Das Millenium

Euro­vi­si­ons­his­to­rie: die Wett­be­wer­be von 2000 bis 2009.

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Schizophren: die unglaublich lustige Comedy-Techno-Nummer 'Tingaliin', mit denen die Schweden beim diesjährigen Melodifestivalen zur Einstimmung auf Moskau spaßeshalber sämtliche Russlandklischees auf den Arm nahmen, zog eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern und den offiziellen Protest des dortigen Botschafters nach sich. Als Eröffnungsact des zweiten Semis präsentierten die Russen dann selbst exakt die gleichen tanzenden Bären, Matroschkas und Kalinka-Chöre, über die sie sich zuvor beklagt hatten. Nur, dass der Moskauer Act anscheinend bierernst gemeint war. Womit sich erneut zeigte: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trauen. http://youtu.be/XYJwnCsMBfo Verstehen Sie Spaß? Schwedens lustiger MF-Act Komoderatorin…
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Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Gerüchtehalber sechs Millionen Euro hatten sich die Russen im Vorjahr ihren auf Sieg getrimmten Beitrag 'Believe' kosten lassen. Bei der Ausrichtung des Wettbewerbs in Moskau protzten sie entsprechend hemmungslos: die größte Bühne aller Zeiten, die beeindruckendste Lichttechnik, die spektakulärsten Pausenacts. 42 Millionen Euro sollen sie für die Show ausgegeben haben, fast das Doppelte des üblichen Budgets. Und lieferten dennoch international ein beschämendes und unangenehmes Bild ab, aufgrund der rabiat exekutierten Auflösung des zeitgleich zum Eurovisionsfinale stattfindenden Moskauer CSD durch Sondereinsatzkräfte der Polizei. Und durch das wohl unfähigste Moderatorenteam der Grand-Prix-Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=ulVSOEuntOc Andrej Malakow, den männlichen Part, taufte meine liebe Kollegin Mery auf den…
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Zwei­tes Semi 2009 – die Proben

Zwei­tes Semi 2009 – die Proben

Nur noch zwei Tage, bis es ernst wird in Moskau. Zwei Probendurchgänge sind bereits gelaufen, und auch wenn sich an der kometenhaften Führungsposition von Alexander Rybak nichts geändert hat, konnten doch noch einige Beiträge ihre Position verbessern - oder verschlechtern, je nach visueller und akustischer Umsetzung. Oder fehlender Chemie zwischen den Duettanten. Wie es schöne Tradition ist, werden die Bühnenaufbauten und Choreografien immer absurder: nachdem die Griechen die erste Abschussrampe installierten, kam am Sonntag sogar Vladimir Putin ins Olympiastadium, um nach dem Rechten zu sehen. Das zweite Finale ist in diesem Jahr ohne Frage das stärkere und interessantere, daher soll…
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Deut­sche Pro­be in Mos­kau bes­ser als erwartet

Deut­sche Pro­be in Mos­kau bes­ser als erwartet

Heute nachmittag probten zum zweiten Mal die Big 5. Die als Retterin des deutschen Beitrags eingekaufte "Burlesque-Tänzerin" (=Stripperin) Dita van Teese konnte sich auch diesmal noch nicht dazu herablassen, bei der Probe zu erscheinen - es sei ihr wohl peinlich, mutmaßte das OnEurope-Team. Oscar performte deutlich lockerer als bei der Echo-Präsentation, heute erschien er auch etwas legerer gekleidet und schien sich wohler und sicherer zu fühlen. Er hat eine Stimmverstärkung in Form eines zweiten Sängers, der hinter Alex am Bühnenrand verschwindet. Ditas Stuntdouble, das erst 30 Sekunden vor dem Songende erscheint, schlug sich beim ersten Stripversuch schon mal die "verführerisch"…
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Ers­tes Semi 2009 – die Proben

