1956

Hier fand alles sei­nen Anfang. Nie­mand hät­te wohl damals gedacht, dass aus dem fest­li­chen Lie­der­abend mit sie­ben Teil­neh­mer­län­dern ein­mal die meist­ge­se­he­ne Unter­hal­tungs­show der Welt wür­de. Noch nicht mal eine Auf­zeich­nung exis­tiert vom ers­ten Grand Prix aus Luga­no.

Neu­es von Damals: Luga­no zahl­te für den ers­ten <span class="caps">ESC</span>
1956, Die Fünfziger, ESC Finale, Internationale Vorentscheidungen

Neu­es von Damals: Luga­no zahl­te für den ers­ten ESC

Womit wäre die eurovisionäre Sommerpause besser zu überbrücken als mit Meldungen aus der reichhaltigen Geschichte des Wettbewerbs? So ist es dem schottischen Eurovisionsfan David A. Allen nach hartnäckigem Drängen gelungen, lange Zeit verschollene Dokumente aus dem Stadtarchiv von Lugano auszugraben, wo 1956 die Premiere des europäischen Gesangswettbewerbs über die Bühne ging. Und zwar deswegen, weil die Schweiz als neutrales Land im Zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont blieb und seinerzeit über die intakteste und fortschrittlichste TV-Infrastruktur verfügte. Da der Song Contest auch eine Leistungsschau des Fernsehens sein sollte, fiel die Wahl beim konstituierende EBU-Eurovisions-Treffen in Rom im Oktober 1955 dementsprechend auf die Eidgenossen. Die gaben die Stafette an den Sender ...
Zei­tungs­be­richt von 1956: Lys Assia gewann mit 102 Punk­ten
1956, Die Fünfziger, Diese Welt, Unsere Lieblinge

Zei­tungs­be­richt von 1956: Lys Assia gewann mit 102 Punk­ten

Wie die Fan-Seite Eurofestival Italia in dieser Woche enthüllte, soll es sich bei dem ersten Grand-Prix-Sieg in der mehr als sechzigjährigen Geschichte des Wettbewerbs um einen sehr eindeutigen gehandelt haben. Einer der Fan-Seite zufolge aus einem Archiv ausgegrabenen Besprechung des Premieren-Wettbewerbs im schweizerischen Lugano in der Tageszeitung La Stampa vom 25. Mai 1956 zufolge konnte Lys Assia (→ CH 1956, 1957, 1958) für ihr Lied 'Refrain' 102 Punkte auf sich vereinen. Bislang wusste man lediglich, dass die Jurys sie zur Siegerin gekürt hatten, danach aber alle Stimmzettel vernichteten, so dass kein genaueres Ergebnis bekannt war. Bis auf kurze Ausschnitte aus der Siegerreprise besteht auch keine Bildaufzeichnung des Ereignisses. Da bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs nur siebe...
<span class="caps">ESC</span> 1956: Da hilft auch kein Flat­ti­ern
1956, Die Fünfziger, ESC Finale

ESC 1956: Da hilft auch kein Flat­ti­ern

"Wer hat's erfunden?": der bekannte Werbeclaim eines schweizerischen Hustenpastillenherstellers bildet die perfekte Überschrift zur Illustration des Disputes um die Urheberschaft des beliebtesten und erfolgreichsten Unterhaltungsevents der Welt, des Eurovision Song Contest. Gilt nach allgemeiner Übereinkunft und offizieller Geschichtsschreibung der seinerzeitige eidgenössische TV-Generaldirektor und verantwortliche Programmbeauftragte der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Marcel Bezençon, als geistiger Vater des paneuropäischen Events, so reklamiert der britische Buchautor Gordon Roxburgh in seiner 2012 erschienenen Fibel Songs for Europe, Volume 1, zumindest eine Mittäterschaft des heimischen Schauspielers Michael Brennan und des damaligen BBC-Generaldirektors Sir Ian Jacob an der Einfü...
Deut­scher Vor­ent­scheid 1956: Ach die armen, armen Leu­te
1956, Deutsche Vorentscheidung, Die Fünfziger

