ESC 1983: Wie­der holen ist gestoh­len

Logo des Eurovision Song Contest 1983
Das ver­fluch­te Jahr

Drei früh­zei­tig dahin­ge­schie­de­ne Teilnehmer/innen; zwei Nil­poin­ter; der ers­te kom­mer­zi­ell erfolg­lo­se Sie­ger­ti­tel seit über zwan­zig Jah­ren; ein Büh­nen­bild wie das Innen­le­ben eines Heiz­lüf­ters und eine sich stän­dig ver­has­peln­de Gast­ge­be­rin: es scheint, als läge ein Fluch über der Mün­che­ner Ver­an­stal­tung. Dabei woll­te man doch alles rich­tig machen und sich inter­na­tio­nal prä­sen­tie­ren nach dem ers­ten Sieg Deutsch­lands mit Nico­le. Deren so gut ange­kom­me­ne “spon­ta­ne” Ges­te, ihren Titel bei der Sie­ger­re­pri­se in meh­re­ren Spra­chen zu sin­gen, inspi­rier­te die als Mode­ra­to­rin gebuch­te Tän­ze­rin Mar­lè­ne Cha­rell (gebo­ren als Ange­la Miebs in Win­sen an der Luhe), es ihr gleich­zu­tun.

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DE 1983: Ver­band uns wirk­lich nur die Nacht?

Hoffmann & Hoffmann, DE 1983
Die Rück­sichts­vol­len

Im Jahr Eins nach Nico­le hielt sich Ralph Sie­gel aus der deut­schen Vor­ent­schei­dung kom­plett her­aus. Kein “Pro­jekt Titel­ver­tei­di­gung wie bei einem ande­ren gro­ßen Euro­vi­si­ons­e­go­ma­nen – Onkel Ralph wuss­te, dass sich die Magie des Augen­blicks nicht ein­fach wie­der­ho­len lässt. Ansons­ten blieb alles wie gehabt: abge­half­ter­te Schla­ger­stars und unbe­kann­te Stern­chen san­gen (noch immer unter der sel­ben Licht­or­gel wie schon 1979!) eine Aus­wahl ermü­den­der Schlicht­schla­ger – alles, was auch nur im Ent­fern­tes­ten nach Sub­ver­si­on oder Blö­de­lei hät­te klin­gen kön­nen, sieb­ten die Juro­ren und die Hörer/innen der ARD-Schla­ger­wel­len in den Vor­wah­len gna­den­los aus. Die deut­sche Vor­ent­schei­dung blieb ein Hort der spie­ßig-hei­len Schla­ger­welt, ein Boll­werk gegen moder­nen Deutsch­pop, gegen das rich­ti­ge Leben.

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