ESC 2000: Ich will, ich will eine Gurke

Logo des Eurovision Song Contest 2000
Das Drumcomputerjahr

Freiheit fördert Kreativität. Kaum fiel die Sprachenregel, tauchten die ersten skurrilen linguistischen Mixe beim Song Contest auf, wie zum Beispiel ein auf italienisch und griechisch gesungener zyprischer Beitrag oder ein deutsches Lied in Babysprache (‚Wadde hadde dudde da‘), ein im Übrigen sehr professionell und modern produzierter, wenn auch etwas kalt wirkender Beitrag, wie die meisten in diesem Jahr. Der Wechsel von der Jury- zur reinen Zuschauerwertung brachte den erhofften Effekt und führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung. Fast alle Länder orientierten sich in Richtung der aktuellen Charts, wo tanzbarer, schneller Pop regierte. In einem Feld ähnlich klingender Songs fällt der auf, der sich unterscheidet: am Ende gewannen zwei ältere Herren mit einem melodiösen Country-Schlager. Doch der Reihe nach!

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DVE 2000: Wird der Schmerz jemals wieder vergehn?

Stefan Raab, DE 2000
Der Streber

Neues Jahrtausend – neues Glück. Noch hielt das Hoch der durch Guildo Horn (DE 1998) ausgelösten Revolution an; noch galt der Grand Prix auf ironische Weise als hip. Und so fand sich beim diesjährigen, hochgradig unterhaltsamen Vorentscheid neben den üblichen chancenlosen Nullnummern eine illustre Runde bekannter B-Listen-Stars ein, welche den Countdown zum Spitzenereignis des schlechten Geschmacks machten. Erotik-Trash, zertrümmerte Gitarren, blinkende Bühnengarderobe und Dragqueens galt es zu bewundern, sowie einen ungleichen Zweikampf von Pathos und Spaß zu verfolgen. Es war groß!

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