Deut­scher Vor­ent­scheid 1956: Ach die armen, armen Leu­te

Zugegeben: 1956, als der Eurovision Song Contest zum ersten Mal stattfand, damals im schweizerischen Lugano, weilte ich noch nicht auf diesem Planeten; da war ich noch nicht mal in der Planung. Der erste Grand Prix, den ich mit Sicherheit live (vor dem Fernseher) sah, war der von 1979. Für die Zeit davor kann ich mich nur auf Videoaufzeichnungen stützen, wobei für 1956 allerdings keine solche existiert. Oder wiedergeben, was andere Quellen offenbaren, insbesondere Jan Feddersens kompetente (und sehr empfehlenswerte) Eurovisionsbibel 'Ein Lied kann eine Brücke sein' von 2001. Doch für das Gründungsjahr des Grand Prix Eurovision de la Chanson stochern auch diese ziemlich im Nebel. https://youtu.be/RlYq861-XqY Südamerikanische Rhythmen vor süddeutscher Wirtshauskulisse: die Schlagerfilm-I...
Schwei­zer Vor­ent­scheid 1956: Auf­tritt einer Legen­de
1956, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

Schwei­zer Vor­ent­scheid 1956: Auf­tritt einer Legen­de

Die Schweiz beherbergt in ihrer zweitgrößten Gemeinde Genf den Hauptsitz der europäischen Rundfunkunion EBU, welche bekanntlich 1955 den Eurovision Song Contest aus der Taufe hob. Dessen Premiere ging 1956 ebenfalls in der Eidgenossenschaft über die Bühne, und zwar in Lugano im malerischen Tessin. Kein Wunder also, dass das Land sich selbst gerne als ideelle Heimat des Grand Prix beschreibt. Und um so erstaunlicher, dass die Geschichtsschreibung hinsichtlich der Details der helvetischen Vorentscheidungen der Fünfzigerjahre ziemlich im Trüben fischt. Für die Erstveranstaltung ist immerhin soviel bekannt, dass die Vorauswahl wenige Wochen vor dem internationalen Wettbewerb in Lausanne stattfand. Drei Künstler:innen nahmen daran teil, aus jeder der drei maßgeblichen eidgenössischen Sprachre...
Natio­naal Song­fes­ti­val 1956: Tüdelü­delü
1956, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

Natio­naal Song­fes­ti­val 1956: Tüdelü­delü

Für gesellschaftliche Progressivität sind die Niederlande bekannt, und zwar nicht erst seit der Institutionalisierung von Coffeeshops und der damit einhergehenden Teillegalisierung von Marihuana oder seit der Einführung der Homo-Ehe im Jahre 2001, damals als erster Staat weltweit. So nimmt es wenig Wunder, dass es dem holländischen Sender NTS als einziger der sieben an der Erstausgabe des Eurovision Song Contests von 1956 teilnehmenden TV-Stationen vorbehalten blieb, seinen Vorentscheid, das Nationaal Songfestival (NSF), nach demokratischen Maßstäben zu organisieren und dem Publikum als maßgeblichem Richter die Entscheidung zu überlassen, welche:n der drei angetretenen Künstler:innen und ihrer insgesamt acht Lieder es nach Lugano delegieren wollte. Genauer gesagt: welche zwei, denn aufgrun...
San-Remo-Fes­ti­val 1956: Die Wur­zel alles Guten
1956, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1956: Die Wur­zel alles Guten

Auch wenn sich sowohl Irland - die Nation mit den meisten Grand-Prix-Siegen - als auch die Schweiz gerne mal den selbst verliehenen Titel "Heimat des Eurovision Song Contest" an die Brust heften, so steht die kulturelle Wiege unseres Lieblingsevents tatsächlich in Italien. Genauer gesagt in der ligurischen Kurstadt San Remo: dort fand im Februar 1951 erstmalig das Festival della Canzone italiana statt, ein nationaler, von Anfang an live im Radio übertragener Liederwettstreit, der im Lande rasch eine hohe Gunst genoss. Bereits mit ihrer fünften Ausgabe brachte das italienische Staatsfernsehen Rai im Jahre 1955 die im deutschsprachigen Raum als San-Remo-Festival bekannte Veranstaltung auch auf die Bildschirme. Just also zu jener Zeit, da die 1950 im schweizerischen Genf gegründete European B...