Ers­tes Semi 2009 – die Proben

Schockschwerenot, wie die Zeit dahinrast! Wie bereits jeder weiß, gibt nun Marilyn Mansons Exfreundin Dita van Teese auf der Eurovisionsbühne die deutsche Miss Fist Gang Bang (gute Sache), der hr3-Moderator Tim Frühling, ebenfalls Teil der Familie, ersetzt den erkrankten Peter Urban als deutschen Kommentator (gute Besserung!) und im Olympiastadium von Moskau laufen bereits seit Tagen die Proben. Und ich komme mal wieder mit dem Videoclips schauen und kommentieren nicht hinterher. Nun gut, versuchen wir es wenigstens: hier die Songs aus dem ersten Semifinale, wie sie sich nach den ersten Durchläufen präsentieren. (mehr …)
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Euro­song <span class="caps">CZ</span> 2009: Die Pferd­chen so zottig

Euro­song CZ 2009: Die Pferd­chen so zottig

Zwei Mal versuchten sie es schon beim tschechischen Vorentscheid, zwei Mal zogen sie gegen Acts den Kürzeren, die beim Grand Prix dann die ganz hinteren Plätze belegten. Diesmal ging der Staatssender auf Nummer sicher und nominierte die Roma-Rapper Gypsy.cz (was ist das eigentlich in letzter Zeit für eine Unart mit dem an den Bandnamen angehängten Internet-Ländercode? Hier geht's um Musik, nicht um einen Blog!) direkt. Frontmann Radoslav Banga legt, so rappt er, Wert auf seine kulturellen Wurzeln: „Ich will, dass jeder weiß, dass ich genauso wie meine Kapelle Roma bin. Lass Dich in unseren Rhythmus fallen und Du gehörst dazu."…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2009: It ain’t over ‘til the blon­de Lady sings

Melo­di­fes­ti­va­len 2009: It ain’t over ‘til the blon­de Lady sings

Überraschungssieg in Schweden: dort stellte soeben das Publikum die Ergebnisse der regionalen Jurys einmal komplett auf den Kopf und machte die Opernsängerin Malena Ernman mit dem von Frederik Kempe, dem "König der klobigen Rückung" (Schlagerboys) geschriebenen, supercampen Arien-Disco-Knaller 'La Voix' zur ihrer Vertreterin in Moskau. Das Juryvoting hatte noch Schlagerschwuppe Måns Zelmerlow mit dem vom gleichen Komponisten verfassten 'Hope & Glory' angeführt, der jedoch bei den Zuschauern nur auf den fünften Rang kam. Und dem darob in Schadenfreude erregender Weise die Gesichtszüge abstürzten. So oder so setzt Schweden damit unbeirrt und aufrecht seinen Schlagerkurs fort. Bravo! Anbetungswürdig: die Ernman (mehr …)
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Natio­naal Song­fes­ti­val 2009: Love shi­ne a Light

Natio­naal Song­fes­ti­val 2009: Love shi­ne a Light

Uh, gerade noch mal die Kurve gekriegt! Auch die Niederländer konnten in diesem Jahr nicht von einer fünfköpfigen "Fuck-Jury" (Originalzitat aus der Sendung!) lassen, die sich unter den sechs von den Toppers dargebotenen Trash-Perlen mit traumwandlerischer Sicherheit übereinstimmend auf die langweiligste und unerträglichste einigte: die ranzige Schmalzballade 'Angel of the Night' nämlich. Dankenswerterweise kippte das mit einer Zweidrittelmehrheit ausgestattete Publikum diese krasse Fehlentscheidung und votierte für die kitschige Schwenkt-Eure-Feuerzeuge-Nummer 'Shine'. Der vom Bandmitglied Gordon geschriebene Schlager besticht durch hoffnungslos nostalgischen Schwulst, einer bei Alenka Gotar (SI 2007) abgeschauten Show mit lustigen Handlampen und stimm- wie figurstarken Backgroundsängerinnen im Divine-Look. Die…
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Tür­kei 2009: My Num­ber Two

