und da Post­kar­ten, wie sie bei­spiels­wei­se beim Vor­ent­scheid in den Nie­der­lan­den zum Ein­satz kamen, auf­grund der chro­ni­schen Unzu­ver­läs­sig­keit der ita­lie­ni­schen Post aus­schie­den; vor allem aber, um lukra­ti­ve Zusatz­ein­nah­men zu gene­rie­ren, durf­ten inter­es­sier­te Zuschauer/innen eine Woche lang gegen eine Gebühr von 100 Lire per Lot­to-Tipp­schein bis zu sechs Stim­men an ihre Lieb­lings­lie­der ver­tei­len. In einer wei­te­ren Show gab die Rai dann die Ergeb­nis­se bekannt: mit etwas über 700.000 (!) abge­ge­be­nen Voten führ­te die ziem­lich alter­tüm­li­che, melo­disch-wei­che Lie­bes­schnul­ze ‘Al di là’ die Wer­tung an.

Gibt alles: bei Lucia­no quillt der Schmalz einem Lava­strom gleich aus den Laut­spre­chern.

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Schwei­zer Vor­ent­scheid 1961: Der Rüber­ma­cher

Seit Anbe­ginn der Grand-Prix-Zeit­rech­nung, also seit 1956, nahm der in Genf als Rolan­do Bonar­del­li gebür­ti­ge Enter­tai­ner Jo Roland nun bereits durch­gän­gig am schwei­ze­ri­schen Vor­ent­scheid teil, oft­mals mit gleich meh­re­ren Bei­trä­gen. Und das stets erfolg­los: kein ein­zi­ges Mal soll­te der im Hei­mat­land als Sän­ger und Show­mas­ter durch­aus belieb­te Roland das ESC-Ticket errin­gen. Also reich­te Jo das von sei­nen Eid­ge­nos­sen heu­er so schnö­de zurück­ge­wie­se­ne Chan­son ‘Nous deux’ (‘Wir zwei’) eben beim Inter­na­tio­na­len Song­fes­ti­val im pol­ni­schen Sopot ein, das just im Som­mer 1961 Pre­miè­re fei­er­te. Und dort, im sozia­lis­ti­schen Aus­land, schätz­te man den zu Hau­se Ver­schmäh­ten: Roland gewann (!) die Erst­aus­ga­be des lang­le­bi­gen Lie­der­wett­strei­tes, wel­cher im Rah­men des Sowjet-Sen­der­bun­des Inter­vi­si­on ab 1977 für eine kur­ze Zeit den sozia­lis­ti­schen Gegen­ent­wurf zum Euro­vi­si­on Song Con­test bil­den soll­te. Beim hel­ve­ti­schen Vor­ent­scheid 1961 fei­er­te man indes lie­ber ita­lie­ni­sche Wochen: es fan­den sich (bis auf Roland) aus­schließ­lich italo­phi­le Namen im Line-up.

Was die Polen aller­dings an die­ser Song-Sül­ze fan­den, bleibt mir ein Rät­sel: Jo Roland in Sopot.

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Melo­di­fes­ti­va­len 1961: Dar­auf sei gepfif­fen!

Der­ge­stalt april­frisch ging es zu beim schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len von 1961, das man mei­nen konn­te, die Show sei von Lenor gespon­sert. Der aus­rich­ten­de Sen­der SVT expe­ri­men­tier­te flei­ßig mit dem jun­gen For­mat und strich die bis­her übli­chen acht Radio­vor­run­den. Statt­des­sen wähl­te eine Jury aus rund 550 Ein­sen­dun­gen fünf Songs aus für das im Rah­men der Nord­vi­si­on erneut eben­falls in Däne­mark, Finn­land und Nor­we­gen aus­ge­strahl­te TV-Fina­le, die wie­der­um in jeweils zwei ver­schie­den stark orches­trier­ten Fas­sun­gen von unter­schied­li­chen Sänger/innen inter­pre­tiert wur­den. Zwei die­ser fünf Stü­cke tru­gen das Wort ‘Früh­ling’ (‘Vår’) direkt im Titel, ein wei­te­res besang den Monat ‘April’, und das vier­te hieß ‘Spe­la på Regn­bågen’; ein im Lenz beson­ders häu­fig anzu­tref­fen­des Wet­ter­phä­no­men. Der meteo­ro­lo­gisch zumeist sehr unbe­stän­di­ge Früh­ling ist tra­di­tio­nell auch die Zeit der Erkäl­tun­gen: einen Tag vor der Sen­dung muss­te die ursprüng­lich ein­ge­plan­te Inger Berg­gren auf­grund einer Man­del­ent­zün­dung die Segel strei­chen und wur­de kurz­fris­tig durch Lily Berg­lund ersetzt. Trotz der sehr knap­pen Vor­be­rei­tungs­zeit behielt die­se ihren Lied­text ziem­lich gut, im Gegen­satz zur Gewin­ne­rin des Abends, Siw Malmkvist, die wäh­rend der Sie­ger­re­pri­se des fröh­li­chen ‘April April’ einen Black­out erlitt und die­sen mit hei­te­rem Gickeln und zusätz­li­chem Pfei­fen zu über­spie­len such­te.

