Unser Lied für Lis­sa­bon: das sind die deut­schen Super Sechs

Die Bild weiß es halt doch immer am bes­ten: bereits am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag ließ das Bou­le­vard­blatt die Namen der ver­mut­li­chen sechs Finalist/innen von Unser Lied für Lis­sa­bon durch­si­ckern. Der NDR demen­tier­te umge­hend: man war­te noch auf die Rück­mel­dun­gen der von einer hun­dert­köp­fi­gen deut­schen Fan­ju­ry und inter­na­tio­na­len Euro­vi­si­ons-Juror/in­nen Aus­er­wähl­ten, daher sei die Lis­te schlicht­weg “falsch”. Heu­te bestä­tig­te man in Ham­burg offi­zi­ell den Teilnehmer/innenkreis des deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheids. Und sie­he da: bis auf die von Bild genann­te vier­köp­fi­ge Bon­ner Band Ste­al A Taxi, an deren Stel­le nun der baye­ri­sche Sin­ger-Song­wri­ter Xavier Dar­cy antritt (wie mutig vom NDR, nach dem Nai­doo-Gate erneut auf einen Xavier zu set­zen!), stimm­ten die Anga­ben des Sprin­ger­blat­tes eben doch. Dar­cy fügt sich dabei per­fekt ein in das zu glei­chen Tei­len aus selbst kom­po­nie­ren­den, ewi­gen Nach­wuchs­hoff­nun­gen sowie aktu­el­len und ehe­ma­li­gen The-Voice-Cas­ting­stern­chen bestehen­de Set­up der fina­len Super Sechs, von denen es nun eine/r in Lis­sa­bon für Deutsch­land rich­ten soll.

Da krieg ich die Kri­se: Xavier lärmt im Hin­ter­hof (Reper­toire­bei­spiel).

Wei­ter­le­senUnser Lied für Lis­sa­bon: das sind die deut­schen Super Sechs

Unser Lied für Lis­sa­bon kommt aus Ber­lin

Irgend­wie mag man den in frü­he­ren Jah­ren in Sachen Infor­ma­ti­ons­po­li­tik beim deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid ten­den­zi­ell eher öffent­lich­keits­scheu­en NDR, der uns bereits Anfang Novem­ber 2017 mit sei­ner hoch­in­for­ma­ti­ven und herz­blut­rei­chen Road­show zum gene­ral­über­hol­ten Aus­wahl­ver­fah­ren ange­nehm über­rasch­te, kaum wie­der­erken­nen: nicht nur, dass die Prinz-Blog­ger ver­gan­ge­ne Woche von den Vor­ent­schei­dungs-Work­shops in Köln berich­ten durf­ten, bei denen die von einem jun­gen Fan-Panel vor­ausge­wähl­ten knapp 20 poten­ti­el­len deut­schen ESC-Kan­di­da­t/in­nen Bewer­bungs­clips für die inter­na­tio­na­le Jury pro­du­zier­ten, wel­che die­ser Tage gemein­sam mit den Fan-Panel die fina­len Fünf für den Vor­ent­scheid aus­wählt, und so bereits die ers­ten Namen ver­laut­bart wer­den konn­ten. Heu­te, pünkt­lich zum tra­di­tio­nel­len Start der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2018 mit dem alba­ni­schen Fes­ti­va­li i Kën­gës, gab der NDR auch Ter­min und Ort des hei­mi­schen Fina­les bekannt. Und es geht mal wie­der in die Haupt­stadt: in den geschichts­träch­ti­gen Stu­di­os in Ber­lin-Adlers­hof fin­det die – auch hier ein his­to­ri­scher Rück­griff – Unser Lied für Lis­sa­bon benann­te Show am 22. Febru­ar 2018 statt.

Wie vie­le Ecsta­sy-Pil­len hat der denn ein­ge­nom­men? Der put­zig-hyper­ak­ti­ve Blog­ger Lis­saB­jörn berich­tet vom Work­shop.

Wei­ter­le­senUnser Lied für Lis­sa­bon kommt aus Ber­lin

Don­nawed­da: VoXX­club unter den ESC-Kan­di­da­ten!