Tür­kei 2009: My Num­ber Two

Sensation: die Griechin Helena Paparizou vertritt die Türkei! Da scheint man alte Feindschaften ja doch so langsam zu überwinden, klasse! Oder, Moment mal - oh, ich sehe gerade: es handelt sich um eine optische und akustische Täuschung. Der pünktlich zum Jahreswechsel vom Sender TRT in einer Gala präsentierte türkische Eurovisionsbeitrag 2009 mit dem schönen sprechenden Titel 'Düm Tek Tek' (vermutete Übersetzung: 'Bumm Tschak Tschak') wird in Wahrheit von der 23jährigen, in Belgien geborenen und aufgewachsenen Sängerin Hadise Açıkgöz präsentiert. 'Tschuldigung - aber die Ähnlichkeit ist doch zu frappierend! https://youtu.be/cKiPmdfqXOs Okay, die menschliche Geige fehlt, aber sonst ist alles dabei! Der in…
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Geor­gi­scher Vor­ent­scheid 2009: Kein biss­chen Frieden

Geor­gi­scher Vor­ent­scheid 2009: Kein biss­chen Frieden

Es ist ein Trauerspiel: anstatt die für die Demokratie unabdingbare Meinungs- und Kunstfreiheit gegenüber dem ehemaligen Klassenfeind zu verteidigen, wie es als Verbund öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten ihr ureigenster Auftrag wäre, kriechen die rückgratlosen Feiglinge von der EBU dem russischen Despoten und diesjährigen Grand-Prix-Gastgeber Vladimir Putin bis zur Halskrause in den Allerwertesten und zensieren den (zugegebenermaßen provokanten) georgischen Eurovisionsbeitrag. Damit wird die Kaukasusrepublik in diesem Jahr definitiv nicht dabei sein. The negative move is killin' the groove Vermutlich bluteten Svante "Der Songcontest ist unpolitisch" Stockselius bereits die Ohren: nur zwei Jahre, nach dem eine ukrainische Discotranse mit einem subtilen "Lasha tumbai / Russia goodbye" beinahe…
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Bel­gi­en 2009: Lie­be mich, Kohlewagen

Bel­gi­en 2009: Lie­be mich, Kohlewagen

Der King lebt - und nicht nur im Kühlregal! Der 43jährige Elvisimitator Patrick Ouchène alias Copycat vertritt in Moskau das Land der Fritten und der beleuchteten Autobahnen mit einem Song namens, passenderweise, 'Copycat'. Gestern präsentierte ihn der wallonische Sender RTBF der vor Spannung zitternden Weltöffentlichkeit. Und wie schon vermutet, handelt es sich um einen schlimmen Rückfall in eine der finstersten Zeiten der Popmusik - es ist *schauder* Rock'n'Roll! Immerhin hat es etwas Tröstliches, dass Deutschland in diesem Jahr nicht der einzige Teilnehmer bleibt, der sich mit amerikanischen Klängen aus einer fernen, fernen Vergangenheit blamieren darf. Immerhin beweist der Elvis-Imitator zumindest textlichen…
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Beo­vi­zi­ja 2009: Ich hab ’ne Zwie­bel auf dem Kopf

Beo­vi­zi­ja 2009: Ich hab ’ne Zwie­bel auf dem Kopf

Was für ein gewiefter Fuchs! Der ist ja noch besser als Hape "Beatrix" Kerkeling! Unter dem Tarnnamen Marko Kon schmuggelte sich der bislang eher für brachialen Körperhumor berüchtigte deutsche Comedian Konrad Stöckel in die serbische Vorentscheidung, wo er gemeinsam mit dem Akkordeonquetscher Milan Nikolić eine halb heiser geraspelte, halb in den Bart genuschelte Spaßnummer namens 'Cipela' zum Besten gab. Und - oh Schreck! - mit den Stimmen der Jury gewann er selbige auch und wird nun das frühere Eurovisionssiegerland in Moskau in ungeahnte Tiefen führen. Glückauf! Cipela heißt übrigens Schuhe, nicht Zwiebel! Bereits vor Sendebeginn kam es zu Merkwürdigkeiten: nach…
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Slo­wa­ki­scher Vor­ent­scheid 2009: Look at me, I need some Attention

