Gott ist tot

Der tsche­chi­sche Schla­ger­sän­ger Karel Gott, zu sei­nen Glanz­zei­ten in der ZDF-Hit­pa­ra­de von Die­ter Tho­mas Heck stets als “die gol­de­ne Stim­me aus Prag” ange­sagt, starb ges­tern Nacht im Alter von 80 Jah­ren an Leuk­ämie. Der Plat­ten­mil­lio­när, der in sei­ner Hei­mat 42 Mal hin­ter­ein­an­der zum “Sän­ger des Jah­res” gekürt wur­de, lan­de­te 1967 sei­nen ers­ten Top-Ten-Hit in Deutsch­land mit ‘Weißt du wohin?’, einer Ein­deut­schung der Titel­me­lo­die des Kino­epos ‘Dok­tor Schi­wa­go’. Bereits im Jahr dar­auf ver­trat der inter­na­tio­nal täti­ge Künst­ler beim Euro­vi­si­on Song Con­test zu Lon­don Öster­reich mit dem von Udo Jür­gens geschrie­be­nen Ein­sam-in-der-Groß­stadt-Schmacht­fet­zen ‘Tau­send Fens­ter’, mit der er aller­dings weder die Jurys über­zeu­gen noch einen kom­mer­zi­el­len Erfolg zu gene­rie­ren ver­moch­te. Den hat­te er dann anschlie­ßend: bis weit in die Acht­zi­ger­jah­re hin­ein war er Stamm­gast in der ZDF-Hit­pa­ra­de, zu sei­nen bekann­tes­ten Hits zäh­len Ever­greens wie ‘Ein­mal um die gan­ze Welt’, ‘Fang das Licht’, der gran­dio­se Trä­nen­zie­her ‘Babič­ka’ mit der legen­dä­ren Text­zei­le “Pfer­de schä­len, Äpfel steh­len und erzäh­len, das war Baaa­bitsch­kaaa” und natür­lich die von ihm ein­ge­sun­ge­ne Titel­me­lo­die der Zei­chen­trick­se­rie ‘Die Bie­ne Maja’. Sein Kult­sta­tus im deutsch­spra­chi­gen Raum basier­te dabei neben sei­ner wirk­lich her­vor­ra­gen­den Tenor­stim­me auch immer auf dem von ihm kul­ti­vier­ten, leich­ten Akzent.

1968 gab es halt noch kei­ne Inter­net-Sin­gle­bör­sen: der Gott streift durch die nächt­li­chen Stra­ßen Wiens und schaut durch die Fens­ter.

Wei­ter­le­senGott ist tot

Litau­en schickt… etwas (LT 2013)

Es gibt sol­che Acts, da tue ich mich wirk­lich schwer damit, sie ange­mes­sen zu beschrei­ben. Man stel­le sich vor: der jün­ge­re Bru­der von a‑ha-Front­mann Mor­ten Har­ket (die Älte­ren wer­den sich erin­nern) ver­klei­det sich mit Frack, Flie­ge, Zylin­der und Schu­hen in Krus­ty-the-Clown-Grö­ße als Par­ty-Con­fe­ren­cier, stellt sich auf die Büh­ne und blickt abwech­selnd ver­schüch­tert, ver­schmitzt und ver­lo­ren in die Kame­ras. Soweit, so kom­pli­ziert? Und ich habe noch gar nicht ange­fan­gen, zu ver­su­chen, den Song zu schil­dern! Ein trei­ben­der Elek­tro­beat; ein sphä­risch wabern­der, rocki­ger Syn­thie­sound­tep­pich; eine klas­sisch-kla­gen­de Indie­sän­ger­stim­me, pas­sa­bles Eng­lisch und prak­tisch kein erkenn­ba­rer Refrain. Dazu tan­zen im Büh­nen­hin­ter­grund ein paar Har­le­ki­ne auf Kis­ten und eine Frau im wei­ßen Kleid trägt einen roten Ball durch die Gegend. Klingt ver­wir­rend? Ist es auch. Vor allem, weil mir die­ses abstru­se Kon­strukt auf Anhieb gefällt. Und zu mei­ner gro­ßen Über­ra­schung gera­de die litaui­sche Vor­ent­schei­dung gewon­nen hat. Mei­ne Damen und Her­ren: Andri­us Poja­vis mit ‘Some­thing’!