Seit weni­gen Tagen läuft in Köln das Boot­camp mit den 20 von einem Fan-Panel aus­ge­wähl­ten enge­ren Anwärter/innen für den deut­schen Euro­vi­si­ons-Vor­ent­scheid 2018, von denen es am Ende bekannt­lich nur fünf in die Sen­dung schaf­fen wer­den. Seit ges­tern berich­ten die Prinz-Blog­ger aus dem Trai­nings­la­ger, und so drin­gen mitt­ler­wei­le auch die ers­ten Namen nach drau­ßen. Sam­mel­ten sich am Frei­tag dort vor allem die The Voice-Cas­ting­show-Has­beens  (mit der Erst­staf­fel­sie­ge­rin Ivi Quai­noo als pro­mi­nen­tes­tem Exem­plar), so begann der heu­ti­ge Band-Tag mit einer ech­ten Sen­sa­ti­on in Form der Neue-Volks­mu­sik-Boy­band VoXX­club. Die ursprüng­lich mal sechs, mitt­ler­wei­le aber nur noch fünf gestan­de­nen Bur­schen rol­len seit ihrer Grün­dung im Jah­re 2012 die TV-Musi­kan­ten­scheu­nen und Ski­hüt­ten­par­tys im deutsch­spra­chi­gen Raum mit ihrem bewusst kom­mer­zi­ell kal­ku­lier­ten Mix aus stamp­fen­den Schla­ger­beats, zeit­ge­mäß auf­be­rei­te­ten Hei­mat­klän­gen, süf­fi­gen Mit­singme­lo­di­en und sen­sa­tio­nell syn­chron getanz­ten Schuh­plattl-Cho­reo­gra­fi­en auf und sto­ßen natur­ge­mäß auf ein geteil­tes Echo: von den einen als niveau­lo­ser Aus­ver­kauf gebrand­markt, fei­ern ihre Fans sie als Erneue­rer des Gen­res.

VoXX­club im Jah­re 2014, da noch zu sechst, mit ihrer Ver­si­on des auch schon vom Aus­tro­pop-Pio­nier und ESC-Nil­poin­ter Wil­fried Scheutz (→ AT 1988) auf­ge­mö­bel­ten stein­al­ten Tiro­ler Volks­lie­des ‘Ziwui’.

Wei­ter­le­senDon­nawed­da: VoXX­club unter den ESC-Kan­­di­da­­ten!

Jung, part­y­af­fin und tole­rant”: der NDR auf ESC-Road­show

Seit andert­halb Wochen ken­nen wir ers­te Details über den deut­schen Vor­ent­scheid 2018, und seit die­sem Diens­tag zieht der deut­sche Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­che Tho­mas Schrei­ber vom NDR gemein­sam mit dem neu­en Dele­ga­ti­ons­lei­ter Chris­toph Pel­lan­der sowie den für den auf­wän­di­gen sta­tis­tisch-tech­ni­schen Part des neu­en Vor­auswahl­ver­fah­rens Zustän­di­gen Dani­el Kora­ny (Simon-Kucher & Part­ners) und Wer­ner Klötsch (diga­me) durch die Lan­de, um inter­es­sier­ten Euro­vi­sio­nis­tas das recht kom­pli­zier­te Ver­fah­ren zu erläu­tern, vor allem aber um die zuletzt auch unter den ein­hei­mi­schen Fans ziem­lich schlech­te Stim­mung umzu­dre­hen. Und so stan­den beim gest­ri­gen Ter­min im Les­bisch-Schwu­len Kul­tur­haus (LSKH) zu Frank­furt am Main – in wel­ches die Road­show aus­wich, weil beim Hes­si­schen Rund­funk auf­grund meh­re­rer Auf­zeich­nun­gen und Ver­an­stal­tun­gen alle geeig­ne­ten Räu­me bereits belegt waren – zwar zunächst die detail­lier­ten Aus­füh­run­gen zur Ermitt­lung und Zusam­men­set­zung des Euro­pa-Panels und der inter­na­tio­na­len Jury im Vor­der­grund. Doch sie spiel­ten gar nicht die ent­schei­den­de Rol­le, zumal man ohne­hin inhalt­lich nichts maß­geb­lich Neu­es gegen­über den bereits bekann­ten Fak­ten erfuhr. Als viel inter­es­san­ter erwies sich der Dia­log mit den anwe­sen­den Grand-Prix-Fans und der dabei gewon­ne­ne Ein­druck, dass der NDR nach einer län­ge­ren Pha­se ziel­lo­sen Gestol­pe­res in Sachen Vor­ent­scheid und teil­wei­se selbst­ver­schul­de­ter (Nai­doo­ga­te), aber auch fremd­ver­ur­sach­ter Kri­sen (Küm­mert­ga­te) einen wirk­li­chen Neu­an­fang ver­sucht. Im Hin­blick auf die vie­len ähn­lich lau­ten­den Ver­spre­chen der Ver­gan­gen­heit war vie­len zwi­schen­zeit­lich ja der Glau­be dar­an abhan­den gekom­men, inso­fern soll­te die Road­show wohl auch ein biss­chen See­len­mas­sa­ge für die Fans sein, ohne die, das räum­te Schrei­ber selbst ein, der Grand Prix “nicht kann”. Was aller­dings umge­kehrt auch gilt: eine klas­si­sche Co-Abhän­gig­keit.

