ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (2. Semi)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

Zwölf Anläu­fe hat­te der flä­chen­größ­te und ein­woh­ner­stärks­te Teil­neh­mer­staat des Euro­vi­si­on Song Con­test für sei­nen ers­ten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Sei­nen Füh­rungs­an­spruch und sei­ne kul­tu­rel­le Zuge­hö­rig­keit zu Euro­pa woll­te Russ­land damit unter­strei­chen – und ver­tief­te doch nur die Grä­ben, denn kaum ein Sie­ger­ti­tel rief im Wes­ten so eine star­ke Ableh­nung her­vor wie Dima Bilans musi­ka­lisch mala­des und über­an­strengt dar­ge­bo­te­nes ‘Belie­ve’, wel­ches der Sarg­na­gel für das hun­dert­pro­zen­ti­ge Zuschau­er­vo­ting sein soll­te. Für den rus­si­schen Plat­ten­mil­lio­när, dem bei sei­nem Erst­ver­such 2006 mit dem deut­lich bes­se­ren ‘Never let you go’ nur die fin­ni­schen Mons­ter­ro­cker Lor­di in die Que­re kamen, reich­te es ledig­lich für einen schwa­chen Rang 54 in den deut­schen Ver­kaufs­charts.

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ESC 2. Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (1. Semi)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

PORTUGAL!!! PORTUGAL!!! PORTUGAL!!! Ich muss um Ver­zei­hung bit­ten, aber ich schrei­be die­se Zei­len noch ein wenig im Über­schwang der Gefüh­le. Das letz­te Mal, dass so viel Adre­na­lin durch mei­ne Adern floss wie vor der Ver­kün­dung des zehn­ten und letz­ten Fina­lis­ten am Ende der zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de in Bel­grad gera­de eben, sprang ich an einem Bun­gee-Seil 50 Meter in die Tie­fe. Hät­te der Name in dem aller­letz­ten Umschlag, den die Mode­ra­to­rin Jova­na Jan­ko­vić nach end­lo­sen Minu­ten hoch­ge­koch­ter Span­nung ver­las, nicht “Por­tu­gal” gelau­tet, wäre es in der Bel­gra­der Hal­le wohl zu gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen gekom­men. Und hier zu Hau­se vor mei­nem Com­pu­ter­bild­schirm (dazu gleich mehr) auch!

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ESC 1. Semi 2008: Frag nach Samen

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (Finale)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

The more, the mer­ri­er: wegen der wei­ter­hin anschwel­len­den Zahl der mit­mach­wil­li­gen Län­der – in die­sem Jahr war man bei der Rekord­zahl von 43 Anmel­dun­gen ange­langt! – teil­te die EBU die Qua­li­fi­ka­ti­on nun­mehr auf zwei Halb­fi­na­le auf. Durch die müs­sen seit­her alle, mit Aus­nah­me der gro­ßen Fünf (DE, ES, FR, IT, UK) und des jewei­li­gen aus­rich­ten­den Lan­des, sprich der Vor­jah­res­sie­ger. Mit der Auf­tei­lung der Halb­fi­na­lis­ten auf meh­re­re, am bis­he­ri­gen Abstim­mungs­ver­hal­ten ori­en­tier­ten Län­der­töp­fe ver­such­te man außer­dem, dem all­seits beklag­ten Block­vo­ting ent­ge­gen­zu­wir­ken.

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Pro­ben der Big Four für das Fina­le 2008

Neben dem zwei­ten Durch­gang für einen Teil der Semi­fi­na­lis­ten prob­ten heu­te erst­mals auch die direkt fürs Fina­le gesetz­ten Big Four, dar­un­ter natür­lich auch die deut­schen Ver­tre­te­rin­nen No Angels. Mh, sagen wir mal so: 1964 ließ sich Deutsch­land schon mal von einer gebür­ti­gen Bul­ga­rin ver­tre­ten. Das Ergeb­nis dürf­te die­ses Jahr das­sel­be sein. ESC­na­ti­on zitier­te als Kom­men­tar zu der in Bel­grad gezeig­ten Pro­be ledig­lich eine Zei­le aus dem Song: “And it won’t get bet­ter – why don’t you dis­s­ape­ar?”. Gute Fra­ge! Dafür steht zu befürch­ten, dass der spa­ni­sche Elvi­si­mi­ta­tor gut abschnei­det.


Lucy in the Sky with Dia­monds

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Pro­ben zwei­tes Semi 2008

Offi­zi­el­les Sub­lo­go des ESC 2008
© EBU, RTS

Die Tage Drei und Vier der Pro­ben in Bel­grad sind gelau­fen, wohl die inter­es­san­tes­ten von allen. Mit gleich drei siche­ren Anwär­tern auf das Fina­le, wenn nicht gar den Gesamt­sieg – und einem mög­li­chen Favo­ri­ten­sturz. Die neun­zehn Semi­fi­na­lis­ten vom kom­men­den Don­ners­tag gaben sich ein Stell­dich­ein und lie­ßen die Kon­kur­renz der ers­ten bei­den Pro­ben­ta­ge alt aus­se­hen. Es regier­te kon­zen­trier­tes High-Camp-High-NRG: und genau das ist es, was wir vom Con­test wol­len!

wei­ter­le­senPro­ben zwei­tes Semi 2008

Pro­ben ers­tes Semi 2008

Abge­lehn­te Logo­vor­schlä­ge für den ESC 2008
© EBU

Unfass­bar – es ist schon wie­der soweit! Seit Sonn­tag lau­fen in Bel­grad die ers­ten Kame­ra­pro­ben. Lei­der kann ich die­ses Jahr nicht vor Ort sein. Dafür sind alle wich­ti­gen Euro­vi­si­ons­blogs bereits in Bel­grad und berich­ten auf das Flei­ßigs­te. Dazu stellt eurovision.tv sogar Video­clips von den Pro­ben auf you­tube ein – so kann man sich ganz ent­spannt von zu Hau­se aus einen Über­blick ver­schaf­fen. Mitt­ler­wei­le haben alle Teil­neh­mer des ers­ten Semi­fi­na­les schon mal geprobt – höchs­te Zeit also für eine ers­te Bewer­tung!

