ESC 1994: Sie zu berüh­ren ist Sün­de

Logo des Eurovision Song Contest 1994
Das Jahr der betro­ge­nen Sie­ger

Ralph Sie­gel hält sich ger­ne zugu­te, dass er den euro­päi­schen Musik­ge­schmack ken­ne, oder viel­mehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht wider­spre­chen: MeKa­Do, deren ‘Par­ty’-Ver­such sich als eines der weni­gen schnel­le­ren Stü­cke des Abends erwies und noch heu­te als garan­tier­ter Tanz­flä­chen­fül­ler bei jeder Euro­vi­si­ons­dis­co funk­tio­niert, erreich­ten in Dub­lin den drit­ten Platz. Der deut­sche Grand-Prix-Groß­va­ter dürf­te sich wohl als Ein­zi­ger rich­tig dar­über gefreut haben. Denn zu Hau­se rief das gute Abschnei­den Deutsch­lands nach lan­ger Durst­stre­cke nur noch Rat­lo­sig­keit, Ableh­nung und Des­in­ter­es­se her­vor. Ein pein­li­ches Pop­stück, das nie­mand kau­fen woll­te und für das auch kei­ner abge­stimmt hat­te, bescher­te uns einen vor­de­ren Platz bei einem Musik­ereig­nis, das kei­ner­lei rele­van­te Pop­mu­sik mehr bot und bei dem fast nie­mand mehr zuschau­en moch­te. Ähm: hur­ra?

wei­ter­le­senESC 1994: Sie zu berüh­ren ist Sün­de

DE 1994: Um so län­ger, um so lie­ber

MeKaDo, DE 1994
Das Guil­ty Plea­su­re

Die Mün­che­ner Frei­heit (DE 1993), einer der kom­mer­zi­ell erfah­rens­ten Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter der letz­ten zehn Jah­re, hat­te es ver­ris­sen. Also kehr­te man bei der ARD, der Expe­ri­men­te und ohne­hin des gan­zen kost­spie­li­gen Wett­be­werbs über­drüs­sig, lie­ber zum Bewähr­ten zurück. Eine Vor­ent­schei­dung zu orga­ni­sie­ren, wür­de ohne­hin nur Geld kos­ten, die Ein­schalt­quo­ten nach unten und das Genör­gel der Öffent­lich­keit nach sich zie­hen. Und Ralph Sie­gel wür­de ohne­hin gewin­nen. Also bestell­te man bei ihm ein­fach direkt einen Bei­trag und spar­te sich das gan­ze Drum­her­um.

wei­ter­le­senDE 1994: Um so län­ger, um so lie­ber