Slo­wa­ki­scher Vor­ent­scheid 2009: Look at me, I need some Attention

Diese Osteuropäer! Wenn man schon gar nicht mehr damit rechnet, taucht in letzter Sekunde aus dem Nichts noch mal eine Jury auf! Doch diesmal bestätigte sie überraschend das eindeutige Ergebnis des Televotings. Somit setzte sich in der erstmals seit elf Jahren wieder am Grand Prix teilnehmenden Slowakei heute Abend ein Beitrag der großen alten Balladenschule durch: das Breitwand-Technicolor-Kitsch-Märchen 'Let tmou' knüpft nahtlos an vorangegangene Exemplare dieser Gattung wie dem rumänischen 'Tell me why' (2002) oder dem maltesischen 'On again, off again' (2004) an. Mit letzterem teilt es auch die - technisch einwandfrei sauber gesungenen, dennoch gelegentlich erschreckenden (weil als Hörer…
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Ukrai­ni­scher Vor­ent­scheid 2009: Just may­be, she’s crazy

Ukrai­ni­scher Vor­ent­scheid 2009: Just may­be, she’s crazy

So langsam etabliert sich eine eigene ukrainische Eurovisionsschule. Die soeben von der Jury zur Siegerin erklärte Svetlana Loboda vereint eine Vielzahl bisheriger Grand-Prix-Elemente der Orangenen: so kehren Teile von Ruslanas Xena-Lederstreifen-Outfits (2004, Element #1) bei ihr und ihren wohlgeformten Hochleistungstänzern (#2) zurück, während ihr billiges Animationsbustier mit den kecken Lapdance-Troddeln bei Madonna ca. 1986 abgeschaut ist. Dazu kommt eine dermaßen grauenhafte englische Aussprache (#3), dass Tina "Hide it, you Muscle Mary" Karol (2006) dagegen wie ein Native Speaker wirkt. Kommt aber bei dem eher rudimentären Text (#4) der flotten, durchaus eingängigen Uptemponummer (#5) eh nicht drauf an. Und, als typisch ukrainisches…
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Eesti Laul 2009: Sie hat ein knall­ro­tes Gummiboot

Eesti Laul 2009: Sie hat ein knall­ro­tes Gummiboot

Ein erneutes Jurydebakel überschattete die gestrige estnische Vorentscheidung Eesti Laul: die klare Publikumsfavoritin Laura Poldvere, angetreten in einer lustigen Verkleidung als artifizielle Disco-Blumenvase, und ihr (allerdings schwaches) Liedchen 'Destiny' erhielten von der Jury lediglich magere drei Pünktchen und verpassten so um Haaresbreite den Einzug ins Superfinale der zwei bestbewerteten Titel. Dies gewann schlussendlich - mit satter Mehrheit - die pseudoklassische Band Urban Symphony mit der Sängerin Sandra Nurmsalu, einem magersüchtigen Püppchen mit den am augenfälligsten aufgespritzten Lippen seit Goldie Hawn in Club der Teufelinnen. Riskiert eine dicke Lippe! 'Rändajad' ist, wie zu befürchten, eine sterbensöde Klassikgeigen-meets-Discobeats-Nummer, die in schlechtest möglicher…
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Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2009: Du sollst doch nicht um Dei­nen Jun­gen weinen

Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2009: Du sollst doch nicht um Dei­nen Jun­gen weinen

Sie kam, sang und siegte: erst zwei Tage vor dem gestrigen Vorentscheidungsfinale vom Sender noch ganz schnell ins Partizipantenfeld gemogelt, überzeugte die durch ihren Sieg in der russischen Castingshow Star Factory bekannte 21jährige ukrainische Sängerin Anastasia Prihodko sowohl die Televoter, die sie mit 26% der Stimmen an die Spitze setzten, als auch die Fachjury, die anschließend noch mal unter den drei Höchstplatzierten auswählte (auch bekannt als das weißrussische Verfahren). Ihr dramatischer Rocksong 'Mama' war zuvor von der ukrainischen Vorentscheidung ausgeschlossen worden - eine Entscheidung, gegen die das Management der Sängerin laut einem Bericht von escKaz Rechtsmittel anstrengte. Nun darf sie…
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Aser­bai­dschan 2009: Alliterationsalarm!

