Moldawien 2010: Let’s do the Time Warp again

Während man in Rumänien I noch auszählt, ist in Rumänien II die Entscheidung bereits gefallen: auf wunderbar trashigen Eurodance, der uns outfittechnisch auf eine wilde Zeitreise mitnimmt!


DAS nenne ich mal Discogeige!

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Geldstrafen für Spanien und Aserbaidschan

Die Regelverstöße Spaniens und Aserbaidschans beim Eurovision Song Contest haben nun doch noch ein Nachspiel, wenn auch ein mildes: wie der NDR heute berichtet, verhängte die Reference Group der EBU bei ihrem Treffen am Wochenende in Oslo Geldstrafen gegen die Sender RTVE in Madrid und Icitimai TV in Baku. Spanien hatte das zweite Halbfinale, in dem es als Big-Four-Land stimmberechtigt war, wegen einer Sportübertragung nicht live gezeigt. Der Sender Aserbaidschans wandte alle Regeln der Kunst an, um Anrufe seiner Bewohner für den Nachbarn Armenien, mit dem sich das Land in einem bewaffneten Konflikt um die Region Bergkarabach befindet, zu unterbinden: das ging von unterbliebenen Hinweisen über ein „gestörtes“ Bild bis hin zur nachträglichen polizeilichen Befragung aller 43 aserbaidschanischen Televoter, die es dennoch wagten, für den Erzfeind zu stimmen. Im Wiederholungsfalle drohe zudem der Ausschluss aus dem Wettbewerb.


Wer für sie anrief, musste sich vor der Bakuer Behörde verantworten

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Aserbaidschan: Ich weiß, was Du letzten Mai gewählt hast

Amoklauf der Vorratsdatensammler: eine offizielle, „investigativ“ geführte Untersuchung habe die EBU nach eigener Äußerung gegen Aserbaidschan eingeleitet, nachdem durchsickerte, dass in dem Kaukasusstaat nicht nur während der Übertragung des armenischen Beitrags beim ESC 2009 wie zufällig ein Schneesturm über die Bildschirme wanderte, sondern dass die Innenbehörde auch alle 43 Aserbaidschaner polizeilich vernahm, die dennoch die Stirn besaßen, für das offiziell verfeindete Nachbarland anzurufen. Über mögliche Konsequenzen wolle man erst nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden. Jedenfalls beweist der nachgerade unglaubliche Fall auf das Schönste, wohin die Datensammelwut der Behörden in letzter Konsequenz führen kann – und das ist gar nicht mehr zum Lachen.


Mitunterzeichnen!

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ESC Finale 2009: It comes as no Surprise

Logo Eurovision Song Contest 2009 (Semi 2)
Das Jahr der Geigen

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde – im Gegenteil: auch die Juroren setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze.

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Moskau: Slavic Pride gewaltsam aufgelöst

Wie verängstigt müssen Staatschef Vladimir Putin und sein Moskauer Handlanger Juri Luschko sein, allen Ernstes die Anti-Terror-Einheit OMON gegen eine Handvoll schwullesbischer Demonstranten einzusetzen, die weitab des Moskauer Stadtzentrums friedlich ihre Menschenrechte einfordern? Auch das geschickte Ausweichen vom ursprünglich angemeldeten Demo-Ort (an dem mal wieder russische Rechtsradikale gegen die Homos pöbelten) und die Vorverlegung der Schwulen-Demo nutzte nichts: kaum hatten die Homo-Aktivisten ihre Plakate entrollt, griff die Spezialeinheit zu und führte sie ab, vor den laufenden Kameras der anwesenden Medienvertreter. Unter den Verhafteten befanden sich Slavic-Pride-Organisator Nikolai Aleksejew ebenso wie ein amerikanischer Schwulenaktivist, den man mitten im Interview abführte. Damit hat Gastgeberland Russland einmal mehr sein wahres Gesicht gezeigt: es ist die hässliche Fratze der Rückständigkeit und der Unterdrückung!


Euronews-Bericht über die Auflösung der Demo

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ESC 2. Semi 2009: Don’t be happy and don’t be gay

Logo des Eurovision Song Contest 2009 (Finale)
Das Jahr der Geigen

Schizophren: die unglaublich lustige Comedy-Techno-Nummer ‚Tingaliin‘, mit denen die Schweden beim diesjährigen Melodifestivalen zur Einstimmung auf Moskau spaßeshalber sämtliche Russlandklischees auf den Arm nahmen, zog eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern und den offiziellen Protest des dortigen Botschafters nach sich. Als Eröffnungsact des zweiten Semis präsentierten die Russen dann selbst exakt die gleichen tanzenden Bären, Matroschkas und Kalinka-Chöre, über die sie sich zuvor beklagt hatten. Nur, dass der Moskauer Act anscheinend bierernst gemeint war. Womit sich erneut zeigte: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trauen.