Der legen­dä­re Schock­mo­ment beim Vor­ent­scheid 2015: Andre­as küm­mert sei­ne Wahl nicht.

Wei­ter­le­senJung, part­y­af­fin und tole­rant”: der NDR auf ESC-Road­­show

Vor­ent­scheid 2018: das “Euro­pa-Panel” wird deutsch

Der NDR rudert in Sachen inter­na­tio­na­ler Mit­be­stim­mung bei der Künst­ler­aus­wahl für die deut­sche Euro­vi­si­ons-Vor­ent­schei­dung 2018 ein Stück­chen zurück: nach­dem eine Pres­se­mel­dung am Frei­tag, wonach ein hun­dert­köp­fi­ges, über die sozia­len Medi­en rekru­tier­tes Fan-Panel mit der ers­ten Vor­auswahl poten­ti­el­ler Grand-Prix-Ver­tre­ter/in­nen beauf­tragt wer­den soll, für fehl­ge­lei­te­te Schlag­zei­len wie “Die ARD traut den Deut­schen nicht mehr” sorg­te, prä­zi­sier­te der NDR-Unter­hal­tungs­chef und deut­sche Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­che Tho­mas Schrei­ber in einem umfang­rei­chen Exklu­siv-Inter­view mit den Kol­le­gen vom Prinz-Blog heu­te, dass das soge­nann­te “Euro­pa-Panel” aus­schließ­lich aus ein­hei­mi­schen Zuschauer/innen gebil­det wer­de. Schrei­ber: “Wenn man das Abstim­mungs­ver­hal­ten der Fern­seh­zu­schau­er in allen teil­neh­men­den Län­dern in den letz­ten Jah­ren ana­ly­siert, kommt man zu einem über­ra­schen­den Schluss: in den letz­ten vier Jah­ren haben die Deut­schen mit ihren Stim­men beim Tele­vo­ting am nächs­ten am jewei­li­gen End­ergeb­nis gele­gen”. Die­se durch Daten­aus­wer­tun­gen gewon­ne­ne Erkennt­nis bedeu­te, “dass wir das Euro­pa-Panel aus Deutsch­land beset­zen kön­nen und nicht inter­na­tio­nal”. War­um sich das Gre­mi­um dann mit dem Namen “Euro­pa” schmückt, was ja eine inter­na­tio­na­le Zusam­men­set­zung sug­ge­riert, bleibt indes offen. Das “Euro­pa-Panel” soll sich auch nicht durch alle poten­ti­el­len Bewerber/innen durch­quä­len müs­sen, von denen der NDR an die tau­send erwar­tet – dar­un­ter 200 bis 300 aus dem offe­nen Ver­fah­ren, der Rest aus eige­ner Recher­che bzw. auf­grund von Vor­schlä­gen sen­der­ei­ge­ner oder befreun­de­ter Musik­re­dak­teu­re. Viel­mehr soll ein “Team aus erfah­re­nen Musik­pro­fis und Exper­ten” eine Vor­auswahl von 200 poten­ti­el­len Repräsentant/innen tref­fen, aus denen das hei­mi­sche Zuschau­er-Panel wie­der­um 20 aus­fil­tert. Erst dann kommt die – nun­mehr tat­säch­lich inter­na­tio­nal zusam­men­ge­setz­te – Jury ins Spiel, die hier­aus gemein­sam mit dem “Euro­pa-Panel” die fina­len Fünf für den Vor­ent­scheid her­aus­pickt.

