ESC 1996: Bin fiebrig vor Verlangen

Logo des Eurovision Song Contest 1996
Der Genickbruch der Jurys

Für ein deutlich höheres Interesse als das eigentliche Teilnehmerfeld sorgte in diesem Jahr der Auswahlskandal im Vorfeld des Wettbewerbs. Nach der Erweiterung der EBU gen Osteuropa, wo beinahe stündlich neue Staaten entstanden, wollten heuer 30 Länder mitmachen beim Grand Prix Eurovision. Sollte die Veranstaltung, die laut Reglement erst um 21 Uhr MEZ anfangen darf1)Das entspricht 20 Uhr britischer Zeit, dem Beginn der Primetime bei der BBC, die bei der Festlegung dieser Zeitmarke das Sagen hatte. Weswegen die ARD die Lücke zwischen tagesschau und ESC immer mit dieser schlimmen Grand-Prix-Party überbrücken muss. Schlechter traf es allerdings die nachträglich dazugekommenen Ostländer: in Moskau beginnt die Show um 23 Uhr, in Baku (Aserbaidschan) gar erst um Mitternacht., nicht bis tief in die Nacht ausgedehnt werden, musste man das Teilnehmerfeld begrenzen. Bislang bedeutete das für die schlechtestplatzierten Länder des Vorjahres, jeweils eine Runde auszusetzen, doch diesmal hatte man eine neue Idee.

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1. Das entspricht 20 Uhr britischer Zeit, dem Beginn der Primetime bei der BBC, die bei der Festlegung dieser Zeitmarke das Sagen hatte. Weswegen die ARD die Lücke zwischen tagesschau und ESC immer mit dieser schlimmen Grand-Prix-Party überbrücken muss. Schlechter traf es allerdings die nachträglich dazugekommenen Ostländer: in Moskau beginnt die Show um 23 Uhr, in Baku (Aserbaidschan) gar erst um Mitternacht.

DVE 1996: Der Countdown läuft

Leon, DE 1996
Der Frisör

Das Positive an einem Tiefpunkt ist, dass es danach nur aufwärts gehen kann. Nachdem der MDR seine Inkompetenz in Sachen Popmusik sechs Jahre lang unter Beweis stellen und Deutschland europaweit bis auf die Knochen blamieren durfte, gab der Zonensender die Zuständigkeit ab. Der Norddeutsche Rundfunk übernahm und führte wieder eine öffentliche Vorentscheidung ein. Denn unter keinen Umständen wollte der Sender die Verantwortung für ein weiteres Punktedebakel alleine tragen. Und, so Jürgen Meier-Beer im Feddersen-Interview: „Auf keinen Fall sollte Deutschland siegen, sonst hätte der NDR das teure Grand-Prix-Finale ausrichten müssen“. Also sollten die Zuschauer den potenziellen Verlierertitel selbst per TED aussuchen, dann konnten sie sich hinterher wenigstens nicht beschweren.

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