ESC 1989: Why do they always get it wrong?

Logo des Eurovision Song Contest 1989
Das Jahr des Supertrashs

Ein Jahrgang, der mich wie kein zweiter gespalten hinterlässt: einerseits unglaublich reich an Spitzenerzeugnissen des Trashs und der unfreiwilligen Komik und damit ein ernsthafter Anwärter auf die Top Five meiner Lieblingscontests. Andererseits ruiniert durch rundweg skandalöse Juryentscheidungen und den ungerechtfertigsten Siegertitel aller Zeiten. Doch beginnen wir mit den amüsanten Seiten dieses Contests: das eidgenössische Fernsehen unterhielt die Zuschauer/innen zum Auftakt und in den Postkarten mit idyllischen Klischeebildern über Berge, Kühe, Berge, Käse, Berge, Uhren, Berge, Alphörner, Berge, das Heidi und Berge – was man sich eben unter der Schweiz so vorstellt! Bankenniederlassungen mit diskreten Konten für das Blutgeld aus den Diktaturen dieser Welt oder die schwarzen Kassen der CDU sparte man hingegen aus.

weiterlesen

DVE 1989: Wir sind so hoch geflogen

Nino de Angelo, DE 1989
Der Überflieger

Nach dem Vorjahresfiasko mit ranziger Siegel-Schlagerware ging der Bayerische Rundfunk 1989 endlich einen mutigen Schritt zur Auffrischung der deutschen Vorentscheidung. Zum einen verpflichtete er Hape Kerkeling als Moderator, der im Verbund mit den mehr oder minder prominenten Paten der zehn Beiträge einen flachen Kalauer nach dem anderen ablieferte, dies jedoch mit sehr viel jugendlichem Charme. Zum anderen, viel wichtiger noch, bat der BR die zehn kommerziell erfolgreichsten deutschen Musikschaffenden des Vorjahres, jeweils einen Song aus eigener Feder oder Produktion beizusteuern. Unter diesen Tüchtigen befand sich Ralph Siegel zwar nicht, der aber durfte an Stelle von Fancy (DVE 2000) komponieren, der wie so viele andere der Angeschriebenen keine Lust hatte, seine künstlerische Glaubwürdigkeit für den übel beleumundeten Grand Prix aufs Spiel zu setzen. Über die Höhe des Autorenabstands ist nichts bekannt.

weiterlesen