Der Inas-Nacht-Musik­re­dak­teur Mat­thi­as Wal­lerang habe laut Schrei­ber bereits “eine lan­ge Vor­schlags­lis­te mit jun­gen Talen­ten erar­bei­tet”. Ob auch Alli­ga­to­ah dar­auf steht?

Wei­ter­le­senVor­ent­scheid 2018: das “Euro­­pa-Panel” wird deutsch

Ein radi­ka­ler Neu­an­fang”: der NDR gene­ral­über­holt den Vor­ent­scheid

Die ARD traut den Deut­schen nicht mehr”: so herr­lich poin­tiert wie sach­lich falsch beti­telt der (von mir sonst sehr geschätz­te) Medi­en­dienst DWDL sei­ne Mel­dung über die heu­te Nach­mit­tag frisch ver­kün­de­te Neu­aus­rich­tung des hei­mi­schen Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­rens, mit wel­cher der NDR nach den durch­gän­gig hin­te­ren und hin­ters­ten Plät­zen der letz­ten Jah­re beim euro­päi­schen Wett­sin­gen das Ruder her­um­rei­ßen möch­te. Wahr ist: der für den deut­schen Euro­vi­si­ons­bei­trag ver­ant­wort­li­che Sen­der holt sich end­lich exter­nen Sach­ver­stand mit an Boot und folgt damit ein Stück weit den Rat­schlä­gen hei­mi­scher Euro­vi­si­ons­blogs. Bei der Aus­wahl der Kandidat/innen für den Vor­ent­scheid und bei unse­rem Lied für Lis­sa­bon ent­schei­det künf­tig ein ein­hun­dert­köp­fi­ges soge­nann­tes “Euro­pa-Panel” mit, das den Geschmack der­je­ni­gen Men­schen mög­lichst genau abbil­den soll, die im Mai 2018 schluss­end­lich für unse­ren Bei­trag anru­fen und ihm so zu Punk­ten ver­hel­fen sol­len: die euro­päi­schen Zuschauer/innen (also die­je­ni­gen außer­halb Deutsch­lands) näm­lich. “Min­des­tens 10.000 Men­schen” will der NDR dazu gemein­sam mit der Big-Data-Fir­ma Simon Kucher & Part­ners über die sozia­len Netz­wer­ke anspre­chen, in einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren sol­len mit Hil­fe von “vie­len Musik­fra­gen und Bewer­tun­gen”, so Tho­mas Schrei­ber in der Wolfs­bur­ger All­ge­mei­nen, aus ihnen die­je­ni­gen her­aus­ge­fil­tert wer­den, die uns ein ver­läss­li­ches Bild davon lie­fern mögen, was bei unse­ren Freun­den und Nach­barn in Euro­pa ankom­men könn­te. Damit führt der Ham­bur­ger Sen­der die beim dies­jäh­ri­gen For­mat Unser Song 2017 mit der (rein infor­mel­len) Ein­bin­dung der Euro­vi­si­ons-App erst­mals zur Anwen­dung gekom­me­ne Idee, stär­ker auf die ent­schei­den­de inter­na­tio­na­le Ziel­grup­pe für das deut­sche Lied zu hören, kon­se­quent fort, ver­mei­det aber gleich­zei­tig, dass die Abstim­mung durch die hier­für denk­bar schlech­tes­te Grup­pe geka­pert wird: die Hard­core-ESC-Fans mit ihrem bekann­ter­ma­ßen völ­lig nicht­re­prä­sen­ta­ti­ven, um nicht zu sagen hor­ri­blen Musik­ge­schmack näm­lich. “Eine Bewer­bung für das Panel ist nicht mög­lich,” heißt es daher auch in der NDR-Pres­se­mel­dung. Klu­ge Ent­schei­dung!