Kat­ja Ebstein hat ange­ru­fen und will ihre Büh­nen­show von 1980 zurück!

Wei­ter­le­senLitau­en schickt… etwas (LT 2013)

Melo­di­fes­ti­va­len: Tere­se Fre­den­wall ist die Ers­te

Und neben der Schweiz eröff­ne­te heu­te auch die zwei­te gro­ße Eurov­si­ons­na­ti­on mit “Schw” im Namen die Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2013. In einer obsku­ren Radio­vor­auswahl namens Svensk­top­pen Näs­ta setz­te sich, wie Euro­fire ver­mel­de­te, die Folk­sän­ge­rin Tere­se Fre­den­wall im Ren­nen um einen Start­platz beim Melo­di­fes­ti­va­len, dem schwe­di­schen Vor­ent­scheid, durch. Iro­ni­scher­wei­se mit einem Titel namens ‘Drop the Fight’, der noch iro­ni­scher­er­wei­se aber nicht beim Mel­lo an den Start darf, da er mit sei­ner gest­ri­gen Auf­füh­rung gegen das Ver­öf­fent­li­chungs­ver­bot (Stich­tag: 1. Sep­tem­ber 2012) ver­stößt. Lei­der eben­so wie der Fre­den­wall-Kult­ti­tel ‘Hey you, midd­le aged mar­ried Man’, einem auf­rüt­teln­den Pro­test­song gegen Inter­net­por­no­gra­fie oder so. Mal schau­en, mit was uns Tere­se also beim MF über­ra­schen wird – und ob sie es über­haupt bis ins Fina­le am 9. März 2013 schafft.


Erin­nert vom Klang des Titels ein wenig an ‘Les­bi­an Seagull’ von Engel­bert Hum­per­dinck: Tere­ses Lied gegen Web­c­amsex

ECG-Fan­tref­fen 2012 mit Ott Lep­land

Es ist die Knal­ler­mel­dung des Tages in der euro­vi­si­ons­ar­men PED[ref]Post-Eurovisions-Depression.[/ref]-Saison: Star­gast beim dies­jäh­ri­gen Fan­tref­fen des Euro­vi­si­on Club Ger­ma­ny in Köln ist nie­mand Gerin­ge­res als (hyper­ven­ti­lier) Ott Lep­land (tee­nie­mäd­chen­haft kreisch)! Der schnuck­li­ge Este mit dem gro­ßen… Talent wird am 24. Novem­ber 2012 live auf der Büh­ne des Glo­ria ste­hen und uns tie­fe Ein­bli­cke in… sei­ne bal­ti­sche See­le gewäh­ren. Bleibt die span­nen­de Fra­ge, ob er sich über die­sen Auf­tritt genau so freut wie über sei­nen Sieg bei der Eesti Laul 2012. Ich fie­be­re der Gele­gen­heit der nähe­ren Inaugen­sch­ein­nah­me jeden­falls schon vol­ler Vor­freu­de ent­ge­gen!


Is that a Pis­tol in your Pocket, Ott? (bei der Eesti Laul Sie­ger­re­pri­se)

