ESC 2001: …is always repeating itself

Logo des Eurovision Song Contest 2001
Das Jahr der besten Song

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch die heterosexuelle Bevölkerungsmehrheit mit ab. Und die verfügt bekanntlich über keinerlei Musikgeschmack.

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DVE 2001: Danke, Ihr Fotzköppe!

Michelle, DE 2001
Die Minne Maus

Diese Vorentscheidung sorgte für eine derart übersteigerte Medienhysterie, dass sich Guildo Horns Kreuzzug der Liebe dagegen wie ein Pfadfindertreffen ausnahm. Der (erhoffte) Skandal trug vor allem einen Namen: Zlatko Trpkovski. Der Big-Brother-Star und Held aller Prekarianer konnte nach seinem Auszug aus dem erstmals in Deutschland gezeigten Idiotencontainer zwei Nummer-Eins-Hits landen, trotz des völligen Fehlens jedweden stimmlichen Talents und offensichtlich nicht trotz, sondern wegen der frappierenden musikalischen und textlichen Schlichtheit seiner Werke. Allgemein setzte man seinen Sieg voraus, denn dass hierüber vor allem die Medienbekanntheit entscheidet, hatten Guildo Horn und Stefan Raab (DE 2000) bereits bewiesen.

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