Aus den eher zufäl­li­gen “Euro­vi­si­on Vibes” mit rei­nem Emp­feh­lungs­cha­rak­ter wird das sta­tis­tisch rele­van­te “Euro­pa-Panel” mit ech­tem Ein­fluss.

Wei­ter­le­senEin radi­ka­ler Neu­an­fang”: der NDR gene­ral­über­holt den Vor­ent­scheid

Das Fräu­lein­wun­der vom Amt: kommt unser Star für Lis­sa­bon vom Job­cen­ter?

Wie der Prinz-Blog unter Bezug­nah­me auf den deut­schen Fan­club OGAE berich­tet, soll sich der NDR aktu­ell erneut auf der Suche nach Teilnehmer/innen für den hei­mi­schen Vor­ent­scheid 2018 befin­den. Und zwar unter Ein­schal­tung der Künst­ler­ver­mitt­lung der Bun­des­agen­tur für Arbeit, wie die OGAE aus einer ihr zuge­spiel­ten E‑Mail erfah­ren haben will. Danach habe der Ham­bur­ger Sen­der eine Musi­cal-Agen­tur mit dem Fin­den von Nach­wuchs­ta­len­ten beauf­tragt, die wie­der­um den Aus­schrei­bungs­ser­vice der staat­li­chen Fach­ver­mitt­lung in Anspruch genom­men habe. Gesucht wer­de ein “ein­zig­ar­ti­ger Künst­ler, ein Mensch, der sein Ding durch­zieht und mit gro­ßer Lei­den­schaft Musik macht”. Erfreu­lich: heu­er scheint der Wett­be­werb sogar für Duos und Bands offen zu sein. Und auch musi­ka­lisch erwei­te­re der NDR die Band­brei­te: laut OGAE dür­fen die gesuch­ten Künstler/innen dies­mal aus den “Berei­chen Pop, Rock, Schla­ger und erst­mals auch Musi­cal” stam­men. Den Prin­zen zufol­ge zei­ge der Sen­der in der Aus­lo­bung aller­dings kein Inter­es­se an eige­nem Lied­ma­te­ri­al der poten­ti­el­len Landesvertreter/innen. Was die Spe­ku­la­ti­on zulässt, dass man in Ham­burg am Null-Punk­te-Rezept der ver­gan­ge­nen Jah­re fest­hal­ten will und ledig­lich leicht form­ba­res Men­schen­ma­te­ri­al sucht, das mal wie­der die übli­che ecken- und kan­ten­lo­se, beige musi­ka­li­sche B‑Ware weg­sin­gen soll. Ob es eine rei­ne Mini-Cas­ting­show gibt wie 2017 oder der Nach­wuchs als Teil eines umfas­sen­den Vor­ent­scheids ein­ge­plant ist, bleibt jedoch offen: der NDR selbst äußer­te sich bis­lang nicht öffent­lich zu sei­nen Euro­vi­si­ons­plä­nen.

[Aktua­li­sie­rung 18:00 Uhr]: Der NDR hat die OGAE-Mel­dung auf Nach­fra­ge des zwei­ten deut­schen Fan­clubs ECG mitt­ler­wei­le demen­tiert: “Die Mail mit dem Bewer­bungs-Auf­ruf […] stammt nicht vom NDR und wur­de auch nicht vom NDR initi­iert,” so der Sen­der gegen­über dem ECG. Es wer­de einen Vor­ent­scheid geben, wei­te­re Details wol­le man aber erst spä­ter ver­ra­ten.

Etwas in die­ser Preis­klas­se wird man auch 2018 ver­mut­lich umsonst suchen: Tho­mas Tul­pe, einer der Inter­net­be­wer­ber für den Nach­wuchs­wett­be­werb 2014, der aller­dings – wie alles Krea­ti­ve – an den Grau­en Her­ren der Sen­der­ju­ry schei­ter­te, hier mit sei­ner neu­en Sin­gle (Reper­toire­bei­spiel).

