ESC 1991: Hier decke ich den Tisch

Logo des Eurovision Song Contest 1991
Das glamouröse Jahr

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa (‚Insieme: 1992‘) hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte die RAI die Show in letzter Sekunde nach Rom.

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DE 1991: Und wir lernten zu verlieren

Atlantis 2000, DE 1991
Die Sparkassenangestellten

Das Jahr Eins nach der deutschen Wiedervereinigung: die ursprünglichen Pläne der Bürgerbewegung für eine eigenständige Deutsche Demokratische Republik, die diesen Namen auch verdient, waren zugunsten der schnellen D-Mark und der berühmten „blühenden Landschaften“ (Helmut Kohl – wer ahnte schon, dass er damit von Unkraut überwucherte, eingestürzte VEB-Fabrikationshallen meinte?) zu Grabe getragen. Das ehemalige Fernsehen der DDR war unter dem Übergangsnamen Deutscher Fernsehfunk (DFF) gerade der ARD beigetreten. Diese nutzte die vermeintlich günstige Gelegenheit und stellte die Eurovisionsvorauswahl 1991 auf eine besonders breite Basis: sowohl der seit 1979 federführende Bayerische Rundfunk als auch der im Westteil der Stadt beheimatete Sender Freies Berlin und eben der DFF verantworteten gemeinschaftlich die im Ostberliner Friedrichstadtpalast durchgeführte Veranstaltung. Doch viele Köche verderben bekanntlich den Brei: die Vorentscheidung geriet zum Totalfiasko.

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