Kannst Du pfei­fen, Johan­na? Siw konn­te es, jeden­falls bes­ser, als sich den Text zu behal­ten.

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Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1961: Ja ja… dei­ne Mud­der

Was steckt bloß hin­ter die­ser merk­wür­di­gen Mut­ter­fi­xie­rung der Belgier/innen? Denn nicht nur, dass das unbe­streit­bar größ­te musi­ka­li­sche Mut­ter­söhn­chen aller Zei­ten, der gebür­ti­ge Nie­der­län­der Heint­je (‘Mama’), seit jeher in Flan­dern lebt: das Land, das 1969 mit Jean-Jac­ques Ber­to­lai (‘Maman, Maman’) eine blas­se Heint­je-Kopie zum Euro­vi­si­on Song Con­test schick­te, setz­te 2014 mit dem tra­gisch ver­an­lag­ten Wal­lo­nen Axel Hir­soux und sei­nem lied­ge­wor­de­nen Ödi­pus­kom­plex ‘Mother’ der musi­ka­li­schen Müt­ter­ver­eh­rung die Nor­man-Bates-Gru­sel­ge­dächt­nis­kro­ne auf. Doch das The­ma hat im Land eine lan­ge Tra­di­ti­on: schon 1957 zeich­ne­te Bob­be­ja­an Schoepen im bel­gi­schen Vor­ent­scheid das ‘Bild mei­ner Mut­ter’, und auch heu­er, also 1961, ver­such­te der sei­ner­zeit eben­falls im deutsch­spra­chi­gen Raum bekann­te und spä­ter als Teil des Duos Sand­ler & Young sogar in den USA erfolg­rei­che bel­gi­sche Schla­ger­sän­ger Luci­en Joseph San­te­lé ali­as Tony Sand­ler, sei­ner ‘Moeder’ ein sän­ge­ri­sches Denk­mal zu set­zen. Was ihm aller­dings (erstaun­li­cher­wei­se) den letz­ten Platz ein­trug.

Umschwärm­te bereits lan­ge vor Bart­haar Illic die berüch­tig­te “Micka-Ela”: Tony Sand­ler, hier in einem alber­nen deut­schen Schla­ger­film (Reper­toire­bei­spiel).

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ESC 1960: I shall die, die, die

Logo des Eurovision Song Contest 1960
Das Jahr der Show­mas­ter

Es ist ein offe­nes Euro­vi­si­ons­ge­heim­nis: nicht alle Delegationsleiter/innen freu­en sich, wenn ihre Künstler/in den Grand Prix gewinnt! Schließ­lich ver­bin­det sich beim Song Con­test mit dem Sieg die fes­te Erwar­tung, im nächs­ten Jahr die Show zu orga­ni­sie­ren, womit mas­si­ve Kos­ten auf die betrof­fe­ne TV-Sta­ti­on zukom­men. Heut­zu­ta­ge wird ein klei­ne­rer Anteil davon durch die Start­ge­büh­ren der ein­zel­nen Län­der auf­ge­fan­gen, doch in den Anfangs­jah­ren muss­te die aus­rich­ten­de Rund­funk­an­stalt die Sen­dung finan­zi­ell noch kom­plett allei­ne stem­men. Den Nie­der­län­dern, die 1959 zum zwei­ten Mal inner­halb von drei Jah­ren gewon­nen hat­ten, ging Spar­sam­keit über Natio­nal­stolz: sie sag­ten schlicht “nee”. Selbst­los sprang (übri­gens nicht zum letz­ten Mal) die BBC ein, was nicht nur am üppi­ge­ren peku­niä­ren Pols­ter des bri­ti­schen Sen­ders lag, son­dern auch an des­sen frisch gewähl­tem Unter­hal­tungs­chef, einem glü­hen­den Grand-Prix-Fan.

Die bri­ti­sche Mode­ra­ti­ons­le­gen­de Kat­ie Boyle kam 1960 zu ihrem ers­ten von ins­ge­samt vier Euro­vi­si­ons­ein­sät­zen, strahl­te aller­dings vor allem sno­bis­ti­sche Arro­ganz aus (kom­plet­te Show).

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