Ein Nach­wuchs­künst­ler als Deutsch­lands ESC-Reprä­sen­tant?

View Results

Loading ... Loa­ding …

Die Jury: Power to all my Friends?

Lang­jäh­ri­ge Leser/innen die­ses Blogs wer­den mit mei­ner bei­na­he schon ans Patho­lo­gi­sche gren­zen­den Ableh­nung der Jury beim Euro­vi­si­on Song Con­test ver­traut sein. Doch bekannt­lich ist der Kopf rund, damit das Den­ken sei­ne Rich­tung wech­seln kann, und nicht zuletzt der Sieg des Por­tu­gie­sen Sal­va­dor Sobral beim ESC 2017 in Kiew wirft ein neu­es Licht auf die Fra­ge, ob die Insti­tu­ti­on in einem gewis­sen, streng abge­grenz­ten Rah­men nicht sogar doch ihre Berech­ti­gung haben könn­te: bei den natio­na­len Vor­ent­schei­den näm­lich! Man mag es sich kaum aus­ma­len, aber Euro­pa hät­te den wun­der­bar ver­schro­be­nen Jazz-Schlumpf aus Lis­sa­bon nie­mals ken­nen­ge­lernt (und Por­tu­gal, das auf­grund sei­ner chro­nisch schlech­ten Ergeb­nis­se erst 2016 eine ein­jäh­ri­ge Schmoll­pau­se ein­leg­te, ver­mut­lich wei­te­re 53 Jah­re auf sei­nen ers­ten Euro­vi­si­ons­sieg gewar­tet), wäre es nach dem Wil­len des hei­mi­schen Publi­kums gegan­gen. Das näm­lich zog sowohl im ers­ten Semi als auch im Fina­le des dor­ti­gen Vor­ent­scheids Fes­ti­val da Cançāo das schau­der­haft anzu­schau­en­de und anzu­hö­ren­de Trio Viva la Diva mit dem rund­weg brech­reiz­er­re­gen­den Pope­ra-Titel ‘Nova Gló­r­ia’ dem so sanf­ten wie bezau­bern­den Lie­bes­seh­nen Sal­va­dors vor, was einen ein wenig an der geis­ti­gen, voll­ends aber an der geschmack­li­chen Zurech­nungs­fä­hig­keit der Por­tu­gie­sen zwei­feln lässt. Nur das beherz­te Ein­grei­fen der Juro­ren, wel­che den ent­setz­li­chen Diva-Driss vor­sichts­hal­ber auf den fünf­ten Platz abwer­te­ten, sicher­te den Gesamt­sieg Sobrals und muss im Hin­blick auf das End­ergeb­nis als die glück­lichs­te Ent­schei­dung bezeich­net wer­den, die jenes Organ jemals fäll­te.

Ist uns gera­de noch­mal erspart geblie­ben, und den Por­tu­gie­sen damit ein erneu­tes Aus­schei­den im Semi: Viva la Diva. Dan­ke, Jury!

Wei­ter­le­senDie Jury: Power to all my Friends?