Aser­bai­dschan 2009: Alliterationsalarm!

Nachdem der Kaukasusstaat bei seinem letztjährigen Einstand mit einer der spektakulärsten Vorentscheidungsshows beeindruckte, entschied man sich in Baku diesmal für eine Auswahl hinter verschlossenen Türen. Die einzige Bühnenerfahrung der erst neunzehnjährigen Aysel Teymurzadeh besteht in einigen kurzen Auftritten in einer Castingshow, in der sie nicht die Endrunde erreichte. Sie hat noch nichts veröffentlicht - ihr vom schwedisch-iranischen Komponisten Arash Lebaf geschriebener Grand-Prix-Beitrag 'Always', nach Eigendarstellung des Songschreibers eine "romantische Ballade", tatsächlich aber ein weiteres druckvolles Ethno-Flavour-Disco-Stück, darf gleichzeitig als erste Single-Veröffentlichung herhalten. Immerhin glaubt sie an sich selbst: "Ich werde die Erste sein", versprach sie bei einer Pressekonferenz. Gewann die Vorentscheidung und hatte…
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Isra­el 2009: Ein biss­chen Frieden

Isra­el 2009: Ein biss­chen Frieden

Mitten im Krieg um den Gaza-Streifen sendet das israelische Fernsehen mit seiner Eurovisionsnominierung ein schwach glimmendes Friedenslicht. Anfang Januar ernannte die IBA die international erfolgreiche Sängerin Achinoam Nini, auch bekannt als Noa, zu ihrer Eurovisionsvertreterin. Die von ihrem zweiten bis zum siebzehnten Lebensjahr in der New Yorker Bronx aufgewachsene Sängerin, die sich für einen Dialog zwischen Israelis und Arabern einsetzt, machte ihren Auftritt von der Teilnahme der befreundeten Sängerin Mira Awad abhängig, einer Israelin mit arabischen Wurzeln. Noa, Kind jemenitischer Juden, fasste ihren Lösungsansatz für eine Aussöhnung der verfeindeten Völker in einem TV-Interview wie folgt zusammen: "Wir (beide) müssen uns…
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Bos­ni­en 2009: Ein lei­ses Lied in die­ser lau­ten Zeit

Bos­ni­en 2009: Ein lei­ses Lied in die­ser lau­ten Zeit

Am Sonntag präsentierte das bosnischen Fernsehen erstmals sein Lied für Moskau im Rahmen einer eigenen Show. Schon Mitte Januar erfolgte die Direktnominierung der Rockband Regina, einer 1990 gegründeten Gruppe, die sich nach mehreren erfolgreichen Alben im Jahre 2000 zunächst aufgelöst hatte, 2006 aber wieder zusammenfand. Ihr Beitrag heißt 'Bistra Voda' ('Klares Wasser') - der Titel klingt nach einem Ökosong, ist aber wohl eher ein Liebeslied. Das sehr, sehr verhalten beginnt und irgendwie nicht so Recht aus dem Quark kommt. Speziell die Live-Präsentation wirkt, als habe irgendjemand der Band Tranquilizer in ihr Wasser gemischt. Braucht ein bisschen: das Bistro-Wasser Weit über…
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Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 2009: Mi Nume­ro Uno

Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 2009: Mi Nume­ro Uno

Da hat die griechische Eurovisionsgöttin Helena Paparizou doch Spuren hinterlassen! Wenig überraschend entschied sich das spanische TV-Publikum gestern Nacht für den fantastischen mediterranen Discostampfer 'La Noche es para mi' von Laura Voutilainen Soraya Arnelas, der schon seit der Eröffnung des ersten Internetvotings vor vielen Monaten durchgängig in der Zuschauergunst führte. Wie schon die schöne Helena setzt auch Soraya auf mitreißende Rhythmen, eine super eingängige Melodie, eine divaeske Präsentation, knackige Tänzer, schöne Hebefiguren und leicht zu merkende Texteinsprengsel wie "Shake me". Sie würzt dieses Erfolgsrezept mit einem dezenten Latinoflavour. Bleibt nur noch eine Frage: Madrid oder Barcelona 2010? Seit wann kann…
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Fes­ti­val da Can­çao 2009: The Streets of Lisboa