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Neue Verschwörungstheorie: das Eurovisionsgen

Die Eurovisionsfans in Moskau gehen mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Entwerfen von absurden Konspirationstheorien. So stellten findige Fans gestern Nacht noch fest, dass alle zehn Länder, die sich im ersten Semi für den Samstag qualifizierten, sich auch schon im Vorjahr erfolgreich in der Quali schlugen. Einzige Ausnahme: Malta, das 2008 mit ‚Vodka‘ den Sprung ins Finale nicht schaffte (wohl zu früh dran gewesen!) und dieses Jahr den Slot von Georgien (‚Piss will come‘) übernahm, das aufgrund der bekannten Arschkriecherei der EBU gegenüber Vladimir Putin diesmal zu Hause bleiben musste. Zufall? Betrug? Oder verfügen bestimmte Nationen einfach über ein Eurovisionsgen, das anderen fehlt?


War ihr das Finale vorbestimmt? Malena ‚Whitey Whiteman‘ Ernman

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ESC 1. Semi 2009: It’s killin‘ the Groove

Logo des Eurovision Song Contest 2009 (Semi 1)
Das Jahr der Geigen

Gerüchtehalber sechs Millionen Euro hatten sich die Russen im Vorjahr ihren auf Sieg getrimmten Beitrag ‚Believe‘ kosten lassen. Bei der Ausrichtung des Wettbewerbs in Moskau protzten sie entsprechend hemmungslos: die größte Bühne aller Zeiten, die beeindruckendste Lichttechnik, die spektakulärsten Pausenacts. 42 Millionen Euro sollen sie für die Show ausgegeben haben, fast das Doppelte des üblichen Budgets. Und lieferten dennoch international ein beschämendes und unangenehmes Bild ab, aufgrund der rabiat exekutierten Auflösung des zeitgleich zum Eurovisionsfinale stattfindenden Moskauer CSD durch Sondereinsatzkräfte der Polizei. Und durch das wohl unfähigste Moderatorenteam der Grand-Prix-Geschichte.

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Schwule Solidarität: Niederlande drohen mit Final-Boykott

Endlich! Ein leuchtendes Zeichen für gelebte Homosolidarität setzt der offen schwule Sänger Gordon des niederländischen Golden-Girls-Trios De Toppers. In einem Interview mit NOS Radio kündigte er an, das Finale am Samstag boykottieren zu wollen, falls es bei der am gleichen Abend stattfindenden (und, wie immer, vom homophoben Moskauer Bürgermeister Juri Luschko verbotenen) Schwulendemo Slavic Pride zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Homos kommen sollte, wie die britischen Pink News heute berichten. Nun müssen die Niederländer erst mal ins Finale kommen, um wirkungsvoll mit Abreise drohen zu können (und die Chancen stehen mit ihrem futtigen Nostalgieschlager ‚Shine‘ nicht besonders gut) – dennoch handelt es sich um eine wichtige Solidaritätsadresse an die russischen Schwulen. Aus dem deutschen Lager war zu diesem Thema bislang nichts zu vernehmen – dabei gehört auch unser Leadsänger offiziell zur Familie.


Keine Fragen zur sexuellen Orientierung nötig: De Toppers

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Zweites Semi 2009 – die Proben

Logo Eurovision Song Contest 2009 (Semi 2)
(c) EBU

Nur noch zwei Tage, bis es ernst wird in Moskau. Zwei Probendurchgänge sind bereits gelaufen, und auch wenn sich an der kometenhaften Führungsposition von Alexander Rybak nichts geändert hat, konnten doch noch einige Beiträge ihre Position verbessern – oder verschlechtern, je nach visueller und akustischer Umsetzung. Oder fehlender Chemie zwischen den Duettanten. Wie es schöne Tradition ist, werden die Bühnenaufbauten und Choreografien immer absurder: nachdem die Griechen die erste Abschussrampe installierten, kam am Sonntag sogar Vladimir Putin ins Olympiastadium, um nach dem Rechten zu sehen. Das zweite Finale ist in diesem Jahr ohne Frage das stärkere und interessantere, daher soll es – auch wenn es schon kurz vor Toresschluss ist – hier nachgereicht sein.

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