Deutsch­land 2017: hel­lo last Place, my old Fri­end

Der NDR lernt es ein­fach nie. Zehn Kom­bi­na­tio­nen von Künstler/in und Song wären bei Unser Song 2017 heu­te Abend theo­re­tisch mög­lich gewe­sen, mit zwei­en davon hät­ten wir unter Umstän­den in Kiew mehr als null Punk­te holen kön­nen: ‘Wild­fire’ in der fröh­li­chen Uptem­po­ver­si­on von Feli­cia Lu Kür­biß, die sie aber erst gar nicht vor­stel­len durf­te, weil sie sich den fal­schen Cover-Song für die Vor­stel­lungs­run­de aus­ge­sucht hat­te, und ‘Per­fect Life’ in der Fas­sung von von Axel Fei­ge. Bei­de blie­ben auf­grund des abso­lut alber­nen Aus­wahl­ver­fah­rens jedoch unter­wegs auf der Stre­cke. Statt­des­sen bestritt Levina Lueen allei­ne mit bei­den Titeln das völ­lig anti­kli­ma­ti­sche Super­fi­na­le, und dass es am Ende mit 69% der abge­ge­be­nen Zuschau­er­stim­men ‘Per­fect Life’ wur­de, spiel­te dann schon kei­ne Rol­le mehr. Denn bei aller berech­tig­ten Begeis­te­rung über die wirk­lich her­vor­ra­gen­de stimm­li­che Leis­tung der blon­den Bon­ne­rin (die natür­lich auch des­we­gen so glänz­te, weil die drei ande­ren Küken, die wie aus der Mini Play­back Show ent­lie­hen wirk­ten, ihr nicht das Was­ser rei­chen konn­ten): musi­ka­lisch ebne­te sie bei­de Songs, sowohl den ursprüng­lich flot­ten Pop­ti­tel ‘Wild­fire’ als auch das als kan­ti­ge Bond-Bal­la­de gedach­te ‘Per­fect Life’, zu ein­heit­li­chem, töd­lich lang­wei­li­gen Mid­tem­pos­eich ein, der mich per­sön­lich null erreich­te. Den ers­ten inter­na­tio­na­len Fan-Reak­tio­nen in den ein­schlä­gi­gen Foren zufol­ge übri­gens auch die Men­schen außer­halb Deutsch­lands nicht. Wir kön­nen uns also schon mal auf ein neu­er­li­ches Ren­dez­vous mit unse­rem alt­be­kann­ten Freund, dem letz­ten Platz im Fina­le, ein­stel­len.

Per­fek­tes Hin­ter­grund­ge­du­del fürs Ein­kaufs­ra­dio, aber kein ESC-Sie­ger: der deut­sche Bei­trag 2017

Wei­ter­le­senDeutsch­land 2017: hel­lo last Place, my old Fri­end

War­um ich mich nicht auf Unser Song 2017 freue

In knapp vier­ein­halb Stun­den ist es soweit: um 20:15 Uhr heu­te Abend star­tet im Ers­ten die deut­sche Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung, Unser Song 2017. Und man kann dem NDR nicht vor­wer­fen, dass er nicht ver­sucht hät­te, das Inter­es­se zu wecken: seit Tagen wird die Euro­vi­si­ons­app bewor­ben, mit der aus­län­di­sche Grand-Prix-Fans ein Stim­mungs­bild erzeu­gen sol­len, wel­cher der fünf poten­ti­el­len Vertreter/innen und wel­cher der von der sen­der­ei­ge­nen Song­fin­dungs­kom­mis­si­on aus­ge­wähl­ten zwei poten­ti­el­len Euro­vi­si­ons­bei­trä­gen inter­na­tio­nal am bes­ten ankommt. Auf der offi­zi­el­len Sen­der­sei­te sind Aus­schnit­te von den gest­ri­gen Gene­ral­pro­ben zu sehen, so dass wir uns schon mal einen Ein­druck ver­schaf­fen kön­nen. Seit heu­te ste­hen alle zehn Ver­sio­nen in der Stu­dio­fas­sung auf Spo­ti­fy zum Anhö­ren bereit. Die Cover-Songs für die Vor­stel­lungs­run­de stell­ten die Fan­tas­ti­schen Fünf in die­ser Woche schon mal im ARD-Moma vor. Vor­ent­schei­dung also auf allen Kanä­len. Und den­noch gab es im Vor­feld der natio­na­len Song­aus­wahl sel­ten so wenig media­len Wie­der­hall, vor allem aber so wenig Vor­freu­de bei mir per­sön­lich auf die Sen­dung. Ich schau mir das heu­te Abend gewis­ser­ma­ßen aus pro­fes­sio­nel­ler Ver­pflich­tung an, also weil ich muss. Aber auch wenn ich ungern den nör­ge­li­gen Spiel­ver­der­ber gebe: Lust drauf habe ich über­haupt kein biss­chen. Wor­an liegt das? Der Ver­such einer Ana­ly­se.

Die fabel­haf­te Con­chi­ta wirbt für die Euro­vi­si­on-App

Wei­ter­le­senWar­um ich mich nicht auf Unser Song 2017 freue