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Homos in Bel­grad uner­wünscht?

Schwu­le Euro­vi­si­ons­fans, die zum dies­jäh­ri­gen Song Con­test nach Bel­grad rei­sen, soll­ten sich bes­ser unauf­fäl­lig ver­hal­ten, denn 80% der Ser­ben betrach­te­ten einer Umfra­ge zufol­ge Homo­se­xua­li­tät noch immer als (behand­lungs­be­dürf­tig­te) Krank­heit, wie die taz berich­tet. Offen schwul auf­tre­ten­de Fans lie­fen durch­aus Gefahr, Opfer mili­tan­ter Schlä­ger­trupps zu wer­den. “Man muss den Fans aus unse­rer Com­mu­ni­ty drin­gend davon abra­ten, sich in Bel­grad offen zu zei­gen – vor allem soll­ten sie auf Aids­schlei­fen am Revers und auf die Regen­bo­gen­fah­ne ver­zich­ten,” zitiert die taz den ILGA-Vor­sit­zen­den Kurt Krick­ler.


Les­bi­sche Frau­enzärt­lich­keit ist hin­ge­gen okay, solan­ge sie sub­til bleibt

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Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Maze­do­ni­en­fra­ge

Zum jüngs­ten Opfer des völ­lig absur­den grie­chisch-maze­do­ni­schen Namens­strei­tes gerät aus­ge­rech­net der iri­sche Spaß­vo­gel Dus­tin. Des­sen umstrit­te­ner Bei­trag ‘Ire­lan­de Dou­ze Points’ muss sich dem Zen­sur­druck der EBU beu­gen – dabei geht es jedoch nicht etwa um den Ein­satz einer play­back­sin­gen­den Gum­mi­pup­pe oder grand-prix-feind­li­cher Schmä­hun­gen wie “Drag Acts and bad Acts”. Den Stein des Ansto­ßes bil­det eine Auf­zäh­lung teil­neh­men­der Natio­nen, im Ver­lau­fe derer Dus­tin die Frü­he­re Jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en, wie jeder nor­ma­le Mensch, schlicht “Maze­do­ni­en” nennt. Da aber ver­ste­hen die Grie­chen über­haupt kei­nen Spaß.


Bei 2:49 nennt er das ver­bo­te­ne M-Wort

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Schwe­den 2008: We do need ano­t­her Hero

Schwe­den ist das neue Schwe­den! Nach Jah­ren vol­ler Irr­we­ge mit schlim­mem Glam­rock und absur­dem Las-Vegas-Gedu­del fand Euro­pas füh­ren­de Pop­na­ti­on end­lich wie­der zu sich und ent­schied sich im Melo­di­fes­ti­va­len-Fina­le für amt­li­chen, 100%igen, klas­si­schen, scham­lo­sen schwe­di­schen Schla­ger der Extra­klas­se. ‘Hero’ hat ein­fach alles: eine dral­le Blon­di­ne im haut­engen Sil­ber­fo­lie-Fum­mel auf 12 Zen­ti­me­ter hohen sil­ber­nen Sti­let­tos; eine Wind­ma­schi­ne; eine zeit­lo­se Cho­reo­gra­fie; einen fan­tas­ti­schen Auf­takt mit einem dil­do­för­mi­gen, straß­be­setz­ten Mikro­fon; einen ein­gän­gi­gen Refrain und den vor­schrifts­mä­ßi­gen Halb­ton höher am Schluß. Hur­ra!


Is it live? Or is it Botox?

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San Mari­no 2008: I love to hate you

Erst­ma­lig am Grand Prix teil nimmt in die­sem Jahr San Mari­no, die ältes­te Repu­blik der Welt – die mit knap­pen 30.000 Bür­gern halb so vie­le Ein­woh­ner stellt wie der Frank­fur­ter Stadt­teil Nor­dend, in dem ich woh­ne. Fünf davon bil­den die Elek­tro­punk-Kapel­le MiOdio (Wort­spiel aus “Mio Dio – Mein Gott” und “Mi odio – Ich has­se mich”), die beim Euro­vi­si­on Song Con­test mit einer ita­lie­nisch gesun­ge­nen Kla­vier­bal­la­de namens ‘Com­pli­ce’ antre­ten wol­len, die sich von ihrem übri­gen musi­ka­li­schen Pro­gramm (jedem­falls dem, das auf ihrer Mys­pace-Sei­te zu hören ist), doch deut­lich abgrenzt. Von der sind der­zeit nur 1:40 Minu­te im Netz zu hören – aber die klin­gen recht ergrei­fend!


In der Drei-Minu­ten-Fas­sung langweilt’s dann aber schnell…