Fes­ti­val da Can­çao 2009: The Streets of Lisboa

Knapp elf Millionen Einwohner hat Portugal, und jeweils fünf von ihnen bildeten eine (einzeln abstimmungsberechtigte) regionale Jury beim Festival da Cançao an diesem Samstagabend Samstagnacht Sonntagmorgen Wochenende. Weniger als eine Stunde dauerte die Vorstellung der teilnehmenden Songs, dann wurde bis in die frühen Morgenstunden abgestimmt. Wie von Anfang an erwartet, setzten sich ziemlich schnell die Folkbarden Flor de Lis mit ihrer blumenkinderhaften Ode an die 'Straßen der Liebe' durch. Eine für portugiesische Verhältnisse beinahe schon fröhlich zu nennende Nummer, obschon gewisse Anleihen an ‚De Troubadour’, den niederländischen Eurovisionsgewinner von 1969, nicht abzustreiten sind. Be sure to wear some Flowers in…
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Eirod­zies­ma 2009: Freut Euch, jetzt kom­men die schlech­ten Zeiten

Eirod­zies­ma 2009: Freut Euch, jetzt kom­men die schlech­ten Zeiten

Die weltweite Rezession trifft derzeit auch das Baltikum hart. So scheinen den Letten nicht nur ihre materiellen Güter und Arbeitsplätze abhanden gekommen zu sein - nein, auch um die geistige Gesundheit des Volkes steht es nicht zum Besten. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls der Sieger des heutigen Eirodziesma, der Punkrocker Intars Busulis, mit einem, tja, wie soll man das beschreiben: Lied? Nicht wirklich. Kriegsgeschrei? Dafür hat es zu schöne, wenn auch kurze, Gesangseinlagen. Heidnisches Ritual? Schon eher. Nennen wir es einfach: Gesamtkunstwerk. Es handelt übrigens von: der Rezession. Unter den Finalisten war es das einzige auf lettisch gesungene Lied, in Moskau…
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Dora 2009: Bin­den beflügeln

Dora 2009: Bin­den beflügeln

Während in den meisten Ländern die Teilrückkehr der Jurys für einen Rückfall in die schlimmsten Niederungen der Neunzigerjahre mit sterbenslangweiligen Schnarchballaden sorgte, entschied sich die ehemalige Eurovisionssupermacht Kroatien gleich für die schlimmsten Niederungen der Sechzigerjahre: es schickt ein unglaublich bieder aussehendes Bübchen namens Igor Cukrov (selbstredend ein Castingshowteilnehmer, wie geschätzt 130% aller derzeit im Musikbusiness Tätigen) mit einer schnulzig-abgestandenen Liebeserklärung aus dem Hause Huljić an ein Produkt des täglichen Bedarfs. Jedenfalls für die Generation, welche die Sechzigerjahre noch live miterleben durfte: 'Ljepa Tena'. Er knödelt und kreischt, dass man inkontinent davon werden könnte! Cukrovs Sieg führt einmal mehr die Absurdität des…
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Schweiz 2009: You can count on them

Schweiz 2009: You can count on them

Bereits seit Januar steht die Basler Band Lovebugs als Repräsentant der Eidgenossenschaft beim Grand Prix 2009 fest. Das Quintett besteht seit 15 Jahren und veröffentlichte vor wenigen Tagen sein zehntes Album 'The highest Heights' mit grässlicher, spannungsarmer Rockpop-Mucke, produziert von Richard Rainey, der auch schon den Platten der nicht minder langweilenden Iren von U2 ihren letzten Schliff verlieh. Der Titeltrack aus besagtem Album ist nun auch, wie schon allgemein erwartet, das schweizerische Lied für Moskau, wie sowohl die Band als auch das SF bestätigten. Wie schon die erste Singleauskoppelung '21st Century Man' klingt auch 'The highest Heights' wie das uneheliche…
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