Wei­ter­le­senECG-Fan­­tre­f­­fen 2012 mit Ott Lep­land

Zeigt öffent­li­chen Hass”: Ali­y­ew-Régime ist ange­pisst

Mehriban Aliyeva
AZs First Lady orga­ni­sier­te den ESC

Das hat­te man sich wohl anders vor­ge­stellt in Baku: da gibt das Ali­y­ew-Régime schon rap­por­tier­te hun­der­te Mil­lio­nen Euro aus, um sich mit einer glanz­vol­len Euro­vi­si­ons­ver­an­stal­tung inter­na­tio­nal in Sze­ne zu set­zen. Und dann bestim­men statt­des­sen Berich­te über Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und die Unter­drü­ckung der Oppo­si­ti­on die öffent­li­che Wahr­neh­mung, meh­ren sich sogar die Stim­men, die einen künf­ti­gen Aus­schluß des Lan­des vom Euro­vi­si­on Song Con­test for­dern. Und wem gibt man im Prä­si­den­ten­pa­last die Schuld am fehl­ge­schla­ge­nen PR-Coup? Natür­lich dem Wes­ten – und der bösen Oppo­si­ti­on, die man schein­bar noch nicht erfolg­reich genug unter­drückt hat! Ali Has­a­nov, dem Chef­ideo­lo­gen der Ali­y­ew-Admi­nis­tra­ti­on, platz­te vor weni­gen Tagen auf einer Kon­fe­renz der Kra­gen: “Ihr wollt uns beleh­ren und seid doch nicht unse­ren klei­nen Fin­ger wert,” sag­te er, an die Adres­se des kri­ti­schen Wes­tens gerich­tet.

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Lys Assia will im Kleid von 1956 antre­ten

Dass Ralph Sie­gels Aus­stat­tungs­bud­get für sei­ne Eurovisionssänger/innen begrenzt ist, weiß man ja nicht erst seit Lou und ihren offen­sicht­lich bei Kik ein­ge­klei­de­ten Backings von 2003. Aber dass es jetzt sol­che Aus­ma­ße annimmt! Wie das Schwei­zer Fern­se­hen twit­tert, wol­le die Grand-Prix-Sie­ge­rin von 1956 beim Vor­ent­scheid am 10.12. in Kreuz­lin­gen ihr dama­li­ges, wie sie ein­mal in einem Fed­der­sen-Inter­view ver­riet, in Paris maß­ge­fer­tig­tes Kleid auf­tra­gen. “Ich hof­fe, es passt noch”, so die rüs­ti­ge 87jährige. Und wir hof­fen vor allem mal, es hält noch!

httpv://youtu.be/JB1of5sfLyk
Geschmack­voll ist es ja, Lys’ Sie­ges­kleid von 1956

Die neu­en Herbst­far­ben sind ein­ge­trof­fen!

Und, lie­be Lese­rin­nen und Leser, wie gefällt Ihnen die neue Optik? (Fast) pünkt­lich zum Start der neu­en Euro­vi­si­ons­sai­son 2012, so dach­te ich mir, sei es viel­leicht mal an der Zeit für einen klei­nen Früh­jahrs­putz und einen fri­schen Anstrich. Kei­ne Angst: die Inhal­te von aufrechtgehn.de sind die glei­chen geblie­ben. Nur das Drum­her­um hat sich ver­bes­sert, wie ich zumin­dest hof­fe. Auch die Über­lei­tung Ihrer stets hoch geschätz­ten Kom­men­ta­re vom bis­he­ri­gen zum nun­mehr ein­ge­setz­ten Con­tent Man­ga­ge­ment Sys­tem (Word­Press, wie der Kun­di­ge auf den ers­ten Blick sieht) soll­te ohne all zu gro­ße Ver­lus­te geklappt haben. An die­ser Stel­le einen herz­li­chen Dank an mei­nen bes­ten Freund Uwe, der hier Gro­ßes leis­te­te und ohne den es nicht gegan­gen wäre! Ihnen, lie­be Lese­rin­nen und Leser, natür­lich ein herz­li­ches Will­kom­men und wei­ter­hin viel Spaß auf mei­nem klei­nen Euro­vi­si­ons­spiel­platz. Und wie immer sind Ihre Kom­men­ta­re und Anre­gun­gen ger­ne gese­hen! Herz­li­chen Dank!

httpv://www.youtube.com/watch?v=f4-U6TGX1T4
Und hier noch ein klei­nes Lob­lied zur Stei­ge­rung der Vor­freu­de auf Baku!