ESC Finale 2004: Just maybe I’m crazy

Logo des Eurovision Song Contest 2004 (Semifinale)
Das Jahr der wilden Tänze

Man möge es mir nachsehen: diesen Jahrgang kann ich nicht nach den üblichen Maßstäben beurteilen. Denn zum ersten Mal verfolgte ich das Geschehen nicht mehr zu Hause am Fernseher, sondern live vor Ort in der Halle. Ein völlig anderes Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann! Die EBU hatte just in jenem Jahr erstmals dem eigentlichen Grand Prix eine Qualifikationsrunde vorgeschaltet, die ich als bekennender Trashgourmet seither noch mehr liebe als das Finale, weil sich dort die tragischeren Beiträge sammeln. In dieser Endrunde nun tummelten sich die Big Four und die zehn bestplatzierten Länder aus 2003. Sowie eben die zehn Besten aus dem Semi, die im Finale ebenfalls sehr gut abschnitten.

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ESC Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Logo des Eurovision Song Contest 2004 (Finale)
Das Jahr der wilden Tänze

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff „Semi“ bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien – inklusive der ARD – schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets direkt fürs Finale gesetzt sind. Wegen des zu erwartenden geringen Interesses versteckte der NDR die Qualifikationsrunde in seinem dritten Programm.

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DVE 2004: Als hätte man uns die Sonne genomm‘

Max Mutzke, Stefan Raab, DE 2004
Der Verschreckte

Sechs Jahre tobte der ungleiche Machtkampf zwischen Grand-Prix-Grandseigneur Ralph Siegel und dem lustigen Metzgersgesell Stefan Raab um die Hoheit über die deutsche Eurovisionsvorentscheidung. Mit ‘Guildo hat Euch lieb’ fing 1998 alles an: gepusht von einer massiven Medienkampagne der Bild und auf der Schaumkrone der Schlagerspaßwelle segelnd, drückte der Retter des Grand Prix mit über 60% der Stimmen die drei (!) Konkurrenzbeiträge des Altmeisters an die Wand. 1999 kam Siegel nur durch die unglückliche Disqualifikation der Siegerin Corinna May zum Zug, um ein Jahr später die Staffette wieder zurückgeben zu müssen. In den beiden letzten Jahren setzte Raab aus und Siegel sich gegen ein wenig überzeugendes Konkurrentenfeld durch, mit ebenfalls wenig überzeugenden Ergebnissen im internationalen Wettbewerb.

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